Nightingale

Es gibt nicht nur Freunde in dieser Welt!


    Die weite Welt der Fantasy

    Austausch
    avatar
    Ailish

    Anzahl der Beiträge : 582
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Mi März 25, 2015 12:25 am

    Kiran betrachtete seine kleine Dame und sah dann zu dem Gebäck, dem Tee und schließlich auch zu Lilly. „Nein ich glaube nicht. Und wenn doch, haben die Frauen sich wohl darum gekümmert. Ich glaube ja eher, dass Lilly einfach zu… schwach in ihrer allgemeinen Verfassung ist. Ich glaube einfach, dass sie Wunden nicht so gut weg steckt wie zum Beispiel Kazel.“ Er ließ sich die Haare aufmachen und sich frisieren Er mochte es, wenn sie das tat. Er hatte es damals im Lager schon festgestellt, dass er es einfach mochte und es ihn irgendwie beruhigte. Ebenso, wie ihr Flötenspiel. „Sie sind köstlich, Liv.“, antwortete er verspätet auf ihre Frage. Wenn er mit IHR alleine war, war er viel sanfter und netter, als sonst. Und SIE schien es auch zu beruhigen, wenn sie seine Haare durch ihre zierlichen Finger gleiten lassen konnte. Er lächelte und schloss die Augen halb. Zu erst hatte sie seine Haare ja nur geflochten, aber vielleicht würde sie ja auch andere Dinge ausprobieren. Er jedenfalls fand es schön und er wurde fast schläfrig dabei. Da seine Haare auch so irre weich waren, ziepte es kein Stück und er konnte es einfach genießen und das konnte Liv auch deutlich spüren, dass er es genoss.
    Tryndamere kam nun herein und betrachtete die beiden kurz, ehe er so leise, wie er mit seiner mächtigen Stimme eben sein konnte: „Alles in Ordnung.“ Kiran hob nur die Hand und winkte gespielt ab, weshalb Tryndamere kurz zu Lilly und dann zu Kazel sah. Sie sahen wirklich sehr friedlich aus. Er verschwand wieder.

    Das Prisma trieb sich so lange mit seiner Leibgarde und Kip herum. Er konnte sich einfach gar nicht daran satt sehen, wie die Menschen hier ganz ohne Luxin lebten. Es beruhigte ihn.
    avatar
    Liv

    Anzahl der Beiträge : 585
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Mi März 25, 2015 1:41 am

    Es war beruhigend zu wissen, das Lilly wohl kaum eine Vergiftung hatte,. Leider schien Kiran wirklich recht zu haben. Lilly war einfach für solche Dinge nicht geschaffen. Sie war einfach zu naiv und zu behütet aufgewachsen. Vermutlich hatte man sie nicht einmal allein hinaus gelassen, um Wasser zu holen. Eigentlich schien sie eher wi eine zerbrechliche Puppe zu sein. Liv dagegen, war es gewohnt auf Bäumen erum zu klettern, gegen Tiere um die Wette zu laufen und auch mal im Nassen draußen herum zu laufen und irgendwelche Dinge zu erledigen. Liv lauschte Kiran gern. Er hatte eine so schöne Stimme und war so ganz anders, wenn sie allein waren. Es freute sie so sehr, das er die Kekse mochte. Sie hatte angefangen sein haar zu flechten, öffnete esjedoch noch einmal, als Tryn gerae herein kam. Liv lächelte ihm zu und er ging wieder, nachdem er ich von der Lage hier überzeugt hatte. Liv fand es auch gar nicht schlimm, das sie hier auf den Fellen saßen. Es war einfach viel gemütlicher. Dieses einfache Leben der Barbaren war unglaublich. Liv gefiel es sehr gut. vor allem war sie Kiran so viel näher, als auf einem Stuhl am Tisch. Nun bürstete sie Kiranss Haar noch einmal, um dann einen neuen Zopf zu machen, jedoch pflocht sie ihn dieses Mal nicht, sondern machte ihm ein wundervolles Fischgrätenmuster in den Zopf. Es stand Kiran wirklich gut und war aussergewöhnlich, denn diesen Zopf, sah man nur selten. Sein haar war so unglaublich weic und so wahnsinnig schön. Liv beneidete ihn fas darum, doch lächelte sie nur und strich noch einmal alles ordentlich nach. Es war, als läge selbst in seinen Haaren Magie, denn keines stad hervor oder sonderte sich ab. Wunderschön.
    Liv stand wieder auf, setzte sich wieder neben Kiran und legte ihm ihren Kopf in seinen Schoß.
    "Ich wusste von anfang an, das du nicht wirklich so böse warst. Ich bin froh, das ich damals die richtige Entscheidung getroffen habe."

    Kira betrachtete die Umgebung. Auch da, wo sie aufgewacsenw ar, gab es Luxin nur selten. Die Menschen dort arbeiteten hart für alles, was sie brauchten, aber sie waren auc deutlich zufriedener, als die, die sich von dem Luxin abhängig machten. Sie sah das Prisma dort herum laufen, in Begleitung seiner beiden Leibwächter. Armer Kerl. Er hatte vermutlich nicht eine Minute mal allein für sich. Auch Kip war dabei. Der Junge würde hier sicher eine Menge lernen. Vielleicht war es besser so, wie es war und Kira blieb allein. Vielleicht waren sie wirklich nicht dafür geschaffen, irgendwelche Beziehungen ein zu gehen ... aber .. waren sie das nicht längst? Zwar weniger eine Liebesbeziehung, aber denn noch dei beziehung zu der Gruppe.
    avatar
    Ailish

    Anzahl der Beiträge : 582
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Di Sep 08, 2015 3:35 am

    Kazel und Lilly schliefen ganze 3 Tage durch. Lillys Leben hing zwei Mal am seidenen Faden, aber Kiran hatte es für sich behalten, um niemanden zu beunruhigen. Sie konnten ohnehin nichts tun, als das, was sie bereits getan hatten. Die Verbände wurden gewechselt, während Kiran sie in einem Zustand der Bewusstlosigkeit hielt, die ihren Körpern die nötige Ruhe gönnten. Es war auch für ihn anstrengend, die Zauber aufrecht zu halten und er schlief deshalb auch kaum. Liv kümmerte sich wirklich herzzerreißend um ihn und Kiran war ihr sehr dankbar. Sie pflegte nicht nur Kiran, sondern auch Kazel und Lilly und Kiran stellte fest, dass er sie weit mehrmochte, als er es je für möglich gehalten hatte. Sie waren sozusagen ein Paar und auch wenn Kiran sie die letzten Tage höchstens zwei Mal geküsst hatte, spürte sie auch ohne diese Zuneigungsbekundungen, dass er sie liebte. Sie spielte oft mit seinen Haaren und war einfach bei ihm und spendete ihm ein wenig Gesellschaft. Die anderen sahen mindestens ein Mal pro Tag bei ihnen vorbei und erkundigten sich nach dem Wohlbefinden.
    Heute löste Kiran den Zauber zumindest von Kazel. Er schien die schwere Verletzung nach diesen drei Tagen recht gut verkraftet zu haben und deshalb wollte sich Kiran ein wenig entlasten. Er hatte Liv zum Essen und Trinken holen geschickt und Agnes hatte bereits ein Gebräu hergestellt, was den Blutverlust ein wenig ausgleichen würde, wenngleich Kazel eigentlich auch schon wieder ziemlich gut neues Blut gebildet hatte. Er weckte Kazel noch nicht und wollte, dass er von selbst zu sich kam. Und gerade als Liv zurück kam, regte sich Kazel. Er machte ganz plötzlich die Augen auf und blinzelte. Seine Sicht war leicht verschwommen und seine Wahrnehmung ebenso. Er atmete etwas tiefer ein und ließ es dann doch lieber bleiben, weil es schmerzte. Er blickte zu Kiran und versuchte ihn zu fixieren. Der Magier sah ihn mit steinerner Miene an, wobei sein Mund einen Strich bildete. Dann sagte er leise: „Willkommen zurück, Kazel.“ Kazel schloss die Augen wieder. Seine Kehle fühlte sich an, als sei sie völlig ausgedörrt. „Was…“, krächzte er „…ist passiert?“ Kiran lächelte leicht und dann sagte er: „Bleib ganz ruhig.“ Wenn Kazel das schon hörte konnte er kaum noch anders als Panik zu bekommen. „Du wurdest schwer verwundet, als du Lilly das Leben rettetest und bevor du jetzt ausrastest: Es geht ihr gut. Sie schläft und ist über den Berg. Sie ist noch sehr schwach, weshalb ich sie noch nicht wecken möchte.“ Kazel sah ihn wieder an und dann wanderte der Blick zu Liv – eine der Schwestern… Er seufzte ganz leise schloss die Augen und versuchte sich zu erinnern. Die Bilder kamen zurück und Lilly… Wie sie so hilflos und geschockt zwischen den Scharfen Zähnen klemmte und nicht mal fähig gewesen war zu schreien. Und dann sahen sie das erste Mal eine Regung in seinen Augen, die sie nie zuvor bei ihm gesehen hatten: Furcht gepaart mit absoluter Verzweiflung. Kiran starrte ihn an und Kazel sagte mit brüchiger Stimme: „Ich dachte… sie wäre… tot…“
    „Sie lebt Kazel. Und sie wird es schaffen.“ Und ganz so als wolle Lilly ihm nun eine auswischen setzte ihr Herz aus. Kiran bemerkte es sofort und sah erschrocken zu ihr rüber. Kazels Blick wandelte sich ebenso und er schien tüchtig zu erschrecken. Ruckartig richtete er sich auf und sagte wie in Trance: „Was ist… was ist mit ihr?“ Panik erfüllte jede Faser seines Seins. „AGNES!“, rief Kiran und Kazel konnte nicht glauben, was eben passierte. Agnes kam herein und Kiran ließ sie zu Lilly. Kazel sprang auf und wollte zu ihr, während Kiran sich in den Weg stellte und ihn fest hielt. „KAZEL! Nicht! Du machst es nur schlimmer!“ Seine anfängliche Panik schlug um in Zorn und er schrie Kiran an: „Lass mich los!“ Kiran hatte echte Mühe, gegen Kazel. Wo nahm der Kerl die Kraft her!? Wenn das so weiter ging würde er sich noch umbringen! „Hör auf! Kazel! Du tötest dich!“ „Ist mir egal! Du hast gesagt, sie schafft es! War das gelogen?!“ Agnes gab ihr Möglichstes und Lillys Körper wurde erneut Strapazen ausgesetzt. Kazel liefen die Tränen die Wangen hinab und Kiran drängte ihn zurück. Dunkles Blut drückte durch den Verband und Kiran konnte so auch nicht wirklich zaubern. „LASS - MICH – LOS!!!“ dünne Blitze umspielten ihn und Kiran und Kiran versteifte sich keuchend. Er sagte Zähneknirschend: „Kazel… bitte…ich weiß… wie… du dich… fühlst… Du hilfst ihr aber nicht!“ Er schleuderte Kazel von sich, damit er von diesem Stromfluss weg kam und keuchte, während Kazel in der Zeltecke lag und sich mühsam aufzurichten versuchte. Eben wollte er wieder aufstehen, als Agnes über ihm stand und ihn mit einem derart Furcht erregenden Blick ansah, dass er in seinen Bewegungen inne hielt. Das lächeln zu diesem Anblick verlieh ihr etwas teuflisches und Kazel sah sie einfach nur an. „Sie wäre beinahe gestorben.“, sagte sie und Kazel schluckte. „Wegen dir. Wenn du noch einmal solch einen Lärm veranstaltest… werden dir alle Götter und Dämonen nicht mehr helfen können.“ Sie packte ihn einfach und verfrachtete ihn auf die Liege. Er sah zu Lilly. Sie atmete… Himmel! Sie atmete! Kazel wollte in Ohnmacht fallen. Kirans Muskeln mussten sich nun erst mal von den Stromstößen erholen, während Agnes Kazels Verband aufschnitt und ihn neu verband. „Hinlegen, Mund halten, trinken.“, sagte sie nur und gab ihm ihren Trank. Kazel gehorchte. Ihre Worte schienen ja wahre Wunder bei ihm gewirkt zu haben.

    Den Lärm hatten natürlich alle mitbekommen und hatten sich vor dem Zelt eingefunden. Unruhig warteten sie was passiert war und schließlich kam Kiran torkelnder Weise herauf. Liv schien ebenso erschrocken und Agnes verblieb im Zelt. „Er… es scheint ihm soweit gut zu gehen…“ Er hüstelte leicht und musste sich erst mal setzen. Seine Muskeln verkrampften sich noch immer hin und wieder und er war dankbar, dass Kazel ihn nicht einfach gegrillt hatte, denn das hätte er ohne Zweifel gekonnt. „Und Lilly?“, fragte Ailish nun. „Kritisch, aber lebendig.“, sagte Kiran. Tryndamere betrachtete kurz das Zelt und sagte dann: „Ich wünschte Elentari wäre hier.“ Kiran sah bedauernd auf den Boden. Auch er hätte sich das gewünscht, aber er wollte Anegin nicht stören. Er suchte nach dem Mörder seines Bruders und Kiran fand es hochgradig unpassend ihn dabei zu stören. Auf der anderen Seite… würde es ihn nicht freuen, wenn Tryn und Ailish das Band eingingen? Er konnte gerade sowieso nicht klar denken. Ailish sah betrübt aus und sagte dann leise: „Was hat sie nur da oben gewollt?“ Ihr kamen die Tränen.

    Am Abend stand Kazel schließlich auf. Agnes hatte es ihm erlaubt, nachdem er den ganzen Tag ein sehr pflegeleichter Patient gewesen war. Er setzte sich an Lillys Bett, die noch immer künstlich schlief und nichts von alle dem mitbekommen haben dürfte. Kazel betrachtete sie einfach nur und Agnes wiederum betrachtete ihn. Sie saß still in der Ecke und Kazel spürte deutlich, wie sein Herz schwer wurde. Er empfand viel zu viel für sie. Er hatte ja schon zu vor bemerkt, dass er immer sofort in Panik verfiel, wenn sie in Gefahr war, aber sie gänzlich aus dieser Welt scheiden zu sehen brach ihm wirklich das Herz. Er blickte zu Anges und sie sah ihn fragend an. „Ich möchte… raus gehen.“
    „Und wohin willst du gehen?“ Kazel sah auf den Boden und erklärte: „Etwas richten…“ Agnes überlegte und sagte: „Du hast eine halbe Stunde.“ Kazel nickte. Er erhob sich und verließ das Zelt. Zielgerichtet ging er auf das Königszelt zu, wo er die anderen vermutete. Und tatsächlich saßen sie gemeinsam um ein Feuer, als er vorsichtig den Vorhang beiseiteschob. Die Augen richteten sich alle auf ihn und er sah niedergeschlagen aus. Kiransal ging es wieder gut und überrascht sah er aus, als Kazel sich direkt vor ihn stellte. Nun er stellte sich halb hinter ihn und Kiran drehte sich in der Sitzenden Position zu ihm um. Dann ging Kazel vor ihm auf beide Knie und neigte den Kopf, wobei er sich die Hand auf die Brust legte. „Ich…“ Er stockte. Gerade eben hatte er noch ganz genau gewusst, was er sagen wollte, aber jetzt war sein Gehirn vollkommen leer. Kiran legte den Kopf leicht schräg und schien äußerst verwundert. „Ich stehe in deiner Schuld. Ich weiß, was du für mich getan hast, was du für Lilly getan hast… Aber anstatt dir zu danken, habe ich dich verletzt und Worte im Zorn gesagt… ich…“ Was stammelte er sich da zurecht? Kiran wäre belustigt gewesen, wenn Kazel das hier nicht so ernst meinen würde. „Ich erflehe deine Verzeihung, Kiransal…“ Kiran hob seine Hand leicht an und dann streckte er sie nach vorne, wobei Kazel die Augen schloss, über den nachfolgenden Schmerz der Strafe Kirans… die ausblieb. Stattdessen legte er ihm die Hand auf den Kopf und lächelte leicht. „Dummkopf. Als würde ich dir DAS verübeln.“ Überrascht öffneten sich Kazels Augen und Ailish grinste wie ein Honigkuchenpferd. Er wuschelte Kazel nun sogar etwas durchs Haar und grinste dann: „Du bist ungestüm gewesen. Ein Privileg der Jugend und der Narren und wir wissen alle, dass Liebe uns zu Narren macht.“ Überrascht hob Kazel nun den Kopf und sah Kiran schockiert an. „Es gibt nichts zu entschuldigen und nichts zu verzeihen.“ Irgendwie traf dieser Satz mitten in Kazels Herz. Er hatte immer geglaubt, Kiran würde ihn hassen oder zumindest nicht ausstehen können und jetzt auf einmal, lächelte er ihn sogar an? Kazel verstand die Welt nicht mehr. Auch die anderen schienen alle zu lächeln, sich zu freuen, dass es ihm besser ging und Kazel spürte, wie ihm die Tränen in die Augen steigen wollten. Eilidh… Kira… Sie hatte so Recht gehabt. Sie hatte so verdammt Recht gehabt, die ganze Zeit über! Er HATTE eine neue Familie gefunden. Er HATTE Freunde und sie alle waren wichtig. Sie alle waren von unschätzbarem Wert. Kazel erhob sich langsam und Kiran folgte ihm mit seinem Blick. Kazel ertrug das Drücken seines Herzens kaum und dann sah er in die Runde. Nein, war das herzzerreißend! Wenn Lilly das doch nur hätte sehen können, wie er da stand, nicht wissend, wohin mit seinen Gefühlen. Kazel machte auf dem Absatz kehrt und verließ das Zelt. Er ging ein paar Schritte und stützte sich auf seine Knie. Er bekam kaum Luft und schnappte Stoßweise nach dieser. Er versuchte sich zu beruhigen und glaubte sein Herz würde zerspringen. Das war ihm noch nie passiert. Sicher würde er jeden Moment sterben, so wie sich das anfühlte.

    Kip saß neben seinem Vater und kaute an einem Stück zähen Fleisch herum. Er fragte: „Was stimmt denn mit ihm nicht?“ Gavin sah ihn von oben herab an und als Kip bemerkte, dass er angesehen wurde sah er zu Gavin auf. Dieser Blick ließ ihn verstummen und beschämt zu Boden sehen. Gavin seufzte leise und sagte: „Du musst noch so viel lernen, dass die sechs Jahre wohl kaum ausreichen werden…“ Kip legte das Fleisch weg und legte die Hände auf die Knie. Tryndamere sah zum Zelteingang und machte sich seine eigenen Gedanken. Ailish schmiegte sich an seinen Arm und Ashe lächelte still vor sich hin. Eisenfaust schenkte nach und stieß dann mit Tryndamere an, während Kiran zu Liv sah. Er wusste genau, dass es ihr gefallen hatte, wie er reagiert hatte. Aber selbst wenn nicht, hätte Kiran nicht anders gehandelt. Er legte ihr trotzdem den Arm um und sagte schließlich ganz leise und nur für sie bestimmt: „Vielleicht hat er nun endlich eingesehen, dass die Welt selbst für ihn ein kleines bisschen Licht bereit hält.“
    avatar
    Liv

    Anzahl der Beiträge : 585
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Di Sep 08, 2015 5:55 am

    Lilly bekam natürlich von alle dem nichts mit. Sie lag in einem Traumlosen Schlaf, während alle anderen sich um sie und Kazel sorgten Liv leistete Kiran oft Gesellschaft, brachte ihm etwas zu essen, zu trinken oder Decken, wenn es kalt wurde. Auch Feuerholz brachte sie des öfteren, um das Lagerfeuer nicht ausgehen zu lassen. Von Agnes hatte sie sich viel abgeschaut, als sie das letzte Mal hier waren. Ruhe war für alle wichtig, auch für Kiran, für den sie ab und zu sogar Kekse brachte, die sie gut versteckt hielt. Seine kleine Schwäche für diese Kekse, kannte sie immerhin sehr gut. Schließlich war der Tag gekommen, an dem Kazel aufwachen sollte. Liv blieb bei Kiran, um notfalls zu helfen. Was kam, war unerwartet. Zunächst schien alles gut zu sein. Liv wollte sogar eben etwas zu essen für Kazel hin stellen, als dieser, allein durch Kirans Blick, völlig ausser sich war. Lillys Herz hatte aufgehört zu schlagen und Kazel rastete völlig aus. Das er sich solche Sorgen um sie machte, war aussergewöhnlich. Natürlich lockte der Lärm auch die Anderen an. Kira wollte eben einen Beherzten Angriff auf Kazel starrten, als dieser schon irgendwo in der nächsten Ecke lag. Das alte Leute so schnell werden konnten, hatte sie nicht gewusst. Agnes stand schon über ihm und wies ihn zurecht. Anschließend verfrachtete sie ihn auf die Liege, wo er auch blieb. Liv blieb den ganzen Tag da, um Kiran und Agnes zur Hand zu gehen. Das Glück ihrer Schwester lag ihr natürlich am Herzen, doch sicher verstand sie gut, das Liv erst einmal hier helfen musste.

    Am Abend saßen alle am Feuer. Agnes hatte sich bereit erklärt, sich um Lilly zu kümmern und auf Kazel acht zu geben. Gerade rätselten sie darüber, was Lilly da oben gesucht haben mochte, als Kazel herein kam. Er kniete vor Kiran und bat um Verzeihung. Das überraschte vermutlich alle Anwesenden. Liv freute sich wirklich sehr, über Kirans Handlung und Worte. Er war eben doch der Beste. Er legte den Arm um sie und sie kuscheolte sich an ihn.
    "Ja, vielleicht sieht er nun, das er wirklich Freunde hat. Du hast ja auch lang genug gebraucht um es zu akzeptieren,"
    meinte sie leise. Nur Kira schien zu merken, wie sehr es Kazel mit nahm, plötzlich zu erkennen, das er eine Familie gefunden hatte, die ihn wollte, und brauchte.
    "Entschuldigt mich kurz. Ich will mal nach ihm sehen,"
    meinte sie, ehe sie aufstand und das Zelt verließ. Sie trat hinaus, sah Kazel da stehen, die Hände auf die Knie gestützt und nach Luft ringend.
    "Hey ... alles ok?"
    Sie kam zu ihm legte die Arme um seine Schultern und zog ihn vorsichtig hoch.
    "Sie haben uns so akzeptiert, wie wir sind. Wir haben eine Familie, die wir schützen müssen Kazel. Sie tun das selbe für uns, wenn auch auf eine ganz andere Art und Weise."
    Ja, so war das wohl mit Familien. Jeder tat sein Möglichstes, um den Anderen zu helfen.
    avatar
    Ailish

    Anzahl der Beiträge : 582
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Di Sep 08, 2015 7:03 am

    Kiran schmunzelte über Livs Seitenhieb, dass er ja auch ewig nicht zu Potte gekommen war und lächelte sie an. Es sah sehr liebevoll aus und dann flüsterte er leise: „Ich wusste von Anfang an, dass du mir verfallen bist.“ Natürlich war das die Lüge des Jahrhunderts. Er hatte solche Furcht davor gehabt, dass sie ihn abweisen könnte, ihn als Lückenbüßer betrachtete und ihn wieder fallen lassen könnte. Doch er hob auch schon die freie Hand zur Abwehr auf eventuelle Piek-Attacken. Das Kiran sich mal so verhalten würde, hätte wohl niemand geahnt, aber hin und wieder kam Kylars verspieltes Wesen hindurch.

    Kazel hörte Kira nicht mal kommen und erst als sie zu ihm sprach, sah er auf. Sie fragte ihn allen Ernstes, ob alles in Ordnung war? Sah es denn so aus? „Krieg… keine… Luft!“, keuchte er du sie legte den Arm um ihn, um ihn aufzurichten. Sie erklärte ihm, dass sie wohl eine Familie gefunden hatten auf die sie achten mussten und die auf sie achteten und Kazel hatte keine andere Wahl mehr, als sich in Kiras Arme zu werfen und hemmungslos loszuheulen. Sie gingen gemeinsam auf die Knie und Kazel sagte irgendwann: „Ich bin… so dumm…“ Er musste seine Gedanken sortieren. „Ich war so blind…“ Selbst als er noch so für seinen einstigen Meister empfand war er Taub und blind gewesen. Er wusste doch selbst, dass diese Menschen hier auf seiner Seite waren, dass sie ihn stützen und hm helfen wollten. Von Anfang an. Ebenso Eilidh damals. Kazel sagte leise: „Wir haben… eine Familie, Kira… Wir haben ein Zuhause.“ Er blickte sie mit seinen großen schönen Augen an, die so viel Tiefe und Hoffnung ausstrahlten, dass es gespenstisch war. „Wir haben, was wir immer wollten, wir sind frei und…“ Erneut heulte er los und konnte einfach nicht aufhören, auch wenn zumindest, dieser ungeheure Druck auf seinem Herzen weg war. Er und seine treueste Freundin vergossen gemeinsam Tränen und irgendwann hatte sich Kazel beruhigt. Er hatte nur eine halbe Stunde und die würde gleich um sein. Er wischte sich die Wangen trocken und Er sagte: „Ich… habe einen Wunsch.“ Er sah auf den Boden und blickte dann wieder auf, wobei er sagte: „Ich will meine Mutter besuchen.“
    avatar
    Liv

    Anzahl der Beiträge : 585
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Di Sep 08, 2015 7:13 am

    Liv sah Kiran schräg, aber lächelnd an.
    "So? Du wusstest es also? Na das ist ja interessant ..."
    Weiter kam sie nicht, ohne lachen zu müssen. Ja, sie erkannte Kaylar manchmal schon in ihm wieder. Kylar ... das große geflügelte Monster, welches so sanft und lieb gewesen war. Ja, Liv hatte es geliebt, liebte es immer noch ... sogar mehr als vorher, gerade weil es ein Teil von Kiran war. Allein das war wohl auch schon der Grund, das Kiran die Kekse so gern mochte. Liv ließ sich lachend in seine Arme fallen und küsste ihn einfach, ohne darauf zu achten, das die Anderen dabei waren. Sollte er sich ruhig wehren. Er war ja selber schuld.

    Kira hielt Kazel fest in den Armen, drückte ihn an sich und ging mit ihm auf die Knie. Sie wollte ihn beruhigen, aber sie konnte selbst nicht mehr an sich halten. Alles was sie sich gewünscht hatten, war in Erfüllung gegangen. Ausser einer Sache, doch die hatte Kira aufgegeben. Sie war seine beste Freundin und das war mehr wert, als jede Beziehung. Sie würde immer für ihn da sein und niemand könnte sich dazwischen stellen. Selbst wenn sie das Glück haben sollte, wie das Geschwisterpaar, einen Mann zu finden, der ihr gerecht wurde, der sie bändigen könnte, würde sie ihren besten Freund nicht im Stich lassen und auch diese Familie nicht. Nachdem sich beide beruhigt hatten, teilte Kazel ihr seinen Wunsch mit.
    "Dann werden wir sie besuchen gehen. Ich bin sicher, Kiran oder Gavin können uns dabei helfen sie zu finden. Aber erst ... musst du wieder gesund werden und auch Lilly. Und wir sollten wenigstens die Trauung von Ailish und Tryn abwarten. Danach gehen wir zu ihr und du kannst sie endlich wieder sehen."
    avatar
    Ailish

    Anzahl der Beiträge : 582
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Di Sep 08, 2015 7:42 am

    Kiran wehrte sich nicht, gegen Liv und auch der Kuss schien ihm nicht peinlich zu sein. Zumindest zunächst. Er unterband ihn aber schnell, weil es ihm wohl doch ein wenig zu… intim wurde, vor all den anderen. Er sah sie an und strich ihr eine verirrte Strähne aus dem Gesicht. „Nicht so ruppig junge Dame.“ Ja, es stimmte, er war so viel älter als sie, aber zumindest würden sie von nun an gleich altern. Auch wenn er körperlich schon eher Ende 20 war.

    Kazel draußen nickte auf ihre Worte und schließlich trennten sich die Wege der beiden, weil Kazel zurück zu Lilly und Agnes ging. Er setzte sich wortlos zurück ans Bett und betrachtete Lilly. Kiran hatte gesagt, Lieb machte einen zu einem Narren… Er sagte es nur zu sich: „Aber ich liebe sie nicht… nicht so…“ Als ob er das einschätzen könnte. Er blickte zu Agnes, die die Augen geschlossen hatte und sagte dann noch leiser: „Nimm sie mir nicht weg… Ich bitte dich…“ Er nahm vorsichtig ihre Hand und hielt sie an seine Stirn, ehe er die Hand wieder behutsam ablegte und sie noch mal ordentlich zudeckte. Er legte sich schließlich schlafen.

    Weitere zwei Tage verliefen Ereignislos. Kazel hatte sich noch immer von der Gruppe abgekapselt, weil er bei Lilly blieb. Das konnten aber auch alle nachvollziehen. Und so saß er auch jetzt hier. Kiran kam rein und Kazel erhob sich irgendwie erschrocken. Kiran sagte nur: „Sie ist so weit.“ Kazels Augen weiteten sich kurz und die Pupillen verengten sich vor Spannung und er trat beiseite. Er setzte sich auf seine Liege und wartete ungeduldig, dann stand er doch wieder auf und schlich unruhig hin und her. Kiran musste lächeln. Er nahm den Zauber von Lilly und sagte: „Sie wird jemanden sehen wollen, dem sie vertraut, wenn sie erwacht.“ Kazel wunderte sich. Hatte Kiran wirklich geglaubt, Kazel würde ihm zum Zeitpunkt seines eigenen Erwachens vertraut haben? Kiran musste lächeln und als ob er Gedanken lesen könnte, sagte er: „Ich war der einzige, der dich hätte bändigen können.“ Kazel senkte den Blick und fühlte sich ertappt. Kazel setzte sich nun wieder an das Bett und blieb stumm wie ein Fisch und reglos wie ein Stein bei ihr sitzen. Agnes schüttelte nur leicht den Kopf und sagte nichts. Lilly war zwar noch nicht wieder komplett gesund, aber sie war definitiv außer Lebensgefahr und würde nicht noch einmal einen Rückfall erleiden. Auch ihre Wunden waren gut dabei zu heilen. Es würde noch zwicken, wenn sie es übertrieb, aber wenn sie vorsichtig blieb, würde es gehen. Sie hatte nun auch leider das Pech, dass ihr gesamter Oberkörper diese furchtbaren Narben tragen würde…
    avatar
    Liv

    Anzahl der Beiträge : 585
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Di Sep 08, 2015 8:01 am

    Ruppig? Er fand wirklich, das sie ruppig war? Das war überraschend, denn sie konnte ja gar nicht so ruppig sein, wie er tat. Liv lächelte Kiran an.
    "Ach du warst wohl nie jung was?"
    Fast hätte sie was falsches gesagt, aber nur fast. Kira kam schließlich auch wieder ins Zelt. Sie setzte sich wieder zu den Anderen. Der Abend war schön und ging eben so schön zu ende.

    Zwei tage später, war Liv gerade dabei, ein paar Kekse zu backen, als Kiran beschloss, Lilly zu wecken. Liv sah ihm nach, als er zum Zelt ging. Arme Lilly. Ihr ganzer Oberkörper war von diesen schrecklichen Narben übersät. Ob sie damit zurecht käme? Sie war so naiv ... sicher würde sie glauben, das es irgendwann verheilen würde oder aber ... sie würde fürchterlich weinen. Liv hatte keine Ahnung, aber sie würde später nach ihr sehen.

    Lilly öffnete nur langsam die Augen. Ihr war, als wäre sie in einem schrecklichen Alptraum gewesen, als sie endlich die Augen öffnete. Zunächst sah sie verschwommen. Ihre Augen schienen nicht wirklich wach werden u wollen, doch sie schaffte es. Die Arme taten ihr weh und sie merkte auch ein ziehen über den ganzen Oberkörper, aber das war nicht mal etwas, was sie beunruhigte. Da saß er ... Kazel ... der ach so böse Mann. Lilly sah ihn mit ihren großen blauen Augen an. Er saß da und schien auf irgendwas zu warten.
    "W-was ... was ist denn ... passiert?"
    Lilly war so gar nicht auf dem Laufenden. Sie konnte sich nicht erinnern, was geschehen war. Plötzlich sah sie Bilder vor sich.
    "Da ... da war eine Blume ... die ich holen wollte, aber dann ..."
    Sie sah an sich herab. Eine Decke war über sie gelegt worden. Vorsichtig tastete darüber. Ja .. da waren die Verletzungen und es fiel ihr wieder ein. Wieder sah sie zu Kazel.
    "Du hast mich gerettet ... du warst die ganze Zeit hier ... nicht wahr?"
    avatar
    Ailish

    Anzahl der Beiträge : 582
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Di Sep 08, 2015 8:24 am

    Kazel sah Lilly beim Aufwachen zu, während sich Agnes im Hintergrund hielt. Sie schien erst mal richtig zu sich kommen zu müssen und Kazel entging keine Regung. Er war irgendwie erleichtert, dass er es doch geschafft hatte, sie zumindest halb zu retten, denn sie wäre ohne ihn ganz sicher als Wurmfutter geendet und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sie stammelte irgendwas von einer Blume und dann die Frage, ob er die ganze Zeit hier gewesen war und ob er sie gerettet hatte. Wenn er die Wahrheit sagen wollte, musste er beide Fragen einfach mit „Nein.“ beantworten und das tat er auch. Dass sie das nun vielleicht nicht ganz so romantisch fand, als wenn er ja gesagt hätte, wusste Kazel natürlich nicht. Aber er war eine halbe Stunde weg gewesen und die Leute hier hatten ihr mehr geholfen, als er. Was machte er sich eigentlich darüber Gedanken? Er war einfach nur froh, dass es ihr besser ging und das sie außer Lebensgefahr war. Agnes räusperte sich und brachte einen Trunk. „Damit wird es dir bald besser gehen, Lilly.“, sagte sie und lächelte freundlich.
    avatar
    Liv

    Anzahl der Beiträge : 585
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Di Sep 08, 2015 8:43 am

    Natürlich war das nicht das, was sie hören wollte, aber sie war sich auch sicher, das er es war, der sie aus den Fängen des Wurms befreit hatte.
    "Aber ... da war niemand sonst, als das Tier mich gepackt hat. Wie sonst bin ich denn hier her gekommen? Nur du warst da."
    So war es doch gewesen. Das er sie nicht versorgt hatte, war ihr schon klar.
    "Und ... wo warst du dann? Wo sind denn die Anderen?"
    Agnes trat an sie heran und gab ihr einen Trank, den sie trinken sollte, damit es ihr bald besser ginge. Lilly nahm das Gebräu an und trank artig. Es war bitter, aber sie trank brav aus. Gute Medizin war immer bitter, hatte Mutter immer gesagt. Sie fehlte Lilly oft, doch nichts könnte sie je zurück bringen.
    "Danke ... Werde ich ... wieder gesund?"
    Sie spürte schließlich die Wunden noch. Sie heilten zwar, aber sie waren noch immer da. Lilly ließ sich zurück in die Kissen sinken und sah zur Zeltdecke, ehe sie wieder zu Kazel sah.
    "Hast du meine Hand gehalten ... als ich geschlafen habe? Und ... wie lange habe ich überhaupt geschlafen?"
    avatar
    Ailish

    Anzahl der Beiträge : 582
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Di Sep 08, 2015 8:58 am

    Kazel war verwirrt über so viele Feststellungen und Fragen. Sie ließ ihm ja nicht mal Zeit zu antworten. Er brauchte immer etwas länger, um wahre Antworten zu formulieren und für den Betrachter sah es so aus, als ob sie Selbstgespräche mit einer Statue führte, oder als sei sie nicht ganz dicht und würde Stimmen hören, die ihr antworteten.
    Er blickte sie an und schwieg. Sie kannte es ja von ihm, dass er immer etwas zögerlich antwortete. Aber schließlich sagte er: „Ich kam zu spät. Der Eiswurm hatte dich bereits gepackt. Ich war die meiste Zeit hier, nur an dem Abend, an dem ich erwachte war ich für eine halbe Stunde weg. Die anderen sind im Lager verstreut.“ Er sagte es, während sie trank und Agnes erklärte dann, wie es um sie stand. „Du wirst wieder gesund. Die Narben werden bleiben, aber… sie heilen gut und schnell.“
    Schließlich fragte sie ihn, ob er ihre Hand gehalten hatte und wie lange sie geschlafen hatte. Er blickte auf ihre Hand und sagte: „Ein Mal. Ganz kurz.“ Er richtete den Blick wieder auf sie und erklärte: „Du hast knapp 6 Tage geschlafen.“
    avatar
    Liv

    Anzahl der Beiträge : 585
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Di Sep 08, 2015 9:08 am

    Irgendwie sah Lilly ganz plötzlich sehr schuldbewusst aus. Sie sah auf den Boden und lauschte den Worten Agnes und auch denen Kazels. Der Arme. Er war völlig überfordert mit ihr und sie ... sie machte alles nur noch schlimmer, indem sie sich dauernd in irgendwelche Gefahren begab, wobei sie das nicht mal absichtlich tat. Narben ... sie würde Narben behalten. Das war irgendwie ... schockierend. Sie hatte einen schönen Körper gehabt, der nun von Narben verunstaltet war. Wenigstens war sie mit dem Leben davon gekommen. das war etwas, was sie ein wenig tröstete. Sie sah wieder zu Kazel auf.
    "Es .. es tut mir leid ..."
    Sie hatte doch nicht gewollt, das so etwas passierte. Eigentlich hatte sie nur diese Blume haben wollen, um Kazel eine kleine Freude zu machen. Sie sah so schön aus ... woher sollte sie denn wissen, das diese Blume einen eigenen Beschützer hatte? Schließlich sah sie zu Agnes.
    "Danke ... Danke für alles."
    Ihr war zum heulen zu Mute. 6 Tage .... 6 Tage die sie hier schon herum lag, während alle Anderen mit der Hochzeit von Tryn und Ailish beschäftigt waren. Wieder sah sie auf zu Kazel.
    "Also warst du doch die ganze Zeit hier ... bis auf die kurze Zeit, als du aufgewacht bist."
    Irgendwie stimmte sie das wieder glücklich.
    avatar
    Ailish

    Anzahl der Beiträge : 582
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Di Sep 08, 2015 9:17 am

    Kazel sah auf seine Brust. „Ich habe auch drei Tage verschlafen.“ Dann sah er sie wieder mit diesem Blick an, der nicht nur tadelnd sondern auch bittend war. „Lilly… Wir haben beinahe unser Leben verloren…“ Er blickte zum Zelteingang und meinte. „Du MUSST vorsichtiger sein.“ Das hatte er schon so oft gesagt, aber dieses Mal hatte er zum ersten Mal die besondere Bedeutung auf das „musst“ gelegt. Er bat sie nicht nur darum. Es klang fast so, als sei es sein innigster Wunsch. Er schüttelte leicht den Kopf. „Dieses Mal habe ich es gerade so geschafft. Das nächste Mal ist es vielleicht ganz zu spät.“ Er legte die Hand auf den Verband, unter dem die Wunde war, die ihn beinahe getötet hätte. „Ich kann dich nicht immer beschützen. Irgendwann einmal, werde ich nicht da sein.“ So wie er es formulierte, klang es fast so, als würde er ihr sagen, dass sie irgendwann Abschied nehmen würden und so wie er es sagte, klang es nicht mal so, als würde er es groß bedauern, denn seine Stimme hatte wieder diesen erklärenden nichtssagenden Ton angenommen. Einzig und allein das „musst“ hatte eine besondere Bedeutung gehabt. Er erhob sich nun und sagte leise. „Ich sollte gehen. Ruh dich aus.“
    avatar
    Liv

    Anzahl der Beiträge : 585
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Di Sep 08, 2015 9:24 am

    Auch er hatte drei tage verschlafen. Was folgte, würde sie noch bedauern, aber in diesem Moment war es ihr egal. Er sprach davon, das er sie nicht immer beschützen könne. Wollte er etwa wirklich abschied nehmen? Wollte er JETZT gehen? Sie sah ihn mit großen Augen an und schoß hoch.
    "NEIN! Du darfst nicht gehen! Ich hab das doch nicht mit Absicht gemacht!"
    Schon schossen ihr die Tränen aus den Augen und sie fing bitterlich an zu weinen. Sie stand auf. Himmel war das wackelig. So lange hatte sie noch nie gelegen und er Kreislauf bedankte sich, indem er sie auf die Liege zurück schickte. Das tat weh und Lilly merkte, wie schmerzhaft Dumm ihre Absicht gewesen war. Sie musste Ruhe haben, doch wenn Kazel jetzt ginge, würde sie ihn vielleicht nie wieder sehen.
    "Bitte geh nicht,"
    weinte sie, wobei sie ihrem Körper nach gab und einfach liegen blieb. Kazel war doch alles, was sie noch hatte, abgesehen von den beiden Mädchen, die sie als ihre kleine Schwester aufgenommen hatten.
    avatar
    Ailish

    Anzahl der Beiträge : 582
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Di Sep 08, 2015 9:32 am

    Kazel konnte gar nicht so schnell reagieren, wie sie aufsprang und ihn anflehte nicht zu gehen. Was war denn jetzt?! Hatte sie eben nicht zugehört? Hatte er ihr nicht eben erklärt, dass sie vorsichtig zu sein hatte? Kazel sah sie zunächst noch erschrocken an, als sie dann aber wieder auf die Liege sackte, mischte sich auch Agnes ein. Sie kam zu dem Mädchen und sagte: „Ihr Zwei macht nichts als Ärger! Wirklich! Das ist unser König ja ein Unschuldslamm dagegen!“ Oh? Er schien wohl auch nur Flausen im Kopf gehabt zu haben. „Schluss jetzt!“ Kazel warf Lilly einen Blick zu, der einem Angst machen konnte. Er war böse auf sie. Wieso schlug sie immer all seine Warnungen in den Wind? Es ärgerte ihn. „Mach doch was du willst…“, sagte er enttäuscht und verließ das Zelt. Er war maßlos enttäuscht. Er konnte nicht ahnen, was in ihrem kleinen Köpfchen vor sich ging. Redeten sie doch immer nur aneinander vorbei. Sie war stets so aufgedreht und fröhlich und er immer sehr ruhig und in sich gekehrt. Das MUSSTE irgendwann krachen.
    avatar
    Liv

    Anzahl der Beiträge : 585
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Di Sep 08, 2015 9:40 am

    Lilly war völlig am Ende. Agnes war böse auf sie und auch Kazel ließ sie nun allein. Er hatte sie so böse angesehen und schien so traurig zu sein ... aber er ging und ließ Lilly allein mit ihrem Kummer und Schmerz. Sie weinte so sehr, das sie keine Kraft mehr hatte, sich groß zu bewegen. Irgendwann, nach kurzer Zeit, schlief sie wieder ein. Ihr zierlicher Körper brauchte wohl doch mehr Ruhe, als sie geglaubt hatte.
    Liv war mit den Keksen fertig und brachte welche zum Zelt, in dem auch die Anderen waren. Sie hörte Lilly weinen, musste aber erst mal die Kekse weg bringen. Kazel kam eben aus dem Zelt. Hatten die sich schon wieder gestritten? Wo Lilly doch eben erst aufgewacht war? Musste wohl, denn auch Agnes hatte laut geschimpft, ehe Kazel aus dem Zelt kam.
    "Ich glaube die Beiden haben sich schon wieder gezofft,"
    erklärte sie, als sie zu den Anderen ins Zelt kam.
    "Lilly weint ... Agnes hat mit beiden geschimpft und Kazel ist eben ziemlich sauer aus dem Zelt gekommen."
    Kira seufzte. Wann lernte er endlich, das er nicht einfach drauf los plappern konnte. Lilly war doch so naiv und verstand doch schnell alles ganz falsch.
    avatar
    Ailish

    Anzahl der Beiträge : 582
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Di Sep 08, 2015 9:58 am

    Was Liv berichtete war unschön. Ein seufzen wehte durch das Zelt und Kiran schüttelte leicht den Kopf. Ailish erhob sich und sah schon jetzt aus, wie eine Herrscherin, so stand sie in Flammen! „Ich werde hier mit allen zusammen den Bund feiern und ich dulde es nicht, dass jemand unglücklich ist!“, legte sie fest. „Ich rede mit Lilly! Kira? Würdest du dich bitte im Kazel kümmern?“ Es klang nicht wirklich wie eine Bitte aber schon rauschte sie aus dem Zelt. Kiran sah ihr verdutzt nach und Gavin schüttelte gespielt die Hand, als habe er sich verbrannt. „Tryndamere! Die Braut hat Feuer unter der Haube…“ Tryndamere sah zum Zelteingang und lächelte. Er sah irgendwie zufrieden aus.

    Ailish kam bei Lilly an und steckte vorsichtig den Kopf herein. Sie sah Lilly dort liegen und sah zu Agnes, die seufzte. Ailish setzte sich leise hin und wischte Lilly eine Haarsträne aus dem Gesicht und strich ihr vorsichtig über die Wange. Die kleine Maus... Sie tat ihr ja doch irgendwie leid.

    Kazel lief eben aus dem Zelt, als er noch das verwunderte Gesicht von Liv erblickte. Wieso machte es dieses Mädchen denn auch nur so schwer?! War doch nicht auszuhalten! Er lief ziellos durchs Lager und dachte nach. Er schlang die Arme um seinen Körper. Er hatte nichts als seinen Verband an und selbst für ihn wurde es kalt, wenn er nicht gerade in einem der Zelte war. Er sah zurück in die Richtung des Krankenzeltes, aber er wollte nun nicht zurück zu ihr. Sie machte ihn wahnsinnig! Eben drehte er sich wieder um, als er beinahe in Kira gelaufen wäre, wenn sie sich nicht elegant um ihn herumgeschlängelt hätte. DAS war ihm noch nie passiert. Er sah sie verdattert an.
    avatar
    Liv

    Anzahl der Beiträge : 585
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Di Sep 08, 2015 10:16 am

    Kira nickte, als habe sie eben einen Befehl erhalten. Hier bei den Barbaren ließe es sich sicher durchaus aushalten. Vielleicht sollte sie hier bleiben, wenn die Reise beendet und Tryn und Ailish hier her zurück kehren würden? Ach sie würde sehen, was die Zeit brachte. Erst mal war Kazel wichtig. Sie schnappte sich eine Decke, die schön warm war. Hier draußen war es wirklich klirrend kalt. Als sie Kazel begegnete, musste sie ihm wirklich ausweichen.
    "Man zieh dir mal was über. Mit den Dingern," sie zeigte auf seine Brustwarzen, "kannst du jemandem die Augen ausstechen."
    Schon wickelte sie ihn in die Decke ein, die sie mit genommen hatte. So unaufmerksam, war er noch nie gewesen.
    "Was ist denn los mit dir? So kenne ich dich gar nicht. Bringt sie dich wirklich so durcheinander?"
    Nun ... was sollte sie denn sonst sagen? Erst einmal musste sie doch erfahren, was geschehen war.

    Lilly bekam nur am Rande mit, das jemand da war und ihr über die Wange streichelte. Sie war so erschöpft. War er vielleicht doch zurück gekommen? Flatternd öffnete sie schließlich doch die Augen. Ailish saß da. Lilly hatte wirklich Mühe sich wach zu halten, aber sie wollte doch wissen, wo er war ... ob er wirklich gegangen war.
    "I-ist er ... fort?"
    avatar
    Ailish

    Anzahl der Beiträge : 582
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Di Sep 08, 2015 10:29 am

    Ailish lächelte leicht und fragte dann leise: „Kazel?“ Lilly nickte und sie antwortete: „Du glaubst doch nicht wirklich, dass er dich zurücklassen würde.“ Sie stützte ihre Ellenbogen auf die Liege und sagte dann leise: „Weißt du, Lilly… Er war vor 2 Tagen abends in unserem Zelt und er hat dort um Verzeihung gebeten, dass er sich so unmöglich verhalten hatte. Er ist Kiran beinahe an die Kehle gesprungen, als er gemerkt hat, dass dir etwas fehlte.“ Sie sah Lilly forschend an und meinte dann: „Er mag dich wirklich sehr. Und nun erzähl mir doch bitte, was passiert ist.“

    Kazel sah Kira an und wusste nicht, was er sagen sollte. Er hielt die Decke fest und sah dann auf den Boden. Sie fragte ihn, was er sich selbst nicht eingestehen wollte und schließlich fuhr er so aus der Haut, dass Kira sich zwei Mal vergewissern musste, ob es wirklich Kazel war, der hier vor ihr stand. Er gestikulierte sogar herum und lief hin und her. Offenbar hatte Lilly es geschafft, das Maß voll zu machen.
    „Sie ist so… arg! Ich verstehe nicht, wie sie so fahrlässig mit sich sein kann! Wieso hört sie nicht auf mich! Sie schlägt alle Warnungen in den Wind! Nie achtet sie auf sich! Und ständig klebt sie an mir, als sei ich die einzige Person, die überhaupt irgendwie Schutz bieten könnte! Wieso kann sie nicht verstehen, dass ich der LETZTE bin, bei dem es Sicher ist?! Wenn… wenn die Organisation herausbekommt… was…“ Er nahm die Hand vor den Mund und mochte gar nicht daran denken, zu welchen Taten sie ihn treiben könnten, wenn sie sie ihm nehmen würden. Oder viel mehr, was er für Schmerz erleiden würde, wenn er sich weigern würde zu tun, was sie verlangten… Er blieb stehen. Seine Hände zitterten und dann sah er Kira an. „Wieso kann sie nicht einfach… vorsichtig sein?“
    avatar
    Liv

    Anzahl der Beiträge : 585
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Di Sep 08, 2015 10:45 am

    Lilly lauschte Ailish. Es war, als erzähle sie ihr eine Geschichte, der sie aufmerksam folgte.
    "Glaubst du wirklich ... das er mich mag?"
    fragte sie ein wenig verloren. dann aber begann sie zu erzählen, was Kazel ihr gesagt, und was sie darauf hin getan hatte. Sie erklärte, das sie ihn doch nur an der Hand greifen wollte und ihn zurück ziehen, das er nicht gehen sollte und sie ihn so sehr vermissen würde, wenn er weg gehen würde. Ihr wurde sehr schwer ums herz. Sie konnte das nicht verkraften.
    "Aber ... er ist nicht fort gegangen?"
    vergewisserte sie sich noch einmal, als sie fertig war.

    Kira stand bei ihrem besten Freund, der die Decke eng um sich gewickelt hatte. Plötzlich legte er los zu erzählen. Wann hatte sie ihn überhaupt jemals so gesehen? Er war wirklich völlig ausser sich. Das Mädchen machte ihm wirklich zu schaffen.
    "Hey ... bleib mal stehen und komm erst mal wieder runter. Lilly ist naiv. Sie hat sicher geglaubt, du gehst und sie wird dich nicht wieder sehen. Sie KANN gar nicht auf sich auf passen,weil sie einfach nicht weiß, was gefährlich ist und was nicht. Außerdem ... ist sie ein Tollpatsch. Sie macht das nicht um dich zu ärgern. Woher hätte ausgerechnet sie, die so behütet aufgewachsen ist, wissen sollen, das da ein Schneewurm auf sie lauern könnte?! Wahrscheinlich wollte sie dich auch nur davon abhalten, zu gehen, als du sagtest das du gehst."
    Kira hielt Kazel an den Schultern fest. Sie seufzte.
    "Du bist das ganze Gegenteil von ihr. Du bist ruhig ... in dich gekehrt ... und sie ... sie ist wild und unruhig. Du bist der Ruhepol und für sie vollkommen geheimnisvoll und mysteriös. In ihrer naiven Art denkt sie wahrscheinlich, das sie dich aufheitern muss und nachdem ihr ihre Eltern genommen wurden ... nun du gehörtest zur Organisation, wie ihre Mutter. Sie weiß das und vielleicht bist du die Einzige Person, der sie überhaupt vertraut. Sie mag dich einfach sehr Kazel und ... sie braucht dich. Sieh sie dir an. Sie steht allein in der Welt. niemand würde sich um sie kümmern. Es ist mri schon ein Rätsel, wie sie allein in den Bergen überlebt hat."
    Ja, wahrscheinlich hatte ihr Vater sie absichtlich da gelassen, um sie nicht selbst töten zu müssen.
    avatar
    Ailish

    Anzahl der Beiträge : 582
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Di Sep 08, 2015 11:11 am

    Ailish folgte ihren Ausführungen und schließlich lächelte sie ganz lieb. Sie schüttelte leicht den Kopf und sprach ganz sanft und ruhig zu ihr. „Ach, Lilly… Du hast ihn da völlig missverstanden. Er verlässt uns nicht einfach. Er meinte ganz sicher nur, dass er aus dem Zelt gehen möchte, damit du dich ausruhst.“ Sie grinste fast. „Vermutlich hat er es nur gut mit dir gemeint und wollte dir die Ruhe gönnen die du brauchst. Er ist extra sitzengeblieben, bis du aufgewacht warst, damit du jemanden hast, den du kennst und dem du vertraust, wenn du das erste Mal nach all der Zeit deine Augen wieder aufschlägst. Er mag dich und er würde schon gar nicht einfach gehen.“ Sie seufzte und setzte sich gerade hin. „Vermutlich hast du ihn, als du dann aufgestanden bist, einfach sehr enttäuscht. Immerhin hat er sein eigenes Leben riskiert dich zu retten und dann gehst du gleich wieder so fahrlässig mit dir um. Kazel sagt nicht immer was er denkt und fühlt, aber er hat es in Kauf genommen, dass man ihn tötet, nur damit du leben kannst. Also… so was tut man doch nicht, wenn man jemanden nicht mag oder?“ Ailish war sich sicher, dass Kazel ganz genau gewusst hat, dass die Barbaren ihn für einen Feind halten würden. Vielleicht aber war es ihm auch in seiner Panik einfach entgangen, dass das passieren könnte. Er sah dann ja schließlich immer ganz anders aus. Sie sah Lilly aufmunternd an und meinte dann: „Er wird nicht weggehen, das verspreche ich dir. Und wenn du wieder gesund bist, können wir endlich zusammen feiern und Kazel kann auch endlich seinen Tanz bei dir einlösen. Wie findest du das?“

    Kazel lauschte ihren Worten. Sie ergaben Sinn. Ja. Eigentlich hatte er nie darüber nachgedacht, wie einfach die Welt für Lilly war. Er sah in allen Dingen eine potentielle Gefahr, während sie verträumt durch die Gegend spazierte und jede Gefahr ignorierte. Irgendwie schockierte es ihn, dass er sich nie Gedanken dazu gemacht hatte. Er beruhigte sich jedenfalls wieder und sah nachdenklich aus. „Vielleicht… hast du Recht.“ Kazel wusste ja auch selbst, dass sie das nicht tat, um ihn zu ärgern, aber es ärgerte ihn dennoch. Er kratzte sich an der Stirn und sagte: „Vielleicht… sollte ich geduldiger sein.“ Aber wie konnte er das, wenn sie ihn permanent auf Hochspannung trieb? Und außerdem war ER wohl eigentlich der geduldigste Mensch… Nun Halbmensch, den man sich vorstellen konnte. Kazel verfolgte seine Ziele akribisch und mit einer Engelsgeduld. Nicht umsonst war er der beste der Organisation und noch nie war ihm ein Ziel entkommen. Er stemmte die eine Hand in die Hüfte und neigte den Körper so leicht zur Seite, wobei er die Luft ausstieß. „Ich muss nicht aufgeheitert werden.“, fügte er schließlich noch an und das klang nun fast ein wenig beleidigt. Er sah zu dem Zelt und sagte dann: „Eigentlich könnte es mir egal sein… wirklich.“ Dann seufzte er. „Ist es aber nicht.“ Es war ihm aber auch bei Kira nicht egal, Auch bei den anderen nicht. Er würde vermutlich bei jedem sein Möglichstes tun, um denjenigen zu schützen, aber bei Lilly… Sie wollte er auf keinen Fall verloren wissen. Letztlich sah er Kira wieder an. Schließlich sagte er an sich herab blickend: „Danke für die Decke.“
    avatar
    Liv

    Anzahl der Beiträge : 585
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Di Sep 08, 2015 6:01 pm

    Lilly sah Ailish mit großen Augen an und folgte ihren Ausführungen. Natürlich. Kazel machte sich Sorgen um sie. Er hatte sich fast geopfert. Das war ... und sie hatte ihn so sehr enttäuscht. Alles, was Ailish ihr da erklärte, war doch irgendwie logisch nur in Lillys kleiner Welt, hatte sich das alles nie so ergeben. Sie hatte ihn nicht enttäuschen wollen und nun hatte sie es doch getan. Er wollte gar nicht gehen, sondern sie nur schlafen lassen. Das tat ihr nun ehrlich leid.
    "Dann ... will ich nun liegen bleiben ... bis mir Agnes erlaubt auf zu stehen. Es tut mir so leid,"
    erklärte Lilly schließlich betroffen und sah wieder zum Zelteingang.
    "Ich will ihn ja gar nicht traurig machen. Ich ... ich wollte doch nur nicht, das er geht."
    Sie gähnte herzhaft. Ihr Körper brauchte wirklich Ruhe, aber sie wollte nicht allein sein.

    Kira sah Kazel liebevoll lächelnd an. Ja, er hatte sich wirklich verändert. Das er Lilly sehr mochte war allen hier klar. Er würde sein eigenes Leben geben, um sie zu beschützen.
    "Ja, das solltest du vielleicht. Sie sieht die Gefahren nicht, die wir sehen. Sie ist nie so ausgebildet worden. Letztlich ... bedeutest du ihr eben so viel, wie sie dir. Versuch es mal aus ihrer Sicht zu sehen. Das macht es vielleicht einfacher ihre Handlungen zu verstehen und lehrt dich die Geduld mit ihr."
    Wieder lächelte sie. Ihre Hand legte sich auf seine Schulter.
    "Die Decke ... nun ich weiß ja, was du für ein Dickschädel bist. Ich dachte sie könnte nicht schaden. Du solltest dir wirklich langsam was an ziehen. Ich bin sicher, die haben hier noch was für dich."
    Damit legte sie den Arm um die Schulter Kazels und führte ihn zum Zelt.
    "Und dann ... kannst du ja noch mal nach ihr sehen."
    avatar
    Ailish

    Anzahl der Beiträge : 582
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Di Sep 08, 2015 7:05 pm

    Ailish lächelte zufrieden, als Lilly die Einsicht bekam, besser zu tun, was man ihr sagte. Auch Agnes schien deutlich darüber erleichtert. „Schlaf jetzt, Lilly. Du wirst sehen, wenn du das nächste Mal aufwachst, geht es dir besser und Kazel wird auch nicht mehr böse auf dich sein.“ Und wenn sie ihm selbst die Flausen austreiben musste… Sie blieb jedoch sitzen und summte eine hübsche Melodie um Lilly das einschlafen zu erleichtern.
    Kazel ließ sich von Kira um die Schultern fassen und schließlich gingen sie gemeinsam zum Zelt. Die Blicke richteten sich erneut auf ihn und Fragezeichen standen ebenfalls in diesen. Kazel blieb etwas erschrocken stehen und senkte dann den Blick. Kira wollte ihm Klamotten beorgen und er selbst hätte von sich aus nie gefragt. Wie er da aber so in die Decke gewickelt stand, sagte Kiran: „Ist ja nicht mit anzusehen. Er griff durch eine unsichtbare Tür, wobei sein Arm verschwunden war und zog Klamotten hervor. „Das dürfte dir passen.“ Er warf es Kazel zu und der fing es auf, wobei ihm die Decke herunter rutschte. Er hielt den Stoff hoch und begutachtete ihn. Nicht sein Stil, aber besser als nichts. Er zog das Gewandt über, welches ihm ausgezeichnet stand, aber er hatte nun weniger Bewegungsfreiheit, was ihm wiederum missfiel. Er wollte eben noch was zu Kira sagen, als ihm etwas einzufallen schien. Leise sagte er zu Kiran: „Danke.“ Dann zu Kira: „Ich weiß nicht, ob ich jetzt gerade nach ihr sehen will. Sie ist in guten Händen.“ Sicher würde er trotzdem seine Augen und Ohren zum Schutz dieses Zeltes einsetzen. Es war wirklich nicht auszuhalten, wie abhängig er war. Er ballte kurz die Fäuste und verschwand wieder aus dem Zelt.

    Auch dieser Tag verstrich ereignislos und am Abend kam Kazel zurück in das Zelt, wo Lilly schlief und sich erholte. Er setzte sich auf sein „Bett“ und atmete einmal etwas tiefer ein und wieder aus. Noch war es ruhig, aber er fürchtete, dass – sobald Lilly wach war – wieder reges Treiben und Lärm vorherrschen würde. Kazel sah stumm geradeaus. „Du magst sie sehr, hm?“, fragte Agnes ihn von der Seite. Kazel sah herüber, antwortete aber nicht. „Schweigen ist auch eine Form der Zustimmung, wie?“ Kazel schwieg erneut. Agnes lächelte und schien nebenher irgendwas zu knüpfen. „Dir haftet die Aura des Todes an.“ Kazel senkte nun einfach den Blick und dann fragte er: „Habt ihr nichts Besseres zu tun?“ Gespielt blickte sich die Frau um. „Nein.“ Kazel stieß die Luft aus und legte sich auf das Bett, wo er den Unterarm auf seine Stirn legte und die Augen schloss. „Du hast viel Schreckliches erlebt und deine Seele ist tief erschüttert.“ Kazel wollte das nicht hören. „Du fühlst dich alleingelassen und selbst das Gefühl, eines Familiären Umfeldes in der Gruppe, tröstet dich nicht über deinen Verlust hinweg… und auch nicht über deine Schuldgefühle.“
    „Ich habe keine Schuldgefühle.“ Agnes hob die Brauen und lächelte wissend. „Natürlich nicht…“ Kazel warf ihr einen scharfen Blick zu. Sie jedoch knüpfte einfach weiter. Kazel legte sich auf die Seite und wandte Agnes den Rücken zu. Sie betrachtete seinen Schopf und irgendwie sah er wirklich verloren aus. „Du bist nicht verdammt, Kazel. Auch wenn deine Seele dämonischer Natur ist. Es ist nie zu spät, Gutes zu tun.“ Kazels Augen öffneten sich überrascht, aber er weigerte sich, sich mit dieser Frau zu unterhalten.
    avatar
    Liv

    Anzahl der Beiträge : 585
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Di Sep 08, 2015 8:29 pm

    Lilly schlief tatsächlich sehr schnell ein. Das Aufstehen hatte ihr nicht gut getan. Natürlich wollte sie Kazel nicht enttäuschen und so würde sie tun, was man von ihr verlangte. Was das vorsichtiger sein an ging ... sie wusste wirklich nicht so recht, was wirkliche Gefahren barg und was nicht,. Wenn sie stolperte, war es eben so und wenn dann zufällig auch noch ein Abhang im Spiel war, konnte sie doch nichts dafür. Nun ... sie würde versuchen die Augen offener zu halten, doch das eine Blume ungeahnte Gefahren barg, hatte sie auch nicht wissen können. Wäre Kazel etwas geschehen ... wäre er gestorben ... Lilly wäre untröstlich gewesen. Sie hätte sich die Augen aus dem Kopf geweint und sich bittere Vorwürfe gemacht, aber er lebte ja noch. Gut ... er hatte sich sehr schwer verletzt, wie sie erst im Nachhinein begriff. Die Wunde an seinem Bauch musste wirklich furchtbar schmerzen, aber er ertrug ja immer alles leise und lautlos. Wie konnte sie da bitte davon ausgehen, das er wirklich Schmerzen hatte? Meist verriet ihn doch nur ein kurzes Verziehen des Gesichtes. Der Trank der alten Frau, tat seine Wirkung. Lilly schlief. sie schlief tief und fest. Ihr Körper hatte die Ruhe nötig und sie wollte, das Kazel nicht mehr böse auf sie war. Als sie später aufwachte, hörte sie Agnes irgendwas reden. Es klang allerdings so weit weg und schien ihr noch zu einem Traum zu gehören. Langsam flatterten Lillys Augenlider und schließlich öffnete sie langsam die Augen. Kazel war da. Er lag auf dem Bett, auf dem er wohl schon die letzten tage gesessen oder geschlafen hatte. Draußen war es schon dunkel, aber er war wach und vor allem da. Lilly sah ihn müde an.
    "Bist du mir noch böse?"
    fragte sie leise.
    avatar
    Ailish

    Anzahl der Beiträge : 582
    Anmeldedatum : 23.08.13

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Di Sep 08, 2015 8:52 pm

    Kazel hörte, dass sich Lilly regte. Er tat dies ebenfalls und drehte sich so, dass er sie betrachten konnte. Sie war wirklich erschöpft und unter seinen wachsamen Augen würde sie sich nun endlich hoffentlich hüten, Dummheiten anzustellen. Kazel wartete, bis sie ihn ansah und schließlich tat sie das auch. Sie sah müde aus und fragte dann, ob er noch böse war. Einen furchtbar langen Moment schwieg er, ehe er sagte: „Nein.“ Seine Stimme klang immer so nichtssagend, aber wenn er mit ihr sprach hatte sie einen weichen Unterton. Etwas sanftes, was zu seiner beruhigenden tiefen Stimme passte. Er sprach immer mit ihr, als würde zu viel Härte in der Stimme ihre weiche Sanfte Erscheinung zerstören und gab sich Mühe, nicht zu grob zu wirken. Sie sah immer noch so schwach aus und wäre sie vorhin nicht so ausgetickt, würde es ihr sicher schon besser gehen. Wie hatte sie glauben können, er würde sie einfach so zurück lassen mit nichts als einem ‚Ruh dich aus…‘ Er wusste es nicht. Sie war so naiv und kindlich. Kazel sah sie unentwegt an und schließlich setzte er sich auf. „Ich lasse dich nicht allein.“ Er sah sie noch einen Moment länger an. „Ich beschütze dich.“ Auch das hatte er schon einmal gesagt. Er wünschte sich jedoch, dass er zuvor endlich alles mit der Organisation klären konnte. Vielleicht sollte er einfach mal die Basis ausräumen. Er wollte nicht in ständiger Angst leben, dass er mit Lilly erpresst oder sie gar getötet wurde. Er sah noch eine Weile auf den Boden ehe er schließlich aussprach, was ihm noch im Kopf herumkreiste: „Was wolltest du auf dem Hang? Wieso bist du alleine so weit weg gegangen?“ Sie hatte etwas von einer Blume erwähnt, aber Kazel konnte sich nicht vorstellen, dass man sein Leben einer Blume wegen riskieren wollte…

    Gesponserte Inhalte

    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Gesponserte Inhalte


      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Mi Nov 22, 2017 10:47 am