Nightingale

Es gibt nicht nur Freunde in dieser Welt!


    Die weite Welt der Fantasy

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    Ailish

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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am So Sep 13, 2015 8:37 am

    Kip schwitzte Blut und Wasser. Diese Frau war echt anstrengen und ihr Training erst. Er konnte schon jetzt nicht mehr und sie hatte ihre Augen wirklich überall. Eben kam Lilly zu ihr und Kip beschloss sich kurz eine Pause zu gönnen, weil die Gute abgelenkt war. Pustekuchen. Sie war anstrengend und gemein! Er bewegte sich weiter und Lilly zog von dannen. Sie war ganz aufgekratzt, wie Ailish eben feststellte, als sie ihr in die Arme lief. „Was ist denn los, Lilly? Du bist ja ganz aufgeregt.“ Sie lächelte und erfuhr von den Plänen vom Geburtstag. Sofort war sie dabei. Sie schwebte noch auf Wolke 7 und war des Feierns noch lange nicht müde. Zusammen gingen sie zum Wirt und überredeten ihn schon. Geld war dabei allerdings der entscheidende Faktor und schließlich zitierte sie Tryn heran, der Kazel ablenken sollte. Er zuckte nur mit den Achseln und machte sich auf die Suche nach ihm.
    Sie konnten natürlich noch nicht direkt etwas vorbereiten, aber sie konnten sich ja schon mal Gedanken machen und zogen sich ins Zimmer zurück, um Pläne zu schmieden. Gemeinsam mit Liv taten sie nun auch sehr geheimnisvoll und würden vielleicht später noch Hilfe von den anderen einfordern.
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am So Sep 13, 2015 9:00 am

    Lilly freute sich sehr, das sie Ailish und Liv für sich gewinnen konnte. Sie planten zusammen und schließlich war Lilly sehr begeistert. Geld war eben nicht gerade das, wo von sie alle viel besaßen, aber Lilly gab nicht auf. zwei Tage später, stand Liv schon sehr früh in der Küche der Wirtschaft, um zu backen. Frisches Brot und Kekse, wie auch noch eine Torte. Ailish würde für das Buffet sorgen und musste auch schon früh aus dem Bett kriechen. Lilly selbst hatte in den letzten zwei Nächten viel aus Heu gebastelt. Blumen und andere Dekorationen, die sie mit bunten Tüchern versah, um ein wenig mehr Farbe ins Haus zu bringen. Der Wirt jedenfalls freute sich, denn die Dekorationen dürfte er ja behalten, wenn die Feier beendet war. Sie waren lange haltbar, solange sie nicht nass wurden. Die Männer mussten Kazel beschäftigen, um ihn nicht zu früh auftauchen zu lassen. Nur Kira versuchte noch einmal mit Lilly zu sprechen.
    "Lilly ... lass es bleiben. Bitte. Das wird ihm nicht gefallen. Glaub mir."
    Lilly sah Kira verständnislos an.
    "Warum sollte er seinen Geburtstag nicht feiern wollen? Es wird ihm bestimmt gefallen. Ich bin ganz sicher."
    und schon fitschte sie die nächste Deko aufstellen. Als sie endlich fertig war, betrachtete sie noch einmal alles. Das Buffet war her gerichtet, der Kuchen, die Torte und das Gebäck standen auf den Tischen und auch für Getränke war gesorgt. Nun fehlten nur noch die Anderen und Kazel selbst.
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    Ailish

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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am So Sep 13, 2015 9:18 am

    Hätte Kazel gewusst, was da auf ihn zukäme, er wäre vorher schon geflohen. Sie alle… nicht mal Kira hätten ahnen können, was sie ihm antaten und was es für Konsequenzen nach sich ziehen würde. Kazel am aller wenigsten. Nun jedenfalls schlenderten sie durch die Stadt. Kiran hatte Tryn mitgenommen und der hatte pflichtbewusst dafür gesorgt, dass Kazel ihn begleitete. Der stumme Attentäter lief einfach hinterher und fragte sich, wieso er sich hatte breit schlagen lassen, die Frauen wehrlos zurückzulassen. Eigentlich wollte er gerne umdrehen und schließlich sagte Kiran: „Und da sind wir!“ Kazel blickte auf. Tryn glotzte auf die Tür des Etablissements und Kazel legte den Kopf schräg. „Was ist das?“, fragte Tryn und Kazel sagte: „Ein Haus, wo Frauen ihr Fleisch verkaufen.“
    „Eine Fleischerei?“ Kazel schüttelte leicht den Kopf und sagte: „Zeitverschwendung.“
    „Nein, nein, nein. Warte Kazel!“ Er blieb stehen und hob die Braue. Kiran lächelte ein wenig ertappt und meinte: „Das war nur ein Scherz. Eigentlich wollte ich mit euch einen trinken gehen.“ Unlogisch, wie Kazel fand, da sie das auch im Gasthaus hätten machen können. Kazel senkte den Blick und sah nun ärgerlich aus. „Du schleppst uns schon den ganzen Tag von einer zwielichten Ecke in die nächste, zeigst uns angeblich hochinteressante Dinge und machst eine Dorfführung. Wovon willst du uns fern halten, großer Magier?“ Kiran lächelte und sagte: „Na gut, du hast mich. Ich wollte euch ablenken. Die Frauen haben etwas ganz wunderbares für uns ausgeheckt und ich sollte uns drei beschäftigen.“
    „Aha.“ Kazel verschränkte die Arme. „Wenn du das gleich gesagt hättest, hätte ich meine Zeit sinnvoller genutzt.“ Er setzte sich nun auf eine Bank und wartete. Kiran sah ihn an. „Was wird das?“
    „Ich warte.“
    „Ja, das sehe ich. Worauf denn?“
    „Darauf, dass wir wieder zurück können.“ Kiran kratzte sich am Kopf und Tryn setzte sich ebenfalls. Dann warteten sie noch eine Stunde und gingen schließlich zurück. Wenn Kiran gewusst hätte, dass es so einfach hätte sein können… Wie auch immer. Sie gingen zurück und Kiran bestand darauf, dass sie gemeinsam zurück kamen. Kazel stimmte schließlich zu und als sie endlich da waren, schlüpfte Kiran hinein und Tryn schob Kazel vor sich her, dass er nicht auf die Idee kam oben im Zimmer einzusteigen. Kira hatte jedenfalls darauf bestanden, dass sie nicht laut Überraschung rufen würden, sondern ihn erst mal ankommen lassen sollten. Sonst würde es ihn sicher nur erschrecken.

    Kazel betrachtete den Raum, den Schmuck, die schönen Lichter der Kerzen. Es war totenstill und er fragte schließlich: „Was soll das?“ Kiran sah ihn forschend an und schließlich fragte er: „Weißt du nicht, was heute für ein Tag ist?“
    „Es ist Montag.“
    „Nein ich meine ein besonderer Tag!“
    „Feiertage interessieren mich nicht.“
    Kiran glotze ihn einfach nur an und Ailish schien sprachlos. Sie sagte leise: „Das kann er doch nicht vergessen haben…“ Kazel fühlte sich ein wenig unwohl, weil ihn alle ansahen und sie schienen aus irgendeinem Grund überrascht.
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am So Sep 13, 2015 9:49 am

    Kira hatte wirklich starke bedenken. Sie konnte ihnen doch nicht sagen, wie sehr Kazel seinen Geburtstag hasste. Sie alle freuten sich so sehr, ihn überraschen zu können und er hatte nicht gewollt, das Lilly noch mehr aus seiner Vergangenheit erfahren würde, also hatte Kira geschwiegen. Sie war wohl die Einzige, die gegen diese Feier war. Die Männer waren eine Weile weg gewesen und nun kamen sie alle wieder rein. Das Kazel nicht begriff, das es hier um ihn ging, war wohl allen aufgefallen. Kira schüttelte nur traurig den Kopf. Sie wollte das Elend gar nicht mit an sehen, in das sie nun liefen, aber hatte sie eine Wahl? Ja, die hatte sie.
    "Macht das ohne mich oder noch besser, vergesst es. Es ist besser, ihr lasst es bleiben."
    Damit ging sie an Kazel vorbei.
    "Tut mir leid Kazel ... sie meint es nicht böse ..."
    erklärte sie im Vorbeigehen und ging hinaus. Sie wollte nicht erleben, wie schrecklich hart es ihn treffen würde. Lilly hingegen war enttäuscht, das Kira das ganze nicht mit erleben wollte. Was hatte sie denn nur? Lilly ging zu Kazel und sah ihn direkt an. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, und küsste ihn auf die Wange.
    "Wie kann man nur seinen eigenen Geburtstag vergessen? Herzlichen Glückwunsch Kazel,"
    meinte sie.
    "Das ist alles für dich."
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am So Sep 13, 2015 10:04 am

    Kazel sah skeptisch aus, als Kira nun ging und ihm sagte, dass sie es nicht böse meinte. Wer? Lilly? Was war denn los? Er betrachtete Lilly, die nun auf ihn zu kam und ihm den Hammerschlag, seines Lebens verpasste. Sein Geburtstag? Er blieb stehen, wie angewurzelt. „Was?“ Vor seinem Auge schob sich das Bild, des wirklich bösen Mannes, der sein Geschenk geraubt hatte. Er sah seine Mutter, wie sie kämpfte und sich wehrte, wie sie von den Männern gepackt wurde und dann… Sie hatten ihr die Kleider vom Leib gerissen, hatten mit Dolchen … Kazel sah vollkommen verschüchtert aus. Nein, er sah panisch aus. Alles kam hoch. Der Tag an dem seine Unschuld starb, als alles in ihm starb, was er je geliebt hatte. Er drehte sich um und Lilly packte sein Handgelenk. Wie aus Reflex und ganz so, als würde der böse man nach ihm greifen, hob er schnell die Hand und verpasste Lilly eine gepfefferte Ohrfeige, sodass Ailish erschrocken die Hand vor den Mund nahm. Schockiert sah Kazel auf Lilly herab, die ihn verstört anschaute und dann konnte er nicht anders. Er sah sie voller Entsetzen und Furcht an und dann rannte er hinaus. Er rannte und rannte und Tränen rannen ihm über die Wangen. Er wusste sehr genau, dass sie das nicht beabsichtigt hatte, aber er fühlte sich in die Vergangenheit zurückversetzt und dass er Lilly geschlagen hatte… Er war so verzweifelt und blieb schließlich an einer Holzwand eines Wohnhauses stehen, wo er nach Luft rang und versuchte, sich einzukriegen. Wie hatte Kira das nur zulassen können? Wie hatte sie ihm das antun können. Wie erbärmlich er sich vorkam, an der Wand lehnend und weinend. „Mama…“ sagte er leise und ging in die Knie. Er hatte sie im Stich gelassen. Er hätte sie retten können… Aber er hatte es nicht getan. Immer wieder widerholte er dieses eine Wort und konnte einfach nicht mehr.
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am So Sep 13, 2015 10:13 am

    Lilly hatte ja keine Ahnung. Sie war völlig perplex, als Kazel ihr so heftig eine scheuerte. Das war unerwartet. Was war denn nur mit ihm los? Sie sah ihn mit dicken Tränen in den Augen an. Liv sprang beherzt zu ihr vor und kniete neben ihr. Die Wange des Mädchens war stark gerötet. Ein klein wenig Blut lief ihr aus dem Mundwinkel.
    "Es wird schon wieder. Komm hoch Lilly."
    Auch sie sah Kazel verstört nach, doch hatte sie auch den schwer verängstigten Blick gesehen. Da musste wirklich schwer was hinter stecken. Hilfesuchend sah sie zu Kiran, während sie versuchte, die völlig benommene Lilly auf die Beine zu kriegen.
    Kira hatte bereits damit gerechnet, das Kazel verschwinden würde, doch das er SOOO schnell rennen konnte ... Sie folgte ihm. Sicher brauchte er nun jemanden, der ihm bei stand. Irgendwann fand sie ihn. Wie erbärmlich das aussah, und doch hatte sie so großes Mitleid mit ihm. Kira ging zu ihm, nahm ihn ganz vorsichtig in die Arme.
    "Verzeih ... sie hat sich nicht abhalten lassen."
    Kira wollte für ihn da sein, wolle ihn nicht so da stehen lassen, ohne Halt, ohne irgend wen, der ihm half ... genau wie damals. Auch sie fühlte sich plötzlich in der Zeit zurück versetzt. Damals als er kam, hatte er eben so geweint. Sie hatte ihn getröstet ... so hatte ihre Freundschaft einst begonnen.
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am So Sep 13, 2015 10:21 am

    Kazel hockte da und schließlich wurde er gefunden. Kira war bei ihm. Er spürte ihre Umarmung, hörte ihre Stimme. Sie… Sie war die letzte, die er sehen wollte. Sie hatte es gewusst. IHR hatte er gesagt, was dahinter steckte und sie hatte es nicht verhindert, ihn nicht mal vorgewarnt, sondern ins offene Messer rennen lassen! Er stieß sie kräftig von sich und sah auf sie herab, weil sie hingefallen war. „DU…“ Er klang böse. Ja er klang wirklich wütend. „Wieso hast du es zugelassen?! Wieso hast du mich nicht gewarnt!? Du weißt genau wieso ich…“ Er unterbrach sich selbst, wischte die Tränen weg. Er war mehr als nur erbost. „Du hattest kein Recht dazu!!“ Dass er ihr nun die Schuld gab, war ungerecht, aber er stand auch völlig neben sich. „Du hast es gewusst…“, widerholte er. Er drehte sich von ihr weg und stützte sich an der Wand ab. Erneut liefen Tränen. Sie wollte, dass er wieder Freude an seinem Geburtstag empfinden könnte, aber das tat er nicht. NIE würde er es vergessen. NIE würde er vergessen, wie sein Leben zerstört worden war. Oder?
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am So Sep 13, 2015 10:33 am

    Kira wusste ja, wie sehr es ihn verletzt hatte. Sie waren doch wie Geschwister gewesen.
    "Kazel ... was hätte ich tun sollen?"
    Sie hockte nun auf dem Boden, sah ihn einfach nur an, wie er da stand und bitterlich weinte. Himmel er tat ihr derart leid, aber sie konnte es doch nicht ändern oder? Nun ... vielleicht gab es da eine Möglichkeit ... aber es wäre wirklich schwer, das in die Tat um zu setzen.
    "Ich wollte dich nicht verraten, aber auch Lilly nicht. Was sollte ich tun? Ich habe versucht ihr zu sagen, das du so etwas nicht willst, aber sie glaubte, du würdest dich freuen. Du hast recht, wenn du wütend auf mich bist ... aber ich konnte dir schlecht sagen, verschwinde, die wollen ne Feier für dich machen."
    Kira stand auf. Sie brauchte hierbei offenbar wirklich Hilfe. Allein würde sie ihn nicht beruhigen können. Der Einzige,d er hier helfen könnte, wäre Kiran ... oder vielleicht die ganze Gruppe. Dazu war es allerdings nötig, das sie ihnen reinen Wein einschenkte. Sie verließ Kazel und ging zurück zur Schenke. Ihr war nicht wohl dabei, aber sie hatte ja keine andere Wahl oder? Als sie ein trat, waren alle noch da, bis auf Liv und Lilly. Die Beiden waren oben und Kira hörte das Schluchzen Lillys. Fragend sah sie zu den Anderen, die irgendwie betroffen wirkten.
    "Er ... er braucht euch jetzt ... Kazel ... wurde an seinem Geburtstag damals verschleppt. Man hatte ihm sein Geburtstagsgeschenk geraubt, für das seine Mutter lange gespart hatte und sie vergewaltigt. Er hat sie seit dem nie wieder gesehen. Er hasst diesen Tag und hat eben wieder erlebt, wie man ihn verschleppt hat. Deshalb habe ich versucht, Lilly davon ab zu halten, diese Feier zu machen. Kazel gibt sich die Schuld dafür, was seiner Mutter zu gestoßen ist. Er glaubt er hätte sie beschützen können. Er möchte sie besuchen ... und deshalb bin ich hier. Kiran ... ist es irgendwie möglich, sie her zu bringen? Es würde ihm viel bedeuten und ehrlich ... er ist gerade total am Ende. Er braucht jemanden,d er mit ihm spricht. Mich will er nicht sehen ... bitte helft ihm."
    Kira liebte Kazel wie einen Bruder. Sie konnte nicht zu lassen, das er nun so allein war, aber sie kontne auch nicht bei ihm sein, weil er sie von sich wies.
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am So Sep 13, 2015 11:02 am

    Es war ja wirklich nicht zu glauben, was Kira da nun offenbarte. Kiran war fassungslos. Er hatte geglaubt, sie würden Kazel einen Gefallen tun und nun das? „Warum hast du nichts gesagt?“, fragte er streng, aber auch mitfühlend. Er schüttelte den Kopf und sagte: „Ich kann niemanden finden, von dem ich nichts besitze. Das ist nun leider so.“ Er sah hinaus. Er war nie besonders gut auf Kazel zu sprechen gewesen. Erst als dieser fast gestorben war um Lilly zu retten, hatten sie sich irgendwie angefreundet. Nun brauchte er aber jemanden, der ihm half und Kira schien von ihm verscheucht worden zu sein. Er seufzte. „Ich rede mit ihm.“ Ob das so schlau war? Doch er ließ sich nicht beirren und ging zu ihm. Er spürte deutlich wo er war, aufgrund des Zaubers, den er einst gewirkt hatte. Er näherte sich langsam und sagte dann leise: „Kazel…“
    „Geh weg!“, sagte dieser verweint und völlig fertig. Kiran jedoch blieb standhaft. „Rede mit mir Kazel.“
    „Wozu?!“ Er war wütend ok. Er war wie ein verwundetes Tier und Kiran war sich sicher, dass Anegin zu ihm durchgekommen wäre. „Kazel. Es lag nicht in unserer Absicht dir weh zu tun. Wir wollten…“
    „Was weißt du schon?!“
    „Ich weiß, dass sich die meisten Menschen auf ihren Geburtstag freuen.“ Kazel drehte sich zu ihm um und funkelten ihn an. „An meinem Geburtstag wurde meine Mutter vor meinen Augen geschändet! Ich wurde entführt und gefoltert! Du hast kein Recht dazu mir zu sagen, dass ich mich FREUEN soll!!“
    „Kazel… Das ist Vergangenheit. Du musst lernen sie hinter dir zu lassen.“ Kazels Augen funkten und wurden hell. „Sag mir nicht, was ich tun soll!!! Sie haben ihr mit einem Messer das Gesicht zerschnitten, ihr die Kleider vom Leib gerissen und vergewaltigt!!! Sie haben mir alles genommen und sie…“
    „…sind tot!“, beendete Kiran den Satz, was Kazel kurz Überraschung auf seine Züge malte. „Kazel, du hattest deine Rache.“
    „Nein!“ Kazel funkelte Kiran an, der vorsichtshalbe schon mal nach seiner Magie griff. „Nein…“ Noch zwei… Es gab noch zwei an denen er sich rächen wollte. Er hatte stets gesagt, dass er Rache nicht vollzog, aber an diesen beiden… Der Mann, der ihn geholt hatte und sein Vater. Beiden wünschte er nichts, als den Tod. Kiran hob die Hände. „Kazel, niemand von uns kann etwas für die Taten der Männer, die dir und deiner Mutter das antaten. Sieh dich an! Du hast Lilly geschlagen, hast deine Freundin von dir gewiesen, du hast doch eine Familie. Du musst nicht mehr weg laufen und dich verkriechen, du kannst darüber hinweg kommen. Du…“
    Kazel fauchte ihn regelrecht an und klang dabei wie ein echter Dämon. Kiran musterte ihn. „Du verabscheust Rache, wieso jetzt?“
    „Spar dir deine Worte! Lass mich allein!“
    „Nein.“ Kazel sah ihn merkwürdig an. „Komm, Kazel.“ Er streckte die Hand aus und Kazel musterte ihn argwöhnisch. „Komm… Wir sind für dich da. WIR verraten dich nicht. Wir stehen dir bei.“ Das aus Kirans Mund war ungewöhnlich und für einen Moment schien Kazel zu überlegen. Dann sah er auf den Boden. „Ich will nicht dorthin zurück…“ Der war aber auch hartnäckig! „Deine Mutter wäre enttäuscht…“, sagte er nur. Das war dann wohl nun doch zu viel. Kazel sprang Kiran an und verwandelte sich noch im Sprung. „HALT’S MAUL!!!“, schrie er ihn an und es war ihm sogar egal, dass Kiran ihn bannen wollte. In seinem Zorn durchbrach er nämlich einfach den Bann und brachte Kiran zu Fall. Er hatte die Hände um seinen Hals gelegt und drückte zu. Kiran rang um Luft und um sein Bewusstsein, doch die Pranken des Dämons waren erbarmungslos und stark. Er benutzte nicht mal seine Fähigkeit und Kiran konnte nicht mal klar denken, um zu zaubern.
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am So Sep 13, 2015 6:15 pm

    Kira schien wirklich mit sich zu hadern. Sie wusste überhaupt nicht, was sie machen sollte.
    "Ich ... konnte nicht. Eigentlich ... hätte ich es euch auch jetzt nicht sagen dürfen. Er will nicht über die Vergangenheit reden ... und nun ... musste ich es euch doch erzählen."
    Kiran machte sich gleich auf den Weg, Kazel zu suchen. Lilly hatte oben im Zimmer in Livs Armen geweint, doch als sie hörte, das jemand zurück kam, war sie neugierig genug gewesen, um zu sehen, ob es sich um Kazel handelte. Liv war es, die schließlich auf dem Flur stand und zuhörte. Sie berichtete Lilly von dem, was sie nun gehört hatte. Lilly sah sie mit großen Augen an. Das war unfassbar. Wie konnten Menschen anderen Menschen nur so etwas an tun.
    "Liv? machst du bitte die Dekoration weg? Ich muss sofort zu ihm. Es ist meine Schuld, also muss ich dafür auch gerade stehen."
    Sie sprang auf, rannte die Treppe runter und suchte nach Kazel. Eigentlich hatte sie keine Ahnung, wo sie suchen sollte, doch das Dorf war ja nun wirklich nicht riesig. Sie hörte sein dämonisches aufbrüllen. Sofort lief sie in diese Richtung. Was sie nun sah, raubte ihr nahezu den Atem. Völlig irrational handelnd, rannte sie nun auf ihn zu und umarmte ihn einfach.
    "Bitte Kazel! Bitte lass ihn los! Er kann nichts dafür. Ich war es. Es ist alles meine Schuld. Ich wollte auf Kira nicht hören! Bitte, Bitte lass Kiran los! Ich habe dich doch so lieb! Ich wollte dir doch nie weh tun!"
    rief sie.
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am So Sep 13, 2015 6:26 pm

    Kazels Blick war undefinierbar, weil man seine Pupille gar nicht sah. Nur dieses fürchterlich kalte weißblaue Leuchten. Er schien es ernst zu meinen und Kiran fuchtelte irgendwie mit den Händen herum, kam aber nicht frei. Kazel hatte die Zähne geflätscht und ein tiefes Knurren drang seine Kehle hinauf, während Lilly angestürmt kam und ihm zu rief, dass er aufhören sollte. Sein Blick zu ihr herüber sah alles andere als friedfertig aus und auch das Knurren, war nicht auch nur ein Fünkchen menschlich. Er beobachtete Lilly kurz, wobei Kiran schon wirklich schwach war und sich kaum noch rührte. Kazel wendete sich wieder Kiran zu und schon im nächsten Moment packte ihn eine Pranke. Tryndamere, war Lilly gefolgt und hatte Kazel nun von Kiran weggerissen und in einen Kistenstapel geschmettert. Kiran holte angestrengt Luft und Kazel hatte unschöne Kratzwunden an seinem Hals hinterlassen. Tryndamere sprang Kazel hinterher hob ihn noch mal in die Luft und schmetterte ihn zurück auf den Boden, wo er ihm auch noch ins Gesicht schlug. Benommen sah Kazel ihn an und wollte eben einen Stromstoß abgeben, als ihm die Lichter ausgingen, weil Tryndamere ihm direkt noch mal zwischen die Augen schlug. Kazel lag da und der Barbar erhob sich, als Kiran krächzte: „Tryndamere! Nicht!“ Vielleicht hätte der Barbar ihn sonst noch mehr verprügelt. Kiran wickelte ihn in magische Ketten und die Dämonenform löste sich auf. Das war geklärt… Vorerst.
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am So Sep 13, 2015 6:37 pm

    Lilly war völlig aufgelöst. Sie wusste nicht mehr, was sie machen sollte. Sie schrie entsetzt auf, als Tryndamere Kazel packte und ihn einfach so fort schleuderte. Es gab leider keine andere Möglichkeit, als Kazel so zu behandeln, wie Lilly ein sah, doch glücklich war sie darüber nicht. Als Kazel nun so in Ketten da lag, kniete Lilly neben ihm. Sie streichelte ihm über das ramponierte Gesicht. Warum hatte sie auch nicht gehört, als Kira sagte, sie solle es lassen. Schließlich sah sie zu Kiran.
    "Es ... es tut mir so leid,"
    erklärte sie, was wohl nicht nur das mit Kazels Geburtstag einfasste, sondern die gesamte Situation. Lilly fühlte sich schuldig an dem ganzen Schlamassel. Das nächste Mal, würde sie sich das ganze eher überlegen. Nun war es zu spät dafür.
    "Kiran ... es ... es tut mir so leid Geht es ... geht es dir gut?"
    Kazel hatte ihn fast getötet. Wie sehr musste Kazel unter dem, was sie da für ihn machen wollte, gelitten haben, das er seine eigenen Freunde an ging, die er doch eigentlich schützen wollte?
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am So Sep 13, 2015 6:44 pm

    Lilly machte sich ja keine Vorstellung davon, wie sehr Kazel das getroffen hatte, besonders, weil er seine Mutter seither nicht mehr gesehen hatte. Eigentlich… Er hatte die Möglichkeit gehabt, doch anstatt sie wahrzunehmen, hatte er gesagt, sie würde ihn nicht kümmern. Das stimmte nicht und es machte ihn halb wahnsinnig, nicht zu wissen, wie es ihr ging, nachdem er sie nicht hatte retten können. All sein Zorn gegen jene, die ihm und den anderen Kindern DAS angetan hatten, waren aus ihm herausgebrochen und noch nie, war er nicht Herr seiner Sinne gewesen, wenn er die Dämonische Gestalt angenommen hatte.

    Ailish half ihrer Schwester beim Abnehmen des Schmucks und sie hatte Tränen im Gesicht. Das war so unfair. Das war wirklich einfach nicht fair. Sie schluchzte. Sie hatten sich so viel Mühe gemacht und Kazel rastete SO aus? Klar, sie verstand, dass er schlimmes durchgemacht hatte, aber nach all der Zeit? Hätte er sich nicht eigentlich langsam mal daran gewöhnen müssen? Er war aber auch empfindsam und da hatte sie gedacht, dass er am wenigsten Gefühle von ihnen hatte. Sie wischte die Tränen weg und setzte nun einen ernsten und verärgerten Blick auf. Kazel hatte alles ruiniert. Und das wo sich Lilly so gefreut hatte!

    Kazel wurde von Tryndamere aufgehoben und so traten sie den Rückweg an. Kiran hielt sich den Hals und hatte sich ein Stofftuch um die Wunden gewickelt. Sie waren nicht lebensbedrohlich. Nur lästig. Kiran betrat das Gasthaus und setzte sich erst mal, während er zu Tryn sagte: „Bring ihn hoch! Kira, du solltest auch mit hoch gehen. Mir egal, ob er dich sehen will. Womöglich bist du aber diejenige, die ihn irgendwie dazu bringen kann, nicht sofort, wieder auszuticken. Und du Lilly, solltest auch da sein, wenn er aufwacht.“ Warum Kira mit sollte, hatte eigentlich einen anderen Grund. Er hatte keinen nerv dafür, da nun wieder hoch zu gehen und Kira konnte Lilly im Notfall schützen. Tryndamere hatte es sich aber auch in den Kopf gesetzt mit oben zu bleiben. Kazel wachte jedenfalls auch nach einer Weile auf und rieb sich benommen… nein er wollte es tun, aber er war festgekettet. Schon wieder? „Was… ist denn… passiert?“, fragte er verwirrt und Tryndamere antwortete noch ehe es die Mädchen tun konnten. „Ich hab dir einst versprochen, dir die Knochen zu brechen, wenn du noch einmal jemandem von uns etwas antust.“ Kazel sah ihn erst verwirrt und dann sprachlos an. Er hatte… jemandem was angetan? Er erinnerte sich nicht. Gebrochen hatte sich Kazel jedoch nichts.
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am So Sep 13, 2015 7:20 pm

    Tat sie auch nicht. In ihrer Welt, gab es solche schrecklichen Dinge nicht. Selbst die Sache mit ihrer Mutter, ignorierte sie komplett. Ihre Mutter war tot und beerdigt, das Trauma fest verschlossen. Nein, sie erinnerte sich nur noch an ihr liebevolles Lächeln und daran, das sie sie nie wider sehen würde. das ihr Vater sie umgebracht hatte, in einem Wahn, war ihr eben so entfallen ... oder besser ... sie verdrängte es einfach. jetzt lief sie mit Tryn und Kiran zurück in die Schenke, wo Kiran die Aufgaben verteilten und Liv und Ailish schon alle Dekoration abgenommen hatten.

    Auch Liv war nicht glücklich über das, was geschehen war. Sie ließ die Arbeit kurz stehen und nahm ihre Schwester in die Arme.
    "Ach Ailish. Wir wissen doch gar nicht wirklich, was in Kiras und Kazels Vergangenheit geschehen ist. Sie wollen darüber nicht reden ... Vielleicht eben deshalb, weil es viel zu schmerzhaft ist. Sei ihm nicht böse. Er wird sich sicher noch genug Vorwürfe machen, wenn er wieder klar denken kann."
    Sie nahm die Arbeit wieder auf. Als die Anderen zurück kamen, war bereits alles weg geräumt. Einzig das Buffet und das Gebäck standen noch da. Der Wirt würde damit sicher noch was verdienen können. Kiran setzte sich und Liv sah sofort, das er was am Hals hatte. Sie eilte zu ihm.
    "Lass mich das mal sehen,"
    bat sie ihn und nahm das Tuch weg, währen Kira und Lilly sich Tryn anschlossen und nach oben gingen.
    "Ich werde dir was drauf machen, damit es schneller heilt."
    Schon war sie verschwunden und kam mit einem Tiegelchen zurück, in dem sich Salbe befand, die sie ihm sanft auf die Kratzer strich. Anschließend legte sie ihm einen Verband an, um die Wunde sauber zu halten.

    Lilly und Kira saßen derweil bei Kazel am Bett. Lillys Wange war noch immer ganz rot und sie schien noch immer völlig aufgelöst zu sein. Als Kazel aufwachte, fand er sich natürlich in den Ketten wieder. Als er fragte, was passiert ist, kam Tryn den Mädchen zuvor. Als er fertig war, sah Kira ihn streng an.
    "Du bist völlig ausgerastet, hast Lilly ins Gesicht geschlagen, mich verantwortlich gemacht und Kiran fast getötet. Es wird dringend Zeit, das wir deine Mutter besuchen."
    Das meinte sie so ernst, wie man etwas nur meinen konnte.
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am So Sep 13, 2015 8:36 pm

    Kazel wusste gar nicht, was er sagen sollte. Was Tryn und Kira ihm offenbarten, war… furchtbar. Er sah zu Lilly, die schon ein Veilchen bekam und es war ein furchtbarer Anblick für ihn. Er sollte WAS getan haben? ER hatte sie geschlagen?! Er schloss die Augen und die Erinnerungen kamen zurück. Stimmte ja. Sein Geburtstag… Er hatte rot gesehen und musste in seinem Schmerz… Oh Gott! „T-tut mir leid.“, sagte er leise und senkte den Blick beschämt. Er hatte den Magier fast getötet. War das überhaupt möglich? Er wollte seinen Arm auf sein Gesicht legen, aber es ging nicht, die Fesseln hielten. Kira wollte mit ihm zu seiner Mutter und Kazel dachte in diesem Moment, dass es wohl keine gute Idee war. Er würde den Anblick nicht ertragen, aber irgendwann musste er sich stellen. Er nickte nur langsam und versuchte sich zusammen zu reißen. „Ich weiß nicht… was ich sagen kann… um das wieder gut zu machen…“

    Unten saß Kiran und ließ seinen Hals untersuchen. Liv war wirklich lieb und er seufzte leise, als er die Salbe auf die Wunden bekam. Kiran hatte sich schon oft überlegt, dass Kazel eine Gefahr war, aber… nie hätte er gedacht, dass dieser Bursche ihm derart gefährlich werden könnte. Kiran musste sich etwas überlegen. Dieser Dämon war unberechenbar.

    Kip hing seinen eigenen Gedanken nach. Vielleicht war es besser die Gruppe zu verlassen und auf eigene Faust loszuziehen, aber… war das schlau? Hier konnte er viel lernen, aber… er fühlte sich so klein und schwach, dass es nicht zum Aushalten war. Er saß gedankenversunken an einem Tisch und starrte vor sich hin. Nein, es war besser bei ihnen zu bleiben. Alleine würde er keine Woche überleben. So viel war sicher.
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    Liv

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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am So Sep 13, 2015 9:35 pm

    Lilly sah Kazel traurig, ja mitleidig an.
    "Schon gut. Kira hat uns erzählt ... was dich so quält. ich bin dir nicht böse. Das wird verheilen."
    Sie lächelte, aber es war kein fröhliches Lächeln. Vorsichtig streichelte sie ihm über das Haar. Sicher hatte auch er schmerzen, so wie Tryn ihn behandelt hatte.
    Kira sah auf Lilly herab. Sie war wirklich so unglaublich lieb, aber sie war zu naiv um zu begreifen, was es hieß, wenn Kazel so ausrastete. Kira sah zu Kazel rüber.
    "Du bist nicht mehr Her deiner Sinne gewesen Kazel. Du hättest uns alle ... das ganze Dorf in Schutt und Asche gelegt, wegen dieser Sache. Der Schmerz in dir steckt so wahnsinnig tief ... du musst endlich die Vergangenheit hinter dir lassen. Was wir Beide durch gemacht haben ... war furchtbar. Du hast mehr gelitten, als ich, das weiß ich sicher, aber es ist vorbei. Deine Mutter lebt Kazel. Werde dir endlich klar darüber, das du sie niemals hättest retten können. Du warst ein Kind ... und sie waren viel zu stark. Wir werden sie gemeinsam besuchen, damit du endlich deinen Frieden mit ihr machen kannst. Ich finde ... es sollte keine Geheimnisse mehr vor den Andren geben. Dadurch ... ist das alles hier passiert. Lilly wollte dich überraschen ... vielleicht musste es einmal sein, das du das alles noch einmal erleben musstest, um zu begreifen, das es lange hinter dir liegt. Der Tag an dem du geraubt wurdest ... spielt keine Rolle ... denn es hätte auch jeder andere Tag sein können, an dem es geschehen wäre."
    Ja .. und dann? Was hätte er dann so sehr gehasst? Jeden verdammten Mittwoch? Wer wusste das schon. es war schwer die alten Fesseln ab zu streifen. Kira wusste es von allen am besten. Sie musste es nun zum zweiten Mal. Denn noch würde sie ihre erlernten Fähigkeiten nicht aufgeben. Sie war, was sie war, aber die Vergangenheit lag weit hinter ihr.
    "Du hast jetzt eine neue Familie ... WIR haben eine neue Familie ... und wir wollten sie beschützen, aber wie können wir das, wenn du ihnen nicht vertraust?"
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    Ailish

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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am So Sep 13, 2015 11:20 pm

    Kazel sah sie nun ein bisschen zorniger an, als beabsichtigt. War ja schön, dass sie sein Leben vor den anderen ausbreitete. Das war unfair. Es störte ihn, aber nun war es passiert und da er eben wohl einen richtigen Aussetzer gehabt hatte, würde er sie deshalb nun nicht anklagen, sondern es einfach hinnehmen. Er hatte sie gewarnt, aber sie schien sich wohl lieber seinen Zorn aufladen zu wollen, als dass sie ihn hilflos zurück ließ. Eigentlich war das doch auch nett. Nicht? Kazel schloss die Augen. Er hatte Kopfschmerzen. „Danke dass du mich zurückhieltest, Tryndamere.“ Seine Glieder und sein Rumpf schmerzten auch. Kira sagte ihm, dass sie unbedingt zu seiner Mutter sollten und Kazel wollte das ja auch. Auf der anderen Seite war er sich nicht sicher, ob er sie überhaupt sehen wollte, ob SIE ihn sehen wollte. Er war so in Selbstzweifel gestürzt, dass er sich nicht entscheiden konnte.
    Kiran unten hatte sich verarzten lassen und beschloss nun zu sehen, ob Kazel wieder bei klarem Verstand war. Er trat oben ein und Kazel sah auf den Hals Kirans. Um Gottes Willen, war er das? Kiran sah ihn streng, aber nicht böse an und hob die Ketten auf, weil er der Meinung war, dass Kazel ungefährlich genug aussah.
    „Kiran… ich…“
    „Spar dir die Worte, es ist ja noch mal gut gegangen, aber wir müssen uns mal dringend über deine Vergangenheit unterhalten. UND wir sollten keine Geheimnisse mehr haben. Ich kann es nicht gebrauchen, dass du dauernd durchdrehst.“ Kazel senkte den Blick, sah kurz zu Lilly und schließlich nickte er. „Gut.“ Kiran verschränkte die Arme. „Also? Deine Mutter, wo ist sie?“
    „Imperia.“ Er nannte sogar eine Adresse. „Das ist ja schon mal ein Anfang. Und jetzt erzähl un mal, was an deinem Geburtstag passiert ist, damit wir verstehen können, was wir falsch gemacht haben. Kazel senkte den Blick. Er wollte da nicht drüber reden, aber hatte er denn eine Wahl? Er wollte nicht, dass Lilly das erfuhr und er wollte überhaupt, damit in Frieden gelassen werden. Dennoch… Er hatte keine Wahl. Kira hatte ja Recht, er musste es hinter sich lassen. Also begann er zu erklären.
    „An meinem achten Geburtstag… Ich habe die Wäsche reingeholt und habe beim Tischdecken geholfen.“ Es war so scharf vor seinen Augen, als sei es gestern passiert. Nur an das Gesicht seiner Mutter erinnerte er sich nicht mehr. „Sie hatte extra gespart und Fleisch besorgt, damit es ein gutes und reichhaltiges Abendessen gab. Wir wollten eben anfangen, als ich Männer herannahen hörte. Männer it Pferden… Böse Männer.“ Er sah furchtbar traurig aus. „Sie kamen einfach herein und wollten… Sie wollten mich mitnehmen und Mutter bot ihnen… ein Amulett stattdessen. Ein Amulett, was sie mir hatte schenken wollen. Sie bezichtigten sie als Lügnerin und wurden handgreiflich…“ Er rieb sich die Stirn und es fiel ihm deutlich schwerer nun zu erzählen. Kazel machte eine Pause und seine Stimme klang belegt. „Sie haben sie gepackt, zerschunden, aufgeschlitzt und geschändet… Und was weiß ich nicht alles. Sie hatten mich in einen Sack gesteckt, ich konnte nichts mehr sehen nur ihre Schreie hören und… Das Lachen der Männer.“ Kiran sah ihn die ganze Zeit hart und kühl an. Nein, er hatte kein Mitleid. Kazel hatte zwar Grund dazu, aufgebracht und traurig zu sein, nicht jedoch aber, so auszurasten. Kiran fand, dass er und Kira nicht die einzigen waren, die Scheiße erlebt hatten. Klar war es schlimm, aber es gab so viele Menschen die litten, die es bis an ihr Lebensende taten. Er fand, dass sich Kazel ruhig mal zusammen reißen konnte. Aber er würde es niemals sagen. Kazel dachte eine Weile darüber nach und dann sagte er: „Ich… weiß, dass… es dumm ist, Dingen nachzuweinen, die man nicht ändern kann. Das tue ich sonst auch nicht, aber… ich kann nicht… vergessen, wie…Ich habe mich stets gefragt, wieso mein Vater uns nicht zur Hilfe kam auch danach nicht. Mutter hatte immer gesagt, dass er sehr liebevoll gewesen war, aber wieso… war er nicht da gewesen?“ Kazel fühlte sich erbärmlich er sah in die Runde. „Es… tut mir wirklich… leid. Ich wollte nicht… Ich wollte euch nicht verletzen. Weder seelisch, noch körperlich.“ Er schloss Kira selbstredend da mit ein. Sie hatte so viel getan und er hatte nichts Besseres zu tun, als sie anzupflaumen. „Bitte verzeiht.“
    „Schon gut. Wir brechen so bald wie möglich nach Imperia auf und dann, mein Lieber, machen wir reinen Tisch, klar?“ Kazel nickte und setzte sich. Er sah zu Lilly und streckte vorsichtig die Hand nach ihr aus. Er wollte wissen, ob sie nun Angst vor ihm hatte. Hatte sie aber nicht. Welch ein Glück. Als sie seine Hand nahm, spürte er, wie sehr er sie brauchte und die Entschlossenheit in ihm wuchs. „Dann gehen wir noch heute.“ Kiran grinste und nickte.
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    Liv

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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am So Sep 13, 2015 11:44 pm

    Liv kümmerte sich unten um Kip und darum, das er das zu essen bekam, was Kira aufgetragen hatte. Ailish war ebenfalls noch unten, was gut so war, denn oben wäre es sicher völlig überfüllt. Es reichte das die Anderen alle oben waren, um nach Kazel zu sehen, da mussten die Drei nun wirklich nicht auch noch hinterher schleichen. 

    Kira sah eben auf, als Kiran herein kam. Sie war seiner Meinung, denn sie hatte das alles hinter sich gelassen. Natürlich dachte sie hin und wieder daran, aber nichts war mehr so, wie damals und die Zeiten waren vorbei. Sie mussten sich nun auf ihre Familie und das Jetzt konzentrieren. Was damals geschehen war, konnten sie nicht ändern. Keiner von ihnen. 
    "Damals haben wir uns kennen gelernt. Ich weiß wie schwer es für ihn war. Das war es für uns alle. jeder einzelne von uns hat damals gelitten. Erinnerst du dich noch an Wolf? Diana hatte Partei für ihn ergriffen und ihn zum Arzt ausgebildet. Das wurde ihr zum Verhängnis. Sicher hat auch er seinen Weg gemacht. Glaub mir Kazel ... Du hast sicher am meisten von uns allen da gelitten, aber ... du bist auch derjenige, der die Vergangenheit am dringendsten ruhen lassen sollte. Das haben wohl alle getan und führen nun ein anderes Leben, dank dir. Ohne dich, wären wir alle da nie frei raus gekommen."
    Nein bestimmt nicht. Es wäre sicher für alle nur noch schlimmer geworden. Sie schüttelte den Kopf. 
    "Also? Ich geb dir jetzt ne Stunde, dann brechen wir auf. In der Zeit kann ich mit Ailish und Liv noch  etwas Proviant kaufen gehen. Und ... ich bin immer noch ... nach wie vor, immer für dich da. Werde dir darüber klar, das wir auf diese Menschen hier auf passen wollen. Sie sind unsere Familie Kazel." 
    Ja, das waren sie. Kira stand auf. Sie legte ihre Hand dankbar auf Tryns und dann auf Kirans Schulter, ehe sie nun den Raum verließ, um sich Kip und die Schwestern zu schnappen und mit ihnen los zu ziehen, um Ein zu kaufen. 

    Lilly betrachtete Kazel noch immer eher mitleidig. Ihr liefen die Tränen, als sie die Geschichte hörte. hätte sie das vorher gewusst, sie hätte verstanden, warum er keine Feier mochte, doch nun war es zu spät. Er hielt ihr die Hand entgegen und sie nahm diese ohne Scheu und lächelte. Das Veilchen würde vergehen. Es würde nicht einmal eine Erinnerung daran bleiben ... zumindest nicht sichtbar. Lilly sah Tryn und Kiran dankbar an. Sie war froh, diese Leute kennen gelernt zu haben und mit ihnen gehen zu dürfen. 
    "Danke ..." 
    sagte sie leise, ehe sie sich wieder Kazel zu wendete. Er sah mitgenommen aus, was wirklich kein Wunder war, doch er kam ja schnell wieder auf die Beine. 
    "Und wenn wir da sind, wird alles wieder gut."
    Lilly glaubte wirklich daran, das alles wieder gut werden würde, denn in ihrer Welt gab es einfach keinen Platz für ein schlechtes Ende einer Geschichte.
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    Ailish

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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Mo Sep 14, 2015 9:52 am

    Kazel war dankbar, dass man ihm nun so schnell verzieh und er war glücklich, dass LILLY ihm verzieh. Es war wirklich ein schönes Gefühl, wenngleich er sich auch fürchtete, dass es wieder passieren könnte. Er setzte sich irgendwann auf. Ihm tat alles Weh. Tryn hatte ordentlich zugeschlagen und es würde einige Blaue Flecken geben. Er stand schließlich auf und streckte sich. „Danke, Lilly.“ Er brauchte sie und nicht nur, dass er sie in der Nähe brauchte, er brauchte sie, wie sie war. Nämlich ihm zugetan. Er hatte das Gefühl, wirklich akzeptiert und geliebt zu werden. Ein Gefühl, was ihm nur sein einstiger Meister beschert hatte, nachdem er ihn aus dem Lager geholt hatte. Wie auch immer. Es wurde Zeit.

    Die anderen hatten schon die Sachen gepackt und würden diese auch dieses Mal mitnehmen, da sie dem Wirt nun nicht weiter zur Last fallen wollten. Auf der anderen Seite hatte er sich eine goldene Nase an ihnen verdient. Kiran hatte alles vorbereitet und sie konnten ganz bequem durch ein Portal nach Imperia reisen. Sehr schön. Sie verabschiedeten sich und los ging es.

    Sie kamen in einem Raum heraus, der aus schlichtem Stein war. Kiran streckte sich und sagte: „Willkommen in meinem Zweitwohnsitz.“ Er grinste und öffnete die magisch versiegelte Tür. Dann kamen sie in ein schlichtes Steinhaus, was eher karg eingerichtet war. Aber immerhin gab es unzählige Bücher. Nun gut. Kazel war ein wenig benommen. Nicht wegen der Reise, sondern, dass es nun so schnell ging. Sie traten hinaus auf die Straße und alle orientierten sich erst mal. Tryndamere hatte beschlossen, lieber hier zu warten und Ailish wollte ihm Gesellschaft leisten. Auch Kip wollte nun eigentlich nicht dabei sein und so gingen nur Kazel, Kiran, Kira und Lilly los. Kazel wusste, wo sie wohnte. Er hatte es nachdem er den Brief bekommen hatte auf einer Karte gesucht, auch wenn er nicht vorgehabt hatte, hinzugehen. Er war etwas blass und nur Kira und Lilly sorgten überhaupt dafür, dass er einen Fuß vor den anderen machte.
    Schließlich war es so weit. Sie standen vor dem Haus. Es war ärmlich und schlicht. Aber wenigstens war es nicht heruntergekommen oder baufällig. Kazel schluckte, drehte sich um und sagte: „Ich KANN das nicht!“ Er wurde jedoch gleich wieder eingefangen und ihm wurde Mut zugesprochen. Während sich die Mädchen um ihn kümmerten ging Kiran schon zur Tür und klopfte. Nun gab es kein Zurück. Die Tür ging auf. Eine Frau trat heraus. „Seid ihr Lima?“, fragte Kazel freundlich und sie sah ihn verwirrt an. „Ähm… Und wer seid ihr?“ Kazel stand mit dem Rücken zu ihr und erstarrte. „Mein Name ist Kiransal. Ich bin gekommen, weil ich euch jemanden mitgebracht habe.“ Fragend wurde der Blick. „Sofern ihr Lima seid.“
    „Ja, ja. Ich bin Lima. Aber wovon redet ihr da?“ Sie hatte ein schlichtes Gewandt an, was nicht sehr anziehend und eher unförmig erschien. Kazel schloss die Augen. Ihm war schlecht. Wollte er sie sehen? Hatte er sie noch richtig in Erinnerung? Würde er enttäuscht sein? Oder sie?“ Kira war links und Lilly rechts von ihm und beide drehten ihn nun um, indem sie einen Halbkreis um ihn machten. Kazel hatte den Kopf gesenkt, als wolle er sein Kinn IN seinen Brustkorb befördern. Lima sah zu dem jungen Mann. Betrachtete den schwarzen Haarschopf und sagte dann: „Dann kommt doch erst mal rein.“ Sie drehte sich um und verschwand hinein. Kiran sah Kazel scharf an und schimpfte: „Jetzt mach schon Kazel! Sie wird sich freuen. Jetzt hab dich bitte nicht so!“ Kazels Atmung hatte sich beschleunigt. Er versuchte es ja! Er versuchte WIRKLICH sich zu beruhigen! Mann oh Mann. War das schlimm… Er trat ein. Zusammen mit Lilly und Kiran. Seine Mutter brachte Tee und fragte nun skeptisch. „Und? Wen habt ihr mir mitgebracht? Was kann ich für euch tun?“
    Kazel blickte nun endlich auf. Die Frau musterte ihn und schließlich schlug er die Augen auf und sah in das von Narben verunzierte Gesicht seiner Mutter. Ja… Sie war es ohne Zweifel. Sie hatte zwar Narben und doch war sie noch immer die schönste Frau, die er je gesehen hatte. SEINE Mutter, sein Licht im Dunkel und seine schmerzende Stelle in seinem Herzen. Sie ließ vor Schreck den Bescher fallen. Sie schlug die Hände vor den Mund und schien geschockt. Kazel musterte sie und dann brachen die Tränen hervor. Sie konnte es nicht glauben und tapste unbeholfen auf Kazel zu. „Kazel! Oh… mein lieber… Junge! Oh, Kazel!“ Sie beschleunigte die Schritte und dann umarmte sie ihren Sohn so heftig, dass man glauben konnte, sie wolle ihn nie wieder los lassen. Sie schluchzte und weinte und Kazels Herz schlug sonst wo. Er war nun größer als sie und schloss sie ebenfalls in seine Arme. Er war wie gelähmt und sein Kopf war leer. Sie weinte vor Glück und er vor Scharm,weil er sie nicht hatte beschützen können. Die Frau für die er einst so viel Liebe empfunden hatte… Sie war ihm fremd geworden und doch war es nun wieder so vertraut. „Mutter…“
    „Mein Engel… Mein lieber Engel…“ Das traf. Er ließ es über sich ergehen. Was für eine schöne Wiedervereinigung. Sie konnte ihn nicht loslassen und er? Nun, auch wer wollte sie fest halten. „Es tut mir leid… Es tut mir so leid…“, sagte er mit brüchiger Stimme. Sie schüttelte an seiner Brust den Kopf und schluchzte.
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    Liv

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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Mo Sep 14, 2015 10:30 am

    Lilly war ihm nicht böse, denn sie war der Meinung, auch wenn sie nichts von seiner Vergangenheit wusste, hatte sie es doch verbockt. So lange die Anderen weg waren und Sachen packten, blieb Lilly, wie eine Klette, bei Kazel. Selbst als sie durch das Portal schritten, hielt sie sich noch an ihm. 

    Liv war sogar wirklich überrascht, das Kiran ein weiteres Haus besaß. Als sie an kamen, legte sie gleich fest, das Ailish und sie das Essen bereiteten und das Haus her richteten. Kip kam allerdings nicht um sein Training herum. Kira beauftragte Tryn damit, dafür zu sorgen, das der Junge seine Bahnen laufen würde und auch das weitere Training schön durchführen würde, während Lilly, Kiran, und sie selbst, Kazel zu seiner Mutter begleiteten. 

    Es war so weit. Kazel würde sie nun bald wieder sehen. Kiran schritt voran, während Kazel immer mal einen Fluchtversuch unternahm. Kira schimpfte mehr leise und eher aufmunternd mit ihm, während Lilly ihm Mut machte. Schließlich kamen sie an. Die Frau, die an der Tür stand, musste einmal wirklich wunderschön gewesen sein. Was musste sie für eine Hölle durchlebt haben. Sie traten ein und setzten sich an einen kleinen Tisch. Sie lebte ärmlich, aber denn noch schön. Als sie die Augen ihres Sohnes sah, wusste sie gleich, wer er war. Lilly streckte die Arme in den Schoß, ließ sie wieder locker, hob die Hände, als wolle sie los jubeln und schien sich so sehr für Kazel und seine Mutter zu freuen, das sie am liebsten los gejubelt hätte. Kira sah dem ganzen lächelnd zu. Sie wusste nie wer ihre Eltern waren und würde das Glück nie haben, ihre Mutter zu treffen. Um so mehr freute sie sich nun für Kazel. Endlich konnte er ihr alles sagen, was ihm auf dem Herzen lag. Endlich konnten sie beide Frieden finden.
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    Ailish

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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Do März 02, 2017 2:48 am

    Es dauerte eine ganze Weile, ehe Lima ihren lieben Jungen wieder los ließ. Kazal hatte sich nicht gerührt und beiden drangen die Tränen aus den Augen. Lima musste zu ihm aussehen und sagte mit belegter Stimme: „Sieh dich an!“, sie strich mit ihren Händen, über seine Schultern und Oberarme. „Wie groß du geworden bist und wie stark!“ Kazel fand keine Worte. Noch mal wurde er in ihre Umarmung gezogen und sie säuselte: „Ich glaubte… dich nie wieder zu sehen.“ Kazel schloss die Augen. Ja, auch ER hatte das sehr lange geglaubt. „Es ist… so schön dich zu sehen.“ Sie strich über sein Haar und dann sagte sie etwas, was Kazel traf, wie einen Hammer: „Was musst du nur durchgemacht haben, mein armer, lieber, kleiner Engel…“ WasER hatte durchmachen müssen? Er legte seine Hände auf ihre beiden Wangen, sah sie einen Augenblick an und musste dann den Blick senken. Er sagte leise: „Ich konnte dich nicht beschützen.“ Sie erschrak. „Aber… Kazel!“ Er sah sie nun erschrocken an. „Was redest du denn da?“ Er schien verwirrt. „Du warst MEIN kleiner Junge! Wenn überhaupt, konnte ICH DICH nicht beschützen!“ Sie zog ihn zu einem Stuhl, wo sie ihn förmlich auf die Sitzfläche verfrachtete, ehe sie sich vor ihn stellte und er nun aufsehen musste. „Jeden Tag habe ich gebetet, dass es dir gut geht. Jeden Tag habe ich die Männer verflucht! Ich habe Söldner bezahlt, nach dir zu suchen, habe bei Adligen vorgesprochen, doch niemand konnte oder wollte mir helfen. Mein Sohn… ICH habe dich im Stich gelassen.“ Kazels Augen waren riesen groß und weiter Tränen kamen hervor. Sie irrte sich… Sie konnte nicht wissen, wie sehr sie sich irrte! Selbst, als er die Gelegenheit gehabt hatte, hatte er sie im Stich gelassen und sie ihrem Schmerz und ihrem Kummer überlassen. Er hatte nie nach ihr gesucht, niemanden gebeten ihm zu helfen. Er war der schlechteste Sohn in der Geschichte aller Söhne. „Mutter… du…“ „Mein Junge… Ich liebe dich so sehr. Es verging kein Tag, an dem ich nicht an dich gedacht habe.“ Kazel senkte nun erneut den Blick. Was sollte er sagen? Wie konnte er ihr nur jemals zurückzahlen, was sie durchlitten hatte und er nicht. Es gab Wochen und Monate, da hatte er sie ganz vergessen. Es war ihm egal gewesen, ob sie tot oder lebendig gewesen war. „Sag mir, Kazel… Wie…?“, sie biss sich auf die Lippe und streichelte seine Haare. „Wie ist es dir ergangen? Haben sie… Musstest du… viel… leiden?“ Er sah auf und ihre Augen drückten Furcht und Schmerz aus und Kazel wurde in diesem Moment klar, dass es etwas gab, was er für sie tun konnte. Er hob die Hand, legte sie auf ihre Wange, die sich gegen seine Finger schmiegte und die Augen schloss. Sie fürchtete sich vor seiner Antwort. Er lächelte herzzerreißend schön und sagte: „Nein. Gar nicht.“ Sie öffnete überrascht die Augen. „Der Transport war unangenehm, aber sie haben mich mit Nahrung und Wasser versorgt. Sie haben uns viel beigebracht und später hatte ich einen Ziehvater, der mir auch viel beigebracht, Mutter. Manchmal war es wirklich schön und hin und wieder waren sie sehr nett.“ Kiransal sah finster aus und wendete den Blick ab. Kazels schauspielerische Leistungen waren… beängstigend. Lima fing nun auch an zu lächeln. „Wirklich?“ „Ja. Du hast dir ganz um sonst Sorgen gemacht. Ich hatte später sogar Arbeit. Es geht mir gut.“ Und das war die Wahrheit. JETZT ging es ihm gut. Lima schien so erleichtert, dass sie vor Glück auf gluckste. Sie schmiegte sich noch einmal an seine Brust und sagte: „Was für ein Glück. Was... hast du denn gearbeitet?“ Kazel drückte sie nun wieder an sich und sein Lächeln verschwand. Er bereute es nicht wirklich, aber seine Mutter anzulügen fiel ihm wirklich schwer. Er lächelte wieder, wobei es seine Augen jedoch nciht taten. "Ist nicht so wichtig. Ich hatte mit Menschen zu tun." Schließlich erhob er sich und das Schauspiel dauerte an. „Mutter, das hier sind meine Freunde: Kira ist mit mir zusammen aufgewachsen. Später trennten sich unsere Wege und durch Zufall trafen wir uns wieder. Das ist Meister Kiransal. Er ist ein Magier und hat uns hier her gebracht.“ Dann sah er zu Lilly und sagte „Und das ist Lilly. Sie ist…“ Er suchte kurz nach Worten und sagte dann fast verlegen: „…sehr lieb und eine gute Freundin.“ Lima lächelte überglücklich und sagte dann: „Das ist wunderbar! Seid mir herzlich willkommen! Es ist so schön, dass du Freunde gefunden hast, Kazel! Du machst mich so glücklich und stolz!“ Kiransal nickte nur kurz und Kazel warf ihm hinter dem Rücken seiner Mutter, die gerade Lilly und dann Kira umarmte, einen scharfen Seitenblick zu. Daraufhin seufzte der Magier und sagte: „Ist mir eine Freude, gnädige Frau.“ Ihm gegenüber jedoch knickste sie höflich und neigte den Kopf. „Ich danke euch, Meister Kiransal.“ Kazel sagte lieber nichts dazu. Er sammelte nun aber die Scherben des Bechers auf und entsorgte diese.
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Do März 02, 2017 9:17 am

    Lilly hatte Tränen in den Augen. Es war so rührend, so unglaublich schön, das Mutter und Sohn sich nach so langer Zeit wieder gefunden hatten. Sie betrachtete die Szene, lauschte den Worten ... und wurde stutzig. Nicht das Lilly absichtlich jemanden Schaden wollen würde. Sie war einfach nur naiv und ihre Zunge war manchmal einfach zu schnell. Sie trug die Gedanken und Gefühle immer gern auf der Zunge. Lilly sah zu Kira und fragte vollkommen unschuldig:
    "Hast du nicht gesagt, ihr habt so viel erlebt und das er so viel mehr gelitten hat?"

    Lira war eben so ergriffen, doch sie blieb ruhig, ließ sich nichts anmerken. Es wäre einfach zu schade gewesen, das alles kaputt zu machen. Allerdings zog sie die Augenbrauen unzufrieden zusammen, als Kazel seine Mutter so dreist belog. Zu allem Überfluss musste Lilly nun auch noch darauf aufmerksam machen, was Kira ihr verraten hatte.
    "Ja, das hat er. Er hat sehr unter der Trennung seiner Mutter gelitten. Du solltest die Beiden jetzt aber ihr Wiedersehen genießen lassen und mit den alten Geschichten auf hören. Sie sind glücklich sich wieder zu sehen, da brauchen sie solche Sachen wirklich nicht."
    Natürlich verstand Lilly nicht worauf Kira hinaus wollte. Ein "Aber ..." verließ den Mund der Kleinen. Kira funkelte sie böse an und begann gleich mit einem anderen Thema.
    "Wie konntet ihr diesen Männern entkommen?"
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Do März 02, 2017 12:54 pm

    Kazel erstarrte bei Lillys Worten und sah zu ihr. Sein Blick war nicht mal böse, sondern nur etwas erschrocken. Warum sagte sie so etwas? Und dann wurde ihm auch einfach klar, dass sie einfach wirklich so naiv war. Natürlich… Damit hatte er überhaupt nicht gerechnet. Kira versuchte das ganze irgendwie zu entschärfen und seine Mutter sagte: „Ja… Es gibt nichts schlimmeres…“ Sie ging nicht mal darauf ein, was sie meinte und Kazel musterte sie. Schließlich jedoch fragte Kira Lima etwas und sie sagte: „Nun ich… sie ließen mich zurück.“ Sie sah zu ihrem Sohn. Offenbar hatte er seinen Freunden erzählt, was vorgefallen war. Kazel sah Kira nichtssagend an. Vielleicht war er dankbar, vielleicht aber auch nicht. Lima jedenfalls sagte: „Ich… kam mit dem Leben davon.“ Kazel intervenierte: „Schön, dass wir nun endlich wieder vereint sind.“ Beide wussten nicht, welch schlimmes Schicksal sie noch treffen würde. Beide wussten nicht, was die Vorsehung ihnen noch bescheren würde.
    Lima jedenfalls lud alle zum Essen ein und obwohl Kiran mehrfach beteuerte, dass er nicht wolle, wurde er durch Limas Charme förmlich gezwungen. Irgendwann jedoch sollte Kazel Wasser aus dem Brunnen holen und Kazan gab vor ihm helfen zu wollen.
    Lima versuchte ein Gespräch anzufangen: „Und? Wie ist Kazel so? Ich meine… sein Vater war… uhm… er war sehr liebevoll und voller Güte. Hat Kazel etwas abbekommen?“ Lilly und Kira waren gerade mit ihr beim Geschirrspülen, während sie spülte und die beiden abtrockneten.

    Kazel und Kiran hingegen waren beim Brunnen. Kiran begann das Gespräch: „Kazel… Warum hast du gelogen?“ „Das geht dich nichts an.“ „Aber das war nicht meine Frage…“ „Glaubst du wirklich, ich würde sie noch mehr verletzen?“ Kiran musterte ihn. „Meinst du nicht, es verletzt sie mehr, wenn du sie belügst?“
    „Nein.“
    „Kazel… Ein neues Leben auf einer Lüge zu erschaffen… Das ist nicht richtig. Wie würdest d…“
    „Mein ganzes Leben ist eine verdammte LÜGE!“ Kazel zuckte zusammen und blickte zum Haus. Kiran musterte ihn weiterhin und schwieg. Aber dann sagte er: „Und wenn sie es herausfindet?“
    „Wir bleiben nicht lang genug…“ Kazel litt sehr unter der Lüge. Vor allem, weil er es vor Lilly getan hatte. Noch schien seine Mutter nichts zu ahnen.

    Im Inneren des Hauses herrschte Schweigen. Aber irgendwann sagte Lima: „Wisst ihr… Das Amulett… Es war nicht nur ein Schmuckstück…“ Sie wusch einfach weiter stumpf ab. „Es ist… Kazels Erbe…“ Sie sagte es einfach so? „Ich…“ Doch sie brach ab. Es war scheinbar zu schwer.
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Liv am Do März 02, 2017 11:03 pm

    Kira kannte Kazel von früher her und wusste, wie edel er oft gehandelt hatte. Damals hatte sie ihn geliebt, doch nun war er anders. Er war nicht mehr der, der er einst war. Seiner Mutter nun die Frage mit einem einfachen Ja zu beantworten, wäre eine Lüge gewesen.
    "Er ... hat sich seit damals schon verändert. Seine Aufgaben verlangten oft, sich allein zurecht zu finden, auch wenn er mit Leuten zu tun hatte. Er tat sich zunächst mit der Gruppe etwas schwer, aber inzwischen geht es immer besser."
    Lilly sah Kira verständnislos an.
    "Aber ... er ... er ist ein ganz liebenswerter und guter Kerl. Er beschützt uns und er war so unglaublich nervös, als es hieß, das wir seine Mutter besuchen würden. ICH bind er Meinung, das Kazel ein ganz fantastischer Mann ist. Auch wenn er ab und zu einen Wutausbruch hat, oft still ist und seinen Geburtstag hasst."
    Himmel .. dieses Mädchen brachte Kira von ein Fettnäpfchen zum nächsten.
    "Aber doch nur, weil er seiner Mutter an diesem Tag gestohlen wurde und er glaubte, sie sei an diesem Tag gestorben, was ja zum Glück nicht stimmt."
    Kira sah Lima bedeutend an.
    "Man hat ihm damals gesagt, das ihr getötet wurdet. Er hat erst vor kurzem erfahren, das ihr noch lebt."
    Schließlich sollte Lima nicht denken, das ihr Sohn den Tag seiner Geburt aus irgendeinem anderen Grund hasste. Sie trockneten weiter ab. Das Essen hatte ganz hervorragend geschmeckt. Kira war froh, das sie keine weiteren Fragen über Kazel beantworten musste. Lilly hätte vermutlich wieder einfach drauf los geplappert, wenn sie mehr gewusst hätte. Lima begann erneut zu erzählen. Kira wusste, das Kazel ein Halbdämon war. Sein Vater war ein Dämon und wenn das Amulett sein Erbe war, dann war damit große Macht verbunden, wie sie vermutete. Lilly sah Lima mitleidig an, legte ihr einen Arm um die Schulter und meinte:
    "Es ist schon alles gut. Kazel ist wirklich ein lieber Mann. Er wird das Amulett sicher zu schätzen wissen. Ihr müsst nicht darüber sprechen, wenn es euch so schmerzt."
    Sie meinte es nur gut.
    "Setzt euch doch. Kira und ich machen den Rest schon allein."
    Lilly lächelte aufmunternd. Sie wollte Kazels Mutter fröhlich sehen an diesem Tag und an jedem weiteren, an dem sie sich sehen würden.
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    Re: Die weite Welt der Fantasy

    Beitrag  Ailish am Fr März 03, 2017 1:27 am

    Die beiden Damen waren ja wirklich zwei Goldstücke, wie Lima fand. Sie war überaus froh, dass Kazel solche Freunde gefunden hatten. Besonders die kleine Lilly gefiel ihr sehr. Aus irgendeinem Grund fand sie, dass Kira nämlich etwas… nun sie strahlte etwas Gefährliches aus, jedoch nicht ihren Freunden gegenüber, sondern jenen, die ihnen was antun wollten. Sie hatten ihre Frage beantwortet und Lima wurde das Gefühl nicht los, dass hier irgendwas im Busch war. Vielleicht waren sie verunsichert, wegen Kazels Herkunft? Schön, dass sie sich trotzdem damit arrangierten. Sie sah aus dem Fenster und sagte dann: „Wisst ihr… Kazel war ein außerordentlich freundliches und liebevolles Kind. Dass er geglaubt hatte, ich sei tot, muss ihn sehr mitgenommen haben. Ich sehe ihm an, dass er sich eine gewisse seelische Stärke zugelegt hat, um nicht zu zerbrechen, aber gerade ER ist doch so sensibel gewesen.“ Sie trocknete ihre Hände ab und drehte sich dann zu den beiden. „Sein Vater ist ein Dämon.“ Sie fuchtelte mit den Händen: „Ich weiß, was ihr nun vielleicht denkt. Wie ich mich darauf habe einlassen können, nicht? Aber er war… so liebevoll und freundlich. Er hat mich immer beschützt.“ Sie setzte sich nun, wie von Lilly verlangt und sprach weiter. „Damals hatte er fort gemusst. Ach, Kinder… Wenn er doch nur gekommen wäre, an jenem Tag.“ Sie senkte den Blick. „Das Amulett… Nur das Blut eines Dämons kann es aktivieren. Es ist ein Portalschlüssel, zu seinem Refugium. Er hatte mir gesagt, dass er in dieser Sphäre sicherlich irgendwann schlimme Dinge anrichten würde und hatte mir versprochen, dass er käme, wenn wir nur nach ihm riefen… Wenn Kazel nach ihm rufen würde. Ich weiß nicht, was er denken muss, wo ich das Amulett verloren habe. Ich litt sehr darunter, beide… meinen geliebten Mann und meinen geliebten Sohn, verloren zu haben. Damals an jenem Tag, wollte ich ihm alles erklären. Weiß er, was er ist?“ Sie sah nun auf und schien verunsichert. Aber sie lächelte auch hoffnungsvoll.

    Kazel indes holte nun den Wassereimer nach oben und Kiran sagte: „Ich werde bei diesem Spiel nicht mitmachen, Kazel.“ „Doch das wirst du!“ „Sonst was?“, fragte er nun. „Glaubst du, du kannst MIR drohen?“ Kazel musterte ihn von der Seite und sagte: „Dann geh.“ Kiran lächelte nun und gab dann ein kurzes überhebliches Lachen von sich. „Ich werde es ihr sicher nicht auf die Nase binden, Kazel. Aber lügen werde ich für dich nicht, wenn sie mich fragt.“ Damit ging er grinsend ins Haus. Kazel blieb noch kurz stehen, um sich wieder einzukriegen. Funken tanzten um seine Hände und schließlich holte er tief Luft, setzte ein Lächeln auf und marschierte mit dem Eimer zurück zum Haus.

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