Nightingale

Es gibt nicht nur Freunde in dieser Welt!


    Schicksal oder Zufall?

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    Jin
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Do Jan 19, 2017 7:17 am

    Jin lief durch den Wald. Als Aideen ihn beobachtete, konnte sie nur erkennen, dass er irgendwie den Kopf hängen ließ und irgendwann setzte er sich auf einen Stein. Er starrte weiterhin nach unten und Sonnenlicht viel auf ihn. Es sah so schön aus, wie der Wind mit seinen Haaren spielte und die Sonne sich in seinem Silberhaar spiegelte. Und doch hatte er zu keinem einzigen Moment einsamer ausgesehen. Was ihm wohl durch den Kopf ging?

    Cana kramte schon in dem Sack. Sie breitete alles aus und prüfte, was sie dabei hatten. Wenn sie schon nicht kämpfen und heilen konnte, so konnte sie wenigstens für die Gruppe sorgen. Sie schnappte sich das Messer, was sie an der Satteltasche stecken gesehen hatte. Die Klinge war unglaublich scharf und sie hatte eine Schlanke Gestalt. Sehr gut. Sie fing an das Gemüse zu schnippeln und schnitt das gepökelte Fleisch in Streifen. Sie brachte außerdem einen Topf mit Wasser aus der Quelle über der Feuerstelle zum Kochen. Sie stellte sich die ganze Zeit vor, wie gut das alles Schmecken würde und sie freute sich, für ihren Held und ihre neuen Freundinnen zu kochen. Sie kicherte zufrieden und Luxia beobachtete sie glücklich. Eigentlich war doch auch egal, was Jin trieb, nicht? Sie flatterte nun zu Cana und fragte: „Kann ich dir helfen?“
    „Ja. Ich brauche Salz und Pfeffer!“ Sie grinste zu Luxia und die flatterte gleich zur Gewürztasche, die sie mühsam angeschleppt hatte.

    Jin gingen ganz andere Gedanken durch den Kopf. Sein Herz war schwer und doch auch federleicht. Er konnte mit dieser Liebe die er empfand nichts anfangen und er erinnerte sich an die Worte, die Xandris an ihn gerichtet hatte. Noch NIE hatte er geweint. Zumindest seit er erwachsen war. Als Kind hatte er es auch schnell verlernt und jetzt wurde er von diesen beiden Wesen so… berührt? Es kam ihm falsch vor und er weigerte sich zu akzeptieren, dass er die beiden mochte. Ja selbst Luxia wuchs ihm ans Herz! Es war nicht so, dass ihn das ärgerte, er versuchte einfach nur seine Gefühle vor sich selbst zu verbieten. Sein Leben war einfach nicht dafür geschaffen, Freunde oder eine Familie zu haben. Die Dörfler hatten ihn so nett behandelt und auch die kleine Gemeinschaft behandelte ihn gut. Er schlug mit der Gesunden Hand auf den Stein und biss die Zähne zusammen. „Zum Teufel!“, rief er sich selbst zu und verschreckte auch einige Waldtiere um sich herum. Grimmig stand er auf, atmete einmal tief durch und tätschelte seine Wangen. „Wäre doch gelacht!“, murmelte er zu sich selbst und straffte die Brust. Als würde er sich von den beiden Damen ins Bockshorn jagen lassen! Er marschierte also zurück zur Lichtung.

    Während er gesessen und gegrübelt hatte, war Aideen zurück zur Lichtung gegangen und hatte die Pilze abgeliefert. Cana freute sich darüber und meinte, dass die es noch abrunden würden. Sie freute sich über die Hilfe der beiden Frauen und freute sich auch auf Jins Gesicht, wenn er feststellen würde, wie gut es war. Sie würde IHN zuerst probieren lassen, denn sie kannte das Rezept im Schlaf und musste nicht probieren.
    Und gerade als Jin zurück kam, war es auch schon fertig. Cana war ganz aufgeregt. „Er soll zuerst probieren!“ Sie füllte gleich was in eine Schüssel und brachte sie ihm schon entgegen. Er sah sie von oben herab an. „Und… was wird das?“
    „Ich hab für uns gekocht!“
    „Das sehe ich.“ Er betrachtete die Schale. „Du musst als erster probieren!“
    „Und ich darf mich nicht vorher hinsetzten?“
    „Ähm… öh… uhm… doch.“ Sie sah etwas niedergeschlagen aus und Jin verdrehte die Augen, als sie nun auf den Boden sah. Er ballte die Faust und nahm ihr den Löffel aus der Hand, tauchte ihn in die Suppe und probierte. Sie strahlte ihn nun an und es lähmte ihn regelrecht, wie sie strahlte. Er wandte schnell den Blick ab – was er bei Aideen auch immer tun musste, wenn sie so strahlte – und sagte: „Nicht schlecht.“ Cana lachte und sagte: „Es ist doch oberlecker!“ Sie nahm ihm den Löffel aus der Hand und probierte mit dem gleichen selbst. Schien ihr nichts auszumachen, während sie aber mit ihm zum Lager zurück ging. Er schüttelte nur den Kopf und als sie ankamen setzte er sich neben die Feuerstelle, wo er in den Topf blickte. Cana setzte sich neben ihn, und stellte die Schale vor ihm ab. Pilze Fleisch und verschiedenes Gemüse köchelte und Jin wurde kreidebleich.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Do Jan 19, 2017 7:41 am

    Aideen hatte Jin gern seine Ruhe gelassen. Manchmal brauchte er eben etwas Zeit zum Nachdenken. Cana freute sich über die Pilze und Aideen wartete gern geduldig, bis alles fertig war. Jin kam zurück und Cana nötigte ihn sofort, die Suppe als erstes zu probieren. Aideen lächelte vor sich hin, über Jins Art und wie er sich verhielt. Er versuchte mit allen Mitteln, keinen an sich heran zu lassen und doch war es wohl nicht so leicht für ihn, oder bildete sich Aideen das alles nur ein? Sie saß unter einem Baum, etwas abseits der Feuerstelle. Cana brachte ihr eine Schüssel von der Suppe, ehe sie sich zu Jin setzte. Aideen konnte deutlich sehen, wie Jins Gesicht plötzlich noch blasser wurde, als es ohnehin schon war. Sie stellte die Schüssel langsam an die Seite. Was war denn nur los? Stimmte etwas mit der Suppe nicht? Aideen stand auf, kam aber nicht wirklich näher, sondern hielt einen gewissen Abstand. Sie sah Luxia fragend an. Wusste sie vielleicht, was Jin gerade so aus der Fassung brachte?
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    Jin
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Do Jan 19, 2017 8:09 am

    Jin blickte starr geradeaus und eben wollte Cana sich etwas auftun, während Aideen die Schüssel wegstellte, aber auch eben probiert hatte. Sie sah aufmerksam zu Jin, dessen Herz einen Satz machte. „Cana…?“ Sie sah ihn an und erschrak. Was war denn nun los? Luxia sah auch auf. Sie hatte eine schale aus eine Walnuss und hatte eben ein wenig davon geschlürft. „Was denn?“
    Jin nahm ihr die Schüssel weg und Luxia ließ ihre sinken. „Hey!“, sagte Cana und Jin fragte: „Hast du das Messer dort zum Schneiden benutzt?“ Sie sah auf das Messer, worauf er zeigte. Sie hatte es bereits abgewaschen. Jin schloss die Augen. Er blieb ganz ruhig. „Ihr hört mir jetzt alle genau zu.“ Cana bekam Angst und schwieg. „Ihr bleibt genauso, wie ihr jetzt seid. Ihr werdet euch zurück lehnen und entspannen, klar?“
    „Jin, was…?“
    „Ich meine es ernst, Luxia! Gerade du…“ Sie sah ihn schockiert an und nun wurde sie unruhig. Jin sah zu ihr herüber. „Ich werde es euch jetzt erklären, wenn ihr tut was ich sage, werden wir alle heil aus der Sache heraus kommen. Ich habe ein Gift auf die Klinge aufgetragen. Es ist zu 100% tödlich, wenn kein Gegengift rangeschafft wird.“ Cana erbleichte und Luxia auch. „Panik ist absolut verboten. Ich habe euch gesagt, dass ich es neutralisieren kann klar?“ Cana nickte und sagte: „Ich vertraue dir.“
    Das allein brachte ihm nur nicht viel. Er zog eine Art Nadel hervor, mit einem kleinen Sack hinten dran. Er ging zu Luxia. Er tropfte einen winzigen Tropfen des Gegengiftes auf seinen Zeigefinger. „Ablecken!“ Sie sah ihn schockiert an, aber gehorchte schnell. Er nahm sie einfach in die Hand und trug sie zu ihrer von Aideen erschaffenen Hängematte. Dann ging er zu Cana, die ihn mit riesigen Kulleraugen ansah. „Gib mir deinen Arm.“ Sie gehorchte und er injizierte ihr die Hälfte des Gegengiftes. „Das brennt.“, jammerte sie. „Sei still!“ Er ging zu Aideen und kniete sich herab. Er streckte die Hand aus, damit sie ihm ihren Arm gab.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Do Jan 19, 2017 8:16 am

    Aideen war sich nicht sicher, was sie von der Sache halten sollte, doch sie tat, was Jin sagte. Nicht weil er es sagte, sondern weil sie wusste, wenn sie sich aufregten, würde das Gift sich schneller im Kreislauf verteilen. Aus ihrer Position sah sie sehr gut, was da vor sich ging. Natürlich ... Er war ein Dunkelelf ... ein Meuchler ... das er Gift auf die Klinge gepackt hatte, erschien ja nur logisch. Er gab Luxia etwas Gegengift, injizierte Cana etwas und kam schließlich zu ihr. Er wollte ihren Arm, aber wenn er ihr jetzt auch noch so viel Gegengift geben würde, was würde dann aus ihm? Sie schüttelte den Kopf und zeigte auf ihn. Sie würde sich das restliche Serum gern mit ihm teilen, wenn es sein müsste, aber sie würde nicht zusehen, wie er sterben würde, weil sie so egoistisch war, das Gegengift allein zu verbrauchen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Do Jan 19, 2017 8:28 am

    Jins Blick war ernst und als sie sich nun weigerte sah er sie böse an. „Du wirst tun, was ich sage.“ Er packte ihr Handgelenk mit blitzschnellen Reflexen. Er benutzte dazu den gebrochenen Arm und funkelte sie an. Sie wehrte sich halbherzig und er vermutete, dass sie ihn einfach nicht schlimmer verletzen wollte. Er fletschte dennoch die Zähne, ob des Schmerzes, der in seinem Arm auftrat. Sie wollte sich losreißen und Jin kannte nur einen Weg, seine Ziele zu erreichen, doch… Jin ließ es lieber bleiben. Er ließ sie los. „Aideen… DU wirst sterben…“ Aber was mit ihm geschah war ihm wohl egal, hm? Er setzte die Nadal an seine Vene und drückte leicht zu. Dann hielt er erneut die Hand auf. Dieses Mal gab sie ihm den Arm und er injizierte ihr den Rest. Er wartete nun keine Sekunde länger. Er erhob sich und sagte einfach: „Ich bin bald zurück.“
    Luxia sah ihm nach. Wo wollte er denn nun hin?! Er durfte sich doch auch nicht bewegen! Die drei Damen jedenfalls spürten langsam, ein Taubes Gefühl in den Fingern und den Zehen. Außerdem war ihnen schlecht und Magenschmerzen hatten sie auch. Es würde in von Stunde zu Stunde schlimmer werden.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Do Jan 19, 2017 8:37 am

    Aideen gab erst ruhe, als Jin sich selbst ein wenig gespritzt hatte. Es würde ihm hoffentlich helfen. Sie selbst hatte jetzt jedenfalls ein ruhiges Gewissen, wenn auch ein wenig Angst. Würde sie sterben, wer sollte dann ihre Mission beenden? Nun, da Jin ging, legte sie sich wieder hin. Ihr war elend schlecht, obwohl sie doch nur einen kleinen Löffel voll genommen hatte. Sie würde sich bald übergeben müssen. Der Magen schmerzte. Das Gift setzte ihnen allen zu. Keiner von ihnen würde jetzt noch aufstehen und etwas tun können. Aideen vertraute auf ihre Geister. Sie glaubte fest an diese. Sie hatten sie damals schon nicht Grundlos gerettet, doch hatten sie die Macht ein solches Gift auf zu halten? Irgendwann wurde der Schmerz so unerträglich, das Aideen sich zusammen krümmte. Sie krampfte schon fast. Erbrochenes lag auf dem Boden und Aideen war ganz blass. Sie schwitzte, ihr war schwindelig und sie sah verschwommen. Was tat Jin und wo war er hin? Er würde sie hier nicht einfach zum sterben zurück lassen. Aideen war sich da ganz sicher, sonst hätte er sie nichtd avon überzeugt, ihr das Zeug in die Blutbahn zu spritzen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Do Jan 19, 2017 8:57 am

    Nein, er würde sie nicht zum Sterben zurück lassen. Er war sich sicher, dass er alle retten konnte, wenn er nur fand, wonach er suchte. Schweiß stand ihm auf der Stirn. Es ging ihm natürlich nicht anders, als den anderen und er hatte auch nur so getan, als hätte er sich was gespritzt. Was ihn auch aufregte, da er Lügen hasste. „Diese… ugh… Was denkt sie, wen sie… vor sich hat, hä?“ Er selbst war etwas außer Atem. Seine Fingerspitzen kribbelten und auch er hatte schmerzen und ihm war schlecht. Aber SEIN Körper war von Geburt an auf Gifte sensibilisiert worden. Er hatte jahrelange Erfahrung damit und seinen Organismus gegen die meisten Gifte immunisiert, sodass sein eigener Körper die Vergiftung sehr lange aufhalten konnte. Doch die anderen brauchten eben nicht nur die halbe Dosis, sondern die ganze. Er hatte dafür gesorgt, dass der Atemstillstand und der Herzstillstand nicht direkt eintreten würden, indem er ihnen das Gegenmittel verabreicht hatte. Bei Luxia hingegen war er sich sicher, das Gift neutralisiert zu haben, allerdings war es vermutlich auch eine Überdosierung, sodass sie ebenfalls noch immer in Lebensgefahr war, wenn sie einen Kreislaufzusammenbruch erleiden würde. Er selbst suchte nun den Waldboden nach Pflanzen ab. Er wusste, dass man das Gegenmittel sehr leicht herstellen konnte, aber eben nur, wenn man die Pflanzen hatte. Ärgerlich. Er war sich sicher, dass er auf dem Hinweg welche gesehen hatte! Ein Stein sprang ihm vor die Füße und er fiel hin. Ganz toll… Er hatte die Augen beim sturz kurz geschlossen und rollte sich auf den Rücken, um sich den Arm zu halten. „Vith!“ (Scheiße!) Er wartete nur kurz und dann atmete er langsam aus und sah zur Seite. Seine Augen weiteten sich und er griff nach der Pflanze. Na immerhin!
    Umständlich stand er auf und sammelte so viel von der Blume, wie er konnte. Er lief zurück und stellte fest, dass er seine Zehen nicht mehr spürte. Bei den anderen dürfte wohl auch schon Fieber ausgebrochen sein und Luxia würde vermutlich sogar schon vollkommen weggetreten sein. Er kam zurück ins Lager.

    Cana lag da und weinte. Sie krümmte sich vor Schmerz im Bauch und auch sie hatte gespuckt. Sie jammerte immerzu, wie leid es ihr tat und Luxia lag vollkommen weggetreten da. Jin stolperte und fing sich gerade noch so. Warum? Warum?! Er hätte nie geglaubt, dass sich jemand aus der Gruppe an seinen Sachen vergreifen würde. Er hatte einfach nicht damit gerechnet, wie naiv Kinder waren! Es wurmte ihn sehr. Er kramte nun in seiner Satteltasche und holte eine Glasflasche heraus. Sie war komplett rund. Er hatte außerdem Stößel und Mörser dabei und zerstampfte die feinen Samen der Pflanze. Anschließend füllte er sie in den Kolben und fügte Wasser dazu. Dann setzte er eine Art Rohr auf den Kolben und schließlich am Ende des Rohres stellte er einen Becher hin. Dann hieß es warten. Er hörte die Schmerzen der anderen und so holte er Wasser von der Quelle. Er suchte nach zwei Lappen und Legte sie Aideen und Cana auf die Stirn. Dann kümmerte er sich um Luxia. Er holte sie vorsichtig aus der Liege und behielt sie in seiner Hand, wo er ihr ganz vorsichtig. Mit einer weiteren Spritze Wasser in den Mund tropfte. Er wischte sich den Schweiß von der Stirn und hielt inne. Er hatte vergessen, WIE schmerzhaft das sein konnte, wenn man es oral aufnahm. Aber der Vorteil war, dass sie so immerhin nicht alle direkt krepiert waren. Ein Schnitt mit dieser Klinge führte im Normalfall nach 3 Minuten zum Tod. Und selbst mit Gegengift war es beinahe unmöglich zu überleben. Zum Glück hatte Cana sich nicht geschnitten… Er lehnte an dem Baum hinter ihm und wartete nun.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Do Jan 19, 2017 9:30 am

    Aideen hatte versucht zu Cana zu gelangen, doch sie hatte es nicht geschafft. Jeder hatte ein anderes Schmerzempfinden, aber gerade Kinder spürten doch alles intensiver oder konnten sich weniger zusammen reißen, wenn sie Schmerzen hatten. Es tat Aideen in der Seele weh, Cana so leiden zu hören. Luxia sah sie gar nicht mehr. Hoffentlich ging es ihr gut. Die Kleine Fee war doch am zerbrechlichsten von allen. Aideen sah Jin, der wieder zurück kam. Sie sah ihn leicht verschwommen, aber sie erkannte ihn. Sie wollte gar nicht, das er sich um sie kümmerte, aber der kalte, feuchte Lappen auf der Stirn tat sehr gut. Aideen hätte sich niemals an Jins Sachen vergriffen, aber auch sie hatte nicht damit gerechnet, das Cana sich einfach daran bediente. Dieses arme Kind. Nun bezahlten sie alle für diese Unvorsichtigkeit. Jin tat etwas in einen Mörser um es zu zerstoßen. Aideen kannte den Geruch. Es war eine eher seltene Pflanze. Jin hatte alles in eine Glasflasche mit Wasser vermischt, was er zerstoßen hatte und wartete. Luxia hatte er Wasser gegeben. Aideen hätte heulen können, weil sie selbst nichts tun konnte, um den Anderen zu helfen. Ihre Hoffnung lag darin, das die Anderen es schafften, wenn sie selbst es nicht mehr schaffen könnte.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Do Jan 19, 2017 9:47 am

    Aideen hatte sich bewegt, wie ihm auffiel, war aber nicht weit gekommen. Luxia wurde vorsichtig abgelegt. Er sah zu Cana und dann zu Aideen. Sein Verstand arbeitete langsamer als sonst und er wusste eh nie, was im Kopf seiner Begleiterin vor ging, doch dieses Mal… er erhob sich langsam und ging zu Aideen. Sie wog kaum was und so hob er sie einfach hoch. Er stützte sie jedoch nur, weil er nur einen Arm zur Verfügung hatte. Er lief mit ihr zu Cana, wo er Aideen wieder absetzte und sich weiter um die Flasche kümmerte, die in der Feuerglut stand. Er hielt sich kurz den Bauch, stellte aber schnell fest, dass es eh nichts brachte und so ließ er es wieder bleiben.
    „Jin…“ Die kleine Fee hauchte es nur und er nahm sie wieder in die Hand. „Schhh…“, machte er und klang viel sanfter als sonst. „Bleib ruhig. Es wird bald besser.“ Immerhin hatte sie wohl keine Bauchschmerzen. Er kühlte ihr Köpfchen mit ein bisschen Wasser und behielt sie dann in der Hand, wo sie sich an seinen Daumen kuschelte. Sie war im Delirium. Aber sie würde es schaffen. Sie war stark. Er sah zu den anderen beiden und endlich schien die Flüssigkeit zu kochen. Gut. Er schwenkte es mit der Zange und benutzte dazu den rechten Arm. Links ließ er ja Luxia in der Hand. Jin kümmerte sich wirklich rührend um alle, als er nun wieder aufstand, zu den zweien ging und die Tücher austauschte. Er hatte außerdem nun eine andere Flasche dabei. „Trinkt das hier.“ Er wusste, es würde ein wenig gegen den Schmerz helfen, aber nicht, wenn sie es beide gleich wieder ausspucken würden. Das Taubheitsgefühl, war nun schon bis zu den Knien und Ellenbogen und Jin hatte auch schon Schwierigkeiten, seine Hände zu benutzen. Besonders rechts, war kaum noch zu gebrauchen. Er blieb dabei so ruhig und seine Stimme war so sanft und schön.
    Er ließ sich nun neben den Damen nieder und bettete Luxia auf weichem Moos neben ihm. Sie schien zu schlafen. Jin kümmerte sich wieder um das Gebräu und als die ersten zerstoßenen Samenkörner platzten nahm er alles vom Feuer und prüfte, wie viel Wasser im Becher war. Er holte einen weiteren Kolben mühsam aus der Tasche und kippte ganz vorsichtig die Flüssigkeit hinüber. Er würgte und riss sich zusammen, nicht die Hand vor den Mund zu nehmen. Er beendete sein tun und hielt das zeug nun wieder mit der Zange über die Flamme. „Vith!“ keuchte er und schwankte. Auch er hatte chon Fieber und es tat einfach nur weh. Er fragte sich, wie Cana es aushielt nicht zu schreien, sie war nur ein Kind. Auch Aideen schätzte er nicht so ein, dass ihr der Schmerz weniger ausmachen würde als ihm… Aber er hatte auch kein Gegengift genommen. Ihm jedenfalls nahm es fast den Verstand. Sie würden sicher noch Tage krank sein… Er würgte und übergab sich nun doch. „Vi…th…“, sagte er nun ganz leise und betrachtete das Blut, was er hochgewürgt hatte. Ob es bei den anderen auch bald … nun, sie hatten das Gift schon viel früher erbrochen. Warum hatte er denn daran nicht gedacht? Na ja sonst, nahm er das Gift eben nicht Oral auf. Seine Gedanken spielten ihm streiche. Das zeug kochte und er schwenkte es wieder. Seine Sicht verschwamm.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Do Jan 19, 2017 10:02 am

    Jin half Aideen zu Cana. Sie konnte kaum laufen und fragte sich, wie Jin diese unerträglichen Schmerzen so hin nehmen konnte. Sie selbst unterdrückte das Aufschreien, denn das hatte ihr schon einmal mehr oder weniger das Leben gerettet. Es war nicht klug zu schreien, wenn man wusste, das Feinde hinter einem her waren. Bei Cana angekommen, ließ Jin Aideen runter. Sie spürte ihre Füße nicht mehr und auch ihre Hände fühlten sich taub an. Das es Jin viel schlimmer traf, wusste sie nicht. Sie hatte die Hoffnung, er würde es schaffen, denn sie brauchte ihn. Nicht einfach nur als Beschützer, sondern als Vertrauten. Sie vertraute dem Todbringer. Ihre taube Hand legte sich auf Canas Rücken. So konnte Aideen ihr wenigstens ein wenig bei stehen. Armes Kind. Dem Tod entkommen, um nun auf die erneute Rettung eines Dunkelelfen zu warten,d er nie erfahren durfte, was es hieß, geliebt zu werden. Luxia ... Jin hatte sie ind er Hand. Aideen versuchte Cana zu streicheln. Sie versuchte zu sehen, was Jin da tat, aber alles war verschwommen. Schlafen wäre vielleicht eine gute Idee, aber mit solchen Schmerzen schlief man nicht einfach ein. Aideen bemerkte durchaus, wie schwer es Jin fiel, einen weiteren Glaskolben aus der Tasche zu ziehen. Das Gift hatte sich in seinem Körper wohl ebenfalls schon fleißig verteilt. Als er erbrach, sah sie das Blut, auch wenn sie es eher erahnte. Sie wusste, Jin ging es deutlich schlechter, als ihnen allen zusammen. Dieser Dickschädel.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Do Jan 19, 2017 10:40 am

    Nun, ob es ihm direkt schlechter ging, blieb dahin gestellt, denn er hatte immerhin nicht so starke Lähmungserscheinungen. Ein Dickschädel war er trotzdem. Aber wie auch immer. Er schwenkte fleißig den Kolben, als nun doch sein Griff nachgab und der Kolben umzukippen drohte, als die Zange aufging. Er griff mit der Hand danach und verbrannte sich, aber es war ihm egal. Ein Siedeverzug ließ die Lösung aus dem Kolben schießen und Jins Augen weiteten sich. Adrenalin schoss durch seinen Körper, das Herz schlug schneller und er sprang auf. Das alles geschah in kaum einer Sekunde. Seine Sinne schärften sich auf ein Maximum und mit einer schnellen Aufwärtsbewegung fing er sehr geschickt die Lösung wieder in der Flasche ein. Er fiel dabei jedoch nach hinten und hielt die andere Hand auf die Öffnung oben, damit es nicht erneut überschwappte. Er stellte die Flasche schnell ab und schüttelte die Hand. Sie war verbrannt. Toll… Er hob die Flasche nach kurzer Zeit hoch und betrachtete den Inhalt. Eine klare Flüssigkeit war nun übrig. Er kramte eine leere Spritze hervor und zog fast alles auf. Dann kroch er zu Cana, verabreichte ihr ein wenig des Serums und dann auch Aideen. Er selbst spritzte sich den Rest und war nun vollkommen erledigt. Er sah noch mal nach Luxia. Sie schien nun ruhiger zu schlafen und doch… Jin hatte versprochen, alle durchzubringen und er blieb sitzen. Schlafen konnte er sowieso nicht. Er beobachtete die anderen, wie sie sich krümmten und auch sein Bauch schmerzte wirklich sehr. Das Gegenmittel würde hoffentlich bald wirkung zeigen und Jin atmete langsam auf, als ihn neuerlicher Schmerz überraschte, gab er auch einen unterdrückten Laut von sich und ließ sich zur Seite kippen, wo er sich erneut die Hand auf den Bauch legte. Und das nur… weil er unvorsichtig gewesen war.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Do Jan 19, 2017 10:52 am

    Aideen hielt Cana, sah Jin weiterhin zu. Sie nahm wahr, wie er sich verbrannte. Stolz durchflutete ihr Herz, als sie das sah. Stolz auf einen Dunkelelfen, der versuchte Leben zu retten. Für sie bestätigte das nur, was sie die ganze Zeit wusste. Er war nicht schlecht. Wie sehr er sich Mühe gab, die Lösung zu behalten, sich dabei verbrannte, weil er nicht noch einmal etwas herstellen könnte ... Das Adrenalin, welches da durch seinen Körper pumpte, musste die Vergiftung noch beschleunigen. Aideen wäre zu ihm gerannt, doch sie kam ja nicht mal allein auf die Beine. Und schon stand er wieder bei ihnen, um Cana und ihr das Gegengift zu injizieren. Wenigstens schien er sich selbst auch noch eine Dosis davon zu spritzen. Aideen wusste nicht, wie sie das nur wieder gut machen könnte. Sie würde es irgendwie gut machen, wenn sie erst wieder auf den Beinen wäre. Als Jin einen unterdrückten Laut des Schmerzes von sich gab, sah Aideen automatisch hoch. Jin lag da und sie wusste, er musste schreckliche Schmerzen haben. Hatte er ihnen jede Aufregung verboten so war er in heller Aufregung, als das Serum zu verschütten drohte. Nun zahlte er den Preis dafür. Er war sicher Schmerzen gewohnt, hatte sich als Kind schon mit Giften anfreunden müssen und sich immunisieren, aber selbst ihn dürfte das hier gerade ordentlich zusetzen. Aideen hasste es mit an zu sehen, wie schlecht es allen ging und selbst nichts tun zu können. Sobald es ihr einigermaßen besser gehen würde, würde sie sich um alle wieder kümmern können und Jin könnte sch ausruhen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Do Jan 19, 2017 11:05 am

    Jin hatte ebenso Fieber, wie die anderen und durch das Gegenmittel stieg es nun auch. Aideen und Cana hatten nun auch erhöhtes Fieber und Jin tauschte ihre Nassen Lappen aus. Dennoch warf er eine Decke über die beiden. Auch Luxia deckte er mit einem Tuch zu. Er robbte auf den Elleboben zu Aideens Sachen. Die Grüne Flasche… sie hatte es mal gesagt, als sie im Fieberwahn gewesen war. Die grüne Flasche war zum Fieber senken. Er suchte danach und fand sie auch. Er entkorkte sie und musste mit beiden Händen an kippen. Er führte sie zu Aideens Mund und ließ etwas hineinlaufen. Ein bisschen ging daneben. Auch Cana wurde was eingeflößt, ehe er selbst einen Schluck trank. Sie hatten keine Überdosierung zu fürchten, daher war Luxia die einzige, der es anders schlecht ging, als ihnen. Er sah nach ihr und legte sein Ohr an ihren winzigen Mund. Sie lebte noch und schlief. Er setzte sich wieder und betrachtete die drei weiter. Seine Augen waren Müde, aber schlafen konnte er auch nicht. Er betrachtete seine Hände. Er konnte kaum zu fassen, aber ein bisschen ging noch.
    Aideen rührte sich, sie schien schmerzen zu haben und Jin sah nach ihr. Sie hatte einen Krampf im Unterarm und Jin kümmerte sich darum. Auch Cana schrie plötzlich auf. Bei ihr war es die Hand, die sich verkrampfte und auch bei ihr tat Jin sein möglichstes es irgendwie weg zu massieren. „Schh… Das ist… gut…“, sagte er nun mit einer Stimme wie ein Reibeisen. Er hatte genug.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Do Jan 19, 2017 11:13 am

    Der Verstand ließ kein klares Denken mehr zu. Aideen hatte Jin so lange beobachtet, wie es eben ging, doch nun stieg das Fieber. Sie war völlig fertig und doch versuchte sie Jin wenigstens auf diese Art bei zu stehen. Ihr Unterarm verkrampfte. Sie schnappte nach Luft, um nicht laut los zu schreien, doch schon war Jin da und massierte den Krampf weg. Seine Hände ... sie fühlten sich auf eine Art rau, auf die Andere aber auch wieder ganz weich an. Aideen würde erst später klar werden, wie sehr Jin sich um seine Schutzbefohlenen gekümmert hatte. Im Moment wollte sie doch nur, das sie alle endlich schlafen konnten. Als er mit Canas Hand fertig war, und sie seine Stimme hörte, brauchte sie einen Moment, um zu begreifen, das Jin selbst am Ende seiner Kräfte angelangt war. Er hatte Luxia nicht weit entfernt bei ihnen liegen lassen. Aideen griff mit ihrer tauben Hand nach seinem Arm. Sie spürte nicht, wie fest oder wie weich sie zupackte. Sie wusste nur, Jin musste sich ausruhen, sonst wäre all sein Handeln um sonst gewesen. Aideen spürte die Hitze, die sich durch das Fieber in ihren Leib fraß. Nicht mehr lang und sie wäre dem Delirium eben so nahe, wie Luxia zuvor. Aideen versuchte Jin nun zu sich herunter zu ziehen. Er musste doch endlich ausruhen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Do Jan 19, 2017 11:24 am

    Alles was Aidden dadurch jedoch erreicht, war Jins Aufmerksamkeit zu bekommen. Er sagte leise: „Ruh dich aus…“ Es klang schwach, aber ernst. „Ich wache… ugh… über euch.“ Und das tat er auch. Natürlich musste er sich auch ausruhen und natürlich musste er auch bald mal schlafen, aber er nahm das hier eben einfach auf sich, weil ER für ihren Schutz zuständig war und außerdem… er WOLLTE die drei hier schützen, sie wieder gesund bekommen. Er wusste außerdem, dass er hieran nicht sterben würde und machte sich deshalb auch keine Sorgen. „Schlaf…“; sagte er leise und kühlte ihre Stirn, während er ihren Arm wieder unter die Decke schob. Er massierte noch ganze 5 Mal bei den beiden Damen und einmal auch sich selbst. Das Taubheitsgefühl in seinen Händen hatte sich schon ein wenig zurückgezogen, als es ungefähr Mitternacht war. Er sah ins Feuer, was er mit neuem Holz fütterte und dann zu den anderen. Das Fieber wurde nicht noch stärker. Er glaubte, dass das Schlimmste schon fast überstanden war. Aber noch, waren sie nicht übern Berg. Ein Plötzlicher Atemstillstand oder Herzinfarkt war immer noch möglich. Auch bei ihm. Er war nur froh, dass die Adrenalinausschüttung von vorhin, keinen solchen verursacht hatte. Luxia schlief nun ganz ruhig und Jin gestattete sich ein kurzes Lächeln. Er wischte sich den Schweiß von der Stirn und legte sich einen kalten Lappen in den Nacken, nachdem er erneut die der Damen ausgetauscht hatte. Es würde bald besser sein. Er legte die Stirn auf seinen Unterarm, den er auf seinen angewinkelten Knien bettete. Nur einen kleinen Moment… Er schloss die Augen.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Do Jan 19, 2017 11:33 am

    Aideen sah ihn vor sich, hörte seine Worte, die ihr sagten, sie solle sich aus ruhen. Sie wusste, es war wichtig, wusste, sie mussten ruhen, doch was war mit ihm? Ihre Gedanken kreisten immer um den einen Gedanken, ihn nicht verlieren zu wollen. Schließlich aber, gab sie nach. Sie musste der Erschöpfung und ihrem geschwächten Körper endlich nach geben. Sie ließ Jin gewähren, nahm noch wahr, wenn er kam um ihnen die Krämpfe weg zu massieren, doch dann war auch sie endlich dem tröstenden Schlaf ergeben. Sie wurde bald wieder wach, durch den Schmerz im Bauch. Hatte sie eben die verdammte Wunde verheilt, tat es nun von innen weh. Jin saß am Lagerfeuer. Aideen konnte sehen, das er dort saß. Alles drehte sich, als sie versuchte den Oberkörper an zu heben. Ohnehin war die Sicht getrübt, jedoch nicht mehr so verschwommen wie zuvor. Jin schlief. Er hatte den Schlaf bitter nötig. Aideen wusste, es war gut so. Es ging ihnen allen nicht gut und doch musste jemand aufpassen. Es raschelte im Gebüsch und in einem der Bäume, hörte sie einen Uhu rufen. Es beruhigte sie, denn diesen Ruf hatte sie schon hunderte, wenn nicht tausende Male gehört. Es war einer ihrer Freunde, der ihr signalisierte, es sei alles in Ordnung. Was konnte sie jetzt schon groß tun? Nichts und so schlief auch sie wieder ein.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Do Jan 19, 2017 12:00 pm

    Jin war nur kurz eingenickt. Als der Uhu rief, war er wieder wach geworden. Er sah ins Feuer und stellte fest, dass auch Aideen sich bewegt hatte, nun aber wieder am Einschlafen war. Er sah sie noch eine Weile an und streckte seine Beine. Er wackelte mit den Zehen. Sehr gut. Sein Körper war ein wahrer Meister, was Gifte anbelangte. Die Lähmungserscheinungen verschwanden. Bauchschmerzen hatte er trotzdem. Er hatte nicht vergessen, dass er Blut gespuckt hatte, aber auch das würde sich mit schonender Brühe und Kräutertee in den Griff bekommen lassen. Er war guter Dinge, als plötzlich Luxia anfing, schneller zu atmen. Sie sah gequält aus und er nahm sie in seine Hand. „Schh...“, doch sie wurde nicht ruhiger. Er tröpfelte Wasser über sie und sie schien regelrecht zu hyperventilieren. „Nicht doch…. Luxia!“, er sagte es leise, aber energisch. Er wusste nicht, wie er ihr helfen konnte! Er sah sich um. Robbte zu seinen Sachen, versuchte irgendwas zu finden, was ihm half und betrachtete dabei die kleine Fee. „Wag es ja nicht!“, sagte er nun ärgerlich, aber auch panisch. Er kramte alles Mögliche hervor und schließlich fand er wonach er suchte. Er hielt es Luxia vor die winzige Nase und sie schlug die Augen auf. Panisch sah sie Jin an und wollte los fliegen. Sie schrie leise auf und Jin hielt sie fest. „Luxia! Beruhige dich!“ Sie flatterte wild und schrie noch mal auf. Jins Griff konnte sie nicht länger halten und sie flutschte ihm aus der Hand. „LUXIA!“ Sie flog in den Himmel und Jin sprang auf. Unbeholfen lief er los und wollte ihr folgen. Er stolperte regelrecht umher und Luxia flog in ihrem Wahn einfach los. Doch sie kam nicht weit. Sie trudelte irgendwann wieder herab und Jin machte einen Hechtsprung, um sie aufzufangen, ehe sie auf den Boden klatschte. Es knackte grässlich in seinem Arm und er gab einen schmerzlaut von sich. Sein Bauch schmerzte auch wieder etwas mehr und er blieb kurz liegen, ehe er sich angestrengt aufrichtete und zurück zum Lager kroch. „Was hab ich… mir dabei… gedacht?“ Das hatte er sich neulich schon mal gefragt. Warum hatte er diesen Auftrag angenommen. Er legte Luxia, die bewusstlos war in ihre Hängematte und verknotete diese so, dass ein Käfig entstand. Er ließ sich nun einfach fallen, hielt sich den Bauch und schlief vor Erschöpfung ein… nicht. Cana schrie auf und krümmte sich. „blyn uoi'nota!“ (Bei den 7 Höllen). Er sah zu ihr rüber und drehte sie so sanft es ging auf den Bauch um ihren Oberschenkel zu massieren. Er konnte nicht mehr. Sein Arm schmerzte und auch sein Bauch. Er wollte sich ausruhen. Erschöpft sank er nun einfach zwischen den beiden Damen hernieder und schlief ein. Er stöhnte noch mal wegen der Schmerzen und dann blieb es still. Cana kuschelte sich an seine Seite.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Do Jan 19, 2017 12:09 pm

    Als Jin Luxias Namen rief, wachte Aideen erneut aus ihrem Schlummer auf. Sie war ja noch nicht ganz eingeschlafen. Erst verstand sie die Aufregung nicht, doch dann sah sie, wie Jin Luxia rettete. Das Knacken des Armes war deutlich zu hören gewesen, doch Aideen hielt es nicht für Jins Arm. Sie sah zu Cana, als diese schrie und merkte, wie Jin dazu kam. Er war so erschöpft, das er einfach zwischen Cana und sie selbst fiel und einschlief. Aideen versuchte ihn mit zu zu decken und kuschelte sich nun von der anderen Seite an ihn heran. So schlief sie nun endlich in einen erholsamen Schlaf. Am Morgen würde alles wieder ganz anders aussehen. Das Hoffte sie jedenfalls.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Do Jan 19, 2017 12:35 pm

    Die Nacht blieb ruhig. Es war, als sei wohl endlich Frieden eingekehrt. Jin schlief ruhig zwischen den Damen und er schwitzte. Er hatte Fieber und während sein Körper alles in die Heilung seines Armes steckte und das Gift nebenher auch noch austreiben musste, war es nur klar, dass es Jin beschissen ging. Die anderen beiden hatten auch eine in Jins Augen angemessene Menge an Antidot erhalten. Luxia schlief wieder ruhig und Jin stöhnte leise, als Aideen erwachte. Cana schlief noch immer, schlief aber ruhig und schien auch nur noch ein kleines bisschen erhöhte Temperatur zu haben, während Jin ziemlich glühte. Cana schien auch keine oder nur noch wenig schmerzen zu haben.
    Erst als sich Cana bewegte, stöhnte Jin erneut und er öffnete die Augen einen Spalt. Er orientierte sich kurz und stellte fest, dass er im Wald war. Ach ja… Er bewegte sich leicht und biss die Zähne zusammen Sein Verband war durchgeblutet. Er erinnerte sich an die völlig überflüssige Aktion, Luxia aufzufangen. Diese Fee… sie würde ihn irgendwann umbringen! Der Knochen musste sicherlich noch mal gerichtet werden. So eine scheiße. Er legte die verletzte Hand auf den Bauch und atmete nur ganz flach. Er hatte Kopfschmerzen und immer noch Bauchweh. Er nahm sich vor, die Gruppe NIE wieder allein zu lassen. Er hatte das Gefühl, sie brachten sich nur gegenseitig ausversehen um, wenn er das tat!
    Er blinzelte ins Blätterdach und fragte: „Geht es allen… gut?“ er tat sich ja fast selbst leid. Er klang wirklich scheiße und auch schwach. Cana schlief friedlich und sabberte ihn ein bisschen voll, weil sie auf seinem nicht verletzten Arm lag. „Uhh…“ Er schloss die Augen wieder, blieb aber wach.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Do Jan 19, 2017 10:27 pm

    Aideen erwachte durch das Zwitschern der Morgenvögel. Jin stöhnte leise. Er musste starke Schmerzen haben, wenn er überhaupt Geräusche von sich gab. Cana schlief dagegen ruhig und auch Luxia schien ruhig in ihrem Käfig zu schlafen. Käfig? Es würde doch sicher einen Grund haben, warum Jin sie so eingesperrt hatte. Aideen dachte darüber nach, was geschehen war, was sie einem Fiebertraum zuschreiben konnte und was nicht. Es waren keine Fieberträume gewesen. Jin hatte sich völlig verausgabt, nur um sie alle in Sicherheit zu wissen. Wie konnte er sich selbst so vernachlässigen. Aideen stützte sich vorsichtig auf einen Arm, betrachtete Jin und sah, wie schlecht es ihm gehen musste. Als Cana sich rührte, stöhnte Jin erneut vor Schmerz auf. Sein Verband am Arm war durch geblutet. Aideen erinnerte sich an das knacken. Es war kein Traum gewesen. Armer Kerl. Ihn noch mal zu richten war nicht gerade toll. Jin sah wirklich schlecht aus. Er musste erst mal ausruhen. Aideen fühlte sich deutlich besser als gestern aber immer noch schwach. Sie würde sich nun um Jin kümmern, wie er es für sie alle getan hatte. Sie streichelte ihm, nach seiner Frage über die Wange, lächelte sanft und nickte. Er hatte eine Schüssel Wasser gebraucht, um die Lappen immer wieder zu wechseln. Diese würde nun auch Aideen gute Dienste leisten, wenn sie ihn nun versorgen würde. Schließlich schien sie als Einzige halbwegs fit zu sein.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Do Jan 19, 2017 11:49 pm

    Cana regte sich erneut, als Jin gesprochen hatte. Aideen strich ihm gerade über die Wange und er öffnete die Augen wieder. Sie lächelte liebevoll und nickte. Jin musterte ihr Gesicht und schloss die Augen dann wieder. Er sagte: „Gut…“ Und dann gestattete er sich ein kurzes Lächeln. Es sah so schon aus, allerdings verschwand es schnell wieder, als er die Zähne zusammenbiss und die Brauen zusammen zog, ehe er sich wieder entspannte. Er sagte leise: „Einen Tee… aus Frauenmantel…“ Er glaubte, dass das Gift, seine Magenwand angegriffen hatte, weshalb er auch Blut gespuckt hatte. Bei den anderen war das auch der Fall gewesen, aber scheinbar weniger Schlimm, denn er hatte kein Blut entdecken können. Oder es war erst danach passiert. Er sah zu Aideen auf. Sie lächelte wissend und er stöhnte: „DU weißt, was du… tun musst, hu?“ Cana setzte sich nun auf. Sie rieb sich die Augen und sagte: „Mir ist schlecht.“ Sie sah an sich herab. Sie schien kaum noch schmerzen zu haben. Jin stieß einen komisch klingenden Laut aus, der ein Lachen hätte sein können. Aber eher ein freudloses, sarkastisches. Sie sah zu ihm herab. Er hatte einen Lappen auf der Stirn und sah aus, wie der Tod auf Urlaub. Cana sah schockiert aus und sie fragte: „Was ist denn passiert?“ Jin versuchte gar nicht erst es zu erklären und sagte nichts. Luxia wachte nun auch verschlafen auf. Sie fühlte sich unendlich schwach und sah sich um. Sie fragte zäh, aber so als sei es ihr eigentlich egal: „Wieso bin ich einem Käfig?“ Ihre Feenmagie löste das Problem sehr schnell und Jin glaubte nun, dass es mit der Ruhe vorbei war. Er machte die Augen ganz auf. Wie lange hatte er geschlafen? Vier Stunden? Drei? Er versuchte sich aufzurichten, ließ es aber schnell sein, als Aideen ihn direkt zurechtwies, es zu lassen. War ohnehin viel zu anstrengend. Er blinzelte ins Blätterdach. „Wir… bleiben heute… hier.“ Na immerhin war er einmal vernünftig. So wie er aussah und sich fühlte, hätte er ohnehin nichts ausrichten können.
    Cana sah sich um. Sie betrachtete die Suppe und es schien ihr wieder einzufallen. Ihre Augen füllten sich mit Tränen, als sie nun zu Jin sah. Sie wimmerte: „Es… tut…mir so leid!“ Sie nahm einfach ungefragt seine linke Hand und schmiegte diese an ihre Wange. „Wegen mir, geht es dir jetzt schlecht!“ Jin lag da und sah sie einfach an. Tränen kullerten aus ihren Augen und Jin senkte den Blick irgendwann: „Euch ging es gestern… schlechter.“ Das Fieber vernebelte ihm leicht die Sinne und daher rührte auch der Kopfschmerz. „Es ist alles meine Schuld.“ Sie schluchzte. Und Jin wollte ihr gern gegen an reden, aber das hier strengte ihn einfach furchtbar an. „Ist es nicht…“, sagte er schließlich nur, ließ sich aber auf keine weitere Diskussion ein. Luxia flatterte zu Jin und Cana und sagte dann zu dem Mädchen. „Hey… lass ihn bitte in Ruhe. Er braucht jetzt Ruhe, damit er sich erholen kann.“ „Aber…“ „Du kannst ihm helfen gesund zu werden, wenn du dir von Aideen zeigen lässt, wie man Medizin herstellt. Jin war zwar immer der Ansicht gewesen, dass Luxia einfach nur nervte, eine große Klappe hatte und Streit suchte, aber in diesem Augenblick war er ihr dankbar. Sie flatterte zu ihm herab und legte ihre Hand auf seine Stirn. „Er hat ziemlich Fieber.“ Sie flirrte zu Aideen und sah sie traurig an. „Hast du noch Schmerzen?“ Hatte sie. Aber weniger als am Abend. Dennoch waren sie schon ziemlich stark und sie hatte auch immer noch leichtes Fieber und ein Schwächegefühl. Cana war auch ganz schlapp und würde vermutlich bald wieder schlafen. Luxia hingegen war schon wieder ziemlich fit, auch wenn sie sich noch ein wenig wackelig fühlte. „Du musst seinen Arm richten.“
    „Wag es ja nicht, mich wieder zu… betäuben!“, protestierte Jin halbherzig. Zwar würde ihm das die Schmerzen nehmen, aber auch seinen Körper zusätzlich belasten und wer wusste schon, was dann passierte? Vielleicht würde er nie wieder aufwachen! Das war ihm viel zu heikel.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Fr Jan 20, 2017 1:14 am

    Aideen würde alles tun, um ihren Freunen hier zu helfen. Luxia kam nun auch zu sich und auf Jins Feststellung hin, nickte sie nur. Luxia schien es von allen am besten zu gehen und Cana ... nun das Mädchen war ganz aufgelöst. Kein Wunder, aber letztlich konnte sie ja wirklich nichts dafür. Sie hatte es nur gut gemeint und kein anderes Messer gefunden. Aideen biss die Zähne zusammen. Der Schmerz war da, aber er war bei weitem nicht so stark, wie sie am Vortag gewesen waren. Langsam erhob sie sich, suchte ihre Tasche und fand, wonach sie suchte. Das Fiebersenkende Mitte. Jin musste es aufgebraucht haben. Das bedeutete, sie musste neues her stellen. Zunächst aber, musste die Suppe weg. Schade um das gute Essen, aber die Tiere des Waldes würden eben so sterben und leiden, wie sie selbst und genau das würde Aideen sicher nicht zulassen. Sie entsorgte die Suppe, indem sie ein Loch aushob, die Suppe hinein schüttete und das ganze wieder zuschüttete. Cana sollte ihr nun helfen. Jin brauchte etwas für den Magen und sie alle könnten etwas Tee aus Frauenmantel gebrauchen. Aideen reichte Cana einen Topf, den sie mit Wasser füllen musste. Sie selbst suchte die getrockneten Blätter und Blüten des Frauenmantels aus ihrer Tasche und legte sie schon zurecht. Sie war wackelig auf den Beinen. Es fiel ihr nicht leicht, das alles zu machen, aber die Sicherheit ihrer Freunde ging ganz klar vor. Nachdem sie sich nun die Hände gewaschen hatte, machte sie sich an Jins Arm zu schaffen. Aideen fühlte sich wirklich kraftlos aber sie fühlte den Arm ab, fand die Stelle, die sich verschoben hatte und tat, was getan werden musste. Ein kurzer aber Schmerzhafter Ruck und der Arm war gerichtet. Natürlich versorgte sie die blutende Wunde auch neu. Gern hätte sie sich jetzt wieder hin gelegt, aber das ging nicht. Sie musste nun für Jin da sein, wie er es für sie gewesen war. Sie nahm die beiden Lappen, die er zuvor für Cana und sie selbst gebraucht hatte, legte sie ins kalte Wasser der Schüssel und machte seine Beine frei. Sie wickelte die Lappen um seine Waden. Das Fieber musste vom Kopf weg gezogen werden und so war es wohl am Besten. Aideen deckte Jin vorsichtig zu. Er brauchte Ruhe. Nun half sie Cana, den Tee zu portionieren und zeigte ihr genau, wie viel sie für einen Becher benötigte. Nachdem der Tee gezogen war, brachte Cana ihn zu Jin.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Fr Jan 20, 2017 1:34 am

    Die meiste Zeit hatte Jin die Augen nun geschlossen, denn das Licht machte nur mehr Kopfschmerzen. Irgendwie… Es wurmte ihn, dass er hier rum lag und alle anderen wieder auf den Beinen waren. Hätte ER das nicht viel besser wegstecken müssen? Egal. Aideen richtete ihm den Arm und er gab keinen Ton von sich. Einzig die Luft hielt er kurz an und atmete danach tief ein und aus. Luxia bewunderte ihn einmal mehr, für seine Selbstbeherrschung und Cana sah Aideen zu, wie sie die Wunde versorgte. Sie sah an sich gut aus und würde gut heilen. Nichts deutete auf eine Entzündung oder irgendein anderes Gift oder so hin.
    Luxia schwirrte umher und half beim Lappen hin und her tragen. Ansonsten gab es kaum was zu tun. Sie räumte ein kleines bisschen auf und sortierte ins Sachen wieder in seine Taschen. Dieses Mal jedoch ließ sie sich nicht hinreißen, irgendwie rumzuschnüffeln. Cana war ganz niedergeschlagen und müde war sie auch. Sie roch an dem Tee und trug ihn vorsichtig zu Jin. Er war tatsächlich eingenickt und im Schlaf gestattete er sie auch hin und wieder ein sehr leises Stöhnen. Seine Bauchmuskulatur kontrahierte mehrmals und da er kaum was an hatte, sah man das auch deutlich. Cana rüttelte ihn leicht an der Schulter, ehe irgendwer sie aufhalten konnte. Sie konnte nicht so schnell gucken, wie sie auf dem Bauch lag, Jin über ihr war und ihren Arm auf den Rücken gedreht hatte, wobei er ein Messer in ihrem Nacken hatte. „AUA!“, rief sie panisch und Jins grimmiger Gesichts Ausdruck wich Überraschung. Er ließ sie erschrocken los und ließ sich neben sie auf seine Vier Buchstaben fallen. Er keuchte und ließ das Messer fallen. Er hielt sich den Bauch und schwankte im Sitzen. „Cana…“ Sie kroch von ihm Weg. Der Becher war natürlich verkippt. Sie sah Jin schockiert an und Luxia flog zu ihr. Sie konnte Jin nicht mal einen Vorwurf machen. Cana blutete am Nacken und Jin würgte. Ihm war schlecht. Sein Herz hämmerte und seine Atmung ging schnell. Der sonst so kalte Meuchelmörder sah auf und seine Augen waren gerötet vom Fieber: „T-tut mir… leid…“
    Luxia versuchte Cana zu erklären, dass er sich erschreckt hatte und dass sie ihn niemals anfassen dürfe, wenn er schlief. Jin ärgerte sich über sich selbst, dass er diesen Reflex nicht abstellen konnte. Dann aber wurde ihm so schwindlig, dass er sich heftig zur Seite neigte und einfach umkippte, wo er ächzte und sich auf den Rücken drehte. Die Welt drehte sich leicht und er hoffte, das Fieber wurde endlich bald mal abklingen… Und der Schmerz.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Aideen am Fr Jan 20, 2017 2:31 am

    Jin brauchte dringend Ruhe. Aideen wusste aus Erfahrung, wie wichtig es bei Vergiftungen war, Ruhe zu bewahren und zu bekommen. Cana machte den Fehler Jin zu wecken. Aideen schlug die Hände vor den Mund, als sie sah, wie Jin über Cana hing. Sofort eilte sie zu ihnen. Armes Kind. Cana musste wirklich was durchleiden im Moment. Dabei machte sie sich doch schon so heftige Vorwürfe. Aideen nahm Cana in die Arme, während Luxia erklärte, warum Jin so gehandelt hatte. Jin tat es leid, wie er sagte. Er entschuldigte sich. Aideen war wirklich überrascht, aber es freute sie auch. Es dauerte nicht mal lang, ehe Jin um kippte. Es ging ihm so unglaublich schlecht. Aideen ließ Cana los, beugte sich zu Jin und fühlte seinen Kopf. Das Fieber wollte nicht runter gehen. Furcht um sein leben wuchs in Aideens Herz. Sie hatte ihn lieb gewonnen und fürchtete, er könnte tatsächlich sterben. Die Decken schaffte sie schnell herbei, legte eine unter seinen Kopf und deckte ihn schließlich mit der anderen Decke zu. Sacht strich sie ihm das Haar aus dem Gesicht. Cana hatte den Tee verschüttet, also musste neuer her. Aideen sah bittend zu Cana und wies auf den Becher. Cana wusste nun, wie viel Tee sie nehmen musste und würde das sicher hin bekommen. Aideen saß neben Jin. Sie hob ihn vorsichtig an und hielt ihn in den Armen, so das Cana ihm den Tee einflößen könnte. Wenn das Fieber weiter stieg, müssten sie ihn zum Bach schaffen, egal wie schlecht es ihnen selbst ging.
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    Re: Schicksal oder Zufall?

    Beitrag  Jin am Fr Jan 20, 2017 2:53 am

    Direkt steigen tat das Fieber nicht und nachdem Sie ihm den Tee eingeflößt hatten und er seine Ruhe hatte, schien es auch, dass er wohl ein wenig Frieden gefunden hatte. Aideen hatte sich um Canas Schnittwunde im Nacken gekümmert und wollte nun neues Fiebermittel herstellen. Luxia half ihr dabei die Zutaten zu besorgen. Cana begleitete die Fee und so suchten sie im Wald nach entsprechenden Pflanzen. Luxia wusste nicht, wie man das Mittel herstellte, aber sie wusste welche Zutaten Aideen brauchte, weil sie sie ihr aufgeschrieben hatte. Sie flirrte also hin und her und Cana hatte von Aideen eine Sichel zum Abschneiden bekommen, während sie über Jin wachte. Er hatte scheinbar Fieberträume, aber es sah nicht so aus, als würden sie ihn quälen. Eher als sei es einfach nur wirres Zeug. Die kalten Wadenwickel zeigten außerdem auch Wirkung. Zwar schwitzte er immer noch, aber sein Gesicht war nicht mehr so rot. Im Großen und Ganzen konnte Aideen eigentlich schon fast wieder beruhigt sein, da sie davon ausgehen konnte, dass Jin nicht sterben würde. Außer es passierte noch etwas Unvorhergesehenes.
    Die beiden Mädels kamen nach einer guten Stunde zurück und brachten die Kräuter, die Aideen benötigte. Cana war ziemlich müde, aber sie wollte Aideen zusehen. Sie setzte sich also hin und irgendwann nickt sie andauernd weg und kippte leicht, ehe sie sich wieder fing. Sie gähnte und sah verschlafen zu ihrem Helden. Wieder sammelten sich die Tränen in ihren Augen. „Wenn ich ihn nicht gezwungen hätte, als erster zu probieren… er hätte es vielleicht eher bemerkt.“, jammerte sie und Luxia sah bestürzt zu Aideen. Das mochte stimmen, aber… „Hör mal, Cana. Jin kann man zu nichts zwingen. Er hat probiert, weil er es wollte. Du konntest nicht wissen, dass die Klinge vergiftet war.“ Das tröstete das Kind zwar ein bisschen, aber nicht sehr.
    Jin öffnete nun die Augen und drehte den Kopf leicht zu den anderen. Er überprüfte kurz wie es ihm ging und stellte fest, dass die Schmerzen ein wenig zurückgegangen waren. Sehr gut. Er beobachtete was geschah und lauschte dem Gespräch. Er hasste Schuldzuweisungen. Was geschehen war, war geschehen. Ändern konnte man es ohnehin nicht mehr. Er regte sich leicht und ließ es dann wieder. Es schien allen gut zu gehen. Er konnte also auch gut weiter schlafen. „Weckt mich… wenn was… pa…mhh…“ Er schlief einfach wieder ein.

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    Re: Schicksal oder Zufall?

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