Nightingale

Es gibt nicht nur Freunde in dieser Welt!


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Wo die Liebe hinfällt...

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Lia

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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lia am Mi Aug 23, 2017 9:28 pm

Im Moment war Anna eigentlich nur froh, das es Lex etwas besser ging. Den Eintopf nahm sie gern entgegen, wie auch Lydia. Für Lex war er wohl noch zu schwer. Das seine Lippen blau waren und auch seine Nägel, musste am Sauerstoffmangel liegen, was Anna natürlich nicht wissen konnte. Für sie sah es so aus, als wolle der Tod ihn um jeden Preis holen. Sie würde ihn nicht einfach so gehen lassen. Sie konnte nicht.
"Schhh. Ihr müsst euch ausruhen. Leid tun kann es euch später noch. Ihr seid in meinem Zelt und werdet hier auch bleiben. Morgen früh sehen wir weiter."
Anna nahm Lex Hand und hielt sie. Sie wollte, das er wusste, man tat alles für ihn.
"Wenn es euch morgen nicht deutlich besser geht ... und ich meine nicht geschauspielert ... werden wir nach einem Heiler schicken. Eure Gesundheit ist mehr Wert als ein besuch bei meinen Verwandten."
Sie zögerte einen Moment. Er musste noch immer immense Kopfschmerzen haben.
"Fühlt ihr euch in der Lage etwas zu essen?"
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Lex

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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lex am Mi Aug 23, 2017 9:40 pm

Lex hatte gerade ganz andere Sorgen, als Hunger zu haben. Aber den hatte er in der Tat ein wenig und Suppe, sowie Tee würden ganz sicher helfen, ihn bei Kräften zu halten. Er zögerte also keinen Moment zu lang und nickte auf ihre Frage. Er richtete sich leicht auf. Die Decke rutschte leicht von seiner Brust und so sah man die wunderschönen Muskeln, wie sie sich bewegten, als er sich leicht aufsetzte. Sofort wurde eine Zweite Decke von Lydia gebracht, die sie Anna reichte, damit sie sie ihm um die Schultern legen konnte. Dann reichte sie ihr eine Schale voll Suppe und Lex bestand darauf alleine essen zu können: „Mylady… Es wäre schön, wenn ihr mir wenigstens ein bisschen Würde ließet.“ Lydia lächelte nun sogar, weil auch er es tat. Ja es sah so aus, als ginge es ihm besser. Was faktisch auch der Fall war. Da das Fieber zurückgegangen war, fühlte er sich selbst redend besser, aber sein Gesamtzustand und besonders die Lungenentzündung war keines Wegs besser geworden. Der Tee würde ein wenig helfen, aber musste dringend zu einem Heiler.
Nach dem Essen gaben sie ihm Tee und schließlich musste er sich wieder hinlegen, was er ohne zu murren tat. Alleine das Abendessen hatte ihn so angestrengt, dass er furchtbar schwitzte und es war gut, dass sie weiterhin Wadenwickel und kalte Lappen auf seine Stirn packten.
Irgendwann gingen auch die anderen Wachen schlafen. Nur Baristan blieb beharrlich vor dem Zelt der Lady stehen. Irgendwann fragte er von draußen hinein: „Soll ich nach einem Heiler schicken?“
Er schien auch besorgt. Lex war ein guter Mann, wenn auch manchmal etwas eingebildet, aber er wusste, dass der strahlende Ritter alles tun würde, um seine Untergeben zu schützen. Zu diesem Zeitpunkt konnte aber auch niemand ahnen, dass das nicht für immer so bleiben würde. Doch jener Tag lag noch in weiter Ferne.
Lex jedenfalls schlief unruhig und stöhnte hin und wieder. Es waren Fieberträume und wohl normal, wenn die Temperatur so erhöht war. Aber wenigstens stieg das Fieber nicht wieder. Scheinbar hatte Anna bisher alles richtig gemacht.
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Lia

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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lia am Do Aug 24, 2017 4:01 am

Anna lächelte und nickte. Sie würde ihm seine Würde lassen, auch wenn sie das nicht unbedingt als gut empfand, denn er wirkte sehr geschwächt. Anna saß neben ihm und achtete auf jede Kleinigkeit. Die Decke, die Lydia ihr gereicht hatte, hatte sie Lex um die Schultern gelegt. Er sollte nicht frieren. Der Arme war aber auch schlecht zurecht. Wenigstens weigerte er sich nicht, sich wieder hin zu legen. Anna blieb bei ihm und hielt wache. Es wurde immer ruhiger im lager. Baristans Stimme drang herein.
"Ja ... ich glaube es wäre nicht ratsam, wenn Lex in diesem Zustand reist. Schickt auch bitte einen Boten an meine Verwandten, damit sie sich nicht sorgen."
Anna klang traurig. Es machte ihr zu schaffen, das sie nicht mehr tun konnte, als alle paar Minuten die Wickel zu wechseln und zu hoffen, er würde nicht am Fieber sterben. Das Anna ihn niemals ehelichen würde, ahnte sie zu diesem Zeitpunkt nicht. Sie wusste das es nicht gerade große Aussichten darauf gab, aber sie hoffte noch immer, denn sie betrachtete Lex eher aus einer romantischen Perspektive. Nicht nur das er wahnsinnig schön war, sondern er beschützte sie und vielleicht rettete er sie auch mal aus einer gefährlichen Situation, so wie ein Held seine Angebetete zu retten pflegte. Manchmal schwelgte Anna schon in solchen Phantasien. Gerade auch jetzt, dachte sie daran, wie gut diese Situation in eine solche Geschichte passte, wenn gleich sie doch wusste, das es keine Geschichte war, sondern bittere und harte Realität.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lex am Do Aug 24, 2017 4:16 am

Wie hätte das arme Kind auch ahnen können, dass alles ganz anders laufen würde. Lydia nickte immer wieder weg und schließlich schlief auch sie ein. Lex hingegen blieb unruhig, aber wenigstens stabil. Die kühlenden Wickel taten ihm gut und letztlich kam der nächste Morgen mit langen schritten. Wenn sie glück hätten, würde der Heilkundige am Abend zur Stelle sein. Denn es war unwahrscheinlich, dass es einen magisch begabten Heiler in der nächsten Stadt gab.
Jetzt aber erwachte Lex jedenfalls erst mal mit einem Hustenanfall, der sich gewaschen hatte. Er drehte sich zur Seite und hielt sich die Hand vor den Mund. Es war… nun er brauchte dringend Hilfe, wie er grimmig feststellte. Er keuchte und schnappte nach Luft. Es war schmerzhaft und er wollte am liebsten sterben. Oder seine Lungen verschenken. Lydia wachte verschlafen auf und war hellwach. Sie kam zu Lex Lager und betrachtete ihn. Auch Anna war da und Lex sah die beiden Mädchen etwas überrumpelt an. Er schien nachzudenken und dann krächzte er: „Ach ja…“ Ihm schien wieder eingefallen zu sein, was los war und er sah wirklich scheiße aus. Er verzog erneut das Gesicht und unterdrückte einen neuen Hustenanfall zunächst erfolgreich, dann jedoch konnte er es irgendwann nicht mehr aushalten und er klang dabei so erbärmlich, dass er sich selbst leidtat. „Scheiße…“ sagte er und auch das war etwas, was er über die Jahre hinweg verlernen würde: Fluchen.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lia am Do Aug 24, 2017 4:36 am

Anna war die ganze Zeit wach, wechselte weiter hin die Wickel, selbst als Lydia eingeschlafen war, der sie auch eine Decke überlegte. Die Nacht war langsam um und auch im lager kam es wieder zu Bewegungen. Anna lächelte, als sie Lydia, die eben aufgewacht war, an sah. Auch Lex wachte auf, erlitt jedoch einen heftigen Hustenanfall. Der Arme. Anna legte ihm beruhigend die Hand auf den Rücken. Er wirkte so schrecklich gebrechlich. Was eine Krankheit selbst einem jungen Menschen, der so durchtrainiert und gläubig war, an tun konnte. Ob Halbblüter auch so krank werden konnten?
"Guten Morgen,"
meinte Anna, als sich alles ein wenig beruhigt hatte. Sie sah Lex an, das er versuchte das Husten zu unterdrücken.
"Vielleicht solltet ihr dem Husten freien Lauf lassen. Ich bin sicher, er wird euch Erleichterung bringen."
Sie hatte schon oft gehört, wenn Wachen husteten und etwas ausspuckten, was ihnen offenbar das Atmen erleichterte. ob sie allerdings richtig damit lag, wusste sie nicht. Sie fror ein wenig und sie war wirklich müde, aber sie wollte einfach nicht von Lex Seite weichen.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lex am Fr Aug 25, 2017 8:08 am

Würde er seinem Husten freien Lauf lassen, er würde vermutlich sterben, weil es sich so schmerzhaft anfühlte. Er konnte kaum klar denken. Baristan hatte in der Nacht einen Boten entsandt und nun hieß es warten.
Am späten Nachmittag geschah dann das Unglück das Lager wurde umstellt. Ein gutaussehender Mann trat vor den Eingang das Zeltes und stellte sich als Ryder vor. Er sagte, dass es wohl etwas sehr wichtiges in dem Zelt geben würde und erklärte, dass Baristan zur Seite treten sollte, wenn er denn nicht von seinen Kammeraden gezwungen werden sollte. Baristan wiedersprach und sie hörten, wie er niedergeschlagen wurde.
Lex schlief gerade im Fiebertraum und bekam gar nichts mit. Ryder betrat das Zelt und sah auf Lydia, die sich ihm mit einem Dolch entgegen stellte und ihn warnend ansah: „Keinen Schritt weiter!“
Sie bedrohte ihn förmlich und dann entwaffnete er sie. „Ihr seid eine Dame von hohem Stand, hm?“ Lex hatte inzwischen die Augen aufgemacht. „Und ihr? Ihr Verlobter?“ Lex wendete den Blick zu ihm und fragte leise: „Wer seid ihr?“
„Nun ich nehme an ich bin der, den ihr heute nicht so gern erwartet habt. Gibt bestimmt ein schönes Lösegeld.“ Er grinste süffisant und streckte die Hand aus. „Also kommt her, hübsches Fräulein.“ Lex richtete sich leicht auf und sah den Mann gequält an. „Das… könnte euch wohl so… passen.“ Sagte er atemlos und der Mann lächelte: „Du siehst nicht so aus, als würdest du es noch lange machen, Freundchen.“
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lia am Fr Aug 25, 2017 8:24 am

Anna war noch immer wach. Sie war Müde, aber wach. Sie sorgte auch weiterhin für Lex und hoffte, der Schlaf wäre gesundend. Leider wusste sie, ohne Heiler, wäre es schwer, dies hier in den Griff zu bekommen. Mehr als Warten konnten sie also nicht.
Am nachmittag gab es einen kleinen Aufruhr vor dem Zelt. Ein Mann namens Ryder trat ins Zelt, vor den Lydia direkt einen Dolch hielt, um Anna zu schützen. Leider wusste Anna eben so genau wie Lydia, das sie kaum aus dieser Miesere heraus kämen, gerade da Lex nun auch noch so schwer krank war.
"Nein! Lydia ... nimm den Dolch runter. Wir haben keinerlei Chance, wenn er Baristan schon erledigt hat."
Sie lauschte den Worten des Fremden.
"Ohne ihn, gehe ich nirgendwo hin. Er wird sterben, wenn er hier bleibt und gemeinsam sind wir sicher mehr Wert, als nur einer von uns! Und sie ... sie muss mir helfen."
Es war eigentlich nicht in Annas Sinn sich einfach kampflos zu ergeben, aber Lex brauchte Hilfe und sie ... wäre ohnehin nicht in der Lage sich gegen diesen Kerl da zu verteidigen.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lex am Fr Aug 25, 2017 9:21 am

Lex konnte nicht fassen, dass er von Banditen bedroht wurde. Er wollte eben protestieren, als Anna ihm zuvor kam. Ryder betrachtete die ganze Sache und schließlich sagte er: „So? Und wen habe ich vor mir? Etwa, die liebe Antonia Weißeiche? Lex richtete sich zur Gänze auf und sagte: „Du machst einen Fehler, Freundchen!“ Er streckte die Hand nach vorn und wollte wohl irgendwas Zaubern, als sich seine Augen weiteten und er erneut einen Hustenanfall bekam. Ryder sah auf ihn herab und wunderte sich.
„Du bist ganz schön frech oder einfach nur dumm? Bin mir da gerade nicht so sicher.“
„Er ist nicht dumm!“, maulte Lydia und Ryder lachte. Er sagte: „In meinem Zuhause habe ich eine Hexe. Sie könnte ihn gesund pflegen. Wir wollen ja niemanden umbringen, hm? Und eure netten Ritter können ja auch eigentlich schon mal die Lösegeldforderung überbringen, hm?“ Er wollte nach Annas Handgelenk fassen und griff ins Leere, Lex hatte Anna leicht zurückgezogen und war dabei aufgestanden. Sein Blut rauschte in seinen Ohren und seine Sicht war verschwommen. „Verzieh dich!“, drohte er nun finster und Ryder war überrascht.
„Oh? Na so was? Du kannst ja sogar noch stehen.“
„Ich kann noch viel mehr…“, krächzte er und warnte nicht noch einmal vor, als Ryder nun nämlich wieder nach Anna griff packte Lex ihn einfach und verdrehte das Handgelenk, so schnell, dass es knackte und beförderte ihm den Arm auf den Rücken. Ryder schrie auf und augenblicklich traten zwei seiner Leute ins Zelt. Lex sah die zwei wütend an und schien die Lage zu sondieren. Nun… Er hatte keine Wahl. Er packte die Waffe von Ryder und zog sie. Ryder stieß er nach vorn und der rief: „Der Scheißkerl, hat mir die Hand gebrochen!“
Lex schwankte und musste sich wieder fangen, einer der Männer wollte ihn scheinbar nieder schlagen, doch Lex ließ nur das Rapier durch die Luft zischen und sagte dann: „Du… verschwindest jetzt… mit deinen Männern!“ Der Angreifer hatte eine dicke Wunde im Gesicht und Lex unterdrückte den Husten. Er wollte nur seinen Frieden, warum musste das passieren, hm? Oh man… er war so im Eimer. Der zweite Angreifer näherte sich und schließlich begann Les Schwerthand auch noch zu zittern. Er ließ die Waffe ein kleines bisschen sinken und dann ging alles furchtbar schnell. Er musste husten und die Angreifer packten ihn links und rechts, während Ryder ihm nun so hart in den Bauch schlug, dass Lex sich beine erbrochen hätte. Er keuchte und stöhnte. Das Rapier fand auf seiner Brust Platz und Ryder funkelte ihn an. „Ich sollte dich einfach von deinem Leid erlösen…“
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lia am Fr Aug 25, 2017 9:54 am

Dieser unvernünftige Kerl. Wie konnte man denn nur so DUMM sein? Er war noch immer fiebrig, hatte ganz offensichtlich Schmerzen und konnte sich kaum auf den Beinen halten. Anna sah allerdings nur ihren ganz persönlichen Ritter, der sie gerade bis aufs Blut verteidigte. Das war mehr als einfach nur romantisch. So etwas erträumte sich jedes Mädchen, das einen Mann wie Lex bei sich hatte, oder träumte von eben solchen Männern. Als der Kerl Lex nun so hart in den Bauch schlug, schob sie sich vor ihn.
"AUFHÖREN! Er ist krank und er will mich doch nur beschützen! Für ihn bekommt ihr ein eben so hohes Lösegeld, wie für mich! Bitte! Lebend sind wir beide mehr Wert, als tot!"
Sie sah flehend zu den Männern, versuchte Lex zu schützen, doch eher wie die Heldin, die sie gern sein wollte, als die Dame, die nicht begriff, in welchem Schlamassel sie gerade steckte.
"Wir gehen mit! Wenn eure Hexe ihn heilen kann, werdet ihr es sicher nicht bereuen!"
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lex am Fr Aug 25, 2017 10:10 am

„Mylady…“, krächzte Lex. Er sah auf und seine Lider waren bläulich und seine Augen gerötet von. Er keuchte und das verräterische Rasseln in seiner Lunge war nicht gut. Seine Knie wollten nachgeben und er konnte sich nur mit Mühe wieder aufrichten.
„Wieso? Wer ist er?“ Er schob Anna zur Seite, packte Lex Kinn und zwang ihn, ihn anzusehen. „Wer bist du, hm?“ Lex wollte in Ohnmacht fallen, es ging ihm wirklich schlecht. Ryder versuchte zu verstehen was er sagte, doch Lex sprach sehr leise. „Hm?“
„… Licht… deine… Ganz…“ Ryder legte den Kopf schräg und dann ging ein zartes Leuchten von Lex‘ Stirn aus. Ryder machte einen Satz zurück. Und Lex streckte die Hand nach vorne. Das Zimmer wurde von göttlichem Licht geflutet und die drei Angreifer schrien auf. Sie ließen ihn los. Lex torkelte zurück er stolperte zu seinem Schwert und wehrte die nächstbeste Klinge ab. Er schlug seine Faust mit ungeahnter Kraft nach vorne ins Gesicht, desjenigen, der reingekommen war und nahm Anna an die Hand. Es mochte sehr seltsam aussehen, wie er da halb nackt und nur mit seinem Schwert herum lief. Er ging geradewegs zur Kutsche und wehrte beinahe im Vorbei gehen, die Hiebe der Banditen ab. Nur noch ein Stück nur noch ein kleines… Stück. Lex‘ Knie gaben einfach nach und er schlug der Länge nach hin. Es war wohl Glück, dass er sein Schwert gerade noch rechtzeitig von sich streckte, um nicht hinein zu fallen.
Er sagte leise: „Flieht…“ Er meinte Lydia und Anna, denn die Pferde waren angespannt.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lia am Fr Aug 25, 2017 10:18 am

"Er ist ein Kriegsmagier und er ist mein Verlobter, wie ihr eben schon selbst fest stellen durftet. Wenn ihr ihn tötet, werde ich mir ebenfalls das Leben nehmen und ihr bekommt gar nichts!"
log Anna ihnen Rotzfrech ins Gesicht. Lex handelte, trotz seiner wirklich sehr schlechten Verfassung.Wie konnte er denn nur so dumm sein. Anna war viel zu erschrocken, als das sie sich gegen Lex wehrte. Er zog sie mit sich heraus und Lydia folgte eben so schnell, während die anderen Männer drinnen geblendet waren. Sie rannten zur Kutsche, doch Lex fiel und trotz seiner Aufforderung, blieb Anna zurück und versuchte ihn hoch zu ziehen.
"Nein! Ohne euch gehen wir nirgends hin!"
Sie versuchte verzweifelt ihn mit Lydias Hilfe auf die Beine zu ziehen, doch Lex Krankheit, die Lungenentzündung, war viel zu schwerwiegend. Es würde sie nicht einmal wundern, wenn der Tod nicht schon neben ihm stünde und wartete, das die letzten Sandkörner durch seine Sanduhr flossen.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lex am Fr Aug 25, 2017 10:30 am

Ja. Das wäre bestimmt eine lustige Vorstellung gewesen, wie der Tod da auf seine Sense gestützt nur darauf wartete endlich zuhauen zu dürfen. Lex wurde von den beiden Damen wieder nach oben gezogen und er wollte gern in die Kutsche. Als die beiden Damen feststellten, dass er irgendwie von etwas nach vorne gedrückt wurde. Sie hörten einen Schmerzenslaut und Lex taumelte gegen die Tür der Kutsche, weshalb sie nun nicht mehr ohne weiteres zu öffnen war.
Der Grund für sein nach vorne Stolpern, war ein Pfeil, der auf ihn abgefeuert worden war. Er steckte in seinem unteren Rücken Lex rutschte an der Kutshce herab und schließlich gingen ihm doch endlich die Lichter aus.

Das nächste Mal, als er erwachte. Schaute er an eine Kutschendecke, die aber nicht die seine war. Er war an den Händen gefesselt und hatte einen Knabel im Mund. Die Wunde in seinem Rücken tat furchtbar weh. Ebenso wie seine Lunge. Wo waren sie dann bitte? Auf dem Weg in ein Lager?
Jemand trat ihm leicht gegen die Wade: „Wieder wach?“ Es war Ryder, der ihn mit unverhohlenem Zorn ansah.
„Ich werde dich zusammen flicken. Obwohl du mich ganz schön geärgert hast, Bürschchen… Und dann werde ich dich zu einem Hohen Preis verkaufen. Vielleicht auch einfach auf dem Schwarzmarkt im Unterreich.“
Das Gesicht Ryders war verbrannt auch seine Hände und seine Augen sahen wirklich schlimm aber zumindest nicht blind aus. Er kam näher und drückte mit dem Finger auf die Schusswunde, wo man den Pfeil abgebrochen hatte. Lex stöhnte und konnte nicht antworten. Er schloss die Augen wieder und ergab sich seinem Schicksal.
Dann kamen sie in dem Unterschlupf an. Die Frauen wurden sehr gut behandelt, aber Lex wurde einfach gepackt und hinterher gezerrt. Er konnte kaum gehen und wurde deshalb halb getragen. Man brachte ihn in die Höhle zu der Hexe. Lydia und Anna durften zunächst nur zusehen, wie das geschah und wurden in einen Käfig gesperrt. Lydia weinte von ihrem Käfig konnten sie nun jedoch sehen, was man Lex antun würde oder eben wie man ihn heilen würde.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lia am Fr Aug 25, 2017 11:37 am

"NEIN!" Schrie Anna, ehe sie schon von einem Mann gepackt und in die Kutsche verfrachtet wurde. Sie musste mit an sehen, wie sie Lex den Pfeil im Rücken ab brachen und ihn einfach in die Kutsche packten, wo Ryder schon mit Anna und Lydia saß. Anna war ganz verängstigt und konnte diesen Kerl ihr Gegenüber nicht mal ansehen. Als Lex kurz die Augen öffnete, wurde Ryder auch schon wieder unverschämt.
"Bitte nicht,"
hauchte Anna. Sie hoffte inständig, das man Lex nicht doch irgend etwas an tat, damit er blieb und nicht einfach fort lief. Lex versank wieder in die Arme der Besinnungslosigkeit. Irgendwann kamen sie schließlich einmal an Ryders Ziel an. Es war schwer zu sagen, wo sie waren und auch ob Ryder der Anführer war. Man brachte die Damen in Käfigen unter, wie Hunde, doch das war Anna egal. Sie sah Lex nach, wie sie ihn weg schliffen. Wenigstens könnten sie sehen, was man Lex an tat.

Wie lange man die junge Frau hier schon gefangen hielt, vermochte Lia nicht zu sagen. Nicht einmal alle Mondphasen hatte sie bestimmen können. Man hielt sie hier sicher verwahrt. Ein Entkommen wäre ihr nur möglich, wenn sie alle hier ausschalten könnte, doch die Banditen hier waren schlau genug, sie nicht ans Essen heran zu lassen oder an Tee. Tränke wurden nur genommen, wenn es sich nicht anders vermeiden ließ. Zaubersprüche kannte Lia schon, doch waren diese Anders, als die der Ordensritter. Leider waren sie nicht gerade tauglich, um viele Leute in Schlaf zu versetzen. Sie verließ sich einzig auf die Kräfte der Natur, ohne ihnen etwas auf zu drängen. Lia war nicht die Frau, die so dumm wäre, sich ein zu bilden, sie könne gegen diese Männer allein ankommen und so fristete sie ihr Dasein, als persönliche Heilerin der Banditen dieser Gegend. Sie konnte hören, wie eine Kutsche heran fuhr. Natürlich brachten sie beute mit, aber dieses Mal wohl lebende Beute. Sie hielten sich vermutlich für die Krone des Banditentums, doch Lia sah in ihnen nur raffgierige Männer, die lieber raubten und mordeten, als sich ihr Geld zu verdienen. Man brachte ihr einen verletzten und äußerst kranken jungen Mann, den sie ihr direkt auf einen Tisch legten.
"Was habt ihr getan? GEHT! ALLE!" Sie sah sich sofort die Wunde an. Der Pfeil müsste da raus, aber der junge Mann war viel zu geschwächt, als das sie ihn einfach so entfernen könnte. Das Risiko war einfach viel zu groß ihn zu verlieren, doch anders herum ... Er würde sterben, wenn der Pfeil länger als nötig in seinem Rücken steckte. Wenigstens hatte man die Lunge nicht erwischt. Lia schob sein Haar auf eine Seite seiner Schultern, um den Rücken frei zu haben. Das Rasseln in der Lunge war nicht zu überhören. Er war sehr sehr krank und wenn er nicht sofort Heilung erfuhr. Lia sprach einige unverständliche Worte, als sie eine Salbe auf der Haut um den abgebrochenen Pfeil verteilte. Das würde die Stelle etwas betäuben. Ein Messer würde ihr helfen, die Pfeilspitze aus dem Rücken zu holen. Vorsichtig schnitt sie in das zarte Fleisch. Es blutete nicht einmal sonderlich, als sie den Pfeil heraus zog und sofort begann alles zu verarzten. Den Pfeil warf sie ins Feuer. Er sollte den Wundbrand gleich mit sich nehmen. Lia versorgte die Wunde nach bestem Wissen und Gewissen. Als sie fertig war, nahm sie einen Becher Wasser aus einem Topf, der über dem Feuer in der Höhle hing. Sie streute Lungenkraut hinein. Es musste ihm schnell besser gehen, sonst wäre es um ihn geschehen. Es wäre nicht angenehm für ihn, einfach so auf dem Rücken zu liegen, aber sie musste das Gebräu in ihn hinein kriegen. Es waren noch andere Kräuter mit dabei, die ihm helfen würden, seine Lunge und seinen Körper wieder genesen zu lassen. Lia ging ganz sanft mit Lex um. Vorsichtig rieb sie ihn ein, als sie es geschafft hatte, ihm ein paar Schluck des Heiltranks in ihn hinein zu kriegen. Anschließend legte sie ihn wieder auf den Bauch, deckte ihn mit einer dicken Decke zu und ließ ihn schlafen, während sie neben ihm saß und etwas nähte.

Anna sah der ganzen Prozedur zu. Sie versuchte Lydia ein wenig zu trösten, kochte jedoch nahezu innerlich vor Wut, als sie die Hexe sah. Nicht nur das sie wirklich hübsch war, sie war auch noch jung und am schlimmsten ... sie begrabschte ANNAS Lex!!! Das konnte doch wohl nicht wahr sein. SIE, Anna, sollte da stehen und sich um ihn kümmern und nicht diese ... diese Frau. Wenn Lex auch nur ein Haar krümmen würde ... wenn er ihr unter den Händen weg sterben würde ... Hexe hin oder her, Anna würde sie in der Luft zerreißen.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lex am Fr Aug 25, 2017 12:02 pm

Lex wurde auf einen Tisch gehievt, wo sich auch gleich jemand an ihm zu schaffen machte. Nicht jemand, sondern eine Frau. Lex hatte die Augen halb geöffnet und seine Lippen zeigten, dass er Blut im Mund gehabt hatte. Er war so erschöpft und geschwächt, dass er sich kaum bewegte und als er auf den Tisch gelegt wurde, krümmte er sich leicht und versuchte nicht erneut zu husten.
Die Frau, die die Banditen anfuhr, kümmerte sich sofort. Sie schmierte ihm Betäubende Salbe auf den Rücken, doch der Pfeil steckte tief und musste heraus. Denn schnitt in seine Haut bemerkte er gar nicht, aber dann, als sie das Ding heraus zog. Hielt er die Luft an, verschluckte sich und hustete matt. Er stöhnte und gab schmerzlaute von sich, aber nur leise.
Lydia starb während dessen tausend Tode. Kannte diese Frau kein Mitleid?! Was tat sie ihm denn nur an?! Sie hatten ihm gütiger Weise den Knebel entfernt, aber die Hände waren immer noch gefesselt. Es war unangenehm auf dem Bauch zu liegen, und als er nun umgedreht wurde sah er in das Gesicht der Ärztin. Sie war wunderschön, aber Lex wusste nicht, wie viel er sich im halben Delirium einbildete. Sie hielt ihm irgendein Gebräu hin und half ihm sich aufzurichten, damit er trinken konnte. Ihre kühlen Finger auf seiner heißen fiebrigen Haut, waren elektrisierend. Aber eigentlich nahm er es kaum wahr. Er wollte nur, dass das alles aufhörte. Wie hatte es nur so weit kommen können? Was war er denn bitte für ein Beschützer? Er lag totkrank auf einem Tisch in einem Banditenlager. Sein Blick ging zu Anna und Lydia, die ihn ansahen. Dieser Ryder stand weiter hinten und erteilte Anweisungen. Er schmierte sich Brandsalbe auf die Haut und Lex dachte sich grimmig, dass es ihm recht geschah nun für immer gezeichnet zu sein. Er wurde abgelegt und die Hexe schmierte etwas auf seine Brust. Es fühlte sich gut an, wie sie es langsam einmassierte. Aber an sich fühlte er sich natürlich schrecklich. Er schloss die Augen und sagte ganz leise: „Danke…“ Dann schwanden ihm erneut die Sinne und er fiel in einen tiefen unruhigen Schlaf.

Erst am nächsten Tag wachte Lex wieder auf. Die Atmung war immer noch flach, aber die Blaufärbung seiner Lippen war etwas zurückgegangen. Das Fieber war etwas gesunken, aber das Atmen fiel immer noch schwer. Die Pfeilwunde schmerzte zwar, heilte aber. Lex war in der Nach an sein „Bett“ gefesselt worden und Ryder sah nach ihm. Auch Lia hatte die ganze Nacht gewacht, während die beiden Damen irgendwann eingeschlafen waren.
„Ich sehe, du bist noch nicht tot, hm?“ Lex sah ihn müde und kaputt an, sagte aber nichts. „Anna hat keinen Verlobten. Wer bist du?“ Lex sah ihn nur weiterhin trotzig an. „Du hast Magie gewirkt. Du BIST etwas Wertvolles, hm?“ Er sah zu Lia und sein schmieriges Grinsen wurde nun zu einem harten Ausdruck. „Sieh zu, dass er durchkommt. Aber pass auf, er ist trickreich!“ Er nahm den Knebel und stopfte ihn in Lex Mund. Zum Glück hatte er nicht auch noch schnupfen, sodass er normal weiter atmen konnte. „Lass ihn dran, bis du ihm Gebräu einflößen musst. Ich will nicht, dass er uns noch mal so überrascht.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lia am Fr Aug 25, 2017 8:53 pm

Wann immer Lex seinen Blick halbwegs auf Lia richtete, lächelte sie ihm beruhigend zu. Sie wusste wohl, was sie tat und sie hatte vor allem sehr wohl Mitleid, wusste aber auch, wenn sie nicht schnell handelte, würde er nicht durch kommen. Auch als er sich bedankte, lächelte sie nur und strich ihm sanft über die Wange. Die ganze Zeit blieb sie bei ihm. Das Gebräu enthielt alle Kräuter, die den Körper dazu brachten, die Lungenentzündung und das Fieber aus dem Leib zu treiben. Wohlwollend beobachtete sie, wie die Färbung auf den Lippen langsam zurück ging. Einige der Männer waren gekommen um Lex auf einem bett fest zu binden. Es war sicher schwer für ihn, so zu schlafen. Er musste Schmerzen haben beim Atmen und der Knebel war alles andere als förderlich.
Lia saß gerade bei Lex, als Ryder herein kam. Sein gesicht war verbrannt udn sie wusste, das war kein einfacher Feuerzauber gewesen. Eigentlich hätte sie sich sehr weit von diesem jungen Mann auf dem Bett fern halten sollen, aber ihr Herz erlaubte es ihr einfach nicht, einen so schwer kranken Mann ab zu weisen. Ryder erntete nur einen wütenden Blick von Lia. Der junge Mann war erwacht. Sofort fühlte sie mit der Hand seine Temperatur. Sie war gesunken, wie sie es sich erhoft hatte. Ryder musste natürlich wieder großkotzig werden und ihm einen Knebel verpassen.
"NEIN! Er hat eine Lungenentzündung und wenn du ihn gesund haben willst, wirst du eine Weile auf den Knebel verzichten müssen. Wenne r hustet, könnte er ersticken!"
gab Lia sehr streng und nicht gerade begeistert wieder und zog den Knebel heraus.
"Er wird keine Tricks versuchen, wenn ihm sein Leben lieb ist. Schließlich wird er seine Kräfte nicht gleich wieder finden, egal, was er ist."
Sie wich nicht von Lex Seite. Sie war die, die ihn behandelte und sie entschied, was für ihn das Beste war.

Lydia war völlig fertig gewesen. Anna war selber am Boden zerstört und hoffte auf ein Wunder. Sie hätte diese frau da drüben gern erdolcht, denn sie war Lex so nahe und wie es in Märchen nun mal so war, verliebte sich der Heöd für gewöhnlich nicht in die, die es sich wünschte. Rasende Eifersucht machte sich bei Anna bemerkbar. Es wurde erst etwas besser, als diese Frau von Lex ab ließ, doch da war immernoch das Wissen, was sie getan hatte und wie grob sie mit Lex um gegangen war. Irgendwann hatte sie sich mit Lydia zusammen gekuschelt und schlief ein.
Am nächsten Morgen wurde sie durch das Lachen einiger Männer wach. Sie sah sich um. Hier konnte sie sich nicht mal um ziehen, geschweige denn divese Geschäfte erledigen. Der Käfig diente nicht egrade zum Schutz der beiden und würde sich auch nicht so leicht öffnen lassen. Lex. Sie sah direkt zur Höhle, wo Ryder eben hinein gegangen war. Lex konnte sie jetzt nicht sehen, aber sie sah, wohin Ryder ging und sie hörte deutlich, wie die Frau da drin schimpfte. Die hatte ja wohl nerven.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lex am Sa Aug 26, 2017 4:54 am

Hätte Lex gewusst, wie eifersüchtig Anna in diesem Moment war, es hätte ihn gefreut. Aber er hatte eben auch genug damit zu tun, sich irgendwie zu regenerieren. Die Hexe protestierte über den Knebel und Lex war es alles irgendwie egal, aber es stimmt, wenn er einen Hustenanfall bekäme, könnte es schon haarig werden. Ryder funkelte Lia an und sagte laut: „Du tust, was ich dir sage, Hexe!“ Er gab ihr eine saftige Ohrfeige und stopfte Lex den Knebel wieder in den Mund. Er stöhnte protestierend, aber da er gefesselt war, konnte er auch gar nicht anders, als es geschehen zu lassen. Er schloss die Augen halb und Laute verließen seine Kehle, aber natürlich ergaben sie keine Worte.
Ryder packte Lia am Kiefer und sah sie zornig an. „ER hat mir das hier…“ er deutete auf sein Gesicht, „angetan! Und bevor er wieder irgendwelchen faulen Zauber spricht, lasse ich ihn lieber ersticken, verstehst du?“ Er ließ sie los und fügte an: „Also finde - dich damit - ab!“ Das musste sie wohl, denn sie wusste, dass diesbezüglich nun nicht mehr mit Ryder zu spaßen. Er beugte sich über Lex, der die Augen etwas weiter aufmachte und sagte: „Sei froh, dass du lebend mehr wert bist, Magier…“
Lex Augen weiteten sich leicht. Hatte er ihn gerade Magier genannt? Der Vollidiot hatte nicht bemerkt, dass er ein Ordensmitglied ist? Ha! Dann sollte er mal Lösegeld fordern… wobei… Wenn Alram erfuhr, dass das hier geschehen war, er würde ihn einen Kopf kürzer machen. Lex rutschte leicht hin und her und spürte die Wunde wieder. Er stöhnte und hustete. Der Knebel hielt und es war anstrengend nicht zu ersticken, aber letztlich beruhigte sich Lex wieder.
Ryder sah mitleidlos auf ihn herab. „Vielleicht verunziere ich dich vorher auch noch ein wenig, so wie du mich entstellt hast.“ Lex schloss die Augen und als er sie das nächste Mal öffnete funkelten sie zornig und voller Lebenskraft. Er konnte nichts sagen, aber dieser Blick an sich war schon einschüchternd. Ryder verließ die beiden und ging zu Anna und Lydia. Die Zofe reckte das Kinn empor und sagte: „Was habt ihr ihm angetan?“
„Angetan? Ich mache ihn gesund, Teuerste. Ich nehme an auf deinen Kopf gibt es keine allzu hohe Belohnung?“ Lydia schien das auch bewusst zu werden und sie wich einen Schritt zurück. „Dachte ich mir.“ Gerade brachte ein anderer Räuber irgend ein matschiges Essen und Ryder sagte: „So lange ihr euch benehmt, werde ich eurem teuren Verlobten kein Haar krümmen, Lady Anna… Und auch eurer Zofe soll nichts geschehen.“ Er grinste ekelhaft und drehte sich um.

Lex hingegen musterte gerade Lia bedauernd. Ryder hatte sie Geschlagen, weil sie ihm hatte helfen wollen. Er bewegte seine Arme Leicht. Sie waren mit Seilen festgebunden. Er ließ es wieder bleiben und gab einen Schmerzlaut von sich, als er sich ungünstig auf die Pfeilwunde legte. Er zuckte leicht zusammen und schloss die Augen. Er hatte sich in eine ganz schöne Scheiße reinmanövriert…
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lia am Sa Aug 26, 2017 5:27 am

Lia wäre fast, durch die Wucht des Schlages, gestürzt, doch eben auch nur fast. Sie stand da, hielt sich die Wange und funkelte Ryder böse an. Wie gern hätte sie ihm gesagt, er sei es selber Schuld, wenn er nicht wusste, mit wem er sich anlegte oder das es ihm Recht geschah, doch sie presste statt dessen nur die Lippen zusammen und versuchte den Schmerz zu ignorieren, der ihr die Tränen in die Augen trieb. Sein Standpunkt war klar. Das sich Ryder selbst widersprach, schien er nicht zu merken. Auf der einen Seite wollte er also das Lösegeld für den Mann, auf der Anderen, wollte er ihn lieber sterben lassen. Lia hatte einen Entschluss gefasst. Sie würde sich nicht mehr lange von Ryder herum kommandieren lassen. Er hatte lang genug ihre Kräfte ausgenutzt, hatte oft genug Menschen verletzt und sie betrogen. Lia würde nicht zulassen, das Ryder diesen armen jungen Ordensritter verletzte und sie würde auch nicht zulassen, das die beiden Gefangenen ein schreckliches Schicksal erleiden würden. Ryder war kein Ehrenmann. Da wo er Geld witterte, holte er es sich und warum sollte er nicht doppelt kassieren, wenn er die Möglichkeit hatte? Zweifellos würde er die beiden Damen verkaufen, wenn er das Lösegeld für sie bekommen hatte. Lia traute Ryder alles zu. Als er gegangen war, zog sie Lex den Knebel heraus.
"Ich muss ihn wieder anlegen, wenn jemand kommt, aber so lange sollt ihr frei atmen können,"
flüsterte Lia jungen Mann zu. Ihre Wange war ganz Rot und sie würde wohl blau werden, aber damit kam Lia zurecht.
"Macht euch keine Sorgen. Ihr könnt nichts dafür und in eurem Zustand, wäre auch eure Magie nicht ratsam."
Sacht legte sie ihren Finger auf ihre Lippen. Selbst Flüstern konnte anstrengend sein und Lex, brauchte alle Kräfte, die er aufbringen konnte, um zu genesen. Ein Becher mit dem Gebräu stand direkt neben Lia, für den Fall, das jemand herein käme.
"Ich bitte euch vernünftig zu sein und euch möglichst lange so zu geben, als seid ihr sehr krank. Nur so habt ihr eine Chance, ihnen bald eure Begleitung zu entreißen und zu fliehen."
Lia sah hinaus. Aus diesem Blickwinkel sah sie den Käfig nicht, aber sie konnte sehen, wie weit der Morgen fortgeschritten war.

Anna sah auf, als Ryder an kam. Er hatte doch wirklich die Frechheit mit Kellen gefressen. Der Kerl, der da mit er Pampe an kam, konnte sich das Zeug sonst wo hin schmieren. Das da, würde sie sicher nicht anrühren. Lydia schien klar zu werden, das ihr ein schlimmeres Schicksal bevor stehen könnte, wenn sie nicht spurte, doch Anna sah das irgendwie alles anders.
"Wenn ihr meiner Zofe oder mir auch nur ein Haar krümmt, wird mein Vater euch bis in alle Ewigkeit jagen. Lasst sie in Ruhe! Und sollte meinem Magier etwas geschehen, wird es euch eben so schlecht ergehen, wie ihm!"
Immerhin war sie nicht so dumm, ihm auf die Nase zu binden, was Lex wirklich war. Das "Essen" ignorierte sie völlig. Sicher, wie würde früher oder später hunger bekommen, doch so lange es sich vermeiden ließ, würde sie dieses ekelhafte Zeug da nicht anrühren.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lex am Sa Aug 26, 2017 5:52 am

Lex wunderte es nicht, dass sie ihm den Knebel gleich wieder entfernte, als sie mit ihm alleine war. Er sah sie erst noch einen Moment an, als sie auch schon mit ihm sprach. Lex empfand ihre Stimme als sehr angenehm und er empfand ihre Berührungen ebenfalls angenehm, an die er sich nun etwas besser erinnerte, als in der Nacht, wo er noch halb vernebelt war. Sie war wirklich eine liebe Seele… Sobald er mit Anna fliehen würde… würde er sie mitnehmen. Sie war hier ebenso eine Gefangene, wie er, so schien es ihm. Er kannte nicht mal ihren Namen, aber sie kannte seinen ja auch nicht. Er fragte sich, ob sein Vater schon bescheid wusste, sie waren ja nur ein paar Tage fort gewesen und ein schneller Reiter könnte schnell vor Ort sein. Lex fiel es schwer zu denken und Lia mahnte zur Ruhe, indem sie ihren Finger auf ihre Lippen legte. Ein lächeln huschte über sein Gesicht, als er die Augen schloss und nur die Lippen bewegte: Danke
Für alles und nicht nur den Knebel. Dass er sich bereits bedankt hatte, hatte er wohl vergessen.

Ryder und sein Gefolge ließen die Gefangenen weitest gehend in Frieden und am dritten Tag, an dem Lex nun auf dem unbequemsten Bett aller Zeiten gelegen hatte, wechselte Lia gerade wieder den Verband. Zumindest hatte sie Ryder gesagt, dass der „Magier“ sich nicht aufsetzen könne, wenn er gefesselt war. Also überwachten nun drei Leute den Mann während Lia die Verbände wechselte. Lex stöhnte durch den Knebel hindurch und es war auch ersichtlich, dass die Wunde nicht sehr gut heilte, aber sich zumindest nicht entzündete oder anders schlimmer wurde. Das lag wohl vor allem an der Lungenentzündung, da sich sein Körper gegen so vieles wehren musste. Lex selbst fühlte sich viel besser. Das Fieber war fast gänzlich zurückgegangen und das Rasseln in der Lunge war auch weg. Er war trotzdem noch immer kurzatmig und der Reizhusten war auch noch da. Es schmerzte zwar noch, aber Lex war deutlich auf dem Weg der Besserung. Dennoch hatte er die ganze Zeit so getan, als ginge es ihm nicht besser, damit dieser Mistkerl glaubte, dass er noch immer schwer krank war.
„Was ist los mit ihm? Warum wird er nicht gesund? Hat dich deine Begabung verlassen oder was?“ Lia selbst wusste sehr wohl, dass der junge Mann schon längst nicht mehr so schwach und krank war, wie er vorgab.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lia am Sa Aug 26, 2017 6:06 am

Lia sorgte sich gut um ihren Patienten. Das die Wunde am Rücken nicht so heilen wollte, lag nicht zuletzt auch daran, WIE er lag. Er hätte besser auf der Seite gelegen, denn dann wäre es immer noch möglich gewesen, ihm das Heilmittel zu verabreichen und die Wunde auch des öfteren an die Luft zu lassen, doch so weit dachte ein Bandit eben nicht. Eben wechselte sie die Verbände erneut. Die Wunde musste erneut gereinigt werden und letztlich schmierte sie erneut Salbe auf die Wunde und drum herum.
"Sein Körper ist stark geschwächt. Ihr musstet ihm ja unbedingt auch noch einen Pfeil in die Rippen jagen. Sein Körper muss nicht nur gegen die Lungenentzündung kämpfen, sondern muss zur gleichen Zeit auch diese Wunde heilen und eventuelle Wundbrände bekämpfen. Was glaubt ihr, wie schnell er sich in drei Tagen erholen soll?"
Sie log damit ja nicht einmal, auch wenn sie längst wusste, das es dem jungen Mann deutlich besser ging. Sie legte den Verband erneut an, funkelte die Banditen finster an. Sie würde nicht auf schwarze Magie zurück greifen, denn das würde ihrer Überzeugung widersprechen. Es wäre so leicht, doch Lia würde sich nie auf die dunkle Seite der Magie einlassen.
"Ihr müsst ihn anders fesseln. Er muss auf der Seite liegen können, oder sich wenigstens auch mal umdrehen, sonst dauert seine Heilung nur noch länger. Außerdem muss ich ihm regelmäßig seinen Trank geben können."
Sie wusste genau, Ryder hatte eine Mordsangst vor der Magie des jungen Mannes. Er würde ihm nicht mehr Bewegungsfreiheit einräumen, als es unbedingt nötig wäre. Denn noch ... er wollte Geld und da er für die Heilung des jungen Mannes kein Geld ausgeben musste, würde er vielleicht einlenken. Noch eine Ohrfeige wollte sie sicher nicht riskieren. Ihre Wange war blau vom letzten Mal, aber sie behandelte sie auch nicht. Sollte ruhig jeder sehen, wie brutal Ryder sein konnte. Abgesehen davon, würde sie ihm nicht die Genugtuung geben, für jeden lauen Fleck noch wegen Salben angerannt zu kommen.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lex am Sa Aug 26, 2017 6:33 am

Oh ja, Ryder hatte Angst und das zu Recht. Lex wartete eigentlich nur auf den richtigen Moment und dieser schien ihm gerade mehr als greifbar. Ein kleiner Fehler seitens Ryders und es wäre vorbei. Lex sah Lia nun kurz direkt in die Augen, als sie den Verband verknotete. Sie würde ihm das Mittel geben müssen und dabei den Knebel entfernen und Ryder würde gar nicht wissen, wie ihm geschah. Neben ihm standen links und rechts noch zwei Schergen des Banditenanführers und Lex traute sich zu, schnell genug zu sein. Ein kaum merkliches Nicken von Lex und schließlich wollte Lia nach dem Knebel greifen. Ryder jedoch packte ihre Hand. „Ah, ah.“ Er sah Lex dabei an. „Erst fesseln wir ihn wieder. So lange es nicht schlimmer wird ist auf dem Rücken liegen, gut genug.“ Lex sah Ryder in die Augen und ließ sich fesseln. Dann durfte Lia den Knebel entfernen, doch anstatt ich mit dem Trank versorgen zu lassen, sagte Lex nur: „Ihr wolltet wissen, wer ich bin.“ Ryder sah ihn forschend an und sagte: „Oho? Dir geht’s wohl doch besser, hm? Aber jeder weiß, dass Magie nur mit Worten und Gesten durchgeführt werden kann.“ Also wenn du glaubst, mich einschüchtern zu können… nur zu: Sag mir wer du bist.“ Er lächelte überheblich. Lex lächelte nun ebenfalls, schloss die Augen und sagte: „Ich bin Lex Renoir und für dich ist die Zeit gekommen zu bereuen, Abschaum!“ Seine Hände leuchteten, Ryder wich zurück, aber zu spät. Die Seile seiner Fesseln wurden buchstäblich zerfetzt und Lex sprang Ryder direkt an. Er presste ihm die Hand aufs Gesicht und sagte: „Brenne…“ Und das tat er. Ryders Gesicht wurde noch mehr verbrannt, als es eh schon war und die beiden Schergen wurden von Lex aufgehalten indem er die freie Hand zu ihnen streckte und befahl: „Auf die Knie!“ Sie gehorchten völlig verdattert und während Ryder herzhaft aufschrie und sich die Hände vors Gesicht hielt sprang Lex wieder auf und zog das Rapier von Ryder erneut aus dessen Gürtel. Er schlug die beiden Wachen bewusstlos und stand dann vor Ryder, der offensichtlich blind war, denn die Augäpfel waren förmlich gekocht.
„Ich bin ein vom Vater gesegneter Ritter des Hohen Ordens und du wirst für deine Sünden büßen!“ Er ging einfach in die größere Höhle, wobei er Lia an die Hand nahm und mit sich zog, während Ryder schrie: „Tötet sie! Tötet sie alle!“
Lex ging zum Käfig und zerschmetterte das Schloss mittels Magie und dem Rapier. Dann streckte er die leuchtende Hand den anderen entgegen. „Wagt es! Stellt euch gegen unseren verehrten Vater und macht euch schuldig, seinen Diener zu verletzen!“ Die Banditen sahen sich ratlos an und Lex bewegte sich zusammen mit den drei Frauen Richtung Höhleneingang. Er spürte die Schwäche mit einem Hammerschlag zurückkehren und musste sich schwer zusammenreißen. Doch schließlich erreichten sie den Höhlenausgang und Lex legte zwei weitere Banditen lahm. Dann band er zwei Pferde los und stieg auf. Er streckte die Hand zu Anna aus und zog sie zu sich aufs Pferd. Er traute Lia zu, das andere zu reiten, und Lydia mit auf den Gaul zu nehmen. Dann preschten sie davon. Lex hatte Anna vor sich genommen und sie musste sich an ihn schmiegen, um nicht zu fallen, während er links und rechts von ihrem Körper die Zügel hielt. Sein Körper war warm und sie hörte, wie schwer er atmete, aber jetzt war es wichtig erst mal zu entkommen.
Lex befand, dass es eine scheiß Idee war, jetzt schon zu fliehen, aber er hatte sich eigentlich stark genug gefühlt. Das Pferd wurde Langsamer und Lex lehnte halb auf Anna drauf, als sie ihr altes verlassenes Lager gefunden hatten. Er stöhnte und seine Sicht verschwamm. Schließlich hielt das Pferd an und Lex versuchte abzusteigen, half Anna zuvor jedoch herunter. Dann, als er abstieg, blieb er im Steigbügel hängen und klatschte auf den Boden, wo er überrascht aufschrie. Aber nur kurz und nicht sehr laut. Er stöhnte. Sein Verband war blutgetränkt und er atmete stoßweise. Sie durften hier nicht bleiben. Was wenn die Banditen zurück kamen? Er versuchte sich halbherzig zu befreien, schaffte es aber irgendwie nicht.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lia am Sa Aug 26, 2017 7:34 am

Natürlich ... es war Ryder egal. Lia sah wohl, was der junge Mann vor hatte. Es war viel zu früh, aber er schien ein echter Sturkopf zu sein. Ihr Blick sagte deutlich nein, aber Lex nahm es gar nicht wahr. Er tat, was er für richtig hielt. Sie lauschte seinen Worten. Lex Renoir ... Der Name Renoir sagte ihr deutlich etwas. Als Lex nun zum Angriff über ging, wurde ihr klar, das er ein Ordensritter war. Ein ORDENSRITTER! In diesem Moment spielte es keine Rolle, denn er packte Lia bei der Hand und zog sie mit sich. Natürlich merkte sie, das es nicht wirklich gut lief, aber der Ritter schaffte es, sie alle vier aus der Höhle zu befreien. Eine solche Macht, hatte sie bisher nie gesehen. Lex griff das junge Mädchen un zog es zu sich hoch. Lia nahm das andere Pferd, schwang sich auf dessen Rücken und zog die andere Frau mit herauf, ehe sie einfach los galoppierte, Lex nach. Er musste die Frauen beide in Sicherheit bringen. Lia könnte dann noch immer fliehen. Es sollte anders kommen. Lia sah deutlich, wie Lex immer mehr in sich zusammen sackte. Er hatte die ganze gesammelte Kraft gebraucht, um sie aus dieser verdammten Misere zu befreien. Ein verlassenes Lager war alles, was hier noch übrig war. Lex ließ das Mädchen herunter, während Lia Lydia half. Eben wollte sie das Pferd wenden und einfach davon jagen, als sie sah, wie Lex da im Steigbügel hing. Er konnte sich allein nicht befreien. Lia sprang von dem Pferd, ließ es einfach da stehen und näherte sich ruhig dem anderen Pferd. Das junge Mädchen schien nicht begeistert, doch das war Lia egal. Es ging nicht um das Mädchen, sondern um ihren Patienten, der sich viel zu viel zugemutet hatte. Sie sprach ruhig auf das Pferd ein, als sie den ganzen Sattel löste, denn nur so bekäme sie Lex frei. Das Tier schien zu zu hören und auch das andere Pferd kam langsam in ihre Richtung. Anna zweifelte in diesem Moment keinen einzigen Augenblick daran, das diese frau Tiere verhexen konnte. Sicher konnte sie das auch mit Lex tun. Lia befreite Lex aus dem Steigbügel, nachdem sie den Sattel aufgefangen und auf den Boden gelegt hatte.
"Wenn ihr ihm etwas antut!"
fauchte Anna.
Lia sah Anna nur kurz an, senkte den Blick wieder auf Lex und betrachtete seine Wunde. Der Verband war durch geblutet.
"Er hat viel Blut verloren und seine gesammelte Kraft der letzten Tage in diese Befreiungsaktion gelegt. Er ist ein Narr, wenn er glaubte, es würde ohne Schwierigkeiten weiter gehen."
Sie sah zu Lydia.
"Bitte helft mir. Wir müssen schnell hier weg, aber so kann er nicht mit. Wir müssen ihn sicher transportieren können."
Ihre Idee eine Trage hinter das Pferd zu binden, erschien nicht sehr klug, aber sie kannte Mittel und Wege auch diese Spuren verschwinden zu lassen. Anna war alles andere als begeistert. Sie wollte diese Frau nur schnellstens wieder los werden. Lydia dagegen schien ein wenig aufgeschlossener. Sie half Lia dabei, Lex in eines der Zelte zu bringen, und ihn da in eines der Lager nieder zu legen.
"Ihr müsst einen neuen Verband anlegen, wenn ihr welchen findet. ich werde eine Trage zusammen bauen. Hier gibt es genug Holz. In spätestens einer Stunde werden wir hier aufbrechen können. Bis dahin, wird uns ein Zauber schützen."
Lia wandte sich nun an Lex.
"Noch nie ist mir ein so unvernünftiger Mann unter die Augen getreten. Ihr hättet noch warten sollen. Nun muss sich euer Körper erneut der Wunde und dem Kraftsammeln widmen."
Ihr Blick war wirklich ernst, aber irgendwie auch milde.
Anna war natürlich mit im Zelt. PA! Was dachte diese Person eigentlich? War doch logisch das er einen neuen Verband brauchte. Den würde sie schon noch ohne Hilfe angelegt bekommen.
Lia war hinaus gegangen. Sie stand da, begann einen leisen Singsang und drehte sich ganz langsam, wobei sie die Arme ausgebreitet und den Blick gen Himmel gerichtet hatte. Es dauerte nicht lang, bis Nebel aufzog, der sich dicht im ganzen Wald verteilte. So schnell würden die Banditen den Weg nicht finden, denn der Nebel stellte alles auf den Kopf. Während diese Männer glaubten ihnen zu folgen, änderten sie die Richtung, ohne es wirklich zu bemerken. Lia zog zwei sehr lange und Dicke Äste ins Lager. Sie verband ein paar Felle und Decken mit ihnen, so, das sie eine angenehme Liegefläche ergaben. Anschließend, befestigte sie die Beiden Äste an einem der Pferde, welches diesen Vorgang auch ganz ruhig zu ließ. Lia führte das Tier zu dem Zelt, in dem die beiden Damen schon den Verband gewechselt hatten. Anna warf ihr einen feindseeligen Blick zu. Lia nahm sich davon nichts an. Sie war nicht viel älter, aber deutlich anders aufgewachsen und bewies mehr Erfahrung. Das Mädchen kam aus gutem Haus, war adelig und konnte haben, was sie wollte. Offensichtlich war es dieser Ordensritter, den unbedingt wollte und Lia würde ihr nicht im Weg stehen. Warum auch? Sie war eine Hexe und war sicher nicht gerade beliebt bei Ordensrittern, wenn gleich sie ihm geholfen hatte ... es gab Gerüchte über Ordensritter, die Hexen nicht als Geschöpfe des Vaters an sahen, sondern eher als die der Mutter. Lia nahm eine weitere Decke, legte auf die Liegefläche und bat nun erneut um Hilfe, Lex da rüber zu schaffen. Der Verband saß gut, wenn auch nicht perfekt.
Mit einigen Schnüren, die noch von den Zelten über waren, banden sie Lex soweit fest, das er nicht herunter rutschen würde. Lia sattelte das zweite Pferd erneut.
"Ich gehe davon aus, das ihr reiten könnt? Gut. Dann sitzt bitte auf diesem Tier hier auf."
Anna funkelte sie an.
"Nein. Ich nehme dieses Pferd. Du und Lydia, ihr nehmt das Pferd hier."
Lia betrachtete sie ruhig. Sie war jung und wollte offensichtlich ihren Helden beeindrucken.
"Und sei ihr jemals auf einem Pferd geritten, das eine Trage zieht? Wisst ihr wie es laufen muss, ohne das es sich selbst oder den Ordensritter verletzt?"
Lia wartete nicht wirklich auf eine Antwort. Sie erkannte an Annas Reaktion, das sie es nie getan hatte und sogar ein wenig erschrocken war.
"Nein. Dachte ich mir. Wären dies andere Umstände, hätte ich es euch gezeigt, aber der Zauber wird nicht mehr lang aufrecht bleiben und wir müssen hier weg. Es wird Zeit, also setzt euren adeliges junges Hinterteil auf dieses Pferd, helft eurer Zofe auf und kommt."
Lia selbst wandte sich ab, um sich auf das andere Tier zu schwingen. Anna reckte das Kinn vor.
Das war ja wohl unverschämt. Leider war sie gerade nicht sehr Schlagfertig und so drehte sie sich mit einem eingeschnappten "HM" um und ließ sich von Lydia auf das Pferd helfen. Anschließend kam Lydia selbst hinauf und es konnte los gehen. Lia ritt neben den Mädchen, damit sie sich nicht zufällig verirrten.
"Es reicht, wenn ihr uns bis zur nächsten Stadt bringt, dann können sich die Heiler meiner Verwandten um ihn kümmern,"
meinte Anna ein wenig schnippisch. Sie war Lia schon dankbar, doch sie war eben sehr Eifersüchtig.
"Ich behandele ihn noch ein letztes Mal, ehe ich euch freiwillig verlassen werde. Er hat mir mein Leben gerettet. Er soll genesen aber sich dessen bewusst sein, das es böse hätte enden können. So unvernünftig wie er sich verhalten hat ... er hätte sterben können und wir ebenfalls."
Sie ritten weiter. Langsam löste sich der Nebel auf. Der Zauber ließ nach, doch sie waren nicht mehr all zu weit von der Stadt entfernt.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lex am Sa Aug 26, 2017 8:09 am

Lex hatte das Gefühl, jeden Moment an einem Schwächeanfall zu sterben. Natürlich würde das nicht passieren, aber man durfte sich ja wohl noch ein wenig schlecht fühlen. Er hing irgendwie hilflos an diesem Gaul fest und absurder Weise ärgerte ihn das mehr, als die Tatsache, wie schwach er eigentlich war. Er griff noch einmal nach dem Steigbügel, als sich der ganze Sattel löste. Sein restlicher Körper krachte mit dem Sattel auf den Boden und Lex stöhnte erneut. Diese Frau hatte absolut kein Feingefühl! Diese Frau… Er wusste noch immer nicht, wie sie hieß. Sie hatte ihm geholfen. Vielleicht sogar sein Leben gerettet. Er würde mal sagen, sie waren quitt. Jetzt jedoch schien sie eher angefressen, als dankbar zu sein. Eben wollte er sich aufsetzen, als er auch schon gepackt wurde und in ein Zelt geschleift wurde, wo er sich einen Zickenkrieg anhören durfte. Eben wollte er etwas sagen, als er auch schon wieder hochgezogen wurde, damit man den Verband wechseln konnte. Er biss die Zähne zusammen und hielt still. Er sagte besser nichts. So grantig, wie Anna gerade aussah, würde vermutlich ein kleiner Tropfen reichen, um das Fass zum Überlaufen zu bringen.
Anna ließ ihren Zorn über diese Frau glücklicher Weise nicht an ihm aus und irgendwann hatte Lex gefragt: „Geht es… euch gut?“ Sie sah ein wenig abgemagert aus. Oder bildete er sich das ein? Er hatte eigentlich keine Lust, dass er in einer Trage die nächste Stadt erreichen würde. Er wollte noch gar nicht an den Tadel seines Vaters denken, wenn er ihn fand und herausbekommen hatte, was geschehen war. Sie mussten unbedingt einen Raben schicken. Damit allen klar war, dass die Lage wieder unter Kontrolle war.
Schließlich waren alle so weit fertig. Lex wollte eben sagen, dass er selber gehen konnte, nachdem er sich nun ausgeruht hatte, aber das schien den Frauen egal zu sein. Anna hatte schon wieder sein Blut an den Händen und er bedauerte das sehr. Hoffentlich würde es jetzt nicht wieder irgendwelche Zwischenfälle geben! Lex musste einsehen, dass Liegen gut tat, aber eigentlich wollte er sich nicht schon wieder irgendwo fesseln lassen. Wobei „fesseln“ ja auch zu viel gesagt war. Es war eher… nun es war fixieren. Sie unterhielten sich jedenfalls über ihn als sei er nicht anwesend und schließlich sagte er leicht angesäuert: „Ich bin übrigens anwesend!“ Er kam sich so albern vor. Und Dankbarkeit schien die Dame auch nicht zu kennen… Er stieß die Luft aus. Er wollte nun auch nicht darauf rum reiten. Es war entwürdigend. Er beschloss trotzdem die Augen zu schließen und abzuwarten. Jetzt würde doch hoffentlich alles gut gehen.
Und kaum dass er es gedacht hatte, und sie ein Stück geritten waren, fing es an zu regnen. „Toll…“, kommentierte Lex leise und versuchte sich mürrisch unter der Decke zu verkriechen, die man auf ihn gelegt und mit Schnüren fixiert hatte. Doch es half nichts. Denn der Regen wurde schlimmer und schließlich waren sie gezwungen sich irgendwo Unterschlupf zu suchen. Sie hatten noch keine zwei Wegstunden zurückgelegt.
Letztlich aber fanden sie eine Höhle, die scheinbar öfter, als Unterschlupf benutzt wurde, da noch eine alte Feuerstelle zu sehen war. Außerdem lag hier auch noch gestapeltes Holz. Spinnenweben zierten die Scheite, weshalb davon auszugehen war, dass der vormalige Besucher lange nicht hierr gewesen sein konnte. Sie hatten hier Unterschlupf finden müssen, da es Lex sicher nicht bekommen wäre nun noch mal so schlimmem Regen ausgesetzt zu sein und außerdem hatte es auch angefangen zu gewittern.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lia am Sa Aug 26, 2017 8:44 am

Lia war keinesfalls Mitleid oder Gefühllos. Feinfühlig war sie sehr aber sie war auch der Meinung, das Dummheit dieser Art bestraft werden sollte. Sie ignorierte den Einruf Lex auf der Trage, als er meinte, er sei zu gegen, nicht gänzlich.
"Schön, dann wisst ihr ja, wie dumm ihr wahrt. Euer Körper wird nicht jünger. Ihr solltet daran denken, das es irgendwann auch mal keinen Kampf mehr gibt, den ihr ausfechten könnt. Ihr seid nicht der Typ, der sich später von seinem Weib pflegen lassen will. Wenn ihr also nicht etwas mehr acht gebt, wird euer Hochmut einen tiefen sehr schmerzhaften Fall verursachen, von dem ihr euch nicht mehr erholen werdet."
Sie ritten weiter. Der Regen setzte ein. Er würde viele Spuren verwischen, doch leider auch dafür sorgen, das sie tiefe im Matsch hinterlassen würden. Lia sah auf. Sie konnte einen Raben erkennen, der auch gleich auf ihrem Arm platz nahm, als sie den Arm ausstreckte. Sie sah den Vogel liebevoll an und flüsterte etwas in einer fremden Sprache. Der Rabe flog voraus und führte sie. Das Wetter würde sich erst einmal nicht ändern, sondern eher noch schlechter werden. Der Rabe führte sie zu einer Höhle, die offensichtlich gern als vorübergehender Unterschlupf genutzt wurde. War es wirklich eine so gute Idee hier zu bleiben? Der jungen Lady schien es gerade recht zu sein, doch sie war auch behütet aufgewachsen. Ungern, aber schließlich mussten sie ja doch einen Unterschlupf haben, betrat Lia die Höhle mit dem Pferd am Zügel. Sie klopfte dem Tier den Hals. Es blieb brav stehen. Tiere spürten immer, wer gut zu ihnen war. Lia ging zur Trage um die Stricke zu lösen, die sie zum fixieren benutzt hatten. Anna kam ihr zuvor.
"Ihr seid eine Hexe? Dann könnt ihr sicher auch ein Feuer herzaubern. Ich kümmere mich schon um Lex. Er soll so wenig wie möglich von deinen unreinen Händen berührt werden. Schließlich dient er dem heiligen Vater,"
giftete Anna. Natürlich trafen die Worte, aber Lia ließ sich nichts anmerken. Nur an ihren Augen sah man deutlich, wie sehr diese Worte getroffen hatten.
"Ich kann nicht einfach eine Zauberformel zum besten geben, wie ein Magier. Eine Hexe zu sein, bedeutet mit der Natur verbunden zu sein, nicht irgendwelchen dunklen Mächten zu dienen. Feuer zerstört, bringt aber auch Leben. Es wird uns während des Regens wärmen, also solltet ihr dankbar sein, das wir es überhaupt irgendwie bekommen können."
Sie wandte sich ab, legte etwas Holz auf den Haufen und begann mit zwei Stöcken zu arbeiten, während Anna den Ritter befreite.
Anna war mehr als nur angefressen. Diese Frau musste weg und das schnell.
"Morgen sind wir in der Stadt, wenn es heute Nacht noch aufhört zu regnen. Dort werde ich euch verlassen,"
antwortete Lia, als habe sie Annas Gedanken gehört. Ihren Namen würde sie nicht erwähnen, denn dieser konnte den Menschen hier egal sein. Sie würden sich vermutlich eh nicht mehr wieder sehen, denn Lia wusste nun, wie Anna dachte. Sie stand auf, kümmerte sich um die nassen Pferde und versuchte die Decken so gut wie möglich aus zu breiten, auf das sie trockneten. Lydia kümmerte sich mit Anna um Lex, den sie nun auch dichter ans Feuer setzten. So konnten auch diese Decken getrocknet werden. Sie hatten nicht viel, aber wenigstens war es warm. Annas Magen knurrte. Sie sah nicht gut aus. Lia ging hinaus, um in einem großen Blatt Wasser zu sammeln. Das Mädchen sah ungesund aus. Nahezu dehydriert. Wasser war wichtiger als essen. Lia wusste das, also brachte sie das Wasser hinein und reichte es Lydia.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lex am Sa Aug 26, 2017 11:04 am

Es war nicht so, dass Lex undankbar war, aber diese Frau ging ihm tüchtig auf den Senkel. Er war nicht unbedingt der Typ dafür, dass er etwas erwartete, wenn er anderen half. Aber er erwartete auch nicht dauerhaft als Idiot hingestellt zu werden. Natürlich war er dankbar, dass die Hexe ihm geholfen hatte, aber es störte ihn, dass sie ihre Gedanen nicht für sich behalten konnte. Als sie nun in der Höhle waren wollte er eben ansetzen etwas zu sagen, als Anna ihm zuvor kam. Oh, das saß. Lex fand es hart, aber er wusste, was das gemeine Volk über Hexen dachte. Er hatte nur nicht erwartet, dass Anna, als Adelige, es so aussprechen würde. Sofort tat es ihm wieder leid, dass Anna das gesagt hatte, aber letzten Endes sollte er sie verführen und nicht irgendwelche Hexen. Er seufzte langgezogen.
Lydia fiel das natürlich auch auf und sie pflichtete Lex irgendwie bei. Sie glaubte, dass er seufzte, weil er das Gezicke zwischen den beiden nicht ertrug und teilte den Seufzer also gern mit ihm. Letztlich sagte er leise zu Anna: „Ihre unreinen Hände haben mich geheilt.“ Natürlich hatte auch Anna zu seiner Heilung beigetragen und irgendwie wollte Lex das auch noch zum Ausdruck bringen. Er machte nur eine sehr kurze Pause und sagte dann leise, aber natürlich laut genug für Anna: „Eure Hingabe mir zu helfen, hat mich denke ich jedoch gerettet.“ War das zu dick aufgetragen? Nein. Er wusste nicht mehr alles ganz genau, aber hätte sie sein Fieber in der ersten Nacht nicht gesenkt, er wäre ganz sicher gestorben. „Ich danke euch, Mylady.“ Tat er wirklich. Die Hexe kümmerte sich währenddessen um das Feuer.
Jetzt wo er hier so saß und ins Feuer starrte, wurde ihm auch wirklich warm. Es war aber eine wohlige Wärme und er wurde sehr schläfrig. Er schreckte regelrecht auf, als Lydia ihn ansprach: „Ihr habt uns aus den Klauen dieser schändlichen Leute gerettet, Ser.“ Lex sah zu ihr herüber. Ja das hatte er. Dafür hatte er seine ganze Ausrüstung zurückgelassen. Welch ein Ärgernis. Der Brustpanzer bedeutete ihm wirklich viel, aber auch nicht so viel, wie sein Leben. Er senkte den Blick. „Ihr seid ein wahrer Held.“, sagte sie nun und leichtes Rot legte sich auf ihre Wangen. Lex schloss ein wenig angefressen die Augen und sagte: „Das sehen offenbar nicht alle so.“ Dann blickte er zu der Hexe auf, die eben mit dem Blatt herein kam. Lex sagte nun: „Findet ihr es nicht ein wenig unhöflich euren Retter dauernd als minderbemittelten Taugenichts dazustellen?“ Er wollte es dabei belassen, konnte dann aber doch nicht an sich halten. „Und überhaupt! Was soll das mit meinem Körper? Nur weil mein Haar weiß ist, heißt das nicht, dass ich ein Greis bin, klar? Und euch geht auch überhaupt nicht an, was ich später mit meinem Weib anstelle oder sie mit mir.“ Es war nicht mal, was sie gesagt hatte, sondern die ganze Sachlage störte ihn. Diese Frau machte ihn wirklich wütend. Und das obwohl er sie als so sanft und schön empfunden hatte, als sie ihn verarztet hatte.
Vielleicht war sie ja auch nur so, weil sie von jedem Ablehnung erfuhr, aber das war Lex im Moment auch egal. Er war eben noch jung und noch nicht ganz zum Mann geworden. Da ließ man sich noch ein bisschen schneller aus der Fassung bringen.
Lydia wollte sich am liebsten verkriechen. Das hier war doch wirklich nicht richtig. Wieso konnten nicht alle einfach dankbar und glücklich sein, noch zu leben? So wie sie es war.
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Re: Wo die Liebe hinfällt...

Beitrag  Lia am Sa Aug 26, 2017 11:39 am

Lia war dir Tochter eines Waldläufers und einer Kräuterfrau. Diesen Ausdruck mochte se lieber, als Hexe. Sie hatte von beiden Elternteilen gelernt, was sie ihr bei bringen hatten können. Letztlich waren diese Unterweisungen lebensrettend, als sie die Hütte ihrer Eltern niedergebrannt vor fand und nur noch die Spuren der Reiter fand, die offenbar ihre Eltern getötet hatten. Lia wusste nicht mit Bestimmtheit, da sie tot waren, doch was sollte sonst schon mit ihnen geschehen sein? Sie hatten weit ab im Wald gelebt, um eben den Beschimpfungen zu entgehen, doch man fand sie immer. Lia hatte sich durchgeschlagen seit sie gerade 14 war. Sie hatte jeden Tag mit der Hexenkunst und der Kunst der Waldläufer verbracht und war gut vorbereitet. Sie wanderte viel durch die Städte, immer darauf bedacht, freundlich zu sein und den Menschen zu helfen, wenn sie Hilfe brauchten. Überall wurde sie freundlich aufgenommen, doch wurde sie eben so schnell verjagt, wenn die Leute erfuhren, was sie war. Irgendwann kam sie an den falschen, den sie heilen sollte. Ryder. Er sah ihre Fähigkeiten und hielt sie gefangen. Auch von den Banditen hatte sie nur Ablehnung erhalten und doch kümmerte sie sich immer wieder liebevoll um ihre Patienten. Nun war sie wieder frei, und mehr als dankbar, doch konnte sie diese Dankbarkeit nicht zeigen, weil alles, was sie für diesen Mann dort getan hatte, er leichtfertig aufs Spiel gesetzt hatte. Lydia nahm ihr das Blatt ab, während Lex sich aufregte und Anna ihm durch Kopfnicken immer wieder zustimmte.
"Findet ihr es gut, euch ständig wieder Gefahren aus zu setzen, die vermieden werden könnten, wenn ihr euch wenigstens ein wenig schont? Ich will keinen Dank, ich will kein mitleid. Ich habe getan, was ich konnte, um euch zu retten, um euch wieder zu Kräften zu verhelfen, doch mit einer einzigen dummen Rettungsaktion, habt ihr vier Leben aufs Spiel gesetzt. Ihr wollt meinen Dank? Oh Danke großer Ordensritter, das ihr mich aus der furchtbaren Gefangenschaft befreit habt und dabei das Leben eurer Schutzbefohlenen, euer Eigenes und das Meine riskiert habt!"
Sie hatte Tränen in den Augen verstand es jedoch auch, sie zurück zu halten. Das hatte sie oft gemusst.
"Euer Haar ist weiß ... ja, doch das zeugt nicht von Alter oder Weisheit. Ihr seid noch jung und stark, seid noch grün hinter den Ohren. Diese junge Dame will nur euer bestes und ihr tretet es mit Füßen. Was wenn SIE eure Gemahlin sein wird, die eines Tages da steht und euch nicht mehr als den strahlenden Helden sieht, sondern als einen Mann, der alles verloren hat, weil er immer gleich die nächste Chance ergriffen hat, die sich bot. Ich will nicht abstreiten, das es manchmal solche Situationen gibt, in denen man wirklich handeln muss, aber das heute ... ihr hättet warten sollen ... euch selbst und eurer Schutzbefohlenen zu liebe. Ich rette keine Leben, damit sie bei der nächst besten Gelegenheit einfach weggeworfen werden. Und nun ... ruht euch aus. ich muss noch mal hinaus, um wenigstens ein paar Nahrhafte Dinge zu holen. Die Damen werden hunger haben."
Lia drehte sich um. Sie würde nicht vor diesen Leuten weinen. Es gab auch keinen Grund, außer dieser Bemerkung der jungen Anna. Lia machte der Regen nichts aus. Sie war es gewohnt in der Natur umher zu streifen ... oder zur Strafe für nicht gehorsam bei Regen, Wind, Eis und Schnee, draußen in Ketten gelegt ausharren zu müssen, bis Ryder der sie wieder herein bringen ließ. Er hatte sie nie gebrochen und das war es, was ihn rasend gemacht hatte. Lia trat hinaus und verschwand direkt im Unterholz.

Anna kochte schon wieder vor Wut, als Lex so großzügig erklärte, das die Hexe ihn gerettet hatte. Eben wollte sie was sagen, ihm vorwerfen, wie undankbar diese Frau war und das sie sich doch wohl auch um ihn gekümmert hatte, als er ihr genau das sagte, was ihr nicht einfach nur schmeichelte, sondern ihr auch das Herz höher schlagen ließ. Ihre Wangen färbten sich leicht rot und sie lächelte völlig glücklich.
"Ihr habt mich doch auch beschützt."
Sie fühlte sich wie in einem Märchen. Ihr Held hatte sie gerettet und nun saßen sie hier am Feuer, wo sie sich wärmen konnten. Leider wurde das ganze schon wieder von dieser Frau gestört. Lex war scheinbar doch recht wütend und ließ seine Wut an der Hexe ... mehr oder weniger aus. Das war etwas, was Anna wirklich gut fand, doch dann ... Sie konnte ja nicht fassen, wie frech dieses Weib war. Wollte er sich das etwa gefallen lassen? Das war doch wohl die Höhe. Diese ... hoffentlich kam sie erst gar nicht zurück. Wer weiß was für giftiges Zeug sie ihnen noch andrehen würde.

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