Nightingale

Es gibt nicht nur Freunde in dieser Welt!


    Licht und Schatten Akt II

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    Dana

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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Fr Jul 17, 2015 12:21 pm

    Das sein Vater ihm all das bei gebracht hatte und er nicht aus den Fehlern dieses lernte ...
    "Dann habt ihr euren Vater nicht verstanden. Er ging Wege, die euch eigentlich hätten zeigen sollen, was ihr nicht tun solltet. Nun jeder nimmt die Lehre, die er macht, wohl auf unterschiedliche Art auf. Ihr seid eben euren Weg gegangen. Ich vermag nicht zu beurteilen, was ihr in eurem Leben getan habt, was ihr nicht getan habt. ich habe euch lediglich die Frage gestellt, ob ihr jemals etwas aus Barmherzigkeit getan habt. Wenn dem so ist, dann freue ich mich, das es so ist."
    Sie sah sich weiter um. Wirklich viel interessantes, gab es hier nicht. Das Kind, welches von dem Anderen nun das Spielzeug weg genommen bekommen hatte, weinte. Caithlyn ging zu den Beiden.
    "Warum spielt ihr nicht zusammen damit? Seht nur. Ihr könnt es doch teilen."
    Sie nahm den Reifen und zog dabei einen zweiten aus dem ersten.
    "So habt ihr beide etwas davon."
    Da drüben gab es Tiere. Der Markt war groß und Caithlyn hatte nicht vor, so schnell wieder zurück zu kehren. Sie sah erneut zu ihm auf.
    "Cait ... oder Caithlyn."
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    Tales
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Fr Jul 17, 2015 12:29 pm

    Azeral sah dem Treiben zu und schließlich sagte sie ihren Namen. Er sah sie merkwürdig an. „Ich weiß, wie du heißt.“ Er sah wieder hinauf zur Burg und sagte dann: „Jetzt komm schon! Ich will endlich zurück!“ Oh man… diese Frau war anstrengend. Eigentlich könnte er sie auch einfach zurück lassen, nicht wahr? Wieder betrachtete sie und schließlich sagte er zu Fran. „Steig auf und halt dich fest!“ Sie tat es und nahm hinter ihm Platz. Azeral zügelte das Pferd selbst, lenkte es zu Caithlyn und schließlich packte er sie einfach unter dem Arm und Zog sie hinauf, wo er sie Bäuchlings vor sich auf das Pferd hievte. Dazu sagte er: „Ich hab die Faxen dicke!“ Er setzte direkt in den Gestreckten Galopp an und sie hatte gar keine Wahl. Da konnte sie zetern und strampeln, wie sie wollte. Sie kamen schnell am Schloss an und Azeral zügelte das Pferd. Er sagte nur: „Von mir aus geh zurück, aber dann liegst du wenigstens nicht mehr in meiner Verantwortung.“ Er ließ sie nun herab und sah sie von dort aus an. Einen Moment hatte sie das Gefühl, dass er sie nicht als minderwertig betrachtete. Es war ein seltsamer Ausdruck, den sie nicht deuten konnte. Aber er war weder schmerzlich, noch so kalt und herzlos, wie sonst.
    Azeral trieb sein Pferd wieder an und brachte es zum Stall, wo er schließlich zurück kam und rein gehen wollte.
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    Dana

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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Fr Jul 17, 2015 12:49 pm

    "Warum nennt ihr mich dann nicht bei meinem Namen?"
    Nun die Antwort blieb er ihr Schuldig. Statt es ihr zu sagen, befahl er seiner Sklavin auf zu steigen und sich fest zu halten. Caithlyn hatte ja mit vielem gerechnet, aber nicht damit, das er sie packen und hoch ziehen würde. Er hielt sie vor sich, während sie ihren Korb und ihre Blume zu halten versuchte und natürlich das bisschen Geld, welches sie bei sich hatte. Im ersten Moment schrie sie auf.
    "Wie könnt ihr es wagen!"
    schrie sie ihn an und musste sich immer wieder irgendwie fest halten. Es war wohl pures Glück, das sie ihre Sachen und diese wunderschöne Blume heile bis zum Schloß mit bekam. jeder, der dieses Dreiergespann sah, musste denken, Azeral entführe Caithlyn, die da immer noch zeternd auf dem Bauch vor ihm lag, während er davon galoppierte. Als sie endlich an kamen, ließ er sie runter.
    "Ich habe nicht in eurer VERANTWORTUNG gelegen! Ich war nur zufällig am selben Ort wie ihr!"
    rief sie ihm nach, als er das Pferd zum Stall brachte. Wütend drehte sie sich um und marschierte, mit Korb und Blume, in den Palast. Wie hatte er das nur tun können. Ihr Haar war vom Wind verwühlt und würde nun neu geordnet werden müssen. Kurz blieb sie stehen ... Dieser Blick , den er ihr zu geworfen hatte ... So hatte er sie noch nie angesehen. Nun es hatte ohnehin nichts zu bedeuten, denn er war arrogant und selbstsüchtig. Sie kam wieder hinaus, noch immer die Blume und den Korb bei sich tragend.
    "Ihr seid unmöglich!"
    rief sie und ging erneut rein. Die Blume war zum Glück nicht zerstört oder irgendwie beschädigt. Sie hatte sie in Azerals Zimmer stellen wollen, doch nun hatte sie sich anders entschieden. Sicher würde er sie nur welken lassen. Dafür war sie nun wirklich zu schade.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Fr Jul 17, 2015 10:05 pm

    Wie er es wagen konnte? Das war doch wohl klar: Er war viel mächtiger und stärker als sie. Er war eben einfach wie er war und sicherlich würden die beiden noch öfter aneinandergeraten. Er kam zurück und wurde gleich von ihr, als unmöglich betitelt, dann rauschte sie wieder ins Schloss, doch bevor sie auch nur einen Schritt hineinsetzen konnte, stand er mittels eines Wimpernschlages vor ihr, packte sie am Handgelenk und drückte sie gegen die Wand, wo er sie nun von oben herab ansah. Die schöne Blume war heruntergefallen und der Topf kaputt. Er schwieg kurz, aber dann sagte er mit ruhiger Stimme, die keine Lieb in seinem Herzen zeigte: „Ihr seid zwei Mal in einen Hinterhalt geraten, aus dem ICH euch befreit habe. Zwei Mal schon habe ich dein Leben bewahrt.“ Sein Kopf neigte sich leicht und er sah nicht mehr so arrogant von oben herab. „Auch wenn dies mehr oder weniger unfreiwillig geschah, solltest du dir eins hinter deine Ohren schreiben: Eine Lebenschuld zeigt man nicht durch Respektlosigkeit und Zorn.“ Azeral musterte sie. „Wenn sich hier jemand unmöglich verhält, dann bist du es. Auch wenn deine Seele mehr wert haben mag als meine, bist du die Dienerin und ich der Herr. Persönliche Neigungen und Abneigungen haben hier nichts zu suchen und DU bist scheinbar nicht einmal eine gute Dienerin. Werde die mal der Verhältnisse klar…“ Er ließ ihr Handgelenk los und dann hielt er die andere neben sich. Der Blumentopf samt Blume wurde hinaufbefördert und schließlich drückte er ihr den zusammengesetzten Topf mit der unbeschädigten Blume darin in die Hand. Er betrachtete die Blum kurz und das zarte Violett sah wirklich schön aus. Dann sah er sie wieder mit diesem merkwürdigen Blick an, den sie schon auf dem Hof gesehen hatte. „Du STEHST in meiner Verantwortung… Denn wenn ich noch was von meinem Vater lernte, so war es, dass der der herrscht, die beschützen muss, die folgen.“ Er hatte das lange Zeit nicht so gehandhabt, aber nun war es wohl anders. Nun herrschte er nicht unbedingt, aber er war ja immerhin so was, wie ein Fürst. Nun trat er einen Schritt zurück und drehte sich von ihr weg, wobei seine Haare leicht flogen. „Komm, Fran!“ Sie tat es und folgte ihm auf dem Fuße.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Fr Jul 17, 2015 10:35 pm

    So schnell, wie er sie gepackt hatte, konnte sie gar nicht gucken. Caithlyns Herz schlug ihr bis zum Hals, als er sie so gegen die Wand drückte. Ihre schöne Blume war herunter gefallen und sie musste ihn einfach an sehen. Er hielt ihr einen Vortrag über ihre Stellung und Dankbarkeit. Das er im Prinzip schon wohl recht hatte, wusste sie genau, doch er war eben anders. Er regte sie auf, mit allem, was er tat. Ihre kleine Rache hatte sie bekommen, aber er war einfach ... wie sollte sie damit auch um gehen? Er beherrschte Magie, was sie ja bereits wusste. Er drückte ihr den Topf mit der wunderschönen Blume wieder in die Arme, ehe er sich um drehte und ging. Caithlyn atmete schockiert aus. Wie hatte sie sich so benehmen können? Nun ganz einfach.
    "Zum herrschen gehört mehr, als seine Untergebenen zu beschützen,"
    meinte sie ruhig, drehte sich dann aber ebenfalls um und ging hinein. Sie sah nicht einmal mehr auf, sonder sah nur auf diese schöne Blume, die sie mit sich genommen hatte. Er müsste noch so vieles lernen. Zunächst würde sie die Blume in ihr Zimmer bringen, dann würde sie wohl .. ja ... was? Sie war im Schloßgarten nicht sicher. Dafür könnte sie jedoch einen Spaziergang machen oder zum See gehen. Schließlich war der weit genug weg, um nicht wieder mit Azeral aneinander zu geraten. Dort war es meist friedlich und sie könnte ein Bad nehmen. Der Tag war ja immerhin noch jung. Ja ... das wäre etwas, was ihr wirklich Spaß machen würde und sie diesen Vorfall, zumindest vorübergehend, vergessen ließe. Gesagt getan. Sie packte etwas Brot und Käse in ihren Korb, einen kleinen Wasserschlauch legte ein Tuch oben auf und ging. Sollte dieser arrogante Mistkerl sich doch mit seiner Sklavin .. nein ... das war kein schöner Gedanke. Das Mädchen tat ihr wirklich leid. Sollte er sich vergnügen und das Mädchen ... sie wäre frei sicher glücklicher, aber sie stand unter Azerals Bann. Wieder konnte sie sich nicht von den Gedanken an ihn befreien. Was war eigentlich eine gute Dienerin? jemand der seinem Herrn die Wünsche von den Augen ab las? Ja, wahrscheinlich, doch war sie keine Leibdienerin, die das musste, sondern einfach nur eine Magd, die andere Aufgaben zu verrichten hatte. Der Weg zum See würde sie sicher auf andere Gedanken bringen. Schließlich gab es da noch genug zu sehen.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Fr Jul 17, 2015 10:52 pm

    Ja, es gehörte mehr dazu, aber er war auch nicht der König. Er ging in sein Zimmer und fand Kylar auf seinem Bett sitzend vor. Er sah ihn erstaunt an. „Kylar?“ Der sah auf und betrachtete die Sklavin. Er sah wieder in sein Gesicht und fragte: „Du weißt, dass es Dana verletzt, dass du sie hast?“
    „Ja.“
    „Wieso hast du es getan?“
    „Informationsbeschaffung.“
    „Und nun?“
    „Ich behalte sie noch ein wenig.“
    Kylar schüttelte den Kopf und erhob sich. Er kam zu seinem Bruder, der deutlich größer war als er selbst und fragte: „Ist dir egal, dass es Dana so gegen den Strich geht?“ „Warum sollte sie sich in meine Angelegenheiten einmischen dürfen, Kylar?“ Kylar schwieg und Azeral schenkte Wein ein. „Sag mir Kylar… Wie fühlt es sich an zu lieben?“ Was war das denn jetzt für eine Frage. Kylar glotzte ihn an. „Es ist ein warmes Gefühl in der Brust, lässt das Herz schneller schlagen und kribbelt im Bauch, wie flatternde Schmetterlinge. Wenn man verliebt ist, würde man alles für die Person tun, die man liebt.“ Azeral sah aus dem Fenster. „Ich würde alles für Vater tun… für dich.“
    „Das ist eine andere Art der Liebe.“
    „Verstehe.“
    „Bist du verliebt?“ Azeral nippte am Becher und sagte dann: „Nein.“ Kylar stemmte die Hände in die Hüfte und umarmte seinen Bruder schließlich einfach, welcher sich leicht versteifte, ihn dann aber gewähren ließ. Wie auch immer. Azeral legte die Hand auf die Schulter. „Bist du hier um mit mir über Fran zu reden?“ Kylar nickte und Azeral fragte:“ Was würdest du denn wollen, dass ich mit ihr mache? Ist es für sie nicht so das beste? Sie weiß gar nicht, dass sie eine Gefangene ist.“
    „Hat sie denn einen freien Willen?“ „Nein, das würde ich nicht agen, schließlich möchte ich nicht, dass sie mir in meinem Schlaf die Kehle aufschlitzt.“ Kylar nickte. „Mach es, wie du es für richtig hältst.“ Er löste sich von Azeral und sagte: „Ich werde nach Mutter sehen.“ Azeral wandte sich ab und sagte: „Tu das.“

    Kylar ging hinüber zu ihrem Gemach und schob die Tür leise auf. Er wollte sie nicht wecken, sollte sie schlafen und wenn sie wach wäre, wollt er ihr ein wenig Trost spenden, dass ihr Mann ohne ein weiteres Wort gegangen war, um etwas zu überprüfen. Kylar überlegte angestrengt, was das wohl sein könnte. Er setzte sich neben das Bett und betrachtete Dana. Er betrachtete den Bauch und schließlich fiel es ihm, wie Schuppen von den Augen. Erschrocken hauchte er: „Schattenreißer…“
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Fr Jul 17, 2015 11:07 pm

    Dana schlief. Sie schlief einen ruhigen Schlaf, der sie in die Zeit führte, da sie Tales kennen lernte. Zunächst waren sie alle erschrocken gewesen, ja sogar einen Schritt zurück getreten, doch sie hatte den ersten Schritt gemacht, war vor getreten und hatte alle Vorurteile über den Haufen geworfen. Seine roten Augen, die von so viel Leid gesprochen hatten, hatten sie vom ersten Tag an in ihren Bann gezogen. Er strahlte etwas vertrautes aus, etwas, was sie bereits kannte, und doch war er ihr so fremd gewesen. Sie verließ diese Zeit schnell wieder. Sie träumte von Lia, als sie noch so klein war. Was war es, was sie bemächtigte? Sie träumte von Kylar und Azeral. Um Azeral sorgte sie sich so sehr. Warum war er nur so verbissen. Nie wollte sie ihm etwas an tun, ihm nie etwas befehlen. Er war doch sein eigener Herr und doch fürchtete er, er müsse Anweisungen gehorchen, die sie ihm gab. Sie sah das Mädchen vor sich. Warum hielt er sie, wenn sie doch längst alles getan hatte, was er von ihr wollte. All diese fragen gingen ihr durch den Kopf. Wo war ihr Mann? Wo war er hin? Warum war er gegangen, ohne sich zu verabschieden? Würde sie ihn wieder sehen? Eine Träne lief ihr über die Wange, als sie auf wachte. Kylar saß neben ihr am Bett. Sofort lächelte sie wieder, nahm seine Hand und legte sie auf ihren Bauch, wo das Kind gerade an fing zu strampeln.
    "Füllst du es? Das neue Leben? Es ist wahrlich wundervoll es zu spüren. Ein Geschenk der Liebe. Wir haben keinen Einfluss, was aus ihnen wird, wenn sie erst geboren sind. Sie können Liebevoll aufwachsen, können gut erzogen sein, doch letztlich entscheiden sie selbst, welchen Weg sie gehen."
    Sie dachte wieder an Azeral.
    "Danke Kylar, das du da bist. Wie geht es dir?"
    Sie dachte an das Mädchen ... welches nun Willenlos herum lief, alles aufgetragen bekommen musste, um nicht einfach zu sterben und das auch noch qualvoll.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Fr Jul 17, 2015 11:17 pm

    Kylar sah seine Mutter an, als sie erwachte. Was hatte sie Schreckliches geträumt, dass sie weinte? Doch schon lächelte sie und legte seine Hand auf ihren Bauch. Ja es fühlte sich wirklich schön an. Sehr schön sogar. Er lächelte liebevoll und sagte: „Es geht mir gut.“ Dann senkte er den Blick wieder auf ihren Bauch. Früher war er schwach und oft krank gewesen. Er war dürr und bleich gewesen. Das jedoch war vorbei. Er streichelte über den Bauch und sagte dann: „Damals… als Azeral mich zu sich geholt hatte… Du weißt, dass ich gestorben bin, als er starb…“ Er sah wieder in ihr Gesicht. „Azeral hat mir ein Teil seiner Kraft gegeben. Ja ich glaube, es war ein Teil seiner Seele. Er hat mich stark gemacht, hat die Schwäche hinfort getrieben und ich stehe in seiner Schuld.“ Er machte eine Pause und nahm die Hand Danas. „Ich weiß, du sorgst dich um ihn, aber er ist nicht allein und auch wenn er dich nicht akzeptieren kann, glaube ich, dass er auch für dich Liebe empfindet, dir vertraut und eines Tages auch Mutter zu dir sagen kann.“ Nun sah er aus dem Fenster. „Er hat sich geändert… Er ist nicht so böse, wie er selbst glaubt… und er weiß, dass das hier.“ Er machte eine ausladende Handbewegung. „Gut ist. Er wird es um jeden Preis beschützen.“
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Fr Jul 17, 2015 11:51 pm

    Dana lächelte.
    "Ja, das glaube ich auch. Ich wünsche mir für euch nur das Beste. Er muss gar nicht Mutter sagen Kylar. Auch du musstest das nie. Ich bin es gern für euch, wenn ihr es wollt."
    Sie sah kurz zum Fenster.
    "Ja ... das ihr starbt, war schrecklich. Seit dem sorge ich mich um so mehr um euch. Es stimmt, das du schwach und kränklich warst, aber du warst auch immer stark Kylar. Du hast deinem Vater bei gestanden, in den schlimmsten Zeiten. Du hast ihn nie verlassen. Du hattest Ziele, die du erreichen wolltest und du hast sie erreicht. Sieh dich an. Du bist ein wundervoller Mann geworden,d er unglaublich liebevoll ist. Ich bin so unglaublich stolz auf dich. Azeral ist auch in meinen Augen nicht böse ... sondern glaubt, er kann das, was wir als Gut empfinden, nicht annehmen. Er versucht es für seinen Vater und für dich. Allein das er Caithlyn das Leben rettete, sie nicht einfach ihrem Schicksal überließ, zeigt, das er sein Versprechen halten will. Er wird lernen und es wird ihm irgendwann nicht mehr schwer fallen, das alles zu verstehen."
    Dana setzte sich nun auf.
    "Und er wird hoffentlich dieses arme Geschöpf wieder frei geben. Sie ... ist kein Gegenstand. Sie hatte einst Gefühle, hatte ein Leben und einen freien Willen. Das alles hat er ihr genommen. Sie hatte keine Wahl, als er sie sich gefügig machte. Sie vor die Wahl leben oder sterben zu setzen, war vermutlich das Einzige. Sie tut mir unendlich leid. Auch wenn sie eine Mörderin war, so hat sie es nicht verdient, willenlos zu sein. Wie würde er sich wohl fühlen?"
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Fr Jul 17, 2015 11:59 pm

    Kylar lächelte auf ihre letzten Worte: „Frag ihn. Ich bin sicher er hat eine passende Antwort dafür.“ Er schien sich an etwas zu erinnern und lächelte dabei. „Eine Diskussion mit ihm, endet irgendwie immer zu seinen Gunsten. Selbst wenn er nur mit mir spricht, ohne bösartig zu werden, kann er einen so um den Finger wickeln, dass man am Ende glaubt, der Himmel sei grün und nicht blau.“ Kylar erhob sich. „Er hat mich gegen euch alle aufgebracht und ich habe ihm alles geglaubt. Einiges davon war gelogen, bei anderen Dingen hatte er die Wahrheit verbogen, aber er hat auch viel Wahrheit einfließen lassen. Er kann sehr gut manipulieren und er kann sehr überzeugend sein.“ Er kam näher und sagte: „Wenn wir IHN als Botschafter aussenden würden… sie alle würden kommen.“ Eigentlich keine schlechte Idee und dann spann er das ganze weiter: „Und kein Adliger reißt ohne eine Begleitperson durch die Gegend, nicht wahr? Eine lebende selbstständig denkende Begleitperson. Vielleicht können wir ihn überreden Caithlyn mitzunehmen. Alleine, wie er sie ansieht… Ich denke, sie tut ihm gut und er würde ihr nie ein Haar krümmen.“ Er überlegte weiter und schien Gefallen an seiner Idee zu finden. Vielleicht reden wir mal beide mit ihm. Im Moment scheint er keine schlechte Laune zu haben. Aber nur, wenn es dir gut geht.“ Er lächelte wieder liebvoll und strich ihr über den Bauch.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Sa Jul 18, 2015 12:29 am

    Wie recht Kylar doch hatte. Dana hörte ihm zu. Er war einfach ein ausgeklügelter Fuchs.
    "Ja ... Kyla erzählte mir mal, das sie ihm begegnet war, als sie mit Zel und Luca unterwegs war. Damals hat er sie mit seiner bloßen Stimme einfach so um den Finger wickeln können. Zel war es, der sie da regelrecht heraus geholt hat, wenn gleich sie sich wehren wollte. Er kann so unglaublich charmant sein." Für einen Moment sah sie auf die Decke, dann wieder zu Kylar.
    "Ja, die Idee gefällt mir sehr,"
    lächelte sie nun endlich.
    "Es geht mir gut Kylar. Ich bin sicher, er wird es akzeptieren. Zunächst müssen wir aber mit Luca und Zel reden. Die Beiden haben das letzte Wort und wenn sie sagen, wir können ihn schicken, dann sollten wir es tun. Schließlich sind die Boten noch nicht lang ausser Haus. Gehen wir doch erst zu ihnen."
    Sie stieg aus dem Bett, um gleich drauf mit Kylar los zu gehen. Wenn Azeral Caithlyn mitnehmen würde, hätte er eine wirklich liebe Person bei sich, de sich um ihn kümmern würde und er würde vielleicht noch etwas von ihr lernen. Etwas fiel ihr aber noch ein.
    "Schattenreißer ... du nanntest diesen Namen vorhin. Wer oder was ist das?"
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Sa Jul 18, 2015 12:46 am

    Kylar nickte und gemeinsam machten sie sich auf den Weg zu Königin und König. Doch dann stellte Dana die Frage, die Kylar befürchtet hatte. Verdammt! Sie hatte es doch gehört! Er blieb stehen und sagte dann: „Das… ist nur eine vage Erinnerung. Ich… kann dir nichts genaues sagen.“ Er sah sie bittend an: „Bitte, Dana. Frag mich nicht. Du… es ist besser so.“ Dann ging er an ihr vorbei und lief den Flur mit ihr entlang, bis sie bei Luca ankamen. Kylar und Dana erklärten, was sie vorhatten und Luca wägte ab. Zel stand da mit geballten Fäusten und sagte zunächst gar nichts.
    „Wenn es stimmt, was ihr sagt, dann scheint er wirklich eine gute Wahl zu sein, doch…“ Sie sah nur kurz zu Zel, dann wieder zu Dana. „Wollt ihr das Schicksal aller, ausgerechnet in SEINE Hände legen?“ Kylar traf dieser Satz, aber er verstand sie. Ja, vermutlich könnte er ihm auch nicht vertrauen, wenn er jemandem, den er so liebte, wie Luca Zel solch schreckliche Dinge angetan hätte. Kylar sagte: „Ich…  vertraue ihm.“
    „Er wollte meinen Mann mit einem grausamen Fluch töten, nur weil er ihm den Rücken kehrte.“ Zel nahm die Hand von Luca und sagte: „Ich verließ ihn mit eben dem gleichen Fluch.“ Luca musterte ihn. „Und ich habe ihn verraten.“ Er senkte den Blick dann sagte er leise: „Rückblickend betrachtet… war es eigentlich nur fair.“ Ja Zel hatte sich lange Zeit darüber den Kopf zerbrochen. Verrat wurde seit jeher mit dem Tode bestraft und die Art des Todes… nun, darüber ließ sich streiten. Zel wollte nicht sagen, dass er diese Marter verdient hatte, aber… ganz zu Unrecht war sie ihm auch nicht wiederfahren. Luca musterte ihren Mann: „Und… vertraust du ihm denn?“ Zel sah Luca an und schüttelte leicht den Kopf. „Nein, aber… Tales und Kylar vertrauen ihm und Dana auch.“ Er sah sie an. „Wir sollten das alle gemeinsam entscheiden und abstimmen, sobald Tales wieder hier ist. Im Moment sind uns eh die Hände gebunden und wir müssen abwarten.“ Luca nickte und sagte: „Ich bin einverstanden, aber nur, wenn Caithlyn und er es auch sind. Des Weiteren, werde ich Caithlyn in einen höheren Stand erheben, damit sie keine bloße Magd sondern eine angemessene Begleitung ist, die seinen Wünschen und seinem Stande entspricht.“
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Sa Jul 18, 2015 12:59 am

    Dana sah Kylar durchdringend an. Sein fast flehender Blick ließ sie nicht weiter fragen, doch sie konnte sich vorstellen, das es nicht um eine Waffe ging. Als sie bei Luca und Zel waren, erklärten sie ihnen, was sie sich überlegt hatten. Es ging ja schließlich nicht nur um Azerals Wohl, sondern auch um das, der Menschen.
    "Ich verstehe deine bedenken nur zu gut Luca. Manchmal muss man ihnen aber eine Chance geben, um ihnen zu zeigen, das sie einen besseren Weg gewählt haben. Es mag ihm schwer fallen, die alte Rolle ab zu legen, sich in eine neue zu fügen, aber er beweißt bereits, das er es versucht. Caithlyn wird ihm gut tun. Sie ist ein liebenswertes Mädchen, welches ihm sicher sehr gut zu Diensten sein wird und vielleicht,"
    sie senkte traurig den Kopf,
    "lässt er dann endlich dieses arme Geschöpf ziehen. Warum ist in deinem Reich noch die Sklaverei erlaubt Luca."
    Es war kein Vorwurf, nur wusste sie auch nicht, wie sie Azeral davon überzeugen konnte, das Mädchen frei zu lassen und sie als gleichwertigen Menschen zu akzeptieren, der eben so lernen musste, wie er selbst.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Sa Jul 18, 2015 1:43 am

    Luca sah Dana ein bisschen merkwürdig an. Sie schüttelte unverständig den Kopf und sagte: „Ist sie nicht.“ Zel sah sie an und fragte: „Wie kommst du darauf?“ Kylar stellte es richtig. „Naja, Azeral… hat sozusagen eine Sklavin.“
    Luca nickte nachdenklich und sagte dann: „Das bereden wir, wenn wir auch das andere besprechen. Warten wir noch auf deinen Mann, Dana.“

    Tales erreichte sein Ziel nach knapp drei Tagen und landete erschöpft vor der Höhle Schattenreißers. Er rief ihren Namen und war sofort von Wölfen umstellt. „Bringt mich zu eurer Herrin!“ Knurren und gefletschte Zähne begrüßten ihn, doch er betrachtete die Wölfe reglos. „Ich habe es wirklich eilig!“
    Ein Werwolf trat aus dem Dickicht. „Folge mir!“ Tales betrat die Höhle und sah der Teufelin ins Gesicht. Sie lächelte und Tales blickte ihr finster entgegen. Bevor sie ihn auch nur begrüßen konnte, sagte er: „Du findest das wohl sehr witzig, wie?“ Der Werwolf baute sich vor ihm auf und blaffte: „Sprich nicht so mit ihr! Unwürdige…“
    „Windläufer…“ Er zog sich schnell zurück, als sie seinen Namen sagte und knurrte Tales an. Der schien vollkommen unbeeindruckt und trat näher. Er sah zornig aus. „Ruf dein Balg zurück!“, forderte er. „Unser Balg und nun verrate mir doch, was er getan haben soll, dass es dich so wütend macht.“
    „Er hat uns angegriffen!“ „So?“ „Tu nicht so!“ „Du nennst ihn Schattenflamme? Ein schönes Wortspiel!“
    „Seinem Vater zu ehren. Hör zu, Tales, was willst du von mir hören? Er war dein Paktgeschenk an mich.“ „Wir haben nicht paktiert.“ „Ein Gefallen für einen Gefallen und nun? Was willst du das ich tue, du bist nicht in der Position Forderungen zu stellen.“
    „Wieso hat er mich angegriffen.“
    „Er ist erwachsen und kann tun, was immer er will!“
    „Du hast ihm von mir erzählt. Ich will wissen, was du im Schilde führst!“
    „Gar nichts, Tales. Ich erzählte ihm von seinem Vater. Vielleicht will er dich kennen lernen.“ Tales sah sie grimmig an. Er ging einmal hin und her. „Er soll sich fern halten.“ Tales kam ganz nah. „Wenn nicht… werde ich seine Existenz beenden.“ Sie lächelte. „Zweifellos hättest du die Macht dazu, wenn du sie noch besitzen würdest.“ Tales stockte. „Ich weiß, wie es um dich steht, Tales und das du hier her kommst, unbewaffnet, voller Zorn im Herzen, zeigt nur, wie dumm du bist. Ich könnte dich zerquetschen, also droh mir nicht. Und auch nicht meinem Sohn, den DU mir geschenkt hast.“ Tales fletschte die Zähne. Er wandte sich von ihr ab und sagte: „Fordere mich nicht heraus, Schattenreißer!“ Dorniges Gestrüpp versperrte ihm den Weg. „Ich werde ihm nicht verbieten, den Kontakt zu suchen und ich werde ganz sicher nicht zulassen, dass du ihm Schadest, Tales. Deine Entscheidung viel damals, nun lebe mit den Konsequenzen und stehe zu deiner Tat.“ Tales gab ein unzufriedenes Geräusch von sich und blickte sie noch einmal an. „Ich bereue nichts. Sorge du nur dafür, dass du es eben so wenig tust!“ Sie lächelte und die Dornenranken gaben den Weg frei. Drei Wölfe standen dort und Tales sah sie schneidend an. „Ich beherrsche die Kunst des Krieges, Teufel… Du stehst besser nicht in meinem Weg.“ „Du drohst mir immer noch?“ „Ich warne dich lediglich.“ Er sah zu den Wölfen und sagte finster. „Aus meinem Weg!“ Zunächst zogen sie noch die Lefzen hoch, doch nachdem sie Tales Blick sahen, zogen sie sich zurück, mit eingezogenem Schwanz. Tales lief bis zum Ausgang, als Schattenreißer ihm nachrief: „Tales? Es liegt an dir, wen du zum Feind und wen du zum Freund hast. Vergiss eines nicht: Dein Blut fließt AUCH in ihm.“ Tales knirschte mit den Zähnen, breitete die Schwingen und sagte: „Du hast Recht… Doch ICH werde nicht zögern, es aus seinem Leib zu pressen.“ Er hob ab und verschwand.
    Der Sohn kam aus seinem Versteck. Er blickte zum Ausgang und dann zu seiner Mutter. „Selbst jetzt… Er ist stark.“ Schattenreißer sah etwas traurig drein und antwortete: „Das ist er…“

    Weitere drei Tage später, landete Tales vor dem Palast und ging hinein. Er war außer Atem und ziemlich erschöpft. Die Freunde hielten sich im Garten auf und Dana war von den Kindern umgeben. Er bemühte sich zu Atem zu kommen und ging durch die Halle zum Garten, wo er sich an eine Säule lehnte und seine Freunde und Familie betrachtete. Er lächelte leicht und wartete.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Sa Jul 18, 2015 2:03 am

    Dana nickte. Es war wohl besser, sie besprachen das alles, wenn Tales zurück war.

    Einige Tage später, saß sie gerade im Garten mit den Kindern, die um sie herum saßen und ihrer Geschichte lauschten.
    "Da kam sie, ritt auf einem weißen Einhorn her und sang. Es klang so unglaublich traurig. Das war das erste, was Tales mir damals zeigte, als er langsam begann, vertrauen zu fassen. Sie hieß Shiva und ist auch heute noch immer in manchen Nächten in den Wäldern zu sehen, wo sie auf ihren Liebsten wartet,"
    erzählte sie. Es ging um die Wächter.
    "Vielleicht, werdet ihr sie bald einmal sehen."
    Es war schön hier mit den Kleinen zu sitzen. nun so klein waren sie gar nicht mehr. Es wäre nicht mehr lang hin, bis Lia eben so alt wäre, wie die Anderen. Ja, sie war die Jüngste von allen hier. Dana strich ihr gerade über das schöne schwarze Haar. Sie war wirklich hübsch und Cian hielt ihr Hand. Wenn er sie an sah, erkannte Dana diese unsterbliche Liebe zu ihr. Ja, Cian würde Lia immer beschützen, da war sie sich sehr sicher. Lilly hatte die Augen ihrer Mutter. Sie war eben so hübsch, aber einfach viel zu schüchtern. oft sagte ihr Kyla aber auch Dana, das es nichts gab, wovor sie Angst haben musste und das sie mehr aus sich heraus kommen sollte. Schließlich war dieses Mädchen sehr begabt, was die Magie an ging. Sie sah immer zu Liam auf, der zwar ein Draufgänger war, aber Lilly immer gern in seiner Nähe wusste. Ob sie eben so zusammen gehörten? Dana war fast davon überzeugt, das diese Kinder füreinander bestimmt waren. Sie nahm die Bande in die Arme und drückte sie. Als sie sie endlich los ließ, standen sie auf und gingen Fangen spielen. Dana lachte glücklich. Nur aus dem Augenwinkel, sah sie etwas Dunkles an einer der Säulen. Als sie nun hin sah, sah sie Tales. Sie stand auf, denn Springen durfte sie nicht mehr und eilte zu ihm. Sie fiel ihm in die Arme und küsste ihn liebevoll.
    "Ich bin so froh, das du wieder da bist. Ich liebe dich mein Engel. Was ist denn nur passiert?"
    Sie ahnte es bereits, wollte es aber nicht aussprechen. Schließlich hatte sie Zeit gehabt, in der Bibliothek nach zu sehen.
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    Tales
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Sa Jul 18, 2015 2:16 am

    Tales sah sie auf sich zukommen. Sie hatte schon einen ganz schönen Bauch dran. Sicher wäre es bald so weit. Er nahm sie in seine Arme und streichelte liebevoll über ihren Bauch. Dann nahm er sie ohne ein weiteres Wort, bei der Hand und setzte sich mit ihr auf eine Bank. Zunächst blieb er stumm, doch schließlich erhob er sich und stellte sich vor sie. „Dana…“ Nun, die passenden Worte finden. Er lief hin und her und schließlich blieb er stehen. Er sah sie an und erklärte: „Ich… habe dir gesagt, dass ich dich zwei Mal betrogen habe… Mit Dämonen, aber… Das ist nicht ganz richtig.“ Er rieb sich die Wange, wie er es immer tat, wenn er nervös war. „Es gab eine dritte… Schattenreißer. Eine Teufelin. Ich… Als ich Zel versuchte zu retten… Verlangte sie eine Gegenleistung.“ Nun ließ er Blick und Arme sinken. „Ich fürchte, unser Feind ist ein weiterer Sohn…“ Er holte tief Luft und ließ sie langsam wieder ausströmen. „Ich…“
    „Tales!“, Zel. „Da bist du ja wieder. Wir müssen reden.“
    „Jetzt?“
    „Besser jetzt als später, ich rufe die anderen zusammen.“ Tales sah ihm nur nach und seufzte langgezogen. Er setzte sich wieder zu Dana und sagte: „Ich hätte nicht gedacht, dass sie ein Kind von mir wollte… wobei ich mit dem Gedanken gespielt hatte. Teufelskinder werden schnell erwachsen und leben lang. Ebenso wie die, der Dämonen. Ich fürchte… Er wird es wieder versuchen. Ich weiß nicht was er will, aber ich… fürchte mich.“
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    Dana

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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Sa Jul 18, 2015 2:27 am

    Dana ließ sich von ihm führen. Sie setzten sich auf die Bank. Das Gefühl, welches sie hatte, wenn er ihren Bauch streichelte, war unglaublich. Sie liebte ihn so sehr, sie könnte ihm niemals etwas NICHT vergeben.
    "Ich habe es bereits geahnt. Du hast es für Zel getan, du hast sie nicht geliebt. Ich weiß, wie viel es dir abverlangt haben muss. Die Bücher in der Bibliothek sind wirklich informativ."
    Im Nachhinein verstand sie auch, warum er mit ihr nicht hatte schlafen wollen, als sie damals geheiratet haben. Das spielte ja nun auch keine Rolle.
    "Er ist dein Sohn Tales. Ein weiteres Kind, welches den Weg einer Teufelin gewiesen bekam. Dazu haben diese Kinder alle offenbar große Ähnlichkeit mit dir. Ich hoffe nur, das sie Azeral nicht irgendwann mit ihm verwechseln. Wir werden einen Weg finden mein Engel. Wir haben bis her so vieles durch gestanden, dann werden wir auch das schaffen. Nun aber .. sollten wir zu diesem Gespräch gehen. Es wird nicht lang dauern. Aber danach ... möchte ich noch ein wenig zeit mit dir verbringen."
    Sie hatte ja nicht nur in der Bibliothek gestöbert, sondern auch die ersten verletzten Engel besucht, um ihre Wunden zu heilen. Schließlich würden sie alle brauchen und nicht nur das. Schmerz war Leid und Dana ertrug es nicht, wenn jemand litt. Diese Wesen übertrugen ihr Leid eben so, wie Menschen auf sie und um so größer die Zahl wurde, um so schlechter ging es auch ihr. Nun stand sie auf und begleitete ihren Mann zu der Beratung.
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    Tales
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Sa Jul 18, 2015 4:19 am

    Tales sah Dana mitgenommen an. Sie verzieh es ihm natürlich und Tales sah auf den Boden, als er mit ihr zusammen los ging. Er blieb aber noch mal stehen und sagte: „Dana… Diese… Teufelin. Ich weiß, dass sie mich sehr begehrt. Ich weiß nicht, wieso ihr Sohn uns angegriffen hat, noch weiß ich, wie viele ihm noch folgen. Ich habe keine Ahnung, was hier vor sich geht. Wir… müssen auf alles gefasst sein und ich… ich brauche… diese Macht.“ Er hatte gesagt, dass er noch warten wollte, aber so wie sich alles entwickelte, schien er nun doch drauf angewiesen. Und zwar so schnell es ging. Er ging mit ihr in den Ratssaal und es waren schon fast alle versammelt. Dieses Mal jedoch waren die Kinder in der Obhut einer Amme.
    Nur einer fehlte und zwar Azeral. Sicher würde er auch bald kommen. Auch Cithlyn war schon da und Tales sah etwas blass aus. Dennoch schien er entschlossen und nichts deutete darauf hin, dass er in irgendeiner Form schwach war. Er setzte sich mit Dana an den Tisch und wartete. Irgendwann trommelte er ungeduldig mit den Fingern auf dem Tisch und fragte: „Hat ihm jemand Bescheid gegeben?“ Zel nickte und nach einigen Augenblicken stand Tales auf, ging hinaus und man konnte donnernd seine Stimme hören: „AZERAL!“ Scheinbar war Tales ziemlich unzufrieden mit der ganzen Situation. Er kam wieder hinein und nach einigen Augenblicken, trat nun auch Azeral durch die Tür. Er sah verständnislos in die Runde und hatte sogar noch leicht zerzaustes Haar. „Was… ist denn los?“, fragte er. „Setz dich!“, befahl Tales und nach einem fragenden Seitenblick tat Azeral es. Sein Spielzeug schien er im Zimmer gelassen zu haben. „So.“, sagte Tales nur und lehnte sich zurück. Luca sah ihn noch einen Moment leicht irritiert an und stand dann auf. „Wir haben… einen Plan.“ Azeral schenkte sich Wein ein und lehnte sich zurück. Unbewusst nahm er eine ähnliche Haltung, wie sein Vater an. „Es geht um dich Azeral.“ Er blickte Luca an und einen Moment sah man eine tiefe Empfindung auf seinem Gesicht. Nämlich ein wenig Furcht, aber auch Unbehagen. Luca setzte gleich fort. „Wir wissen um deine rhetorische Begabung und die Fähigkeit… sehr überzeugend zu sein.“ Tales lauschte. ER wusste ja gar nicht, um was es ging. „Wir wollen, dass du – Azeral – diejenigen besuchst, die sich weigern zu helfen oder gar zu erscheinen.“ Azeral setzte das Glas mechanisch auf den Tisch. „Was?“, fragte er verwirrt.
    „Ja. Wir wollen, dass du in unserem Namen die Verhandlungen führst.“ Tales sah Luca von der Seite an, was dachten sie sich dabei? Nicht dass ER AZeral misstraute, aber er hatte gedacht, dass die anderen es täten. Azeral sah zu Tales und der zu ihm. Dann sagte Tales: „Eine große Ehre.“ Azeral senkte den Blick und Luca setzte fort: „Wir haben den Rat zusammengerufen, weil wir darüber diskutieren und gegebenenfalls abstimmen wollten.“ Kylar freute sich total für seinen Bruder, dass ihm so viel Vertrauen entgegengebracht wurde und Tales sah weiterhin sehr ernst aus. Sprachlos war Azeral erst mal und Luca fragte: „Würdest du das für uns… und die Welt tun?“ Azeral sah sie an und sah ein bisschen irritiert aus. „Etwa… allein?“
    „Du bist doch schon ein großer Junge.“, witzelte Cale und grinste süffisant. Azeral lehnte sich zurück. Er schien nun etwas sprachlos. Dann nahm er sein Glas und trank, während Luca sagte: „Nein, nicht allein, Caithlyn soll dich als Leibdienerin begleiten.“ Azeral verschluckte sich und hustete den Wein ins Glas und auf seine Klamotten. Tales schüttelte lächelnd den Kopf und Azeral sagte: „Auf keinen Fall!“
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    Dana

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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Sa Jul 18, 2015 4:40 am

    Dana blieb ebenfalls stehen. Sie sah ihren Tales so verständnisvoll an, wie es niemand sonst tat.
    "Ich weiß ... Deshalb solltest du das nach der Versammlung tun. Ich möchte nur ... das du wieder zurück kommst ... wenn es vollbracht ist."
    Sie legte ihm liebevoll die Hand auf seine Wange.
    "Er will seinen Vater für sich ... und kann niemanden dulden, zu dem sein Vater zurück gehen könnte."
    Zumindest war das eine der Theorien, die sie aufstellte, um das Handeln seines dritten Sohnes zu erklären.
    "Komm. die Anderen warten schon."
    Alle waren zusammen gekommen nur Azeral schien sich wieder alle Zeit der Welt nehmen zu wollen. Caithlyn fragte sich, was sie dabei sollte. Sie hatte doch nichts mit alle dem zu tun. Azeral kam herein. Wo seine Sklavin war, war wohl all zu deutlich. Schließlich klebte sie ihm sonst an den Hacken wie ein Hund und sein Haar war zerzaust. Caithlyn war ja schließlich auch nicht gerade auf den Kopf gefallen und wusste sehr wohl, was Mutter und Vater in ihren Betten getan hatten, wenn die Kinder schliefen. Nun saß sie da, lauschte den Worten und bekam schließlich riesige Augen, als sie hörte, sie solle mit ihm reisen.
    "WAS?!"
    rief sie und schlug sich die Hand vor den Mund. Sollte er mal ruhig Gift und Galle spucken.
    "Wie ihr wünscht euer Hoheit,"
    erklärte sie schließlich. Sie durfte sich einem Wunsch der Königin nicht widersetzen und würde es nicht wagen, ihr zu widersprechen. Demütig senkte sie das Haupt und knickste vor Luca. Immerhin hatte sie ja nun das sagen.
    Dana lächelte nur und sah zu Luca. Das Azeral sich eine Sklavin hielt, ging ihr doch sehr gegen den Strich. Nein es war sogar noch schlimmer. Es schmerzte sehr, denn damals war es ihr Ziel, die Sklaverei auf zu heben. Was Azeral nun tat, war für sie das Schlimmste, was er seinem Vater an tun konnte. Denn schließlich war auch er einst ein Sklave gewesen.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Sa Jul 18, 2015 5:00 am

    Azeral stand der Mund offen, wie konnte sie es wagen, einfach Ja zu sagen?! Er sah zu Tales, der ihm fest in die Augen sah, dann zu Dana, die irgendwie bedrückt schien, auch wenn sie lächelte und dann zu seinem Bruder, der schier begeistert war. „Das… geht nicht!“, verteidigte er sich. Er erhob sich und strich sich den Wein von den Sachen, auch wenn das nun wirklich nicht das gewünschte Resultat brachte. Tales sah ihn nur immer weiter an und dann schien er Azeral förmlich mit seinem Blick zu zwingen sich wieder zu setzen. „Was spricht dagegen?“, wollte er nun wissen und Azeral suchte nach einer logischen Antwort. „Ich kann sie nicht ausstehen!“, sagte er schließlich.
    „Umso besser, dann vergreifst du dich wenigstens nicht an ihr.“, witzelte Cale und hielt die Hand vor den Mund, als Azeral ihn derart geladen und böse anblickte, dass er seinem Vater in nichts nachstand.
    „Azeral?“, fragte Tales nun und der Sohn sah ihn an. „Wieso muss sie mitkommen, ich kann das auch alleine!“
    „Ein Edelmann“, begann Luca, „braucht eine Begleitung, sonst wirkt er schäbig und nicht angemessen.“
    „Und warum sie?! Sie ist eine einfache Magd.“
    „Das stimmt, deshalb erhebe ich sie auch zum Stand einer Leibdienerin.“ Azeral sah sie ungläubig an und Tales faltete die Hände. Er betrachtete seinen Sohn. Der ihn nun mit einem derart verstörend flehenden Blick ansah, dass Tales leicht die Brauen hoch zog. „Tu mir das nicht an…“, flehte er so leise, dass man es kaum hörte. „Ich denke es ist das Beste.“, sagte Tales. Er kannte weder die Hintergründe, noch die Beziehung zwischen seinem Sohn und Caithlyn, aber er war sich sicher, dass Luca dies nicht ohne Grund sagte. Und Dana wollte ohnehin, dass Caithlyn sich um ihn kümmerte. Azeral sah Tales sprachlos an und schüttelte leicht den Kopf. „Azeral. WAS spricht dagegen, außer deine persönliche Abneigung gegen einen Menschen, den du gar nicht richtig kennst?“, fragte Tales nun. Azeral sah auf den Tisch und schien nachzudenken. „Also dann scheint es wohl entschieden, wie?“, fragte Tales. Da allgemeines Schweigen herrschte, ging er davon aus, dass dem so war und sah zu Luca, die ihn mit strahlenden Augen ansah. Sie sah zu Zel, der sich erhob und leicht lächelte. „Dann verfüge ich – König Zel – dass du, Caithlyn in den Rang der Leibdienerin Azerals erhoben wirst. Weiterhin soll Azeral, Sohn von Tales für unser Königreich als Botschafter fungieren und unser Wort in die Lande tragen.“ Azeral funkelte Zel an. Feiner Schachzug, es ausgerechnet IHN verkünden zu lassen. Mit Schmackes stand Azeral auf und der Stuhl rutschte einen Meter zurück. „Fein! War’s das?!“, fragte er ungehalten und Luca erhob sich. „Nicht ganz.“ Azeral funkelte sie an und Tales sagte ruhig: „Setzt dich bitte, mein Sohn.“ Auch jetzt wusste er nicht, um was es ging, aber auch dieses Mal gehorchte Azeral ihm und setzte sich trotzig hin. „Ich würde mich gern umziehen.“ Luca lächelte und sah dann zu Dana. Sie sollte ihm sagen, was ihr auf dem Herzen lag.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Sa Jul 18, 2015 5:38 am

    Caithlyn sah nur zu Boden. Sie wagte gar nicht auf zu sehen, als Azeral so ausrastete und abgesehen davon, wollte sie auch nicht, das die Königin ihr an sah, wie sehr es ihr widerstrebte, Azeral zu Diensten zu sein. Dana dagegen, freute sich sehr, das Caithlyn dem Wunsch Lucas nicht widersprach. Nun eigentlich war es nicht Lucas, sondern ihr Wunsch, denn sie fühlte, das die Beiden irgendwie klar kommen würden. Xera saß eben so am Tisch. Sie knuffte Cale ab und zu, wenn er einmal wieder zu weit ging und sich lustig machte. Endlich war das Thema ab gehakt. Leider offenbar noch nicht ganz. Kaum das Caithlyn in den höheren Stand erhoben wurde, begann sie direkt Azerals Kleidung zu reinigen und ihm den Stuhl zurecht zu rücken. Dana sah sich das ganze an und sah nun auch zu Luca. Sofort verstand sie, was Luca wollte. Dana sah also zu Azeral.
    "Wie du bereits weißt, war das Volk, dem dein Vater zugeordnet war und aus dem auch Xera stammt, zur damaligen Zeit versklavt. Dein Vater und Xera, gehörten zu diesen Sklaven und mussten schlimme Dinge erleben. Xera ist damals geflohen und auf deinen Vater getroffen. Sie waren sich sehr ähnlich und wurden die besten Freunde. Worum ich dich bitten möchte ... in diesem Land ist die Sklaverei verboten. Bitte entlasse das Mädchen aus der Sklaverei. Sie hat falsch gehandelt auf den Befehl eines Anderen hin, der glaubt, wir berauben ihn um jemanden. Sie ist nichts weiter mehr, als eine willenloses Geschöpf, welches sogar gesagt bekommen muss, wann es sich erleichtern darf. Dein Vater und Xera, haben das alles hinter sich. Sie wissen, was es heißt, nur noch auf einen Befehl zu warten, oder nur noch das zu tun, was man ihnen erlaubt. Ich weiß dieses Mädchen hat keinen eigenen Willen mehr und weiß es nicht. Lass sie gehen Azeral. Lass sie zu ihrem Herrn zurück kehren oder sich dazu entscheiden, hier bei uns friedlich zu leben. Es ist kein Befehl ... sondern eine Bitte."
    Xera wurde noch blasser, als sie es ohnehin schon war. Erinnerungen, die sie nicht mehr haben wollten, stiegen wieder empor. Ihre Schwester hatte sie nie wieder gesehen. Nicht einmal in diesem Leben vermochte sie zu sagen, ob sie wieder geboren worden war, wovon sie aus ging. Sie starrte Azeral eindringlich an.
    "Ich schließe mich Danas Bitte an. Es gibt nichts, was schlimmer ist, als keinen eigenen Willen zu besitzen."
    Sie sah ernst ... ja fast böse aus, wie sie jetzt zu ihm sah. Sie vergaß nicht, wie es war, als man sie ausbildete, als man sie unter Schmerzen dazu brachte, einen verkrüppelten wehrlosen Mann zu töten. Man hatte sie gebrochen geglaubt doch tatsächlich hatten sie ihren Tod herangezüchtet, der an dem Tag zu schlug, da man ihre Schwester brutal vergewaltigt und getötet hatte.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Sa Jul 18, 2015 5:54 am

    Azeral sah finster zu Dana herüber, als sie erneut mit diesen alten Geschichten begann. War doch wirklich nicht zu glauben. Wieso war sie so? Jetzt musste er sich wirklich vorschreiben lassen, was er zu tun und zu lassen hatte? Tales sah ihn bloß an. Ja… ach er wusste, wie die Sklaverei sich anfühlte und er wusste auch, was es hieß einem anderen den eigenen Willen aufzuzwängen. Damals war er von dieser Macht berauscht gewesen. Mit Shizus Tod hatte er sie verloren, aber durch Jahre langes Studium wieder erlernt, wenn auch nie mehr angewandt. Es war außerdem etwas anders gewesen. Die Macht Shizus – des Vaters – ließ absolut keinen anderen Willen zu. Er hatte selbst Dana befehlen können, ihn nicht mehr zu lieben. Tales sah auf den Tisch und Azeral erhob sich. „Sie gehört mir, ich tue mit ihr was ich will und wann ich es will!“ Kylar sah ihn an. „Sie ist ein lebendes Wesen. Sie… sollte so nicht leben müssen.“ Azerals Blick traf Kylar hart, weil er so feindselig war, wie er ihn nie zuvor gesehen hatte. Er erschrak sogar. Tales sah auf. Was sollte er sagen. Ihn noch weiter in die Ecke zu treiben, würde es nur schlimmer machen. Aber er erhob sich ebenso und Azeral sah ihn an. Er sah zornig aus und fühlte sich ein kleines bisschen verraten, doch Tales kam nun zu ihm und erklärte: „Ich danke dir dafür, die Aufgabe des Botschafters zu übernehmen, Azeral.“ Verdattert sah Azeral ihn nun an und Tales legte ihm die Hand auf die Schulter. Er blickte ihm in die Augen und sagte dann ruhig. „Bitte befreie sie.“ Azerals Augen verengten sich zu schlitzen, doch dann schien er ruhig zu werden. Sehr ruhig und senkte schließlich den Kopf. „Wie du willst…“ Er wandte sich ab und verließ sehr zügig den Raum. Tales seufzte und schüttelte leicht den Kopf, dann kam er zu Kylar und legte die Hand auf seine Schulter. „Schon gut.“
    Azeral kam innerhalb weniger Augenblicke zurück. Fran folgte ihm mit gesenktem Blick. Azeral sah düster in die Runde. Nicht selbstgefällig, nicht arrogant und auch nicht eingebildet, sondern einfach nur zornig. Er richtete sich dennoch nun erhaben auf, sah auf seine Sklavin und dann flackerte er kurz auf und stand hinter ihr, wo er einfach weiter ging. Ein hauchdünner feiner roter Strich bildete sich auf der Kehle des Mädchens und sogleich brach sie zusammen und der Kopf rollte über den Boden. Tales sah ihm nach und Kylar sah auf die grausige Tat. Nicht mal Dana hatte so schnell heilen können, wie das Mädchen gestorben war. Azeral ließ die Flügeltür hinter sich derart laut ins Schloss knallen, ohne sie auch nur zu berühren, dass die Kronleuchter klirrten. Jetzt hatten sie ihn wohl richtig verärgert.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Sa Jul 18, 2015 6:08 am

    Das es Azeral nicht passte, war Dana klar. Sie sah ihn an, als habe er ihr gerade eine Ohrfeige verpasst. Wie konnte er einen Menschen ... ein Lebendes Wesen, als sein Eigentum betrachten.? Dana hatte nicht einmal ihre Stute als ihr Eigentum, sondern immer nur als ihre Freundin gesehen. Es tat weh, ihn so sprechen zu hören. Sie senkte den Kopf, als er nun wirklich wütend ging. Er kam mit dem Mädchen zurück und tötete sie, noch ehe irgendwer etwas hätte tun können. Dana schlug die Hände vor den Mund. Tränen liefen ihr zartes Gesicht herab. Caithlyn war Sprachlos. Sie konnte nicht einmal aufschreien. Azeral war fort. Wie konnte er nur so unglaublich dämlich sein. Nun sie würde es wohl ausbaden dürfen, denn schließlich musste sie mit ihm reisen. Dana kniete inzwischen neben dem Leichnahm des Mädchens.
    "Es tut mir leid,"
    hauchte sie und hielt die Hand des Mädchens. Es war wie immer, wenn jemand einfach sinnlos getötet wurde. Es ging Dana schlecht und das richtig. Caithlyn hatte sich weg gedreht. Das Blut des Mädchens lief nur so und sie musste wohl oder übel mit diesem arroganten Wesen reisen müssen. Das beinhaltete nun auch, die Sachen zu packen. Kyla sah betreten zu Boden. Sie wusste nichts von dem Mädchen, aber von Dana. Sie litt und Kyla hatte es sich zur Aufgabe gemacht, sie zu trösten, wenn Tales nicht da war. Xera sah ungerührt zu dem Mädchen.
    "Dana ... es ist gnädiger als das, was Azeral zuvor mit ihr gemacht hat,"
    meinte sie. Kyla nickte bestätigend.
    "Xera hat recht Dana. Was Azeral aus ihr gemacht hat, war nicht mehr das Mädchen, welches unsere Caithlyn angegriffen hat. Sie war nur noch eine Marionette. Es ist besser so für sie."
    Kyla stand auf und ging zu ihr.
    "Wir werden sie anständig beerdigen. Du solltest dich nicht so aufregen. Das Kind wird das alles auch erleben."
    Dana nickte, und sah zu Tales, als wäre er der letzte Halt auf dieser Welt. Caithlyn dagegen knickste vor Luca.
    "verzeiht euer Hoheit ... ich ertrage solche Anblicke nicht. Würdet ihr mir erlauben zugehen? ich würde gern Vorbereitungen treffen und die Sachen packen, da ich davon aus gehe, das wir schnellst möglich aufbrechen sollen."
    Dabei hatte sie selbst nicht mal die nötige und richtige Kleidung.
    "
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Sa Jul 18, 2015 6:33 am

    Es war… furchtbar. Tales sah zu dem Leichnam und sah zu Dana, die kreidebleich war. Er würde das klären müssen. Er kniete sich zu ihr herab und nahm sie einfach in die Arme und Kylar tat es ihm gleich. Zum Glück waren die Kinder nicht hier gewesen. Tales wusste, was geschehen würde, als er gesagt hatte, Azeral solle das Mädchen „befreien“, denn er kannte seinen blutrünstigen Sohn gut. Aber dass er es vor den Augen aller tun würde… hatte er nicht erwartet. Auch Lex saß da und verstand die Welt nicht mehr. Was… zum… Teufel? Dieser Mann sollte für sie den Botschafter spielen?! Am Ende wären alle Verbündeten tot, wie er das sah! Lex erhob sich und sagte: „Das geht so nicht. Das…“
    „Ich rede mit ihm.“, sagte Tales. Lex sah ihn an. „Tales, dieser Bursche wird…“ „Ich REDE mit ihm!“ Lex warf die Hände hoch, schüttelte den Kopf und verschränkte dann die Arme. Er half Dana hoch und überließ sie Kylar, der sich wirklich liebevoll um sie kümmerte.
    Tales ging hinauf, während Luca auf Caithlyns Bitte hin nickte.
    Azeral stand in seinem Zimmer und zog sich eben das Gewand aus. Rotwein… das ging nie wieder raus! Er hörte Tales nicht mal kommen und entdeckte ihn auch nicht, als dieser sich ins Zimmer geschlichen hatte. Azeral lief halb nackt hin und her und schien wirklich aufgebracht. Insgeheim freute Tales sich eigentlich, dass er es immer noch drauf hatte. Azeral lief zur Komode, sah in den Spiegel und fegte dann voller Zorn alles herunter. Er betrachtete sich im Spiegel und mit einem halbherzigen Wutschrei schlug er mit der Faust dagegen, sodass er zersplitterte.
    „Ich hoffe, das war nicht mein Gesicht.“, sagte Tales fast belustigt. Azeral erschrak sich so sehr, dass er einen Satz zurück machte. „Vater!“, es klang ehrfürchtig… „Nein, das…“
    „Schon gut.“ Er setzte sich aufs Bett und sagte: „Sie sind schockiert. War es das was du wolltest?“
    „Nein.“ „Und was war es dann?“ Azeral blickte auf den Boden. „Ich… war wütend.“ „War nicht zu übersehen.“ Tales legte die Hand neben sich und klopfte einmal. Azerals Augen weiteten sich kurz. Diese Geste erinnerte ihn an seine Kindheit. Er kam vorsichtig näher. Eigentlich erwartete er eine Strafe und schließlich setzte er sich. Tales sagte: „Azeral… Du sollst niemanden töten, wenn es nicht absolut unerlässlich ist.“ „Aber…“ Tales hob die Hand und Azeral schwieg. „Hör mir einfach zu. Das Mädchen, ich sagte, du sollst sie befreien und ich habe die Geste deinerseits durchaus verstanden. ICH bin dir nicht böse, habe ich selbst nie anders gehandelt. Machtdemonstration, Konsequenzen aufzeigen und stets das tun, was man sagt, um nicht unglaubwürdig zu erscheinen. Du hast viel gelernt.“ Azeral blickte ihn erstaunt an. „Du sollst wissen, dass ich dir deshalb nicht grolle, denn genau diese Eigenschaften, brauchen wir bei dem Unterfangen, was du für uns tun sollst.“ Nun hatte er Azerals vollste Aufmerksamkeit. Tales legte ihm die Hand an die Wange und sagte: „Azeral aus dir ist wahrlich ein großer Mann geworden und ich bedaure es sehr, dass wir uns so lange bekämpft haben, wegen eines dummen Schwertes. Du sollst wissen, dass ich stolz auf dich bin, dass ich dein Handeln eben nicht verurteile. Ich hätte es vor einiger Zeit ebenso getan. Nur bitte… Ich bitte dich inständig, dies nicht vor deiner Mutter zu tun. Oder vor den anderen. Er sah ihm tief in die Augen. Deine Mission ist klar, tu was du für richtig hältst diese Faulpelze zu animieren und sie auf unsere Seite zu ziehen. Sei standhaft und stark, zeig ihnen, wer das sagen hat, aber mach dem Königshaus keine Schande.“ Dann lächelte er und sagte: „Und bitte… tu Caithlyn nicht weh.“ Azeral senkte den Blick. „Versuche dich bitte mit ihr zu arrangieren.“ Der Sohn sah seinem Vater in die Augen. „Ich verspreche es.“ Tales lächelte und nahm nun auch die andere Wange, wo er Azeral einen Kuss auf die Stirn gab. „Mach mich stolz, Azeral.“ Selbigem schwoll die Brust und er sagte energisch und voller Tatendrang: „Jawohl, Vater!“

    Tales ließ ihn nun wieder alleine und ging zurück nach unten. Er ging zu Dana und nahm sie gleich wieder in die Arme. „Er wird uns nicht enttäuschen. Es wird alles gut. Es wird nicht noch einmal vorkommen.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Sa Jul 18, 2015 11:36 am

    Dana konnte es nicht fassen. Tales und Kylar kümmerten sich sofort um sie. Es war furchtbar das mit an zu sehen. Dana litt schrecklich. Kyla wollte sie dort weg bringen, nachdem Tales gegangen war. Allen war klar, das er nun mit seinem Sohn reden wollte. Er hatte es ja deutlich genug gesagt. Kylar schaffte es schließlich, Dana von dem Leichnam weg zu bewegen. Männer kamen und holten den toten Körper weg, während andere das Blut aufwischten. Kyla half mit Magie nach. Schließlich war Aufregung nicht gut für Dana. Sie war schrecklich blass. Tales kam zurück und nahm seine Frau sofort wieder in die Arme. Seine Worte trösteten Dana jedoch nicht über das Geschehene weg. Es war ein Schock für sie. Nicht das sie nicht schon tote und Leichen gesehen hatte oder selbst getötet hatte. nein ... auch sie hatte schon töten müssen. Jedes Mal brach es ihr das Herz. Bei diesem Mädchen aber, kam es ihr besonders Sinnlos vor. Dana nickte. Sie schmiegte sich an Tales, versteckte ihr Gesicht an seiner Schulter und weinte.

    Caithlyn machte sich augenblicklich aus dem Raum. Sie musste ihre Blume versorgen, die sie wohl am ehesten Dana anvertrauen würde, sofern sie die schöne Blume denn wollte. Sie brachte sie direkt in ihre Gemächer und stellte sie auf den Tisch. Anschließend ging sie wieder hinaus. Als Leibdienerin, hatte sie nun keine andere Wahl, als Azerals Gemächer auf zu suchen und sich ums ein Wohlbefinden zu kümmern, was das Packen einiger Sachen beinhaltete. Sie hatte großes Glück, das sie früher immer auf einem großen Pferd hatte reiten dürfen. Sollten sie nun also ihre Reise zu Pferd an treten, würde sie keine Probleme haben, mit zu halten. Da sie nicht wusste, ob er in seinen Gemächern war, klopfte sie an.

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