Nightingale

Es gibt nicht nur Freunde in dieser Welt!


    Schicksal oder Zufall?

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    Aideen

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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Mo Nov 26, 2018 9:41 pm

    Es war schön, Jin so zu sehen, wie dieses winzige Lächeln auf seinen Lippen lag. Er ahnte ja nicht, welche Freude er Aideen damit machte.Er nahm ihre Hand bereitwillig entgegen. Einen Moment, genoß sie es, seine warme Hand einfach nur zu halten und lächelte ihn an. Dann zog sie ihn mit sich. Sie wollte das Abendessen genießen und er sollte es auch tun. Es war schön, das sie ihm doch wieder hatte ein wenig helfen können.

    Spätter, als alle gegessen hatten und sie alle in ihren Zimmer waren, stand Aideen noch am Fenster des Zimmers und sah hinaus. Es war so schön, so friedlich ... Sie fühlte sich gut hier. Cana schlief und auch Luxia schien bereits eingeschlafen. Man hatte ihr Nachtgewänder gegeben, die sie nun trug. Dieses Dorf ... vermutlich war es eher eine Stadt, die sich weitläufig verteilte, war zugleich ein Garten. Ein Garten, in dem sie jetzt unbedingt sein wollte. Sie liebte die Natur in ihrer Ursprünglichkeit. Diese Häuser waren aus den Pflanzen heraus gewachsen, wie sie deutlich sehen konnte. Die Pflanzen litten nicht, sondern schienen gern für die Elfen da zu sein. Aideen hatte das Gefühl ein Stück heimat gefunden zu haben, welches sie lange gesucht hatte. Flux machte sie sich aus dem Zimmer, eilte hinunter und hinaus aus dem Palast direkt in den riesige Garten. Es war so schön. Der Mond leuchtete in seinem sanften Silber auf sie herab, als Aideen über die Waldwiese wandelte. Sie hinterließ keine Spuren, kein nieder getretenes Gras. Ein uralter Baum war es, der Aideen so sehr an zog. Sie streichelte über seine Rinde, lehnte ihre Wange an ihn und schloß die Augen. Es war, als lausche sie dem Herzschlag des Baumes. Einen Moment verharrte sie so, ehe sie sich in eine der Astgabeln schwang und von dort aus zum Mond hinauf sah.
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    Jin
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Mo Nov 26, 2018 10:23 pm

    Jin sah den Elfenfürsten an und fragte sich, was er wohl noch zu bereden hatte. Er verschränkte die Arme und sah zur Seite. „Ich halte meine Abkommen immer.“ Außer er wurde verraten. Dann nahm er sich seine Bezahlung in Blut. Luthien schüttelte leicht den Kopf. „Darum geht es nicht.“ Er betrachtete den Mond und schwieg eine ganze Weile. Er fand nicht die passenden Worte und schließlich begann er: „Jemand, der einmal verderbt wurde, kann nicht geheilt werden.“ Jin senkte den Blick. Ihm war durchaus klar, was der König für ihn getan hatte. „Danke für die Rettung.“, sagte er knapp, aber er meinte es durchaus ehrlich. Der König allerdings lachte einmal freudlos und tonlos. „Deine Rettung? Ich habe dein Leben nicht gerettet.“ Jin sah ihn fragend an. „Ich habe dein Leben lediglich verlängert.“ Er krallte die Hände in die Brüstung. „Verdammt und dem Tod geweiht bist du dennoch. Du wirst noch Zeit haben, aber am Ende wirst du grausam sterben.“ Obwohl Jin ein Dunkelelf war, berühte es den König, ihm das sagen zu müssen. Er drehte sich zu ihm um und war überrascht, denn Jin schien weder schockiert, noch überhaupt irgendwie beeindruckt. Er hatte nur weiter die Arme verschränkt, die er nun aber löste. „Wir alle sterben. Früher oder später kommt der Tod uns alle holen.“
    „Ja, das stimmt wohl. Aber bei dir wird es wohl eher früher als späte passieren und das ist ja auch nicht alles.“ Jin lauschte weiter. Was sollte er auch dazu sagen? „Deine Leben wird sich verändern müssen. Du wirst sie spüren können.“ „Wen?“ „Die Schergen des Scharlachroten Königs. Aber ebenso werden sie dich spüren. Deine Wahrnehmung wird sich verändern und auch deine Seele hat tiefe Wunden davongetragen. Ich habe dich zu einem Leben in der Dunkelheit verdammt!“ Irgendwie schien er das zu bereuen. Er hatte es aus einem bestimmten Grund getan und er hatte Jin vorerst am Leben gehalten. Dieser trat nun auf ihn zu und sagte: „In der Dunkelheit... wurde ich geboren.“ Wohl eine Aussage, die erklären sollte, dass ihn das nicht störte. „Aideens Licht reicht für uns beide.“ Er vertraute ihr. „Was immer ihr glaubt bereuen zu müssen... ich kann euch nur noch einmal danken. Ganz gleich, was mich erwarten wird, für den Moment habt ihr dem Tod ein Schnippchen geschlagen und ich kann meiner Aufgabe weiter nachgehen. Das ist alles, was zählt. Wenn Aideen und ich scheitern, wird die Welt ohnehin in Chaos und Dunkelheit gestürzt.“ Jin trat nun auch auf den Balkon. Er sah hinauf in den Mond.
    „Du bist ein tapferer Elf.“ Dass er ihn Elf nannte war schon ungewöhnlich. Aber beide wussten, dass sie sich gegenseitig vertrauen konnten und dass hierraus eine Freundschaft wachsen könnte, die ungewöhnlicher nicht sein könnte. „Ich würde jedes Leid dieser Welt in kauf nehmen und auf meinen Schultern tragen, nur damit ich sie beschützen kann.“ Luthien sah ihn von der Seite an. „Ein schwerer Weg liegt vor dir. Ich schenke dir meinen Segen, Jin.“ Er reichte ihm ein Fläschchen. „Möge es dir ein Licht sein, wenn alles um dich in Finsternis versinkt.“ Luthien trat nun ins Zimmer und sagte noch: „Du und deine Freunde. Ihr seid mir hier immer willkommen. Ich bin froh euch getroffen zu haben.“ so direkt hatte es ihm noch niemand ins Gesicht gesagt. Klar die Dörfler waren Dankbar gewesen, aber das hier war was anderes. Jin senkte kurz den Blick und Luthien verschwand aus seinem Zimmer. Noch einmal sah Jin zum Mond hinauf.
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    Aideen

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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Di Nov 27, 2018 2:06 am

    Während Aideen draußen in dem alten Baum saß und Jin sich mit dem König unterhielt, lief Elariel hinaus zu dem mit Wasser gefüllten Becken eines alten Eichenstumpfes. Sacht strichen ihre Finger durchs Wasser, während sie langsam an diesem Wasserbad vorbei ging. Der Mond schien heute voll und wunderschön. Elariels Blick fiel auf die Wasseroberfläche. Sie sah lange darauf, wartete auf das, was sich ihr zeigen würde. Schließlich sah sie, was sie wissen wollte. Aideen ... ihre Vergangenheit. Etwas in Elariel hatte es ihr bereits verkündet, doch nun bestätigte es sich. Aideen war des Königs Nichte. Eine der letzten des Königlichen Hauses. Was die Zukunft bringen mochte, war wage. Das würde sie nicht erfragen, doch wenigstens war nun klar, wer Aideens Eltern waren. Als hätte sie es geahnt. Luthien würde vermutlich aus allen Wolken fallen. Zeit sich von diesem Ort vorerst zu verabschieden. Elariel schlenderte um den Palast herum. Sie wusste, wo die Prinzgemächer waren. Auch von ihnen müsste sie sich nun verabschieden. Sie würden ihr fehlen, aber es war ja kein Abschied für immer.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Di Nov 27, 2018 5:00 am

    So vertrieben sich alle den Anfang der Nacht anders und schließlich begaben sich auch alle nach und nach zur Ruhe. Es war eine geschützte Umgebung und mit diesem Wissen, verbrachten alle eine ruhige, erholsame und angenehme Nacht. Jin wachte früh auf und schrak aus seinem Traum. Was war das denn gewesen?! Er wischte sich über die Stirn und betrachtete seine Hände. Sie zitterten leicht. Der Traum war so… realistisch gewesen und der Anblick… Er hatte den Scharlachroten König gesehen und er war derart schrecklich gewesen. Das konnte er nicht einfach geträumt haben. Er wusste ja nicht mal, wie dieser König aussah, wie konnte er also von ihm träumen. Er stand auf und rieb sich die Stirn.
    Er ging hinüber zu den Damen und klopfte an räusperte sich vor dem Efeuvorhang. Dann fragte er: „Alle wach? Wir müssen weiter.“
    Luxia war schon wach und flog von Blütenkelch zu Blütenkelch, wo sie zum Frühstück etwas Nakter naschte. Als Jin sie ansprach zog sie leicht die Brauen zusammen. „Dir auch einen guten Morgen!“

    „Guten Morgen.“, antwortete Jin gedämpft und leise. Das wiederum überraschte Luxia nun und sie wusste gar nicht was sie sagen sollte. Es klang auch nicht zornig, sondern so, als habe er es vergessen und holte es nun demütig nach. Luxia schüttelte leicht den Kopf und sagte: „Wir kommen gleich!“ Sie flirrte zu Aideen. Auch Cana war schon wach und hopste auf ihrem Bett. Sie fand es hier wirklich toll.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Di Nov 27, 2018 5:53 am

    Elariel war auf den Weg zum König. gestern hatte sie ihn nicht mehr stören wollen, doch jetzt musste sie dringend mit ihm sprechen, ehe sie auf brachen. Wenn er schon seine Nichte beherbergte, so sollte er es doch wohl wissen. Natürlich fand sie Luthien in der großen Halle an. Er würde sich sicher nicht nehmen lassen, sie alle zu verabschieden.
    "Möge euch das Sonnenlicht am heutigen Tage Freude und Frieden bringen,"
    begrüßte sie ihn. Sacht deutete sie eine Verbeugung an, sah dann aber wieder auf und sah ihn doch etwas ernster an.
    "Euer Majestät ... Gestern Abend habe ich die Mondlichtschale befragt.. Sie offenbarte mir Aideens Herkunft. Ihr sollt wissen, das sie euer Blut in sich trägt. Sie ist eure Nichte und somit eben so vom alten Volk, wie ihr es seid."

    Aideen sah auf, als sie Jins Stimme hörte. Sie freute sich wirklich. Er war so lieb und sie war so froh, das es ihm wieder besser ging. Cana und Luxia hatte sie schon mit einer Umarmung begrüßt, wobei ... Luxia konnte sie schlecht umarmen. Jin ließ sich wahrscheinlich erst gar nicht dazu herab, sich umarmen zu lassen, also ersparte sie ihm die Mühe. Gestern hatte er es zu gelassen, aber da ging es ihm auch wirklich schlecht. Er wollte weiter. Natürlich. Auch Aideen wollte diese Reise hinter sich bringen. Die Göttin brauchte Hilfe und nur SIE konnte ihr helfen. Viel einpacken brauchte sie nicht. Sie hatte eh kaum etwas dabei, eben so die Anderen. Der Aufbruch hing also nur noch von Elariel ab und natürlich dem Abschied nehmen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Di Nov 27, 2018 10:58 am

    Natürlich befand sich der König in der Halle und wartete. Seine Söhne standen bei ihm und ein paar Wachen standen neben den Zugängen. Elariel trat ein und erwies ihm Ehrerbietung, ehe sie sogleich mit der Tür ins Haus fiel. Er sah sie kurz überrascht und dann etwas missgestimmt an, während ihn seine Söhne überrascht betrachteten, um seine Reaktion zu erfahren.
    Er erhob sich. Er ging zwei Stufen hinab und sagte dann streng: „Ich weiß, wer sie ist.“ Dann ging er die anderen Stufen ebnefalls hinab und stellte sich direkt vor sie. Auch jetzt war er noch deutlich größer als sie und so sah sein Blick von oben herab irgendwie gruselig aus.
    „Und wie kommst du dazu, derlei Geheimnisse einfach so hinauszuposaunen?“ Er ging nun in ein Nebenzimmer und sie würde wissen, dass sie ihm zu folgen hatte. Luthien hatte es gewusst, seit sie ihm die Pflanze überreicht hatte. Er schwieg eine ganze Weile und sah hinaus aus dem Glaslosen Fenster. Er hatte die Hände gefaltet und sagte nach einiger Zeit: „Meine Frau… sie und ihre Schwester waren die letzten ihres Volkes.“ Er sprach vollkommen emotionslos, denn er versuchte nicht emotional zu werden. „Nur sie konnten die großartigsten aller Pflanzen zum Gedeihen bringen. Ihre mystische Vergangenheit und ihre Linie, die von Celestrias Licht berührt worden war, gaben ihnen diese Fähigkeit. Als ich den Sternenbaumsetzling sah, wusste ich, dass sie meines Bruders Kind sein musste.“ Er drehte sich um nun ran ihm trotzdem eine Träne aus dem linken Auge. „Und ihr Aussehen… sie sieht ihr so ähnlich…“ Er wandte den Blick wieder ab und sagte: „Ein Grund mehr ihnen zu helfen. Sie darf nicht sterben.“ Aber er selbst konnte nicht dafür sorgen tragen. Und seine Söhne konnte er nicht mitschicken. „Ich werde sie in die Familie aufnehmen, doch vorerst, soll sie ihre Aufgabe erfüllen. Vielleicht wäre es leichter für sie noch kein Zuhause zu haben, nach dem sie sich sehnen kann.“ Es war klar, dass er meinte, dass Elariel es vorerst für sich behalten könnte. Aber es war kein direkter Befehl. Er war sich selbst nicht sicher, was sinnvoller war.

    Die anderen kamen nun auch in den Thronsaal und Jin fragte rundheraus: „Wo ist er denn?“ Luxia saß auf Aideens Schulter und Cana stand zwischen den beiden Elfen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Di Nov 27, 2018 11:20 am

    Elariel folgte, wie der König es wünschte. Er hatte ja recht. Sie hätte es nicht einfach so herausplatzen lassen dürfen.
    "Euer Majestät, es tut mir sehr leid. Als ich erfuhr, was der Spiegel mir Preis gab, war mein einziger Gedanke, euch die Botschaft zu überbringen und euch damit zu erfreuen. Es lag mir fern, irgendwem ein Geheimnis entgegen zu schleudern."
    Sie lauschte den Worten des Königs. Natürlich würde sie Aideen beschützen, eben so, wie er es wünschte. Es erstaunte sie, von der Gabe seiner frau und ihrer Schwester zu hören. Auch das ausgerechnet beide Schwestern je einen Prinzen der selben Familie geheiratet haben, war ungewöhnlich, aber doch irgendwie ergreifend. Ihre Ähnlichkeit mit Luthiens Frau musste sehr groß sein, wenn er es sagte. In diesem Moment, tat er ihr wirklich leid, das er seine Liebe verloren hatte.
    "Ich werde Stillschweigen bewahren, bis wir zurück kehren. Sie soll es aus eurem Munde erfahren Majestät, nicht aus dem Meinen. Nachdem ihr mir nun die Ehre zu Teil werden lasst, euren Wunsch aus zu führen, bitte ich euch darum, uns zu verabschieden. Ich kann ihre Nähe spüren. Sicher sind sie schon in eurem Thronsaal."


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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Mi Nov 28, 2018 4:18 am

    Luthien musterte Elariel noch einen kurzen Moment und dann senkte er den Blick und nickte. Er brauchte nur einige Wimpernschläge, ehe er sich wieder im Griff hatte. Er sah ebenso kühl und erhaben aus, wie immer und sein stolzer Blick war unnachahmlich. Er trat zusammen mit Elariel zurück in den Thronsaal und endlich konnten sie die Reisenden Verabschieden. Luthien trat vor Aideen. Sie hatte ihm den Sternenbaum geschenkt und er wollte etwas zurückgeben. Ein Amulett trug sie bereit, also hatte er sich etwas anderes überlegt. Ohne dass er was sagen musste, kam jemand mit einer Kiste herbeigelaufen darin befand sich ein Ring. „Er soll dich beschützen, wo deine Freunde es nicht können.“ Dieser Ring war von unermesslichem Wert, wie Elariel wusste, aber sie wusste nicht genau, worin die eigentliche Kraft bestand. Jin hatte sein Geschenk bereits bekommen. Der König trat vor Cana, die ihn etwas ehrfürchtig betrachtete. „Du sollst unter meinem Schutz stehen, Menschenkind.“ Hängte ihr ein Amulett um und sagte leise zu ihr: „Wenn die Verzweiflung und Kälte am größten ist, soll dich dieser Stern wärmen und dir den Weg zeigen.“ Cana senkte den Blick und versuchte eine anständige Verbeugung. „Danke Majestät.“
    Luxia war gerührt und er richtete nun den Blick auf sie: „Ich besitze nichts, was du gebrauchen könntest, Vertraute Morigans, aber wisse, dass ich da sein werde, wenn eure Allianz am dringendsten Verbündete braucht.“ Sie nickte und dankte ihm, wobei sie sich auch leicht verneigte. Zum Schluss ging er zu Elariel, die nun auch bei den Reisenden stand und sagte: „Das hier… ist das Wertvollste, was ich besitze.“ Er überreichte ihr den leicht glühenden Stein, mit dem er Jin „geheilt“ hatte. „Verwende ihn weise.“ Sie würde wissen, wann das war.
    Schließlich bekamen alle noch einen Umhang mit einer Brosche. Es waren Tarnumhänge, die einen vor bösen Blicken und Augen beschützten. Jin sah nun etwas verwirrt zu Elariel rüber und dann zu Aideen. „Sie kommt mit?“ Es schien ihn wahrlich zu überraschen und auf Aideens Nicken verfinsterte sich sein Blick und er sagte: „Klasse…“ Er hatte sich schon daran gewöhnt, dass seine Widerworte sowieso ignoriert wurden. Warum sollte er Energie darauf verschwenden. Cana hingegen freute sich, dass Jin es scheinbar nicht so toll fand.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Mi Nov 28, 2018 4:35 am

    Aideen ließ sich den Ring anstecken. Er war wunderschön. Sie lächelte, zeigte an, das sie ihn in Ehren halten wollte und ihn beschützen würde. Sie hatte keine Gegenleistung verlangt und dieses Geschenk nun ab zu lehnen, wäre eine wahre Beleidigung gegenüber dem König. Auch die Anderen bekamen etwas von ihm. Aideen fand diese Geste wirklich wundervoll. War er doch zunächst noch so ... ablehnend ihnen gegenüber, so war er nun schon beinahe väterlich.

    Elariel nahm die Kugel entgegen.
    "Ich gebe euch mein Wort mein König,"
    antwortete sie und verneigte sich noch einmal. Jin schien gar nicht begeistert zu sein, nun noch jemanden im Schlepptau zu haben, aber er schien es einfach hin zu nehmen.
    "Der König ist der Meinung, ein weiterer Beschützer könne nicht schaden. So sollte es vielleicht durchaus etwas leichter werden."
    Sie warf den Prinzen noch einen Blick zu, verneigte sich auch vor ihnen und hoffte, sie würde sie wieder sehen. Gemeinsam verabschiedeten sie sich. Gerade waren sie ein paar Meter gegangen, als Aideen plötzlich umdrehte, los rannte und dem König um den Hals fiel, oder besser um die Brust. Sie drückte ihn fest, aber nicht zu fest und sah zu ihm hinauf. Ihre Lippen formten das Wort Danke, ohne es aus zu sprechen. Dann drehte sie sich um und verließ mit den Anderen zusammen das Schloss.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Mi Nov 28, 2018 5:03 am

    Die Reisegesellschaft brach also auf. Sie verließen den Thronsaal ohne viel Aufsehens, während sich die beiden Prinzen ebenfalls verabschiedeten. Auch sie sprachen ihren Segen aus und traten neben ihren Vater, als er im großen Torbogen zum Palast stehen blieb. Jin blickte von der Seite zu Aideen. Sie sah so aus als würde sie etwas beschäftigen und sie schien zu überlegen, ob sie nicht doch etwas anderes tun sollte. Er konnte gar nicht schnell genug gucken, als sie sich plötzlich wieder umdrehte und auf den König zustürmte, dessen Brauen sich hoben. Durian bekam es erst gar nicht mit, weil er Elariel hinterher sah und Variel sah keine Gefahr in ihr. Sie fiel förmlich über Luthien her, der sie etwas überrascht auffing. Sie drückte sich an ihn und umarmte ihn fest, aber nicht zu fest. Auch seine Arme legten sich um ihren Oberkörper und einen Moment schloss er die Augen. Bei den Göttern! Sie fühlte sich sogar genauso an, wie sie… Er blickte auf sie hinab, als sie nun den Blick hob und ihm das Danke entgegen hauchte. Er wollte sie nie wieder gehen lassen. Aber er wusste auch, dass sie nicht seine Frau war, sondern seine Nichte und das ihr Herz jemand ganz anderem gehören würde. Als sich ihre Lippen bewegten meinte er die Stimme seiner Frau zu hören und er schloss die Augen. Dann entließ er sie wieder und sah ihr nach, als sie nun wieder zu ihrer kleinen Gruppe ging.

    Die Gruppe machte sich auf den Weg, den Aideens Kompass zeigte. Sie wanderten durch den grünen Wald und es schien fast so, als würden die Planzen ihnen platz machen und ihnen den unbeschwerlichsten Weg aufzeigen, den es gab. Dennoch beunruhigte es Jin ein wenig, dass hier die Schergen der Finsternis zugegen gewesen waren. Er strich sich beiläufig über die Brust und dachte daran zurück, welch eine leere und kälte er im Herzen gespürt hatte… Eine Gänsehaut lief über seinen Rücken.
    Cana kam an seine Seite. „Jetzt, wo es dir wieder gut geht, bringst du mir jetzt das Kämpfen bei?“ Jin sah missmutig nach vorn und antwortete gar nicht est. „Jin?“ Keine Reaktion. „Jihin!“ Er sah sie an und sagte ungerührt: „Ich habe dir gesagt, dass ich mich nicht um dich kümmern werde. Wenn du zu schwach bist, wirst du zurückgelassen und wenn du nicht kämpfen kannst, musst du sehen, wie du dich anders verteidigst.“ Sie schmollte kurz. „Ich KANN kämpfen! Ich weiß nur nicht wie!“ Jin zuckte die Shcultern und im nächsten Moment trat Cana ihm gegen das Schienbein. Er war so überrascht darüber, dass er es weder hatte kommen sehen, noch dass er sich irgendwie hätte verteidigen können und so blieb er stehen und fluchte auf Dunkelelfisch, wobei er sich das Schienbein rieb. „Hast du nicht mehr alle Tassen im Schrank! Was sollte das!?“, fauchte er und wollte sie packen, als Canna schon flüchtete und sich hinter Aideen versteckte. „Siehst du? Ich KANN kämpfen! Nicht mal DU hast es kommen sehen!“
    „Du kleine… Ich dreh dir den Hals um!“
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Mi Nov 28, 2018 5:15 am

    Natürlich kam es wie es kommen musste. Cana nerve Jin, Jin meckerte wieder herum und gab Drohungen von sich, die ohnehin niemals in die Tat umgesetzt werden würden und Aideen lächelte vor sich hin. Elariel war die Einzige, die sich wirklich wunderte.
    "Geht das die ganze Zeit so?"
    fragte sie schließlich Luxia. Sie wollte nicht einfach so eingreifen, ohne zu wissen, ob dieses Verhalten normal und alltäglich war. Aideen drehte den Kopf zu ihr und nickte lächelnd. Sie nahm diese Drohungen schon lange nicht mehr ernst. Würde Jin Cana was an tun wollen, würde Aideen es nicht zu lassen und würde Cana nicht mehr weiter können, würde Aideen sie nicht zurück lassen. Das wusste Jin vermutlich auch.
    "Warum wollt ihr dem Kind das Kämpfen nicht bei bringen? Es wäre doch gut, wenn sie auch etwas zum Schutz beitragen könnte."
    Sie selbst hatte ihre Magie, die äußerst zerstörerisch sein konnte. Die Elemente und das Licht, waren mächtige Verbündete. Sie hatten ihr oft geholfen und würden es sicher auch weiterhin tun.

    Aideen begutachtete die Wildnis um sich herum. So wunderschön. Die Äste und Zweige zogen sich zurück, sobald sie den Weg der Gruppe versperrten. Selbst große Wurzeln ebneten sich, um kein Hindernis dar zu stellen. Für sie war das beinahe normal, doch für die Anderen musste es wirklich sonderbar sein. Sie sah ein Eichhörnchen, welches einem anderen nach jagte, spürte die Anwesenheit der Geister. Es war einfach wundervoll.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Mi Nov 28, 2018 6:04 am

    Der Walt tat eben, was der Hüter wollte und da sie seinen Segen hatten, kamen sie ungehindert entlang. Jin drehte den Kopf zu Elariel. Nur weil er Frieden mit dem König geschlossen hatte hieß das ja nicht auch automatisch, dass er jeden Elf mögen und respektieren musste. Nein so weit käme es noch! „Das geht dich überhaupt nichts an.“, fauchte er regelrecht, weil ihn dieses Thema wirklich auf die Palme brachte. Cana streckte ihm die Zunge raus und Jin gab nur ein „Tse“ von sich. Er hatte keine Muse sich immerzu von dieser Göre ablenken zu lassen. Luxia sah Jin missmutig an und sagte dann zu Elariel: „Mach dir nichts draus. Er muss erst auftauen.“ Jin wollte platzen, aber nach außen war er ganz ruhig. Warum musste er sich das alles hier noch mal gefallen lassen? Er hasste es!

    Sie liefen bis zum Abend und mussten dann eine Rast einlegen. Der Wald hatte sie zu einer perfekten Stelle geführt und so bauten sie das Lager auf. Jin entzündete ein Feuer und Cana wärmte sich ihre Hände daran. Sie würde dieses Mal nicht kochen. Das letzte Mal, als sie das getan hatte, waren sie alle fast gestorben. Jin hatte das Feuer jedoch nicht nur wegen eines Abendessens angezündet, sondern auch, wegen der Wärme. Denn es war recht frisch in der Nacht. Luxia pflückte sich eine Frucht, die für sie reichen würde und schwirrte wieder zu ihrer Freundin.
    Jin verschwand ins Unterholz und würde erst einige Zeit später zurückkommen. Wenn man es so betrachtete: Eigentlich war es schon eine seltsame Vorstellung, dass ein Prinz des Unterreichs an der Oberfläche Nahrung für Elfen und Menschen beschaffte. Cana sah zu der Stelle, wo sie ihn aus den Augen verloren hatte und sagte leise: „Hoffentlich passiert nicht wieder irgendwas.“ Sie rutschte dichter zu Aideen. Bei ihr fühlte sie sich sicher.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Mi Nov 28, 2018 7:13 am

    Eariel nahm sich gar nichts von Jins verhalten an. Dunkelefen hatten Temperament. Damit musste man klar kommen, oder man ging ihnen aus dem Weg. In ihrem Fall hatte sie keine andere Wahl, als damit zurecht zu kommen. Aus dem Weg gehen könnte sie ihm nicht, da sie ja vom König für den Schutz Aideens abgestellt worden war. Luxia nickte sie, auf ihre beruhigenden Worte hin, zu. Als sie am Abend einen guten Platz zum rasten gefunden hatten, begann Elariel auch gleich damit das Lager mit Schutzzaubern verschiedener Art aus zu statten. Jin ging auf die Jagd und Aideen saß etwas abseits vom Feuer. Kein Wunder das sie es mied. Sie sah nicht mal in die Flammen hinein. Elariel studierte die Gruppe, während sie ihrer Tätigkeit nach kam. Cana schien Aideen sehr zu vertrauen und Luxia, nun offenbar waren sie alle sehr angetan von der zarten Elfe. Scheinbar hatte aber niemand vor, etwas zu essen zu zu bereiten. Nun es käme vermutlich auch darauf an, was Jin anschleppen würde. Während Luxia also auf Aideen Schulter saß und ihre Frucht genoß, Cana neben Aideen saß, die gerade einen Arm um das Mädchen legte, und Aideen in die selbe Richtung wie Cana sah, wusste Elariel gerade nicht so recht, was sie noch für die Gruppe tun konnte.
    "Passiert denn eigentlich immer etwas, wenn er allein verschwindet?"
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Fr Nov 30, 2018 12:20 am

    In Anbetracht der Tatsache, dass ihnen ohnehin fast jeden Tag schlimme Dinge widerfuhren sagte Cana nun: „Das letzte Mal, als er alleine war, hat er sich mit dieser Krankheit angesteckt.“ Luxia sah nun auch zu der Stelle, wo sie ihn aus den Augen verloren hatte und sagte: „Er kann auf sich aufpassen.“
    Cana kuschelte noch immer an Aideen und schwieg. Irgendwie war ohnehin gerade eine seltsame Stimmung. Es war fast so, als würde die Welt an Farbe oder ja fast Freude verlieren, wenn Jin nicht da war. So als würde ein ganz wichtiger Teil fehlen. Und irgendwie… Der Gesprächsstoff war auch irgendwie ausgegangen.

    Jin schlich durch den Wald und stellte seiner Beute nach. Er hatte ein Fettes Rebhuhn entdeckt und dieses würde ihm für heute den Bauch füllen. Die beiden Elfinen würden sowieso kein Fleisch essen und Cana würde von einem Beinchen satt werden. Den Rest würde er essen können. Oh, irgendwie freute er sich auf diese Kleinigkeit schon. Ein präziser Schuss und das Werk war getan. Essen würde er es erst am nächsten Tag können, da er es noch rupfen ausnehmen und braten musste. Dafür würde er morgen eher rasten. Er ließ das Tier jedoch schon mal ausbluten und machte sich auf den Weg zurück. Er hatte gesehen, dass hier Pilze und verwertbare Früchte waren und die brachte er nun ins Lager.
    Unbeschadet und kam er zurück. Er blickte in die Runde und irgendwie hatte er das Gefühl, dass es um ihn gegangen war. "Ist irgendwas?", fragte er.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Fr Nov 30, 2018 5:39 am

    Aideen streichelte Cana über den Arm. Sie mochte das Mädchen. Beide hatten keine Eltern mehr und das verband irgendwie. Elariel sah den dreien zu. Sie waren zu einer echten Gemeinschafft verwoben und sie fühlte sich, als würde sie diese stren. Dazu gehörte sie nicht. Sie war nur ein aussenstehender Zuschauer, der seine schützende Hand über die Gruppe hielt, aber das reichte auch vollkommen aus. Ihr Platz war woanders. Er war bei Hofe und dort würde sie wieder hin gehen, wenn das hier vorbei wäre. Jin kam auch irgendwann wieder. Er hatte ein getötetes Rebhuhn dabei , aber auch Früchte und Pilze. Aideen mied das Feuer, so gut es eben ging, freute sich aber denn noch, als Jin zurück kehrte.
    "Nein, alles in Ordnung. Es stand nur die Frage im Raum, ob euch öfter solche Dinge geschehen, wenn ihr unterwegs seid. Ich möchte mich darauf einstellen können, und eventuell auch die Schutzzauber entsprechend vorbereiten."
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Di Dez 04, 2018 9:59 pm

    Noch konnte Elariel ja auch nicht ahnen, dass sie am Ende ihrer Reise ein untrennbares Band zu den Reisenden geknüpft haben würde. Eine Gemeinschaft im Dienste des Lichtes und auch wenn sich die Wege der Helden irgendwann trennen würden, weil sie in ihre Heimat zurück kehren würden, so würden sie immer wissen, was sie verbinden würde.
    Jin sah Elariel an und gab nur ein tonloses „Pff.“ Von sich, ehe er begann, sich um das Essen zu kümmern. Luxia schüttelte den Kopf und flirrte wieder zu Elariel. Sie schien hier so was, wie die Vermittlerin zwischen allen zu sein. Sie wusste mittlerweile auch, wie sie Jin zu nehmen hatte und obwohl er sich häufig an der kleinen Fee störte, schien er nicht gewillt, ihr Leben vergehen zu lassen. Er hatte sie ebenso gerettet und beschützt, wie auch Cana und Aideen.
    „Er muss wohl noch warm werden.“, sagte sie entschuldigend und dann schimpfte sie mit Jin. „Was ist denn eigentlich dein Problem?“ Jin ignorierte sie, bis sie direkt vor sein Gesicht flog und ihn bei seiner Arbeit störte. „Was mein Problem ist?“ Er wirkte etwas aufgewühlt und nach allem, was er erfahren hatte, war das wohl auch kein Wunder. Er hatte Aideen kaum noch angesehen, seit sie aufgebrochen waren. „Das alles hier!“ Luxia stemmte die Hände in die Hüften. „Du bist kryptischer als die Hochelfen im Westen. Was alles hier ist denn so schlimm? Aideen ist super lieb, Elariel will uns beschützen und Cana sieht hier in uns eine Familie, du bist ihr verdammter Held!“
    „Ich BIN kein Held.“ Er schloss die Augen. Das führte zu nichts. Er schüttelte resignierend den Kopf. „Ich bin ein Dunkelelf. Wir sehen immer missgelaunt aus, wenn dir das nicht passt, kannst du gern deiner Wege ziehen. Jetzt lass mich das Abendessen machen, ehe mich der Bauch von dem Mädchen verrückt macht!“ Cana sah auf und bekam rote Wangen. Sie hatte schon ziemlich Hunger und ihr Bauch hatte leise Geräusche gemacht, sie legte die Hände darauf und protestierte leise: „Ich kann nichts dafür.“
    Jin sah sie nur kurz an und machte dann weiter.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Mi Dez 05, 2018 1:42 am

    Aideen schien Jin aber nicht zu glauben, das er immer so aus sah. Sie kannte ihn auch mit einem schönen Lächeln auf den Lippen. Er war einfach nicht immer so, ausser, etwas beschäftigte ihn, so wie am Anfang, als er eigentlich gar nicht mit ihnen gehen wollte. Sie sah zu Jin auf, der gerade vor sich hin grummelte. Er hatte irgendwas, verbarg was, und das schien ihm zu schaffen zu machen. Aideen wartete geduldig, bis Jin das Essen zubereitet hatte. Sie saß nie nah am Feuer, sondern in gehörigem Abstand dazu. Cana schien das hin zu nehmen, wenn sie sich an Aideen kuschelte. Sie hatte nie gefragt, warum Aideen nicht dichter am Feuer blieb. Elariel musste nicht fragen. Nachdem, was sie erfahren hatten, war das Dorf Aideens nieder gebrannt worden. Sie wäre beinahe darin umgekommen. Etwas hatte sie gerettet und wenn sie darüber nach dachte, würde auch Elariel das Feuer an Aideens Stelle meiden. Luxia nickte sie zu. Die kleine Fee schien wirklich hier die Vermittlerin zu sein. Eine so niedliche Person.Auch sie war besonders. Eigentlich waren sie es alle.
    "Kann ich dir beim Kochen zur Hand gehen?"


    Zuletzt von Aideen am Mi Dez 05, 2018 9:45 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Mi Dez 05, 2018 3:13 am

    Jin sah auf zu Elariel und sein Blick war alles andere als freundlich. Dann aber kam ihm eine Idee. Er grinste und sagte übertrieben freundlich: „Wenn du unbedingt musst, kannst du das Huhn für morgen rupfen.“ Luxia war überrascht, dass er ihr das anvertraute und sie freute sich, dass Jin doch nicht so unzugänglich war. Die Wahrheit jedoch war, dass Jin diese Arbeit hasste, wie die Pest und er glaubte nicht, dass eine Frau von den Flusselfen gerne ein totes Tier bearbeitete. „Einen Topf findest du am Pferd.“ Sie würde es schließlich erst in heißem Wasser baden müssen, ehe sich die Federn lösen würden. Luxia flirrte zurück zu Aideen und wartete ebenfalls.
    Sie wussten, dass Jin eigentlich gern selbst fürs Essen sorgte, nachdem Cana sie alle vergiftet hatte, deswegen sah sie es als gutes Zeichen.

    Als Jin fertig war, tat er dies Kund und wartete darauf, dass sich alle was nahmen. Er selbst kaute gedankenverloren an einem baum auf ein bisschen Dörrfleisch herum. Er mochte zwar die Früchte des Waldes, aber Pilze… Da musste schon wirklich ein Heißhunger drauf bestehen. Cana jedenfalls bedankte sich artig und ließ es sich schmecken.
    Luxia fragte nun Elariel: „Sag, liegen deine Talente nur bei Schutzzaubern oder beherrscht ihr auch offensive?“ Sie fragte, weil man ja einen Eindruck erhalten müsste, wie die Verteidigung so strukturiert war. Jin lauschte zwar ebenfalls, aber er hing auch seinen eigenen Gedanken nach. Erneut vermied er es Aideen auch nur anzusehen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Mi Dez 05, 2018 3:21 am

    Elariel tat, was getan werden musste. Sie machte es nicht gern, denn dieses Wesen gehörte zum Wald, aber sie wusste auch, das es genug Wesen gab, die Fleisch aßen und so fand sie sich damit ab.Natürlich war es nicht schön das tote Tier zu bearbeiten, aber wollte sie zu der Gruppe gehören, würde sie Wohl oder Übel mit anpacken müssen. Aideen putzte die Pilze in der Zeit. Letztlich war die Arbeit getan, das Essen her gerichtet und alle nahmen sich ein wenig von dem, was da gekocht worden war. Luxia war ein wenig gesprächiger. Sie wollte mehr über Elariels Magie wissen.
    "Nein ... ich beherrsche sowohl die Schutzzauber, als auch die, des Angriffs. Die Elemente stehen mir zur Verfügung. Nur so kann man auf einem Schlachtfeld bestehen."
    Aideen war natürlich aufgefallen, das Jin sie ignorierte. Hatte sie ihm etwas getan? Nun vielleicht brauchte er auch nur erst einmal wieder etwas Zeit, um mit allem wieder klar zu kommen, aber würde es noch länger so weiter gehen, müsste sie sich ihm wohl stellen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Mi Dez 05, 2018 4:30 am

    Sie konnte ja auch nicht ahnen, dass das ganze Gegenteil der Fall war. Sie hatte ihm ganz und gar nichts getan. Seine Vergangenheit holte ihn ein. Nicht nur dieses Massaker, was er damals veranstaltet hatte, sondern auch der Rest. Morigan hatte gesagt, er würde sein Glück finden und dafür nicht so lange leben. Aber… bisher hatte er nur Schmerz und Leid erfahren. Luxia nickte fachmännisch und war froh Feuerkraft zu haben. Sie sah wieder rüber zu dem grüblerischen Elfen und legte den Kopf schief. Er hatte beim König sehr seltsam reagiert. Er hatte sie gefragt, ob sie es gewusst hatte, aber… Luxia hatte keine Ahnung was er damit meinen könnte und warum ihm das überhaupt so zusetzte. Sie wollte ihn eben fragen gehen, als Cana ihr zuvor kam. Sie stand auf und lief rüber zu ihm. Er ignorierte sie zunächst, ehe sich seine Brauen leicht zusammen zogen und er ärgerlich hinauf sah. „Was willst du?“, fragte er ungeduldig.
    „Du bist noch grüblerischer als sonst. Du grenzt dich aus. Was ist los? Geht es dir nicht gut?“ Sie klang tatsächlich besorgt und Jin verdrehte die Augen. Er murmelte: „Ihr seid wohl alle erst zufrieden, wenn ich Blumenkränze flechte und singend und tanzend über die Weiden hüpfe?“ Es klang missmutig, aber Cana brachte es derart zum Lachen, dass sie Luxia gleich mitansteckte. Jin erhob sich nun aber und verkündete: „Aideen, Cana ihr übernehmt die erste Wache. Ich übernehme die zweite und zuletzt ihr beide.“ Er deutete auf Luxia und Elariel. Immer kommandierte er sie herum! Luxia verschränkte die Arme, aber sie redete nicht gegenan.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Mi Dez 05, 2018 7:09 am

    Elaria konnte da wohl kaum mit reden. Sie hielt sich erst mal aus allem raus, denn sie musste die Gruppe erst einschätzen. Allerdings kicherte sie auch leise vor sich hin, als sie sich vorstellte, wie Jin singend über eine Wiese hüpfte. Aideen dagegen, begann erst leise zu kichern, nicke dann auf Jins Anweisung hin und fiel schließlich in ein lautes Gelächter. Ihre Stimme war so klar, so fein, so unglaublich ansteckend und schön. Jin tanzend und singend über eine Wiese hüpfend vor Augen zu haben, war vermutlich das Größte für sie. Dabei stellte sie sich vor, wie er immer mal nach einem Blümchen griff, es abpflückte und in einen Kranz flocht. Aideen lachte so herzhaft, das sie bald kaum noch Luft bekam. Natürlich bekam auch sie sich wieder ein, aber sie strahlte Jin regelrecht an. Was immer er hatte, er hatte vermutlich einen Grund dafür, sich von ihr zu distanzieren, auch wenn sie es nicht verstand. Sie sollten die erste Wache halten, was gut war, denn so könnten sie wenigstens den Rest der Nacht schlafen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Mi Dez 05, 2018 10:57 am

    Ja, die erste Wache war leicht im Gegensatz zu der in der Mitte. Deshalb wollte Jin sie ja auch selbst übernehmen. Außerdem wollte er sie auch alleine machen. Er legte sich also hin, machte die Augen zu und war innerhalb weniger Augenblicke eingeschlafen.
    Cana nahm ihre Wache sehr ernst. Erstens wollte sie Jin nicht enttäuschen und zweitens auch ihren Wert beweisen. Sie setzte sich zu Aideen und grinste sie an, während sich alle übrigen nun zur Ruhe begaben. Sie hatte sich schon einmal mit Aideen in der Zeichensprache unterhalten und großen Spaß gehabt. Sicher würden sie sich auch jetzt wieder die Zeit vertreiben können.

    Es war einige Zeit vergangen und die beiden hatten sich gut „unterhalten“, als plötzlich Bewegung ins Lager kam. Ihr Beschützer schlief nämlich plötzlich unruhig. Hatte er das überhaupt schon mal getan? Er lag sonst immer da, als sei er gestorben. Doch jetzt drehte er sich leicht und seine Atmung beschleunigte sich und schließlich schreckte er entsetz – wie es schien – auf und keuchte. Er hielt sich die Hand auf die Augen und versuchte klar zu kommen.
    Entgeistert blickte er zu Aideen, dann in den Himmel und schließlich ins Feuer. Er hatte vielleicht zwei Stunden geschlafen. Das war ok oder? Er rieb sich die Schläfen und erhob sich. Dann sagte er leise: „Schlaft!“ Er jedenfalls war hellwach und fragte sich, was zum Teufel er da Schreckliches geträumt hatte. Es war nichts, was er jemals gesehen hatte und ihm war sogar ein wenig übel. Er musste sich erst mal beruhigen und trank einen Schluck. Sein herz schlug sonst wo und schließlich sah er Cana an, nicht Aideen. „Was ist? Legt euch schlafen!“ Cana verschränkte die Arme. „Du bist noch nicht dran!“
    „Ich bin dran, wenn ich sage, dass ich es bin, klar?“ Cana spitzte beleidigt die Lippen und verschränkte die Arme. Wieso musste er immer so sein?
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Mi Dez 05, 2018 11:24 am

    Elariel sah Aideen überrascht an, als diese so herzlich los lachte. Das war irgend wie niedlich. Sie konnte lachen, aber nicht sprechen. Ungewöhnlich, aber es zeigt, das noch nicht alles ganz verloren war, denn die Stimmbänder schienen nicht beschädigt zu sein. Es musste also ein Schock gewesen sein, der sie dazu veranlasst hatte, nicht mehr zu sprechen. Elariel versuchte die Reaktion der Gruppe darauf aus zu machen. Luxia lachte, Cana ebenfalls. Jin sah kurz verdattert zu ihr, ehe er den Blick wieder ab wandte. Er schien irgend ein Problem mit Aideen zu haben, oder bildete sie sich das nur ein?

    Zwei Stunden, nach dem sie sich hin gelegt hatte, wurde sie durch Jins Unruhe wach, blieb allerdings liegen. Wäre etwas durch den Schutzkreis gekommen, wäre sie gleich auf den beinen gewesen. Solange keine Gefahr drohte, würde sie sich zurück halten. Statt dessen lauschte sie nur dem, was gesagt wurde, was allerdings nicht viel war.

    Aideen und Cana hatten viel Spaß gemeinsam. Sie hatte das Mädchen sehr ins Herz geschlossen. Als Jin unruhig wurde, sah Aideen etwas besorgt zu ihm hinüber. Er saß plötzlich, aber er behandelte sie noch immer wie Luft. Er wollte also die Wache übernehmen ... Aideen legte sich unter einen der Bäume. Hier fühlte sie sich am sichersten. Sie schloß die Augen, denn Jin zu widersprechen würde nur wieder im Streit enden. Es dauerte eine Weile, ehe sie ein schlief. Zunächst fühlte sie sich geborgen. Sie fühlte die Baumwurzeln, die sich schützend um sie legten, spürte den Wind, der sanft über ihr Gesicht streichelte und genoss den Duft des Waldes um sie herum. All das führte sie in einen Traum, in dem sie sich in der Nähe ihres Dorfes wieder fand. Sie strich gerade durch den Wald, einem Eichhörnchen folgend, welches sie vor kurzem auf gepeppelt hatte. Nach einer Weile, war sie wieder an ihrem Dorf. Unruhig drehte sie sich von eine Seite auf die Andere. Sie wusste, was geschehen würde. Es gab eine Art Szenewechsel und sie fand sich in dem Haus ihrer Zieheltern wieder. Draußen schrien die Elfen des Dorfes, es roch nach Rauch und sie hatte furchtbare Angst.
    "Versteck dich und bleib da, bis sie weg sind, egal was passiert!"
    hörte sie ihre Mutter sagen, ehe sie sich in ihrem Versteck wieder fand. Um sie herum hatten sich Äste und Zweige gebildet, die sie vor den Feinden verbargen. Ein einziger stand direkt auf ihrem Versteck und sah sich um. Sie sah deutlich das weiße Haar, die dunkle Kleidung, doch das Gesicht erkannte sie nicht. Der Mann war weg, im Dorf hörte man nur noch die alles verzehrenden Flammen, die inzwischen auch ihr Haus erreicht hatten. Aideen hustete, als sich ihr Versteck mit Qualm füllte. Es war so schrecklich heiß und die Flammen begannen an ihrem Versteck zu lecken. Es knackte so laut, als etwas die Äste zerstörte. Aideen wurde gepackt und heraus gezogen.
    Im Schlaf hatte sie leise gesprochen. Sie hatte nach ihrer Mutter gerufen, hatte geweint und hatte auch jetzt noch Tränen in den Augen. Elariel war noch wach gewesen und kniete nun neben Aideen, um sie zu wecken. Das arme Ding musste wirklich schlimme träume haben. Warum konnte sie im Schlaf sprechen, aber nicht wenn sie wach war? Es bewies doch nur, das das arme Mädchen einen furchtbaren Schock erlitten haben musste.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Mi Dez 05, 2018 11:44 am

    Jin beobachtete die Umgebung und irgendwie kam er sich fast lächerlich dabei vor. Sie waren in einem Wald. Aideen war mit dieser Art von Landschaft so innig verbunden, dass ihr vermutlich sogar eine kleine Wurzel geflüstert hätte, wenn sich auch nur auf einen Tagesmarsch irgendwas nähern würde. Er seufzte und betrachtete sie dann. Wenn sie schlief war es nicht so schlimm sie anzusehen. Aus dem kleinen Mädchen war eine Frau geworden und doch bildete er sich nun jedes Mal, wenn er sie ansah. Den süßen Geruch verbrennenden Elfenfleisches zu riechen. Es war schrecklich!
    Er verschränkte die Arme und blickte woanders hin. Er würde noch wahnsinnig werden, wenn er nicht darüber hinweg kam. Sie hatte ihn getröstet und seine Tränen getrocknet. Sie hatte überhaupt keine Ahnung und Jin hatte kein Recht, so egoistisch zu sein. Er würde versuchen, sie weiterhin so zu behandeln, wie sonst auch. Verdammt noch mal! Er wollte doch, dass sie lachte und glücklich war. So wie vorhin. Aber jetzt kam ihm das alles vor, wie ein falsches Spiel. Ganz so, als wolle Celestria ihn für seine Sünden bestrafen… Jin betrachtete Elariel, wie sie versuchte Aideen aus dem Schlummer zu holen.
    Es schien ihr nicht wirklich zu gelingen und Jin verdrehte die Augen. „Du sollst schlafen!“, sagte er nun zischend und sah ungerührt auf Aideen herab. Dann aber weichte sein Blick doch tatsächlich auf. Er kniete sich ebenfalls herab und sah Elariel nur mit dem Blick an, den er vielleicht Leuten zuwarf, denen er sagen wollte: Verzieh dich oder stirb! und legte die Hand auf Aideens Stirn. Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und dann fuhren seine Finger ganz sanft ihren Hals hinab, wo er seine Hand dann behutsam auf ihre Schulter legte. Die andere Hand strich über ihr Haupt, wobei er sagte: „Ich beschütze dich…“
    Er wischte ihre Tränen von ihrer wundervollen Haut und wartete, ob sie ruhiger wurde. Elariel ignorierte er dabei völlig. Er hatte einen Vertrag geschlossen und außerdem trug er alle Schuld an all ihrem Leid… Nun vielleicht nicht ganz alleine, aber ER hatte ihre Eltern ermordet… Jin schloss die Augen und ließ den Kopf leicht hängen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Mi Dez 05, 2018 11:51 am

    Elariel konnte Jin noch längst nicht einschätzen. Für sie war er unberechenbar, selbst wenn diese Elfe vor ihr ihm vertraute, wie niemandem sonst. Allein deshalb zog sie sich ein klein wenig zurück, beobachtete dabei aber, wie Jin sich gegenüber Aideen verhielt. Er war so zärtlich und sanft mit ihr ... wie man es von einem Dunkelelfen niemals vermuten würde. Elariel war sich sicher, das Aideen ihm wirklich sehr viel bedeutete. Augenblicklich, als er mit ihr Sprach, wurde sie ruhiger. Elariel lächelte verstohlen. Auch wenn er nicht viel Lebenszeit übrig hätte, so hatte er doch jemanden gefunden, der ihn so nahm, wie er war. Nun mussten sie nur noch zueinander finden.

    Aideen spürte die weiche Berührung auf ihrer Haut, spürte, wie ihr die Tränen weggewischt wurden. Jemand war da, jemand der sie beschützte und dann hörte sie es auch. Sie hörte wie er sagte, er beschütze sie. Sofort wurde sie wieder ruhiger, schmiegte sich in die Hand Jins und schlief ruhiger als zuvor. Auch Elariel legte sich wieder hin und versuchte noch ein wenig zu schlafen, ehe sie die Nachtwache übernehmen musste

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