Nightingale

Es gibt nicht nur Freunde in dieser Welt!


    Die Reise ins Ungewisse...

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    Varus

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Varus am So Feb 11, 2018 12:48 pm

    Varus hatte sie direkt vor seiner Brust, wie eine Prinzessin und er sah ihr kurz in die Augen, ehe sie sich so theatralisch nach hinten warf. Er grinste unnd als sie wieder hoch kam und ihn ansah fragte er schelmisch: „Und wer sagt, ICH bin der Pirat?“ Er ließ die eine Hand sinken, sodass sie schon noch in seinem Rechten gefangen war, aber selbstständig stand. Dann sagte er: „Ich verkünde! Diese Peron wird ab sofort unter meinen Gewahrsamgestellt! Sie ist nicht nur schuldig der Amtsanmaßung! Sondern auch mehrer kleinerer Vergehen! Das schlimmste aller Vergehen! Raub! Ja, es ist so, liebe Leute! Raub und Plünderung!“ Cecil kam an. Lilly lachte ganz herzhaft und beschwerte sich dann gespielt: „Ich will beweise! Sie ist eine ehrliche Frau! Und außerdem bin ich der Kapitän unseres Schiffes!“ Cecil lachte auch und sagte: „Nun, Meister! Da habt ihr euch wohl geirrt!“ Varus sah zu Lilly, dann zur prustenden Nanami und schließlich ließ er sie einfach ins Wasser purzeln. „Aha! Endlich gebt ihr euch zu erkennen!“ Lilly quietschte und Cecil ließ sie entkommen. Varus selbst dachte in diesem Augenblick, wie bescheuert er sich benahm, aber irgendwie war es ihm sogar egal.

    Thalesin rief nur: „Ach ja?!“ Er stürzte sich in die Fluten und tatsächlich spürte Zyra ganz schnell, wie der Wasserwiderstand scheinbar zunahm und es extrem kalt wurde. Aber nur ganz kurz, dann hatte Thalesin sie eingeholt. Er wusste, dass sie auch jeder zeit ein Portal schaffen konnte, aber dennoch hatte r sie kurz. Er sagte leise und verschwörerisch: „Lass uns das Schiff da drüben Kapern!“
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    Zyra

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Zyra am So Feb 11, 2018 12:56 pm

    So ... er wollte also wissen, wer sagte, das er der Pirat sei? Nanami war völlig verzaubert für den Moment, da er sie so hielt. Es endete mit dem Platsch ins Wasser. Prustend kam sie wieder hoch. Sie konnte gar nicht anders, als lachen, denn Lilly spielte so schön mit und Varus war auch keinen Deut besser. Es artete schon in ein kleines Theaterstück aus, dem die anderen Gäste beiwohnten.
    "Aber Captain mein Captain. Warum habt ihr euch zu erkennen gegeben? Nun wird der furchtbare Piratenkönig euch ergreifen und verschleppen! Flieht Captain! Ich werde ihn aufhalten!"
    Nanami spritzte Varus sofort mit Wasser voll, ehe sie unerwartete Unterstützung bekam.

    Zyra spürte, wie er seine Magie einsetzte, sie aber auch gleich weider los ließ. Thalesin hatte sie gefangen und das war ok. Sie sahen zusammen zu Varus und den Anderen.
    "Ok. Dann werden wir mal unsere Mannschaft aus den Händen des großen Königs befreien,"
    flüsterte sie eben so verschwörerisch zurück und schwamm los. Sie tauchte unter, schwamm unter Wasser zu Varus und zog ihm die Beine weg.
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    Varus

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Varus am So Feb 11, 2018 1:07 pm

    Varus grinste überheblich, als er Lilly eben packen wollte, als ihm erst eine Ladung Wasser ins Gesicht gespritzt wurde und damit nicht genug, so wurde er erneut an den Knöcheln gepackt und konnte nichts tun, als unter Wasser zu sinken. Thalesin gab noch eins drauf, weil er Varus auch noch herunter drückte. Blasen stiegen auf und Varus kam hustend wieder nach oben. SO? Also hatten sich alle gegen ihn verschworen? Cecil war aus dem Rennen, weil sie so sehr lachte, dass nichts mehr mit ihr anzufangen war und so schmiedete Varus einen Plan. Er nahm das hier sehr ernst und würde nicht verlieren!

    Er schloss für einen Augenblick die Augen, wobei Nanami sich vor Lilly warf, die Richtung Rand floh. Thalesin spürte das kurze Anschwellen von Varus Magie, wurde aber im selben Moment von ihm gebannt. DAS war wirklich unglaublich! Er sah seinen Vater an und himmelte ihn auch an. Zyra wusste, dass er sie nun mittels Magie ausschalten würde, doch anstatt eine blutigen Zaubers, explodierten einfach nur Lichter vor ihr und sie hatte das Gefühl in einer Illusion zu sein. Sie konnte nur kaum etwas dagegen machen. Sie brauchte ein paar Sekunden.
    Auch Nanami hatte plötzlich das Gefühl, als sei sie in einem festen Block gefangen, weil das Wasser um sie scheinbar hart geworden war. Varus hingegen lief während alle dem gemächlich auf Lilly zu, die aus Leibeskräften lachte, weil sie in die Luft gehoben worden war, und strampelte.
    Varus pflückte sie aus dieser und nur ein kundiger Magier konnte erahnen, welch ein unfassbares Wissen Varus hatte. Er konnte nicht nur die Elemente oder die Wahrnehmung beeinflussen, sondern gleichzeitig auch noch Veränderungszauber und Verwandlungen zaubern. Letztlich stand er nun draußen am Rand und hielt Lilly in den Armen.
    „Ihr… seid doch alles nur Landratten, die Pirat spielen!“ Lilly lachte immer noch. Was Varus jedoch bisher nicht bemerkt hatte, während all dem Zaubern und der Stimmung, war der Verband komplett abgegangen.
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    Zyra

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Zyra am So Feb 11, 2018 1:20 pm

    Zyra glaubte in einem Funkenregen fest zu stecken, doch diese Lichtfunken, bereiteten ihr keinen Schmerz, sondern ließen sie einfach nur nicht aus sich heraus. Natürlich versuchte sie den Zauber zu brechen, was nicht leicht war. Schließlich hatte Varus gezaubert und so war es nicht verwunderlich, das Zyra lange brauchte, um dagegen an zu kommen.

    Na was war das denn nun? Nanami war gefangen. Sie kam nicht frei und auch die Anderen schienen fest zu sitzen. Nanami sah auf. Sie sah Varus, der sich Lilly holte. Bis dahin konnte sie noch lachen, doch dann ... als er aus dem Becken kam, war es vorbei. Sie sah, was geschehen war und auch alle anderen Gäste konnten es sehen. Nanamis Farben wechselten wie bei einem Chameleon.
    "Varus ... setzt das Kind vorsichtig ab, entlasse uns aus dem Zauber und bedecke dich SOFORT!"
    Sie hatte wirklich angst um Varus. Sie wollte nicht, das jemand Varus so sah, wollte nicht, das sich irgendwer der Gäste hier daran erinnerte. Sie wollte ihn mit aller Macht schützen.
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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Varus am So Feb 11, 2018 1:33 pm

    Und der Befehl saß, als hinge sein Leben davon ab! Varus ließ Lilly förmlich fallen, sodass sie ins Wasser platschte und sah an sich herab. Nun, also seine Scham war ja bedeckt. Also war er ganz kurz verwirrt. Dann aber fiel ihm auf, was Nanami meinen könnte. Also neben der eigentlichen Scham, die man sonst so bedeckte. Die Zauber wurden auch aufgelöst, aber dennoch stand er immer noch so da.
    Ihm fiel auf, was Nanami gemeint haben könnte, aber… Er legte sein Hand auf die Wunde und ging zwei Schritte zurück. Die anderen Menschen hatten durch den Ausruf natürlich auch geschaut und sie alle hatten gesehen, dass er verletzt war. Varus senkte den Blick und sofort kam jemand zu ihm. „Kann ich euch helfen, was ist pssiert? Ihr solltet zu einem Heiler!“ Varus schüttelte leicht den Kopf, während Nanami schon aus dem Becken kam. Jemand Anderes stützte ihn von der Seite und zwang ihn fast sich hinzulegen. „Seid unbesorgt, das kriegen wir hin!“ Varus war ziemlich verstört und Thalesin schwamm schnell zum Rand. Das konnte nicht gut enden! Varus versuchte sich halbherzig zu wehren, doch noch ehe Nanami da war, weil sie genau wusste, was geschehen könnte, wurde sie festgehalten: „Er wird schon umsorgt.“
    Der vermeintliche Arzt wollte scheinbar direkt die „schlecht vernähte“ Wunde öffnen, als es schon die Quittung, für diese Torheit gab. Varus konnte gar nicht so schnell reagieren, als jemand nur den ersten Faden der Naht aufschnitt. „NEIN!“, rief er nur und doch, konnte er es nicht verhindern. Der Fanden zersprang und im gleichen Moment packte Varus das Handgelenk des Mannes, Drehte es in eine unnatürliche Richtung, sodass er ihm die Hand förmlich zertrümmerte und schrie auf. Der Faden leuchtete hellgolden auf und Varus hielt die Hand auf seine Brust. Er schrie auf und die Menschen – selbst Nanami – wurden durch eine Druckwelle von ihm fortgeschleudert. Er selbst sah zwar das Unglück, wollte aber nur weg. Das ganze lief bei ihm wie in Zeitlupe ab. Er wollte nur noch weg, konnte aber nicht. Er wollte sich gern einfach in Stab auflösen, war aber viel zu aufgewühlt.
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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Zyra am So Feb 11, 2018 1:52 pm

    Nanami sah, wie das Unglück seinen Lauf nahm.
    "Cecil schnell, schnapp dir Lilly! Thalesin! Hilf mir! Zyra du auch! Tut was, bitte!"
    Sie kletterte aus dem Wasser und wollte zu Varus, um ihm zu helfen.
    "IHR VERSTEHT DAS NICHT! LASST MICH LOS!"
    Jemand hatte einen faden durchtrennt und alle Anwesenden wurden von Varus Energie zurückgeworfen. Dieser Schrei war so herzzereißend, das Nanami automatisch in Tränen ausbrach. Nun sie war im Wasser gelandet, wie einige der Anderen auch. Sie sah sich nach Lilly um, die von Cecil doch wirklich geschützt worden war, als sie alle fortgeschleudert wurden, und lief gleich zu Varus. Sie warf sich über ihn, um seine Wunde zu schützen, um ihn zu schützen und hielt ihn fest.

    Zyra hatte es aus dem Wasser geschafft. Zum zweiten Mal war sie hinein gefallen. Es war ihr egal, denn nun brauchte Varus sie. Was konnte sie jetzt tun? Sie kannte viele nützliche Zauber, auch grausame, doch keine, die besonders schöne Dinge hervorbrachten, so wie Thalesin es fertig brachte.
    "Thalesin .. wir müssen für Ablenkung sorgen, damit Nanami ihn weg bringen kann."
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    Varus

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Varus am So Feb 11, 2018 11:49 pm

    Varus lag auf dem Boden. Wie konnten diese Würmer es wagen?! Er war so durch den Wind, dass er kaum etwas um sich herum wahrnahm. Er konnte nicht glauben, was diese Leute gerade getan hatten. Noch nie hatte jemand es auch nur gewagt diese Stelle seines Körpers zu beschädigen. Der Magiebann hatte zwar gewirkt, aber dieser Kerl… vielleicht ein vor Ort stationierter Arzt, Fall jemandem was passierte, war sofort zur Stelle!
    Nanami rief irgendwas und Varus wollte am liebsten alle in der Luft zerreißen. Er hielt sich die Hand weiter auf die Stelle gedrückt und die Menschen um ihn her waren vollkommen perplex. Einige krabbelten wieder aus dem Wasser, während andere sich ächzend wieder aufrappelten. Einer war bewusstlos geworden und dann lag Nanami auch schon auf ihm. Sie schützte ihn. Dabei war es doch seine Aufgabe! Eigentlich wollte nun auch nicht, dass sie ihn berührte, doch er konnte wenig dagegen tun.

    Thalesin und Zyra hatten sich auch wieder aufgerappelt. Ablenkung? Ja was sollte er denn tun? Er stellte sich nun auch zu Varus und Nanami und eine Dünne Steinschicht bildete sich um die beiden, wobei es sie, wie eine Kuppel umgab.
    „Leute! Bitte habt ein Einsehen. Es ist alles in Ordnung. Er braucht keine Hilfe und am besten lasst ihr ihn in Ruhe.“
    „Er ist verletzt!“, rief der Arzt nun und Thalesin sah zu ihm herüber. „Das ist wahr, aber er ist bereits versorgt. Bitte lasst ihn in Frieden!“ Irgendwie fanden das einige Anwesenden nicht ganz so ungewöhnlich und Thalesin war erleichtert, als man seiner Bitte nachkam. Einige Badegäste gingen wieder in ihr Bad und ander gingen nachhause. Thalesin atmete erleichtert auf.

    In der Kuppel spürte Nanami, wie Varus in ihren Armen leicht zitterte. Er stöhnte und schien schmerzen zu haben. Wie lange war es her? Die Stelle, an der der Faden zersprungen war, blutete und Varus konnte nichts tun, um dieses Blut aufzuhalten. Er würde nicht daran sterben, aber unangenehm war es doch. Er hatte sich jedoch zumindest so weit beruhigt, dass er nun nicht Amok laufen würde.
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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Zyra am Mo Feb 12, 2018 1:02 am

    Zyra schob die Leute bei Seite, jedoch vorsichtig und nicht zu rabiat, denn sie wollte nicht noch mehr Unruhe in die Leute bringen. Sie würde ein Portal schaffen, durch das Nanami mit Varus aus der Steinkuppel fliehen könnten, so würden sie wenigstens nicht weiter behelligt werden. Nein ... das ginge auch nicht. Sie würden viel zu sehr auffallen, wenn Zyra das täte. Besser sie brachten Varus gemeinsam hier weg, geschützt vor den Blicken der anderen Menschen. Cecil hielt Lilly in den Armen. Das Kind musste ja vollkommen verwirrt sein.
    "Danke,"
    meinte sie an Thalesin gewandt.
    "Ohne dich wäre das nicht gut ausgegangen."
    Nein, wäre es nicht, weil ihre Ablenkungszauber vermutlich aus Pestfliegen oder Lavaströmen bestanden hätten. Es gab so viel Schönes in der Welt, das sie zuvor nicht bemerkt hatte, weil sie einfach zu sehr in dem Hass und der Wut aufgegangen war. jetzt, durch Thalesin und Nanami, konnte sie diese Dinge entdecken, doch zum Zaubern reichte es einfach nicht aus.

    In der Steinkuppel, hielt Nanami Varus fest, aber nicht zu fest. Sie hob den Kopf, strich mit einer Hand über seine Wange.
    "Es ist vorbei. Sie werden dich jetzt in Frieden lassen,"
    flüsterte sie sanft. Sie sorgte sich sehr um Varus. Die Naht war beschädigt worden und so blutete die Wunde auch etwas. Nanami versuchte ein Stück des Handtuchs drauf zu drücken, ohne sich gleich ganz zu entblättern und ihn los zu lassen.
    "Es ist meine Schuld. Bitte verzeih."
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    Varus

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Varus am Mo Feb 12, 2018 1:26 am

    Varus war immer noch sehr verstört. Er konnte nicht glauben, was eben passiert war. Nanami war ganz dicht bei ihm und hielt ihn fest, während sein Körper ihm nicht gehorchen wollte. Warum sollte das denn jetzt Nanamis Schuld sein? Er schwieg weiter und schließlich öffnete sich ein kleines Loch in der Steinkuppel. „Alles in Ordnung bei euch?“ Thalesin hatte reingefragt und Varus antwortete nicht. Er ließ den Kopf ziemlich hängen und betrachtete nun sein Blut, wie es herab tropfte, und gierig vom Handtuch aufgesaugt wurde. Nanami half erneut aus und drückte nun einen Zipfel ihres Handtuches auf die Wunde.
    Thalesin ließ das Loch, richtete sich aber dann wieder auf und sah zu Zyra. „Quatsch. Hab doch kaum was gemacht. Ich fürchte, er steht irgendwie unter Schock. Lilly und Cecil kamen nun auch angelaufen und Lilly sah bestürzt auf die Kuppel. Sie verstand das alles nicht, aber sie verstand schon, dass etwas nicht stimmte. Traurig legte sie ihre Hand auf die Kuppel. „Das tut mir leid.“, sagte sie leise. Aber immer noch kam keine Reaktion von Varus.
    Erst einige Zeit später, sah er endlich zu Nanami auf, die sich rührend um ihn kümmerte. Und sagte leise: „Ich… möchte weg von hier.“

    Gesagt getan. Thalesin ließ die Kuppel verschwinden und reichte Varus vorher ein zweites Handtuch herein. Er bedeckte damit seinen Oberkörper und schließlich sah er zu Zyra. Ja, ein Portal wäre das beste, aber er wandte den Blick wieder ab. Sie hatte ihn schon schwach gesehen. Immer dann, wenn er die Haut gewechselt hatte, aber jetzt sah sie ihn nicht nur schwach, sondern auch irgendwie zerbrochen. Er hielt immer noch ganz fest die Hand auf sein herz und schließlich sagte er leise: „Wir… sollten gehen.“
    Tatsächlich durchschritten sie Zyras Portal, sie hatte seinen Blick wohl verstanden und so kamen er und Nanami im Gasthaus heraus. Die anderen würden ihre Klamotten mitbringen und nachkommen.

    Im Zimmer angekommen verfrachtete Nanami Varus erst mal ins Bett. Er sah sie beinahe teilnahmslos an. Er hätte nie für mögliche gehalten, dass ihn das so mitnehmen würde. Seine Augen wurden nass. Er wollte in diesem Moment aufhören zu existieren. Er wünschte sich fast, dass die Dörfler ihn getötet hätten. Dabei hatten sie ihm nur helfen wollen. Nanami wollte eben nur kurz was holen, als er ihre Hand schnappte. Er sah sie mit diesem jämmerlichen Blick an. Er hatte keinen Bock mehr. Und obwohl das ja jetzt wirklich kein Weltuntergang war, so war es vielleicht der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte: „Ich… kann nicht mehr.“ Er fühlte sich schwach und nutzlos und irgendwie überflüssig.
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    Zyra

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Zyra am Mo Feb 12, 2018 1:47 am

    Zyra wusste, wenn von Varus keine Antwort kam, war es wirklich schlimm für ihn. Er war noch nie so gebrochen, wie jetzt. Es trieb Zyra Tränen in die Augen, ihn so zu sehen. Thalesin half mit einem weiteren Handtuch aus. Zyra hatte verstanden,w as Varus wollte. Sie würde ihm jeden Wunsch erfüllen, den sie ermöglichen konnte und sie war froh, das es Nanami war, die sich um Varus kümmerte. Lilly meinte, das es ihr leid täte. Das verstörte nun wieder Zyra.
    "Warum? Du kannst doch nichts dafür Lilly. Manchmal passieren solche Sachen einfach. Wir haben eben nicht gut genug aufgepasst. Dich trifft da keine Schuld."
    Sie strubbelte Lilly aufmunternd durchs Haar, wobei sie lächelte. Das Kind war wirklich süß. Nun aber musste sie das Portal erschaffen, um Varus in Sicherheit zu bringen.

    Nanami ließ Varus einfach nicht los. Sie blieb und versuchte ihm Schutz zu geben. Thalesin lugte herein.
    "So weit gehts, aber ihn hat es sehr mit genommen."
    Es dauerte nicht lang, da hielt Thalesin ein Handtuch herein, welches Nanami sofort über Varus Oberkörper legte. Dann verschwand die Kuppel und ein Portal entstand, durch das sie gemeinsam in das Gasthaus flohen. Hier half Nanami Varus gleich ins Bett. Es ging ihm wirklich schlecht. Was konnte sie denn nun nur tun? Einen Tee holen, Wasser und etwas um seine Wunde zu säubern, wären wohl am besten. Varus hielt sie jedoch, griff nach ihrer Hand und hielt sie bei sich. Seine Worte trafen Nanami sehr. Sie wollte ihn so nicht sehen, aber sie verstand, das er gerade geglaubt hatte, die Menschen wollten ihn lynchen. Sofort setzte sie sich zu ihm, ließ ihre Hand in seiner und streichelte ihn mit der anderen Hand. Nanamis Blick war voller Mitgefühl, als sie sagte:
    "Ich weiß ... das das alles ... sehr viel für dich wahr. Du bist schon so lange hier ... hast so viel schlechtes erlebt und gesehen, das du nicht mehr an das Gute im Menschen glauben kannst. Du bist erschöpft und sehnst dich nach Ruhe und Frieden. Ich möchte dir genau das geben, aber das kann ich nicht .... wenn du aufgibst und mich verlässt. Ich bitte dich nicht für mich, sondern für Zyra, für Lilly, Cecil und Thalesin durch zu halten. Wir alle brauchen dich und .... ohne dich bin ich doch verloren."
    Sie sah ihm direkt in die Augen. Schließlich hob sie die Hand, in der sie seine hielt und legte sie sich aufs Herz.
    "Spürst du das? Es schlägt so stark, weil es für dein verlorenes Herz mit schlägt. Ich werde dich nicht aufgeben und nun ... sag mir, was ich tun muss, damit es aufhört zu bluten."
    Sie hatte ihm gesagt, das sie nicht mehr danach fragen würde, das in Ordnung zu bringen, aber sie fragte ja auch nicht, sondern bat um Anweisung.
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    Varus

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Varus am Mo Feb 12, 2018 1:59 am

    Varus musterte sie, als sie zu ihm sprach. Sie erklärte ihm, dass er gebraucht wurde. Und wofür? Er wendete den Blick von ihr ab, als wäre das lächerlich, was sie da sagte. Er schloss kurz die Augen, als er ihr weiter lauschte. Er war zu nichts zu gebrauchen. Er hatte die Hoffnung nicht in die Menschen verloren. Er hatte sie nie gehabt. Varus hatte die Menschen von vorn herein gehasst und ihnen niemals die Möglichkeit gegeben, sich und ihm zu beweisen, wie wertvoll sie eigentlich waren. Erneut stiegen ihm die Tränen in die Augen. Er hatte alles falsch gemacht, wurde immer wieder für seine Dummheit bestraft und hatte sich doch immer wieder hochgerappelt. Mit jedem Leid, was auf seinem eigenen Unvermögen gediehen war, hatte er die Menschen mehr gehasst und jetzt saß ein eben solches Geschöpf bei ihm und gab ihn nicht auf. Sie hielt sich die Hand auf ihr eigenes Herz und seine damit auch gleich. Es schlug stark und voller Mitgefühl und Güte.
    „Ich war der schönste Engel, Nanami.“, sagte er nun rund heraus. „Mein Federkleid strahlte wie das weiß der Wolken und meine Augen wie die Sonne.“ Er sah sie nun wieder an. „Ich habe alles gehabt.“ Sein Hals brannte, weil er weinen wollte. „Aber ich habe alles weggeworfen, um ihnen zu beweisen, dass ich Recht habe.“ Er legte sich den Handrücken auf die Augen. „Ich habe es ihnen bewiesen, aber zu welchem Preis?“ Er konnte nicht aufhören, zu heulen. „Ich, der immer nur das schlechte in euch Menschen sah, liege hier weinend vor dir, mit nichts als Vorwürfen und bin doch ach zu menschlich.“
    Er erschuf eine schwarze Klinge in seiner Hand. Sie sah aus wie Vulkanglas und reichte sie ihr. „Durchtrenne die Fäden, Nanami.“ Er sah sie nicht an. „Stoße mich von meinem hohen Turm…“
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    Zyra

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Zyra am Mo Feb 12, 2018 2:13 am

    Nanami sah ihn leiden. Sie versuchte ihm zu helfen, aber er wollte es nicht. Er wollte einfach alles hinter sich haben und nicht mehr leiden. Das konnte sie durchaus verstehen. Der schönste Engel ... Das war für sie nicht mal unwahrscheinlich, sondern eine unumstößliche Tatsache, denn sie sah mehr in ihm, als er selbst vorgab. Ein Dolch erschien und die Anweisung, die Fäden zu durchtrennen, um ihn von seinem hohen Turm zu stoßen. Das könnte ihm ja wohl so passen. Von wegen.
    "Du bist es immer noch, auch wenn du es nicht siehst. Was glaubst du, warum Lilly dich so liebt? Sie sieht, was wir längst nicht mehr sehen. Sie braucht dich ... die Anderen brauchen dich ... ICH brauche dich."
    Die letzten drei Worte flüsterte sie liebevoll.
    Sie hielt diesen Dolch in der Hand. Nein, sie würde ihm diesen Wunsch einfach nicht erfüllen.
    "Sag mir ... was ich tun muss, um die Blutung zu stoppen."
    Es war ein Befehl, auch wenn sie ihm keinen geben wollte, aber die reine Verzweiflung trieb sie dazu.
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    Varus

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Varus am Mo Feb 12, 2018 2:21 am

    Varus hatte die Hand immer noch auf den Augen liegen und schließlich sah sie, wie sich ein Lächeln auf seinen Lippen entfaltete. Erst ganz zart und leicht und dann breiter… ehrlicher. Doch seine Augen würden dazu nicht passen, denn sie waren noch immer traurig. Er lächelte wegen ihres Befehls und erklärte ihr: „Es wird von selbst aufhören. Durchtrenne die Fäden.“ Er nahm die Hand nun von den Augen und sah sie an. Dann schien er zu begreifen, was in Nanami vor sich ging. Er hob die Hand leicht an und strich ihr ganz zart über die Wange. Er bereute es, dass er sich jemals auf die Erde gewagt hatte, aber die andere Option war noch schrecklicher. Und auch wenn er es bereute, so bereute er nicht, Nanami begegnet zu sein. „Warum fürchten sich die Menschen immer so vor dem Tod? Er ist doch so viel gnädiger, als das Leben.“ Varus schloss die Augen wieder. Er vergaß dabei vielleicht, dass es für die, die man zurück ließ schmerzte. Doch Varus sprach ohnehin weiter: „Ich werde nicht von dir gehen, Nanami. Ich werde auch weiterhin bei dir bleiben und dich beschützen. Bis zum Ende…“
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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Zyra am Mo Feb 12, 2018 2:39 am

    Diese Berührung ... Immer wieder, wenn er das tat, wenn er sie irgendwie berührte, spürte sie dieses unsägliche Glücksgefühl. Es war einfach so schön, so warm und sie ... sie mochte es nicht nur sie hoffte immer wieder darauf. Er fragte, warum die Menschen solche Angst vor dem Tod hatten und versprach, immer bei ihr zu sein, um sie zu beschützen. Sie sollte die Fäden also wirklich durchtrennen. Nanami zögerte.
    "Menschen fürchten den Tod, weil sie nicht wissen, was danach kommen. Einige glauben an ein Leben nach dem Tod, andere an eine Wiedergeburt und wieder andere glauben an die Hölle und den Himmel. Niemand ist bisher von den Toten zurück gekehrt um zu sagen, was geschehen wird. Das ist wohl einer der Gründe mit. Dann gibt es die, die den Tod herbeisehnen und wieder die, die angst davor haben, wie man stirbt, doch egal welchen Grund die Menschen haben den Tod zu fürchten, alle fürchten sich davor jemanden zu verlieren, den man liebt, weil man ihn dann nicht mehr umarmen kann, seinen oder ihren Duft wahrnehmen, oder die Stimme des Verstorbenen hören kann. Alles was bleibt, sind Erinnerungen, doch die sind nicht das selbe, wie den, den man verloren hat, bei sich zu wissen."
    Ja sie klang nun wirklich traurig, aber sie hatte es so gut erklärt, wie es ihr möglich war.
    "Versprich mir .... das du nicht stirbst, wenn ich das tue. versprich mir, das du bei mir bleibst ... körperlich."
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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Varus am Mo Feb 12, 2018 2:51 am

    Varus war bereit hierfür. Er hatte sich so lange gewehrt und jetzt hatte er einfach keine Kraft mehr dazu. Noch sah er die Notwendigkeit. Er würde niemals wieder so sein wie früher und Nanami würde ihn führen. Er lächelte immer noch und doch sah es so als, als täte er es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Er schloss beide kurz und sagte: „Ich verspreche dir, bei dir zu bleiben.“ Dann sah er sie wieder an. „Körperlich.“ Sie war immer noch skeptisch und nun wollte er sie scheinbar doch noch ein wenig mehr beruhigen. „Jemand der schon tot ist, kann nicht sterben.“
    Aber sein Herz schlug doch! Oder nicht? Und er war doch auch aus Fleisch und Blut, was konnte er also meinen? Nun ergriff er ihre Hand und sagte leise: „Ich kann es selbst nicht, du musst es tun.“
    Was konnte Nanami zu viel Flehen und Bitten nun noch entgegen setzten? Sie musste es doch nun endlich tun, nicht? Varus drückte ihre Hand leicht nach unten. Die Obsidianklinge berührte die Naht und Varus schloss die Augen. Nur ein leichter sanfter Schnitt… Der Fanden zersprang und öffnete die Wunde ein wenig weiter. Varus stöhnte und biss die Zähne zusammen. Sie hatte nun den obersten Faden, durchtrennt, aber im Gegensatz zu einem herkömmlichen Faden, trennte er sich nicht nur auf, sondern schien regelrecht in Licht zu zerplatzen. Dieses Mal gab es keine Druckwelle, aber dieses Mal konzentrierte sich Varus auch, dass er nicht versehentlich die Umgebung zerstörte. Er wollte schreien, ließ es aber. Dort wo der Faden gewesen war, lief nun Blut herab. Zwei waren schon gelöst. Die Naht bestand aber aus 14 Stichen. Sie würde weiter machen müssen.
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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Zyra am Mo Feb 12, 2018 2:56 am

    Nanami war furchtbar ängstlich und skeptisch. Sie war sich nicht sicher, was geschehen würde, wenn sie weiter machte, denn auch hier lief nun Blut. Wenn es bei jedem Stich so war, dann würde er doch verbluten oder nicht? Die nächsten drei Schnitte waren bald getan. Nanami brach es fast das Herz ihn so leiden zu sehen, doch er hatte sein Versprechen gegeben und so schnitt sie den nächsten Faden durch, der nun auch durch Blut ersetzt wurde. Sie bekam angst.
    "Du wirst verbluten, wenn ich weiter mache."
    Angst klang in ihrer Stimme mit.
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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Varus am Mo Feb 12, 2018 3:03 am

    Varus konzentrierte sich ziemlich. Sie hielt eine Zeit eisern durch und schließlich hielt sie inne. Sie klang ängstlich und besorgt. Er würde verbluten? Er sah an sich herab und tatsächlich erschrak er sogar ein kleines Bisschen, wie stark es blutete. Er biss die Zähne zusammen und schluckte: „Dann… musst du dich beeilen.“ Er hatte ihr versprochen, nicht von ihr weg zu gehen und er würde das versprechen halten. Er sah wieder auf die Wunde und sagte leise: „Nanami… du solltest dir vielleicht Nähzeug an die Seite legen, ehe… du weiter machst.“ Er ächzte und als er ihr ins besorgte Gesicht sah, wurde sein Blick wieder unendlich weich. „Vertrau… mir…. Bitte.“
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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Zyra am Mo Feb 12, 2018 3:09 am

    Sie sollte sich beeilen? Jetzt, da er sie bat, das Nähzeug zu holen, verstand sie, was er wollte. Sofort stand sie auf und lief los, um das Nähzeug aus dem Rucksack zu holen. Sie fädelte einen festen Faden ein und legte sich die Nadel sofort bei Seite. Sie würde tun, was er von ihr verlangte und das mit größter Sorgfalt. Sie sollte sich beeilen und doch musste sie so vorsichtig sein, wie es irgendwie ging. Das Handtuch, welches er auf dem Oberkörper hatte, als sie durch das Portal gegangen waren, lag nun völlig besudelt auf seinem Bauch. eben noch hatte sie das Blut von ihm weg gewischt. Nanami ließ das Messer erneut sinken und machte sich nun schneller an die Arbeit. Es dauerte nur wenige Momente, ehe alle Fäden aufgeschnitten waren.
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    Varus

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Varus am Mo Feb 12, 2018 3:41 am

    Mit jedem zerspringenden Faden zuckte Varus ein Stück mehr zusammen. Er stöhnte und kalter Schweiß trat auf seine Haut. Er war ziemlich fertig und mit jedem Fadensegment sperrte die grässliche Wunde weiter auf. Sie konnte sehen, wie seine Brust bebte und sich sein Herzschlag beschleunigte. Erst als sie dann den letzten Faden durchschnitt, konnte er nicht mehr an sich halten. Er schrie auf. Seine Stimme klang heiser und verzweifelt, aber dann sank er aufs Bett und Nanami begann direkt ihn zu verarzten. Er blutete wie angestochen, aber das war wohl auch kein Wunder. Sie beeilte sich und doch blieb sie behutsam. Den Schmerz selbst nahm er kaum war. Er sah an sich herab und verfolgte ihr Tun. Sie zitterte nicht mal und er half ihr, indem er das Blut nun zurückzog. Es war sehr anstrengend und verlangte ihm alles ab, aber schließlich hatte sie die Wunde zugenäht und Varus schloss die Augen. Sein Kopf fiel leicht zur Seite. Aber er war am Leben und das war doch wohl die Hauptsache. Er war ziemlich schwach und Nanami kümmerte sich weiterhin rührend um ihn. Die anderen waren schon wieder da, blieben aber unten im Raum sitzen.
    Varus schlief schnell und unruhig ein, nachdem sie ihn verbunden hatte. Er wirkte so zerbrechlich und schwach und doch konnte sie vermutlich nicht mal erahnen, was er gerade getan hatte. Oder besser, wovon er sich verabschiedet hatte. Er hatte nun leichtes Fieber, aber es war nicht soo hoch, dass es lebensbedrohlich sein würde.
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    Zyra

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Zyra am Mo Feb 12, 2018 4:07 am

    Zyra hatte zwar keine Verbindung mehr zu Varus, aber sie konnte sich vorstellen, wie schlecht es ihm ging. Er war so geschwächt, wie lange nicht mehr. Zuletzt hatte sie ihn auf dem Weg zum Dorf in so schlechter Verfassung gesehen, als Nanami ihm verboten hatte, Menschen zu töten und selbst das war irgendwie anders, als das jetzt.
    "Wir sollten warten. Vielleicht ... brauchen sie noch."
    Zyra fürchtete, Varus wäre nicht mehr lebendig, aber dann wäre Nanami doch sicher schon längst hier unten. Sie nahm Lilly auf den Schoß.
    "Wollen wir Mittag essen?"
    Nun wie sollten sie sich sonst ablenken? Für Lilly war der Tag ja dann wohl gelaufen.

    Nanami hatte sich beeilt. Es war furchtbar für sie gewesen, zu sehen, wie sich die Wunde weiter und weiter öffnete, um ihr einen Blick auf das zu geben, was da in der Brust schlug. Sie schwor sich, sie würde dafür sorgen, das er SEIN Herz zurück bekam. Irgendwie musste es doch gehen. Dieses menschliche Herz konnte nicht gut für ein himmlisches Wesen sein. Nanami deckte Varus ein wenig zu, nahm eine Schüssel mit Wasser und legte ihm kalte Umschläge auf die Stirn. Zwischen dem ersten Wechsel, kam sie nun dazu, sich um zu ziehen und das Handtuch erst mal weg zu legen. Schließlich wollte sie auch nicht den ganzen Tag im Handtuch bleiben. Die Anderen warteten sicher unten. Sollten sie erst mal eine Mahlzeit zu sich nehmen. Danach würde sicher einer von ihnen hoch kommen und nachsehen, ob alles ok wäre. Nanami legte sich zu Varus. Vielleicht half es ihm, wenn er Nähe und Wärme spürte und nicht allein war. Sie streichelte seine Wange, schob sein Haar aus seinem Gesicht und wechselte immer wieder Tücher auf der Stirn.
    "Ich werde dein Herz finden ... und es wird wieder in deiner Brust schlagen."
    Ein Versprechen, welches sie vielleicht nicht halten konnte, doch sie glaubte daran, es zu schaffen und sie würde nicht aufgeben.
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    Varus

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Varus am Mo Feb 12, 2018 4:24 am

    Varus bemerkte kaum, was Nanami trieb, weil er so erschöpft war. Nanami hatte das magische Siegel in und auf seiner Brust zerstört, als sie die Fäden durchtrennt hatte. Sie hatte dafür gesorgt, dass diese grässliche Wunde heilen würde und vielleicht war das auch der erste Schritt, damit Varus nun menschliches Herz heilen konnte.

    Unten saßen die anderen geduldig herum. Was immer Varus und Nanami dort taten, sicherlich würden sie ungestört bleiben wollen. Irgendwann jedoch hörten sie den heiseren Schrei von Varus und alle zuckten nervös zusammen. Doch auch Thalesin war der Meinung, dass schon jemand angelaufen käme, wenn etwas sein würde. Außerdem war es dch auch nur ein Faden gewesen, nicht war? Thalesin stimmte Zyra zu: „Ja, lasst uns etwas essen. Vielleicht können wir den anderen beiden dann was hoch bringen. Lilly saß auf Zyras Schoß und schien traurig. „Das ist alles meine Schuld, ich wollte unbedingt, dass er mitkommt. Ich… wusste doch nicht… dass das passieren würde. Sie schniefte. SIE würde nachher das Essen hoch bringen. „Es… hat ihm so… wehgetan.“, sagte Cecil nun leise. „Ich hoffe dort ist alles in Ordnung.“

    Als Nanami sich nun schließlich zu ihm legte, wachte er halb auf und sah sie ganz kurz an. Sie strich ihm das Haar zur Seite und wechselte den Lappen. Er war so müde und er spürte die Verletzung unter dem Verband brennen und pochen. Er hatte ganz vergessen, wie es sich angefühlt hatte. Varus musste eine enorme Selbstbeherrschung haben. Er war zwar Schmerzen gewöhnt, aber das, war dann doch etwas viel.
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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Zyra am Mo Feb 12, 2018 4:40 am

    Selbst wenn die Wunde jetzt heilen würde, man könnte sie irgendwann wieder öffnen und das Herz austauschen, sofern er es denn noch wollte. Natürlich hatte Nanami keine Ahnung, das das magische Siegel gebrochen war. Wenn nun alles heilte, würde nun vielleicht auch mehr als nur diese eine Wunde heilen. Wer wusste schon, was die zeit mit sich brächte. Nanami wachte über Varus, wie er es über sie tat. Natürlich konnte sie die Anderen nicht ewig unten warten lassen, aber sie wollte varus auch nicht allein lassen, also blieb sie bei ihm.

    Zyra sah auf ihre kleine "Schwester" herab.
    "Was redest du denn da? Niemand kann was dafür. Es ist nicht deine Schuld. Letztendlich ist es die Schuld derjenigen, die ihm das angetan haben. Mach dich nicht verrückt Lilly. Er wird dir sicher nicht böse sein und Nanami auch nicht. Sie wollten dir einen Gefallen tun und hatten auch Spaß. Niemand konnte wissen, das sich die Bandagen lösen werden. Wenn es dir damit besser geht, gehe ich kurz hoch um nach zu sehen. Bleib du bitte bei den Beiden hier."
    Sie setzte Lilly auf Thalesins Schoß und stand auf. Schließlich war auch sie unruhig und wollte wissen, was da los ist. Schnell war sie die Treppen hinauf, klopfte ganz sacht gegen die Tür und öffnete sie einen Spalt breit. Nanami lag bei Varus und wechselte ihm gerade ein Tuch, als Zyra herein spähte. Nanami legte den Finger auf den Mund, um Zyra an zu zeigen, sie solle leise sein. Nanami stand auf und ging zu Zyra. Sie flüsterte ihr zu:
    "Wenn ihr rauf kommt, seid bitte leise. Er braucht Ruhe."
    Zyra nickte, machte sich dann wieder auf den Weg nach unten und schlug vor, den Rest des Tages mit einem Spaziergang oder etwas anderem an der frischen Luft zu machen, damit Varus sich ausruhen konnte.
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    Varus

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Varus am Mo Feb 12, 2018 5:24 am

    Gesagt getan. Alle verdingten sich heute irgendwie anders und Zyra bekam Lilly auch tatsächlich beruhigt. Eigentlich war Nanami doch auch in ihrem alter oder? Wieso fühlte es sich dann so an, als seien sie wirklich die Kinder der beiden? Thalesin musste über diesen Gedanken lachen, während Lilly das nicht wirklich verstand. Als sie am Abend zurückkamen, war auch Varus wieder wach. Er hatte einen dicken Verband um die Brust und man konnte auch sehen, wie Wundwasser durch diesen durchdrückte. Er würde zumindest am Anfang häufiger gewechselt werden müssen. Er saß gerade in seinem Bett und trank eine Tasse Tee, die beruhigend wirken sollte. Er hatte zwar Schmerzen, aber er ließ es sich nicht anmerken, als die Meute nun zurück kam. Nanami hatte alles blutige Zeug bereits aufgeräumt und Varus ging es eigentlich wieder ganz gut. Er war nicht mehr so erschüttert und sah fast entspannt aus. Thalesin dankte dem Himmel und kam nun vorsichtig herein. Lilly blieb brav an Zyras Hand und sah hartnäckig auf den Boden. Sie gab sich trotzdem die Schuld. Aber wenigstens wusste sie jetzt, dass es Varus gut ging. Sie sah hoch zu Zyra und erklärte: „Ich schlafe heute bei dir.“
    Thalesin trat zu Varus Bett und fragte: „Kann ich irgendwas tun?“ Varus sah nur hinauf zu ihm und funkelte ihn an. „Für wen hältst du dich?“ Thalesin grinste und sah zu den anderen. „Wir haben ihn wieder!“ Varus sah in seine Tee-Tasse.

    Auch der Abend und die Nacht verliefen ruhig. Der nächste Morgen kam mit seiner ganzen Schönheit und weckte die Gruppe mit sanften Sonnenstrahlen. Sie alle wachten einiger maßen zur selben Zeit auf und dieses Mal holte Cecil Frühstück. Sie brachte ein Tablett zu Varus und für die anderen holte sie etwas, was sie an den Tisch bringen konnte.
    Sie lächelte ihren einstigen Meister an und schließlich stellte Thalesin doch die Frage, die er sich die ganze Zeit verkniffen hatte: „Sag mal… Also das da…“ er deutete sich auf der Brust rum. „Das hat doch gestern… nur ei kleines bisschen… also…“
    „Wenn du nur hören könntest, wie dämlich du dich anhörst. Als habe man die den Verstand herausgespült. Du solltest aufhören, so herumzustammeln, wenn du ernst genommen werden möchtest.“ Er schlürfte einen Schluck Tee. „Und das hier…“ Er deutete sich in gleicher Weise auf der Brust herum, wie Thalesin eben „…Geht dich überhaupt nichts an.“
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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Zyra am Mo Feb 12, 2018 5:39 am

    Zyra ließ Lilly gern bei sich schlafen. Sie hatte die Kleine ins Herz geschlossen und was Nanami an ging ... sie war wirklich in Zyras Alter. vermutlich fühlte es sich so an, weil Zyra nie wirklich eine Mutter hatte und Nanami sie alle umsorgte, so gut es eben ging. Sie verbrachten die Nacht friedlich. Nanami war die Einzige, die immer wieder wach wurde, und nach Varus Verband sah. Sie wollte nicht riskieren, das sich etwas entzündete oder der Verband an die Wunde antrocknete. Am Morgen war sie nicht gerade ausgeruht, aber auch nicht erschlagen vor Müdigkeit. Dankbar setzte sie sich mit den Anderen an den Tisch, um zu Frühstücken. Anschließend würde sie den Verband noch einmal wechseln müssen. Varus sollte ja schließlich gesund werden.
    "Ich fürchte, so wird das mit der Heimreise nichts. Es wäre vielleicht besser, wenn wir noch ein paar Tage warten, ehe wir zurück fahren."
    Es war nur eine Feststellung, doch wenn Varus nun dagegen sprach, würde sie ihn nicht laufen oder reiten lassen. Zu Thalesin und ihm, sagte sie lieber nichts. Schließlich hatte varus irgendwie recht. Es war seine Sache und er musste es niemandem erzählen, wenn er es nicht wollte. Irgendwann würde er es Thalesin sicher sagen. Zyra schwieg zu diesem Thema. Was konnte sie dazu auch schon sagen? Sie war nur froh, das sie alle zusammen hier waren und niemand von ihnen fehlte.
    "Wir könnten doch per Portal reisen. Dann wird es nicht zu anstrengend,"
    schlug sie vor.
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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

    Beitrag  Varus am Mo Feb 12, 2018 5:51 am

    Varus sah zu Zyra und auch zu Nanami. Sie wollten ihn also behandeln, wie ein Kleinkind, ja? Na da hatte er aber auch noch ein paar Takte mitzureden! Erst mal zu Zyra: „Doch das wird es. Für dich.“ Aber letztlich könnte sie es schon. Aber eigentlich hasste Varus Portalmagie. EIN kleiner Fehler und man kam, wenn überhaupt in Einzelteilen an. Er benutzte die Portale von Zyra früher zwar, wie selbstverständlich, aber er hatte sich immer davor geschützt einfach zerrissen zu werden. Nicht dass er ihr nicht vertraute. Aber gerade Nanamis Tempel kannte sie ja nicht so gut. Er senkte den Blick kurz und sah dann zu Nanami. „Ich kann reisen. Es geht mir gut.“ Letzten Endes würde er sich aber Nanamis Entscheidung beugen müssen. Ganz gleich, wie sie sich entschied. Er würde sich nach ihr richten.
    „Ich kann Zyra doch unterstützen.“, sagte Thalesin nun.
    „Ja klar. Portalmagie und du willst sie unterstützen. Zum ersten Mal. Das KANN nur schief gehen.“ Thalesin sah rüber zu Varus und erklörte ihm: „Weißst du… ich bin nicht so ein Versager, wie du glaubst und Zyra auch nicht.“
    „Trotzdem ist Portalmagie ein empfindliches Gefüge und wenn nur eine Störung vorliegt, geht es in die Hose.“
    „Das weiß ich auch! Ich bin nicht dumm!“ Cecil legte den Kopf schief. Sie offenbar schon, denn sie verstand so gar nicht, um was es da ging. Sie schmierte Lilly gerade ein Brötchen und fragte: „Was spricht dagegen langsam zu reisen?“ Varus tat beleidigt und schlürfte seinen Tee. Er antwortete leise: „Ich bin kein alter, kranker Mann…“

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    Re: Die Reise ins Ungewisse...

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