Nightingale

Es gibt nicht nur Freunde in dieser Welt!


    Schicksal oder Zufall?

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    Jin
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Mi Jan 09, 2019 10:41 pm

    Nun, vorbeigeschmuggelt war wohl etwas hoch gegriffen. Jin hatte sie natürlich bemerkt, aber warum sollte er sie aufhalten? Vielleicht musste sie mal? Er betrachtete, was sie tat und fragte sich, ob das wirklich der Grund war, warum sie rausgegangen war. Ihr lachen war sehr ungewohnt, wenngleich es auch schön war. Jin verlor sich einen kleinen Augenblick in der sich ihm bietenden Szene und lauschte den Regentropfen und dem Donnergrollen. Als es eben wieder blitzzte und donnerte, fand er zurück in die Realität. Er sah Aideen streng an und reif durch den Regen: „Bist du wahnsinnig? Es gewittert! Hier ist alles nass, was wenn der Blitz einschlägt?“

    Valas schaute Elariel beim erwachen zu. Zumindest so halb von der Seite. Sie war auf ihm eingeschlafen, während er wache gehalten hatte. Sie musste erschöpft sein, von den letzten Tagen. War er zwar auch, aber er hatte sich ja trotzdem irgendwie immer geschont. Sie fragte nach Aiedeen und Valas sah zur geöffneten Tür, wo Jin eben zeterte. Er lächelte leicht und schüttelte den Kopf. Jin hörte jedoch trotzdem Elariels frage und drehte sich zu ihr um. „Sie muss während deiner Wache raus gelaufen sein.“ Natürlich hatte er selbst gesehen, wie sie rausgegangen war, aber er wollte wohl damit andeuten, dass Elariel eingeschlafen war, trotzdem sie eigentlich hatte Wache schieben wollen.
    „Ja. Ich glaub, wir haben ihn wieder.“, kommentierte Valas dazu.
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    Aideen

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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Do Jan 10, 2019 9:01 am

    Aideen genoss den Regen. Sie liebte es, wenn es regnete. Natürlich musste es nicht immer regnen, aber sie empfand ihn als erfrischend und die Luft duftete nach dem Regen immer so schön. Regen brachte Leben ... wenn er nicht im Übermaß kam. Es hatte in letzter Zeit kaum geregnet und nun ließen die Wolken das aufgesogene Nass auf die Erde fallen. Jin ließ sie eine Weile in Ruhe, ehe er ihr wieder streng kam. Aideen hörte abrupt auf sich zu drehen und zu lachen. Sie sah Jin an, wie ein Reh, lächelte und kam zurück zu ihm. Sie wusste ja auch, das der Blitz gefährlich war. Das Gewitter kam näher und da es schon in nicht all zu weiter Ferne ordentlich eingeschlagen hatte, war es wohl besser, sie ging wieder hinein. Drinnen schnappte sie sich ihren Umhang, setzte sich wieder hin und sah einfach nur nach draußen.

    Elariel sah Jin ein wenig Schuldbewusst an. Ja, sie hatte Wache halten sollen, aber es konnte wohl auch dem Besten mal passieren, das er bei der wache ein schlief. Sollte er mal ruhig motzen. Ihr Blick wanderte zu Valas, der gerade seinen Kommentar dazu gegeben hatte. Elariel nickte zustimmend.
    "Ja, ich denke auch, es geht ihm wieder gut."
    So kannten sie ihn. Mosernd, unzufrieden und mürrisch.
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    Jin
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Do Jan 10, 2019 11:32 am

    In aller erster Linie war Jin überrascht. Sie hörte auf mit ihrem Regntanz und sah ihn an. Auch ihr Lachen starb dabei, aber es sah nun auch nicht aus, als sei sie deswegen traurig. Sie gehorchte ihm einfach... Jin konnte gar nicht fassen, dass sie einfach aufs Wort hörte. Sie ging an ihm vorbei und setzte sich. Dort starrte sie dann draußen. Jin betrachtete sie einen ganz kurzen Moment und dann kam er zurück. Auch Cana und Luxia saßen nun da und sahen ihn erwartungsvoll an.
    Valas hatte auf Elariels Worte gelächelt und zustimmend genickt. Er betrachtete auch Jins Gesicht, als er zurück kam und Jin wusste so gar nicht, warum ihn nun alle anschauten. Er fragte nur: „Was? Was ist?“ Luxia antwortete freundlicher Weise sofort: „Wie geht es dir?“
    „Wie es...? Gut.“ Er machte eine kurze Pause und sagte weiter: „Schätze ich.“ Nun das war abzuwarten. Aber er hatte geschlafen wie ein Stein. Cana erhob sich und verkündete: „Ich schau mal, was wir zu essen haben!“ Direkt im letzten Wort krachte es gewaltig in der Ferne. Da musste ein enormer Blitz eingeschlagen sein. Sie erschrak sich kurz, riss sich aber zusammen und lief dann in der Scheune umher. Jin sah sie an und sagte: „Cana, wir haben nichts.“ Sie blieb stehen und sah zu ihm. Ja... das war ein Problem. Wierde blitzte und donnerte es und sie erschrak sich abermals. Sie fragte: „Wir sind hier doch sicher oder?“
    Jin sah sie merkwürdig an und ehe er was sagen konnte sagte Valas: „Ja klar. Wir haben ein Dach überm Kopf, es ist trocken und einiger Maßen warm.“
    „...leicht brennbar und baufällig.“, setzte Jin fort und Valas sah ihn kopfschüttelnd an. Wie konnte man so dermaßen nichts raffen...
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    Aideen

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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Do Jan 10, 2019 8:53 pm

    Nun ... eigentlich gehorchte sie nur, weil sie ihn nicht wieder so sehr enttäuschen wollte. Wäre erneut jemand verletzt, würde sie sicher wieder helfen, aber sie würde Jin nicht noch einmal so sehr weh tun, wie sie es zuvor getan hatte. Sie wusste, sie konnte nicht jeden retten und es tat ihr leid, wenn sie zwar alles in ihr Macht stehende getan hatte, um ein Leben zu retten, doch war es leichter sich damit ab zu finden, zu wissen, das man alles getan hatte, was man konnte, um ein Leben zu retten, als es gar nicht erst versucht zu haben. Der Tod gehörte zum Leben dazu und Aideen hatte viele Waldbewohner zu den Geistern des Waldes gehen sehen. Es hatte immer geschmerzt, aber auf eine andere Weise, wie es schmerzte, als sie Jin so furchtbar enttäuscht gesehen hatte. Der Donner, der erneut einen Einschlag verkündete, ließ sie zusammen fahren. Es kam näher. Jin hatte leider recht mit dem, was er über diese Hütte sagte. Von außen war das Holz zwar nass, aber würde ein Blitz hier durch das Holz einschlagen, würde das Stroh unweigerlich Feuer fangen und sich schnell durch die ganze Hütte fressen. Aideen wurde unruhig. Ihr Blick war nun nicht mehr entspannt und glücklich, wie eben noch, sondern eher ängstlich.

    Elariel sah auf. Richtig. Sie hatten die Vorräte nicht aufstocken können. Alles was sie vielleicht noch hatten, war ein paar Krümel, die bestenfalls für eine Maus oder einen Spatz gereicht hätten. Sie sah sich die Hütte an.
    "Ja, trocken und ein Dach über dem Kopf schon, aber ..."
    Sie sah Aideen an, die nach dem letzten lauten Donner eher nervös wirkte. Elariel zog die Brauen zusammen. Aideen wirkte wie ein Tier, welches eine Gefahr kommen sah, die den Anderen entging.
    "Vielleicht ... sollten wir weiter ziehen. Es regnet zwar, aber da draußen sind die Chancen von einem Blitz getroffen zu werden vermutlich gering."
    Das sie da wohl vollkommen gegen Jins Meinung war, war ihr durchaus bewusst, aber Aideens Nervosität steigerte sich mit jedem Donnerschlag und Blitz, der näher kam. Im schlimmsten Fall, war das da draußen kein natürliches Gewitter.
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    Jin
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am So Jan 13, 2019 7:09 pm

    Jin beobachtete seine stumme Begleiterin. Wie konnte bei ihr von einem Moment auf den anderen ein solcher Stimmungswechsel auftreten? Eben hatte sie noch im Regen getanzt und nun hatte sie Angst davor? Das war... seltsam. Doch er konnte es nicht ändern. Auch Cana sah etwas beunruhigt aus, wohl aber nur, weil Aideen so geängstigt war.
    Elariel hingegen schlug vor, doch weite zu ziehen und Jin sah sie ungläubig an. Er schüttelte leicht den Kopf und schien nicht mal was zu sagen wollen, so absurd fand er diese Idee. Valas beobachtete alle anwesenden und meinte schließlich: „Wenn die Hütte Feuer fängt...“
    „Werden wir sie eben verlassen. Vorher aber werde ich keinen Fuß vor die Tore setzen. Selbst wenn sie selbst nicht vom Blitz getroffen werden würden. Die Feuchtigkeit würde die Elektrizität trotzdem weiter leiten. Nein, das kam nicht in Frage.

    Jin weigerte sich raus zu gehen, also mussten sie wohl hier bleiben. Cana zuckte zwar bei jedem Donner, aber sie wollte stark bleiben. Sie sah zu Jin und schließlich auch in die Ganze Runde und verkündete: „Lasst uns ein Spiel spielen!“ Zum einen wollte sie sich ablenken und zum anderen auch Aideen. Jin hatte vorhin das Tor der Scheune geschlossen und lehnte nun an der Holzwand. Er schien weniger beunruhigt und hing seinen eigenen Gedanken nach. Luxia hingegen fand den Vorschlag super. „Was willst du denn spielen?“ Cana überlegte kurz: „Wie wäre es mit stiller Post?“ Valas lachte leise und sagte dann: „Mit zwei Dunkelelfen?“ Luxia sah ihn an und sagte dann zu Cana: „Weißt du... ich glaube du und ich sind die einzigen, bei denen das Sinn ergeben würde. Elfen hören doch viel besser.“ Cana schürzte die Lippen und sagte: „Ich sehe was, was du nicht siehst?“ Luxia blickte sich um. Hier war alles mehr oder weniger braun. Sie lupfte eine Braue und Cana sagte schnell: „Fangen!“
    „Wie wäre es mit: Wer kann am längsten schweigen?“, schaltete sich Jin ein und Cana drehte sich zu ihm um. Sie antwortete nur keck: „Das ist langweilig. Kannste allein spielen.“
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am So Jan 13, 2019 7:23 pm

    Wie dieser Stimmungswechsel so schnell hatte eintreten können, war einfach. Hier drinnen, saß sie in der Falle. Ja, die Feuchtigkeit würde den Blitz natürlich weiter leiten, aber im Vergleich zum Feuer, wäre das ein schneller und gnädiger Tod. Abgesehen davon, freute sie sich über den Regen und das Gewitter war noch weiter weg gewesen. Inzwischen war es näher gekommen und es hatte bereits zwei Mal in der Nähe eingeschlagen. Das der Blitz gleich mehrmals in der Nähe ein schlug, fand sie ungewöhnlich und vor allem beunruhigend. Cana schlug ein Spiel vor. Was wollte sie hier schon spielen? Die üblichen Kinderspiele würden kaum machbar sein. Was Jins Vorschlag an ging, sah sie ihn nur ungläubig an. Schließlich sprach sie nie. Da war sie wohl ungewollt die Gewinnerin. Unvermittelt legte sie Cana den Arm um die Schultern und drückte sie an sich. Es war lieb von ihr, aber sie mussten das hier wohl aussitzen.

    Das er nun nicht da raus wollte, war durchaus verständlich. Keiner von ihnen wollte da raus. Sie wussten nicht, wann sie ein neues Obdach finden würden und könnten sich bei ungünstigen Wetterumschwung den Tod holen. Jin hatte durchaus recht. Hier wären sie sicherer. Allerdings hatten sie nichts zu essen und auch das Wasser ging langsam aus. Nun ... Wasser konnten sie gerade von draußen genug bekommen, aber essen ...
    "Dann hoffen wir mal, das es nicht mehr so lang an hält."
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    Jin
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am So Jan 13, 2019 7:43 pm

    Nun… es war ja wohl klar, dass er seinen Vorschlag nicht ernst gemeint hatte. Er hatte generell keine Lust auf dämliche Kinderspiele und Valas sah ihm zu, wie er durch die Spalte in der Tür spähte. Er sagte schließlich, als Cana schon in den Arm genommen wurde: “Wie wäre es, wenn wir uns ein paar Gruselgeschichten erzählen?”
    “Au jaaa!”, sagte Cana und Jin betrachtete Valas missmutig. Sein Blick sagte förmlich: Echt jetzt? Valas ignorierte ihn und wollte eben anfangen, als er nun sagte: “Hat sie nicht schon genug Angst?” Cana protestierte: “Ich hab KEINE ANgst!”
    “Klar…”
    Jin schob die Tür leicht auf. AUch wenn er Elariels Gedanken nicht kannte, so musste er ihr Recht geben, hätte er sie gekannt. Sie brauchten Essen. Er erklärte: “Ich bin bald zurück.” Ungläubig sah Cana ihn an. Wo wollte er denn jetzt hin?! “Nein! Jin, warte!” Immer wenn er allein irgendwo war, passierte irgendwas schreckliches. Doch Jin dachte ja gar nicht daran zu warten. Er ging also einfach hinaus und schob die Tür hinter sich zu. Ungläubig sah Cana auf die Tür und dann zu Aideen. Sie hatte wohl nun doch keine Lust mehr zu spielen. Auf der anderen Seite täten ihr und Aideen Ablenkung gut. Valas erhob sich nun also und stellte sich vor die beiden. “Also dann keine Gruselgeschichten. Dann spielen wir: “Wer bin ich?”, ja?”
    Er verschränkte die Arme, setzte einen übellaunigen Blick auf und blieb unbewegt stehen. Cana kicherte leise und sagte dann ebenso leise: “Du bist Jin.”
    “Na gut, das war zu leicht.” Valas fing also an Faxen zu machen und bespaßte so das kleine Mädchen und wer wusste schon, ob die anderen nicht auch ein wenig Spaß empfanden…?
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am So Jan 13, 2019 7:55 pm

    Jin liebte es, wenn alles ruhig war. Er war so oft genervt, weil er Cana, Elariel und Luxia als zu laut empfand. Leider war er aber auch für keinen anderen Vorschlag zu haben. Er wollte raus. Alle Anderen sollten drinnen bleiben und er ging hinaus? Also manchmal hatte er Einfälle, wie die Kuh Ausfälle. Naja ... das er vermutlich was zu Essen besorgen wollte, lag wohl auf der Hand, aber jedes Mal wenn er allein los zog, fanden sie ihn entweder verletzt oder es endete in einer anderen Katastrophe, die sie wieder zurecht biegen mussten. Aideen war wirklich versucht, ihm einfach nach zu stürmen, aber sie wusste auch, das er nur wieder meckern würde. Ausserdem, bei der Jagd, wäre sie keine Hilfe, sondern eher der Störfaktor. Ein zufälliges Niesen oder rascheln, würde jedes Tier weg laufen lassen. Valas wollte offenbar wirklich für Ablenkung sorgen, als Jin nun raus war. Er wollte also wer bin ich spielen? Gut. Aideen sah ihm zu und musste unweigerlich anfangen zu lachen, als er Jin so naturgetreu traf. Auch Elariel kicherte. Sie konnte gar nicht anders. Valas brachte sie alle zum lachen und so geriet das näher kommende Gewitter in den Hintergrund. Elariel nutzte das, um einen der Töpfe hinaus zu stellen, um Wasser zu sammeln. Die Schläuche mussten auch aufgefüllt werden und da es in strömen regnete, würden sie diese sicher alle voll bekommen, ehe sie sich versahen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am So Jan 13, 2019 8:18 pm

    Auch Valas hatte ziemlich Spaß an seinen Spielchen, die er hier zum Besten gab und so verbrachten sie etwa eine STunde allein. Valas sah zur Tür, die eben aufgeschoben wurde…

    Jin war natürlich was Zu Essen besorgen. Selbst die Tiere versteckten sich jedoch, bei diesem strömenden Regen. Es würde nicht leicht werden. Er sammelte aber Früchte und… “Pilze…”, sagte er missmutig, als er auf einer Lichtung einen ganzen Schwung fand. “Warum immer Pilze?”, fragte er sich noch einmal und seufzte. Er sammelte sie trotzdem ein. Wenigstens würden sie satt machen. Jin spürte die Nässe und die Kälte in seinen Gliedern und rieb sich kurz über die Arme. Es war ziemlich kühl. Selbst für ihn und so beschloss er nach seiner eher… wenig schmackhaften Ausbeute zurückzukehren. Just in diesem Moment hörte er jedoch etwas rascheln. SOfort blieb er stehen und spähte durch das Dickicht. Alleine beim Gedanken an dieses saftige lecker Schwein, was da genüsslich vor sich hin grunzte lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Er legte das Bündel mit den Pilzen und Beeren ab und zog sein Jagdmesser. Oh ja… davon würden sie lange was haben.
    Es dauerte kaum einen Wimpernschlag und Jin hatte das Wildschwein fachmännisch erlegt. Es war ein Eber gewesen und das Tier war so überrascht gewesen, dass es gar nicht mitbekommen hatte, wie es gestorben war…
    Er schleifte es hinter sich her durch den Wald. In der Scheune würde er das Vieh ausweiden und das Fleisch räuchern. Dann würde es sich lange halten. Jin hatte auch schon eine Idee, wie er das frische Fleisch zubereiten würde.

    Es blitzte gerade, als Jin also im Tor der Scheune stand. Er hatte das Schwein an den Hufen hinter sich her gezerrt. Cana sah ihn ängstlich an und Valas hatte sein Messer gezogen. Jin sah in die Runde und meinte nur: “Ganz ruhig. Ich bins nur.” Er musterte die fünf Begleiter und stellte fest, dass es eine Scheißidee gewesen war, das Schwein IN der Scheune auszuwaiden. Er war klatschnass. Er sah hinter sich in den Regen und meinte zäh: “Ich… werde das draußen erledigen.” Er warf jedoch Elariel den Sack mit den Pilzen und den Früchten zu. “Die können geputzt werden.”
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    Aideen

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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am So Jan 13, 2019 8:32 pm

    Zumindest die vier Damen, nahmen Valas in ihre Gruppe auf, ohne irgendwelchen Argwohn zu hegen. Gut ... Elariel hatte sich vorgenommen vorsichtig zu sein, aber Valas machte es ihr nicht leicht. Er schien so freundlich und irgendwie auch lieb zu sein. Das Jin ihm misstraute, verstand sie gut. Er war schließlich Valas Opfer gewesen. Denn noch ... wie er die letzte Nacht ihre Wache übernommen hatte und jetzt sein Messer zog, um sie alle zu beschützen ... sie konnte ihm nicht misstrauen. Den Sack, den Jin ihr zu warf, fing sie gekonnte auf.
    "Jin?" ...
    Sie sah zu ihm hinüber. Er wollte das Tier, trotzdem er klatsch nass war, draußen ausweiden und er hatte ihnen essen besorgt.
    "Danke."

    Aideen ließ sich wirklich ablenken und hatte nun nicht mehr so viel Angst. Allerdings fuhr sie ganz schön zusammen, als Jin da plötzlich das Tor öffnete und als Schattengestallt vor dem Blitz da stand. er hatte einen toten Keiler hinter sich, was sie betrübte. Auch sie wusste, das Dunkelelfen und Menschen Tiere erlegten, um sich von ihnen zu ernähren. Sie nutzten die Felle und die Häute, um Sachen daraus zu machen. Sie konnte Jin kaum einen Vorwurf deswegen machen. Es tat ihr nur leid, das dieses Tier sein Leben lassen musste. Auch Wölfe erlegten andere Tiere. So war der Lauf der Natur. So wurde die Auslese der Stärkeren getroffen. Sie wandte den Blick von dem Schwein ab und griff nach dem Beutel, den Elariel eben gefangen hatte. Sie wollte das Schwein nicht sehen, betete aber innerlich für das arme Tier und bedankte sich auf diese Weise auch bei dem Tier, das es sein Fleisch für die Anderen gab, damit sie überleben konnten.
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    Jin
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am So Jan 13, 2019 8:49 pm

    Ja… So war er der Lauf der Welt. Elariel bedankte sich bei Jin und der sah sie etwas seltsam an und wusste gar nicht, was er sagen sollte. Er entschloss sich also nichts zu sagen und die Tür wieder zuzuschieben. Als hätte er es für sie getan! Und vor allem: welche Wahl hatte er denn? Sie würden sie begleiten und Aideen würde darauf bestehen, dass sie mit versorgt würden. Er seufzte und machte sich daran das Tier auszunehmen. Er zog das Fell ab. Ohne es richtig zu gerben, würde es vergammeln und das Leder würde spröde und hart werden. Doch hatte er dazu eigentlich gar keine Zeit. Vielleicht könnte er es hier aufspannen und der nächste würde sich freuen.
    Seine Arbeit dauerte nicht ganz eine Stunde und so kam er durchnässt, frierend und unzufrieden wieder rein. Er warf das, was von dem Tier übrig war ins Stroh und würde sich gleich daran machen, es zu filetieren. Vorher aber musste er sich abtrocknen. Aber womit? Selbst hier drin war alles klamm und ein Feuer würde er ganz sicher nicht anmachen. Bei all dem Stroh war das sehr gefährlich. Er hatte gehört, dass Valas hier drinnen weiter die vier Mädels bespaßt hatte und warum auch nicht. Jin traute ihm zwar nicht, aber im Moment sah er keine absolute Gefahr von ihm ausgehen. Er brachte Aideen zum lachen. Etwas, was ER nicht beherrschte.
    Er hing die abgeschrubbte Haut des Scheins über ein Gestell. Das musste vorerst ausreichen. Dann zückte er erneut sein Messer. Das Fleisch sah gut aus und das Blut war bereits abgewaschen. Jin beherrschte es perfekt, zu töten und auszunehmen. Er ernährte sich aber auch überwiegend von Fleisch.
    Cana kam nun zu ihm und sah ihm über die Schulter. SIe wollte lernen und auch wenn sie sich ein bisschen vor dem Schwein fürchtete, so wollte sie tapfer bleiben. Sie war ein Mensch und als solcher, aß sie auch Fleisch. Jin duldete sie bei sich, da sie ihn auch nciht mit irgendwelchen Fragen nervte und so blieb es wieder still in der Scheune. Valas hatte seine Faxen nämlich auch beendet, als Jin zurückgekommen war.

    Als er schließlich endlich fertig war, legte er die besten Stücken raus, um sie später über einem Feuer braten zu können. Ein ganz kleines Feuer würde nicht schaden oder? Draußen konnte er das nicht machen. Er hatte ganz vergessen, dass sie keine Töpfe hatten und so würde er eine heiße Glut erzeugen müssen. Oder sich umsehen, ob hier irgendwo eine Kochstelle war? Er könnte ein Loch graben. Ja, so würde es wohl gehen!
    Gesagt getan: Er buddelte ein Loch und sammelte stroh. Dann würde er die hier gelagerten Scheite in eben jenes Loch stellen, bis eine heiße Glut entstehen würde. Es würde dauern, aber Vorfreude war bekanntlich die schönste Freude. Jin passte jedenfalls auf, dass keine Feuerfliegen durch die Gegend flogen. Aber ohnehin war das Stroh hier so klamm, es würde vermutlich sowieso kein Feuer fangen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am So Jan 13, 2019 9:06 pm

    Es war schon bewundernswert, wie Jin sich kümmerte, auch wenn Aideen wusste, das er es nur ihretwegen tat. Sie selbst und Elariel, kümmerten sich um die Pilze und die Beeren. Diese konnten sie auch roh essen, wenn gleich manche Pilze durchaus besser gebraten schmeckten. Aideen drehte sich nicht zu Jin um. Nicht weil sie sauer auf ihn war, sondern weil sie das Schwein nicht betrachten wollte. Es war tot. Es gehörte zum leben dazu. Sie selbst aß kein Fleisch. Pflanzen wuchsen nach, sie gaben immer neue Ernte ab. Tiere starben um andere zu ernähren. Das machte für sie den Unterschied. Denn noch würde sie niemandem einen Vorwurf davon machen, das er Fleisch aß, so wie Jin es tat.

    Elariel betrachtete die Haut des Schweins. Seine Borsten waren hart und rau. Dieses Fell zu verschwenden, wäre wirklich zu schade. Leider konnten sie es auch unterwegs nicht gerben. Sie wussten nicht wie oft hier jemand vorbei kam und ob es bald von jemandem gefunden werden würde. Vermutlich würde es hier einfach vergammeln. Schade drum. Elariel sah Jin zu, wie er da das Loch in den Boden machte und Stroh hinein warf. Er wollte also doch ein Feuer machen. Um das Loch herum, half sie wenigstens, das Stroh weg zu schieben, damit es kein Feuer fangen würde. Es war zwar klamm, aber wenn es warm wurde, würde es auch trocknen und dann würde es sicher auch schnell brennen. Wenigstens könnten sie nun auch ein paar Pilze darin braten.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Mo Jan 14, 2019 12:01 am

    Ja das stimmte auf jeden Fall. Jin tat all das nur für Aideen und für niemanden sonst. Aber das war an sich auch egal. Das braten der Pilze würde sich nur als schwierig gestalten, denn sie hatten gerade keine Pfanne. Sie hatten ja ihre ganze Ausrüstung verloren und so würde Jin sein Fleisch auch nur über den Scheiten garen können. Während er nun also das Feuer entfachte, um eine Glut zu erzeugen buddelte er ein weiteres Loch. Dieses machte er noch tiefer und dann hängte er das Fleisch rein. Er baute eine Art schacht, der nach oben reichte und so räucherte er den Rest des Fleisches, um es haltbar zu machen.

    Jin brachte den ganzen Tag mit der Essenszubereitung zu und letzten Endes ar es dann auch alles fertig. Das Gewitter tobte draußen und es wollte sich wohl hartnäckig über ihnen halten. Dennoch fand Jin es bisher noch nciht ungewöhnlich. Er hatte solche Gewitter schon erlebt. Er blieb jedenfalls still und auch die anderen taten ihm den Gefallen. Erstaunlich, wie sie auf ihn Rücksicht nahmen. Es war jedenfalls ein ruhiger Tag, ohne Störungen und ohne sonstige Zwischenfälle.
    Am Abend, als schließlich alle gegessen hatten und pappsatt waren sagte Cana: "Der Tag war langweilig." Sie sah in die Runde und fügte an: "Aber wenigstens ist mal nichts passiert." Ja wenigstens hatten heute Mal alle ausspannen können. Niemand war verletzt worden und allen ging es so weit gut. Jin legte Fest: "Wir warten die Nacht noch ab. Heute schläft am besten niemand während der Wache ein." Eine Anspielung auf Elariel. "Besser wir bemerken ein Feuer, sollte eines ausbrechen." Valas schüttelte leicht den Kopf und sagte: "Du solltest Elariel nicht dauernd so nieder machen. ICH habe ihre Wache übernommen." Jin sah ihn von der Seite an. "Ja... und sie sollte über dich wachen. Ich traue dir nicht." Valas seufzte.

    Jin jedenfalls legte sich nun wieder schlafen. Er würde wie immer die mittlere ache nehmen, die anderen sollten sich einfach arrangieren. Er fühlte sich matt und ausgelaugt. Als er nun schlief, regte er sich außerdem auch wieder. Er träumte schlecht. Schon wieder.

    "Jin... Jin!" Jin sah sich um. Es war Cana, die nach ihm rief. Niemand war mehr zu sehen in der Scheune und Jin richtete sich auf. Das Feuer in seinem provisorischen Räucherofen knistere noch leicht und erzeugte angenehm duftenden Rauch. Doch es war niemand da. Jin erhob sich und wieder hörte er Cana. "JIN!" Er drehte sich um und vor ihm... Da waren sie wieder. DIe Kreaturen, aus dem Dorf. Er viel auf seinen Allerwertesten und starrte hinauf. Seine Augen veränderten sich und anstatt der Kinder vom letzten Mal sah er Cana. Sie streckte die Hände nach ihm aus. Ihre AUgen vom Feuer aus den Höhlen gelaufen und ihre Haut schwarz wie Asche. Jin konnte kaum atmen und dann liefen ihm die Tränen. "Cana!", hauchte er. "Nein... Was... wie ist das passiert? Cana! Wo ist Aideen?" Cana chwebte auf ihn zu. "Feuer reinigt nicht... es schwärzt..." Jin schüttelte leicht den Kopf und schließlich fragte er: "Wo ist sie, Cana...?"
    "Da, wo du sie zurück gelassen hast..." Sie wies mit dem Finger auf seinen Räucherofen udn Jin schlug das Herz sonst wo. Wie in Trance erhob er sich und als er den "Deckel", der aus ein paar brettern bestand anhob sah er sie darin geräuchert sitzen. Er fiel erneut zurück und schrie.


    In der Wirklichkeit hörte man ihn nur dauernd Canas und Aideens Namen sagen und schließlich schreckte er hoch. Wobei er ein ersticktes Geräusch von sich gab und schnell atmend in eine sitzende Position kam. Er hieltsich die Stirn und merkte, dass ihm Tränen aus den Augen liefen. Ihm war heiß. Er hatte Fieber.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Mo Jan 14, 2019 12:49 am

    Es war wie immer. Cana und Aideen übernahmen die erste Wache. So wie die Wache eingeteilt war, würden sie dieses Mal alle wach bleiben und nicht einschlafen. Elariel sah Jin nur kurz an, als er sie wieder mal daran erinnerte, was in der Nacht davor passiert war. Sie senkte den Blick. Valas nahm sie in Schutz. Das überraschte sie schon ein wenig. Natürlich musste Jin auch Valas ganz deutlich mitteilen, das er ihm nicht traute. So wie es aussah, würde er offenbar nie in Jins Gunst stehen. Alle legten sich also hin, ausser Aideeen und Cana. Die Beiden wachten über die Anderen und warteten auf die Wachablösung, die heute Nacht nicht statt finden würde ... jeden Falls nicht für Jin. Es dauerte nicht lange, nachdem er eingeschlafen war, da hörten Aideen und Cana bereits, wie er leise immer wieder ihre Namen wiederholte. Er schwitzte stark und so setzten sich die beiden Damen direkt zu ihm. Sie sorgten sich um ihn. Aideen hielt die Hand auf seine Stirn. Er glühte. Fieber. Sicher war das wegen seiner Sturheit, im Regen bei dem Wind den keiler zu zerlegen. Sie hatten einen alten Topf vor die Tür gestellt, der hier zurück gelassen worden war, um Wasser auf zu füllen. Die Schläuche waren voll, also konnte Aideen das alte Ding nehmen, um Jin mit einem feuchten Lappen die Stirn zu kühlen. Es ging ihm gar nicht gut und gerade als sie mit diesem alten Topf voller Wasser zurück kam, war er hoch geschreckt. Aideen stellte den Topf ab, kniete sich neben ihn, legte ihre Hände auf seine Wangen und zwang ihn sie an zu sehen. Seine roten Augen wirkten unheimlich, weil der Rest nun auch gerötet war. Sie sorgte sich um ihn, sehr sogar, eben so wie Cana. Sacht drückte sie gegen seine Schulter. Er sollte sich hin legen, damit sie ihn behandeln konnte. Sicher hatte er sich ordentlich was eingefangen. Sie könnte ihm das Fieber mit Kräutertinktur senken, aber Fieber bedeute auch, das der Körper gegen etwas an kämpfte. Wenn es nicht weiter stieg, würde sie ihm die Chance geben, sich selbst von dem zu befreien, was ihn quälte. Ab einer gewissen Temperatur wurde es kritisch, wie sie wusste.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Mo Jan 14, 2019 1:19 am

    Jin wusste gar nicht so richtig, wie ihm geschah. Eben konnte er noch die Tränen wegwischen, als Er schon Aideens kühle Finger auf seinen Wangen spürte. Sie zwang ihn, sie anzusehen und er tat es. Sein Blick musterte ihre beiden Augen immer abwechselnd und Cana hielt die Luft an, als das geschah. Es sah... SO unglaublich süß und schön aus, wie sich die zwei ansahen. Jin wandte den Blick zuerst ab und Aideen drückte ihn leicht nach hinten. Aber Jin stützte sich nach hinten ab und sagte leise: „Nein... ich...“ Er konnte nicht schlafen. Der Traum war so real gewesen. So verstörend. Selbst jetzt, wo er sie so angesehen hatte, saß ihm der Schreck noch immer im Nacken. Er wischte sich über die Stirn und sagte: „Ich brauch... frische Luft.“
    „Aber du bist krank!“, sprang Cana ein und Jin sah zu ihr. „Sei nicht albern“ Ja er hatte Fieber, das spürte er. Aber es war nicht sooo hoch oder? Jin sah den Topf mit Wasser. Er hatte Durst und sicher wäre das Wasser eine Wohltat, aber... Er konnte weder Cana noch Aideen gerade ertragen. Er schloss die Augen und sah die Bilder wieder vor sich. Nein... er hatte die Ereignisse vom Vortag noch längst nicht überstanden.
    Er versuchte sich irgendwie zusammenzureißen und schließlich erhob er sich einfach. Er wollte wirklich frische Luft schnappen. Aideen müsste schon mit ihm diskutieren, wenn sie ihn zurück „ins Bett“ bringen wollte.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Mo Jan 14, 2019 2:02 am

    Dieser sture Esel. Natürlich wollte er nun wieder nicht auf sie hören. Ihr Blick wurde streng. Sie hatte ja keine Ahnung, was er geträumt hatte, oder besser noch, das er es gerade einfach nicht ertrug, Cana und sie in seiner Nähe zu haben. Wie sollte Aideen ihm nun begreiflich machen, das sie sich auch Mühe gab, zu hören, wenn er etwas wollte. Er sollte nicht schlafen nur liegen. Da draußen würde er sich eine Lungenentzündung holen. Aideen stand auf. Sie blieb vor ihm stehen. Klar ... er würde sie einfach zur Seite heben können, aber sie musste es doch wenigstens versuchen. Er wollte frische Luft? Die konnte er haben. Sie ging zum Tor, öffnete es einen Spalt breit, der groß genug war um raus zu sehen und mal Luft zu holen, aber raus lassen würde sie Jin ganz bestimmt nicht.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Mo Jan 14, 2019 8:31 am

    Natürlich stellte sie sich ihm in den Weg. Wie sollte es auch anders sein? Aideen würde ihn nicht vorbei lassen, dabei verstand sie nicht, dass sie das eigentliche Problem war. Jin würde irgendwann ausrasten, das wusste er. Nicht, weil Aideen stur war, sondern, weil ihn seine Vergangenheit einholte. Er empfand noch immer, dass das damals ein Auftrag gewesen war, der eben einfach erledigt hatte werden müssen, aber... Er hatte so etwas später nie wieder getan. Und jetzt der Traum und der Räucherofen, der immer noch vor sich hin qualmte. Jin sah dort hin, sah Aideens Gestalt vor sich und sah wieder zu ihr. Seine Sinne spielten ihm streiche. Just, als er sie ansah, hatte sich ihre Haut in lederne Räucherware verwandelt. Die Augen von milchig trüben Augäpfeln gefüllt, die Lippen nach innen gezogen und... Jin erschrak sich so sehr, dass er nach hinten stolperte und sich die Hand vor den Mund nahm. Es kam ihm hoch, aber er behielt alles drin und als er sie nn wieder ansah, sah sie wie immer aus. Jin stöhnte. Wie musste das nun auf sie gewirkt haben? Frische Luft? Er brachte einen Seelsorger!
    Cana hatte sich auch erhoben und fragte: „Ist... ist alles in Ordnung?“ Jin rieb sich die Augen und sagte schließlich. „Sicher...“ Cana stemmte die Hände in die Hüften. „Das glaubst du doch wohl selbst nicht.“ Jin sah auf und fauchte: „Dann frag mich doch nicht!“ Er war noch niemals in seinem Leben so neben der Spur gewesen. Die Phantome hatten ganze Arbeit geleistet. Da er sich nun aber eh einmal auf dem Boden befand, konnte er auch genauso hier sitzen bleiben. Oder? Er sah die Schale Wasser. Er nahm sie einfach und ging zum Räucherloch, welches er einfach mit dem Wasser löschte. Also wenn jetzt nicht jeder durch das Zischen und den Rauch wach war, dann würden sie nie aufwachen. Valas sah dem Ganzen jedoch schon eine ganze Weile zu und nun fragte er: „Was ist los?“
    „Nichts ist los!“, fauchte Jin erneut. Das Fieber bereitete ihm Kopfschmerzen, aber an sich fühlte er sich nicht wirklich schlecht. Nur etwas geschwächt. Erneut hielt er sich die Stirn und merkte selbst, dass er ganz schön gereizt war. „Ich... es...“ Er fand keine Worte. Mal wieder. Er blieb still und sank nun langsam auf den Boden, wo er beide Hände auf die Stirn legte, und der Kopf zwischen seine angewinkelten Knie sank. Er hatte wirklich versucht, sich irgendwie zusammenzureißen, aber die letzten Tage, hatten ihn vollkommen verunsichert und systematisch wahnsinnig gemacht. Jin traute sich ja nicht mal mehr selbst. Er atmete tief ein und ließ den Oberkörper wieder aufrechter werden. Er musste sich beruhigen. Irgendwann öffnete er die Augen und sein Gesicht war dem Gebälk zugewandt. Er starrte hinauf und sagte schließlich: „Ich habe mich vergessen. Kommt nicht mehr vor.“ Er sah zurück zu Aideen. Er blinzelte und schloss kurz die Augen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Mo Jan 14, 2019 9:20 am

    Was war denn nur mit ihm los? Warum benahm er sich so komisch? Aideen verstand nicht, was Jin gerade hatte oder warum es ihm gerade hoch kommen wollte. Sie machte sich wirklich große Sorgen um ihn. Er war so gereizt, wie sonst nicht und nun saß er auf dem Boden, löschte das Räucherhäuschen und schien vollkommen neben sich zu stehen. Aideen schnappte sich erneut den alten Topf und schob ihn vor die Tür, um erneut Wasser zu sammeln.

    Auch Elariel hatte das ganze ruhig verfolgt. Sie lag zwar da, aber sie lauschte erst mal nur. Jin schien am Ende zu sein. Er war noch immer völlig fertig, wegen der Phantome, wie sie vermutete. Vielleicht würde er mit ihr darüber sprechen, wenn sie ihm an bot, zu zu hören, aber es für sich zu behalten. Reden half manchmal und vielleicht könnte sie ihm einen Rat geben, oder ihm anders helfen. Nun setzte auch sie sich auf. Das war ja nicht mit an zu sehen. Vielleicht arbeitete da die Verderbtheit auch noch mit.

    Aideen holte sich das Wasser wieder rein, setzte sich neben Jin und legte ihm einen Lappen, den sie eben ins Wasser getaucht hatte, auf die Stirn. Was immer er geträumt hatte, es musste so tief sitzen, das er sich gar nicht beruhigen konnte. Scheinbar hing das auch mit den Wesen im Dorf zusammen. Schrecklich. Sie hätte nicht dazu drängen dürfen, den jungen Mann zurück zum Haus zu bringen. Jin hatte diese Kreaturen erlöst, was natürlich gut war und auch war es wichtig, die Menschen dort von dem Fluch befreit zu haben, aber anders herum ... was hatte das mit Jin angestellt. Er litt nun an den Folgen dieser tat.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Mo Jan 14, 2019 7:32 pm

    De Frage war doch eher, ob Jin überhaupt mit Elariel über so was reden würde. Über Gefühle! Jin betrachtete Aideen, wie sie nun den Lappen auf seine Stirn packte. Dazu musste er den Kopf wieder nach hinten legen. Es tat wirklich gut. Luxia flirrte zu ihm, da sie auch durch den Tumult wachgeworden war. Sie sah zu Jin herab und sagte: „Was ist denn nur mit dir?“ Jin schwieg. Cana musterte Aideen von der Seite. Trotz ihres zarten Alters konnte sie sich gut vorstellen, was los war. Er hatte diese schlimmen Träume erst seit dem Dorf. Er hatte dort ein Massaker angerichtet. Sie sagte kleinlaut: „Das ist nur, wegen diesem Dorf!“ Unbewusst bestätigte sie ja Aideens Selbsterkenntnis damit. Jin schloss die Augen wieder und erklärte: „Es geht schon wieder.“ Er wollte Aideen nicht die die Schuld geben. Was konnte sie für diese Phantome? Sicher... hätten sie auf ihn gehört und wären einfach weiter gegangen, wäre nichts davon passiert. Die Phantome hatten die Dörfler sowieso getötet. Es hätte nur vielleciht etwas länger gedauert. Eigentlich hatte Jin die Sache nur beschleunigt und zwar auf Aideens Wunsch hin. Er seufzte. Er hielt den Lappen mit der einen Hand fest und erhob sich nun, um sich zu seinem Lager zu begeben. Luxia betrachtete den Räucherofen. Besser sie fragte nicht. Das Fleisch würde wohl nun vergammeln.

    Valas hatte sich auch hingesetzt. Jetzt mit ihm zu reden wäre vermutlich die einzige Chance, falls es überhaupt eine gab, aber Jin traute ihm nicht. Er sagte also: „Ich werde eine Runde um die Scheune gehen und das Umland ausspähen. Jin sah kurz zu ihm auf und wendete dann das Gesicht wieder ab. War ihm doch egal, was Valas trieb. Er musste sich nicht bei ihm abmelden. Valas verließ die Scheune und Cana legte sich ebenfalls wieder auf ihren Platz, während Jin nun da mit seinem Kalten Lappen im Nacken saß. Sicher wäre er am nächsten Tag krank. Das hatte er nun davon. Das Fleisch verdorben, das Fell nicht zum Gerben gebracht... Was für eine Verschwendung. Jin seufzte abermals. Er wollte nur seine Ruhe, aber schlafen konnte er nun auch nicht mehr. Also versuchte er sich so normal, wie möglich zu verhalten. Er sagte: „Legt euch schlafen.“
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Mo Jan 14, 2019 7:58 pm

    Jin so zu sehen, ließ die Schuldgefühle in Aideen nur noch höher steigen. Ja, die Phantome hätten getötet, aber wie viele unschuldige wären ihnen zum Opfer gefallen? Das ganze Dorf wäre ausgelöscht worden und dann die alte Frau, die wusste, was geschehen war, aber immer geschwiegen hatte. Hätte sie doch wenigstens gesprochen, sie hätten die Geister milde stimmen können, ihnen Frieden geben. Jetzt war es Jin der litt und das nur, weil Aideen nicht hatte zusehen können, wie ein ganzes Dorf dahin gerafft wurde. Aideen ertrug es nicht, Jin so zu sehen. Sie hatte das Gefühl die Verantwortung für diese Sache zu tragen. Jin begab sich auf seinen Platz zurück, während Aideen auf stand und nun zur Tür ging. Sie starrte hinaus, dachte darüber nach, wie sie ihm helfen könnte. Das Wildschwein, welches er erlegt hatte ... er hatte den kleinen Räucherofen aus gemacht. Das Tier war umsonst gestorben. Für eine Mahlzeit, die Cana, Valas und Jin zu sich genommen hatten. Aideen sah hinaus in den Regen. Ihr liefen Tränen über das Gesicht. Wegen dem Tier, aber in erster Linie wegen Jin. Ganz still stand sie da und sah dem Regen zu.

    Ja, es war eine Sache, ob Jin mit Elariel reden wollte oder würde, aber wenigstens konnte sie es ihm anbieten. Er hatte den Räucherofen aus gemacht. Offenbar musste sein Alptraum auch damit was zu tun gehabt haben. Das Fleisch nun so verkommen zu lassen, war wirklich nicht in Ordnung. Elariel war gewiss nicht so stark Naturverbunden wie Aideen, aber auch sie hatte eine Bindung zur Natur. Sie hatten keine Vorräte, also blieb nichts anderes, als das ganze Fleisch entweder gut durch zu braten, um es in den nächsten Tagen komplett zu verzehren, oder es draußen den wilden Tieren zum Fraß vor zu werfen. Das Fell des Schweins könnte auch sie nicht retten. Elariel entschied sich dazu, das Fleisch zu braten, damit es nicht vollkommen vergammeln würde.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Di Jan 15, 2019 7:15 am

    Nun... es war fast dass ganze Dorf ausgelöscht. Nur ein paar hatten überlebt. Und die Phantome hatten es ja auch nicht auf alle abgesehen gehabt und auch die alte Frau hätte ganz sicher nichts ändern können. Aber das war ja nun auch Vergangenheit. Jin betrachtete Aideen, wie sie hinaus in den Regen sah. Er fühlte sich nicht sehr gut, aber er bemerkte durchaus, dass Aideen sich auch nicht gut fühlte. Eigentlich hätte er gern so was gesagt, wie: Hab ich dir doch gesagt. oder Jetzt tu mal nicht so. Du wusstest doch, dass so was passiert. Aber stattdessen erhob er sich noch einmal schwerfällig und ging zu ihr. Er stellte sich hinter sie, damit sie ihre Tränen vor ihm verbergen könnte und sagte: „Mach dir keine Gedanken. Es ist halb so schlimm.“ Er sah hinaus in den Regen und dann meinte er: „Außerdem ist dieser Elf da draußen, besser du kommst rein.“ Er legte seine Hand auf ihre Schulter.
    Cana sah dem ganzen zu und Luxia beobachtete Elariel. Auch sie wollte das Fleisch nicht verkommen lassen. War denn hier keiner Müde? Es regnete immer noch und Jin sagte nun zu Aideen: „Geh schlafen, morgen sieht es anders aus.“
    Cana saß auf ihrem Lager und war auch wirklich müde, aber sie hielt sich wacker. Und Valas streifte immer noch draußen herum. Jin wollte nur, dass sich endlich alle schlafen legten, damit sie morgen vielleicht endlich weiter konnten.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Di Jan 15, 2019 9:31 am

    Aideen spürte Jins Hand auf ihrer Schulter. Er versuchte sie zu beruhigen, nur leider funktionierte das nicht so, wie er es sich wohl gewünscht hätte. Sie wischte ihre Tränen weg, drehte sich zu ihm um, sah ihn kurz an und ging dann zurück zu ihrem Nachtlager. Eigentlich hätte er sie schelten sollen, ihr so etwas sagen wie ... ich habs dir doch gesagt ... aber das tat er nicht. Im Gegenteil. Er versuchte nicht einmal ihr ein schlechtes Gewissen zu machen. Jin wollte, das sie schlafen, also legte sie sich hin. Es dauerte nicht lang, ehe sie eingeschlafen war.

    Elariel konnte das nicht einfach so liegen lassen. Sie entfachte ein neues, gesichertes Feuer, in das sie das Fleisch legte. Dieser Keiler sollte nicht umsonst gestorben sein.
    "Wenn das Fleisch durch ist, werde ich mich hin legen. Es verbrennt sonst."
    Ausserdem war Valas noch nicht zurück. Jin mochte es egal sein, was mit ihm geschah, Elariel aber nicht.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Di Jan 15, 2019 10:24 am

    Valas befand sich in angemessener Entfernung zur Scheune. Er hörte Jin Reden und später auch Elariel, aber er wahrte weiterhin so den Abstand, dass sie mit Jin reden könnte, ohne dass Jin fürchten müsse, er würde lauschen. Es regnete immer noch, aber Valas hatte sich eine alte Decke umgelegt, nicht wie Jin, der halb nackt draußen herum gelaufen war. Er machte sich seine eigenen Gedanken zu alle dem und lauschte in die Nacht hinaus. Es war eh kaum was zu hören, da es regnete. Das Gewitter war mittlerweile weitergezogen.

    Jin hingegen betrachtete Elariel. Sie hatte Recht, er war ausgeflippt und irgendwie war es gut, dass Elariel sich um das von ihm beinahe verdorbene Fleisch kümmerte und doch konnte er kaum ertragen, wie das Fleisch in der Glut brutzelte. Es erinnerte ihn wieder an diese Kinder... an Aideen. Sein Blick zuckte kurz zu ihr. Sie hatte ihre Tränen fort gewischt. Er hatte in ihren Augen den Selbstzweifel und den Schmerz gesehen. Sie machte sich Vorwürfe und Jin versuchte es ja... er versuchte es alles herunterzuspielen und so ertrug er nun auch das Fleisch und vor allem dessen Geruch. Er erinnerte sich noch sehr genau, wie die Elfen damals in Aideens Dorf gebrannt hatten. Der süße Geruch ihres Fleisches... damals und auch danach hatte es ihm gar nichts ausgemacht, aber diese Reise hatte ihn verändert. Nicht zuletzt auch die letzten Ereignisse. Er sagte auf Elariels Aussage schließlich nur: „Verstehe.“ Was sollte er auch sonst sagen? Er könnte sicherlich auch aufpassen, aber er wollte nicht. Vielleicht sollte er sich einfach ganz und gar abgewöhnen Fleisch zu essen. Verrückt am Abend noch hatte er sich so darauf gefreut...
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Di Jan 15, 2019 7:07 pm

    Elariel wartete noch eine Weile, ehe sie Jin an sah. Aideen schlief tief und fest. Darauf hatte sie gewartet.
    "Jin ... Wenn du es dir mal von der Seele reden willst ... Mehr als dir anbieten zu zu hören und zu schweigen über das, was du sagst, kann ich leider nicht. Es scheint mir so, als wäre das aus dem Dorf nicht das Einzige, was deine Seele belastet. Manchmal ... hilft reden."
    Sie wendete das Fleisch in der Glut. Jin schien es kaum zu ertragen. Wie er das Fleisch und dann Aideen an sah ... Elariel wollte ihm nicht zu nahe treten, sondern einfach nur ... ja was? Sie wollte ihm helfen. Er war doch ziemlich fertig. Valas war immer noch draußen. Was immer er da machte, er schien sich jedenfalls ordentlich Zeit zu lassen. Vielleicht war es gut so. Vielleicht hatte er sie aber ach verlassen. Jin brauchte jetzt sicher erst mal Ruhe und da er Valas nicht vertraute, war es vielleicht auch gut, das Valas nicht direkt wieder rein kam. Das Gewitter war weiter gezogen. Vielleicht würde es bis zum Morgen auch aufgehört haben zu regnen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Di Jan 15, 2019 7:29 pm

    Jin blieb wach irgendwie fürchtete er sich davor wieder einzuschlafen. Außerdem war er eh dran mit Wache halten. Dann zerbrach die Stille, als Elariel ihm anbot zuzuhören. Er richtete den Blick auf sie und sah sie etwas merkwürdig an. „Warum sollte ich ausgerechnet mit dir reden?“ Na vielleicht, weil Cana zu jung war und er Aideen schützen wollte? Sein Blick richtete sich auf die beiden. Sie lagen dort arm in Arm und wärmten sich gegenseitig und trösteten sich. ER hätte dort bei ihnen liegen sollen, aber er konnte nicht. Er wollte nicht schlafen. Aideen war furchtbar unglücklich und es war Jins Schuld, weil er sich nicht unter Kontrolle hatte. Sein ganzes Leben hatte er die Kontrolle über sich gehabt. Er hatte eine unheimliche Selbstbeherrschung gehabt. Doch seit er mit ihnen reiste bröckelte sie Stück für Stück... Jin fragte sich, ob er jemals wieder so sein würde, wie zuvor und direkt danach stellte sich ihm die Frage, ob er das überhaupt wollte... Er sah wieder zu Elariel, die eben das Fleisch wendete. Sie sah nicht so aus, als haben seine Worte sie beleidigt oder getroffen. Sie sah genauso aus wie immer. Jin strich sich beiläufig über den Nacken. Diese Geste verwendete er NUR, wenn er unsicher war.... was schon lange nicht mehr vorgekommen war. Außer bei Aideen. Reden... was sollte er denn aber sagen? Wieder sah er zu Cana und Aideen. Sie waren wie eine Familie für ihn. Nein sie waren seine Familie geworden!
    „Ich habe gesehen... Cana, sie sah aus, wie eines der Phantome...“ Er erzählte ihr davon, was er gesehen hatte, als sie alle im Gemeindehaus saßen und während sie die Augen geschlossen hatten. Er erzählte davon, wie die Phantome zu ihm geflüstert hatten und welches Grauen ihm offenbart worden war. Er erzählte ihr von den seelischen Wunden, die diese Nacht geschlagen hatte. „Ich... habe Angst die Augen zu schließen...“, sagte er. Dann rieb er sich die Stirn und nahm den Lappen aus dem Nacken. „Aber noch mehr fürchte ich, nicht wach genug zu sein, um Aideen zu schützen.“ Er starrte während dessen ins Feuer mit dem zischenden Fleisch. „Ich habe sie gesehen... verbrannt... nein, geräuchert. Im Boden.“ Schon zwei mal hatte er das gesehen. Einmal heute Nacht und ein Mal davor. Erneut lief ihm eine einzelne Träne über die Wange. Sein Geheimnis wollte hinaus brechen. Er glaubte er müsse sonst platzen, aber er traute sich nicht. Was, wenn Aideen doch wach war? Nein... er konnte es nicht erzählen. Nicht bevor es nicht Aideen wusste. Er sah wieder hoch zu Elariel, die ihn nicht mal ansah. Sie hörte ihm einfach zu. Sie urteilte nicht über ihn und seine Verfassung. Zumindest nicht auf eine erkennbare Weise. Aber Jin hatte sich von der Seele reden können, was ihn beschäftigte. Na ja. Zumindest fast alles. Er wischte sich die Träne weg und erhob sich, wobei er den Lappen ins Wasser platzen ließ. "Ist... ja auch egal... Ich werde versuchen, mich zusammenzunehmen."

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    Re: Schicksal oder Zufall?

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