Nightingale

Es gibt nicht nur Freunde in dieser Welt!


    Licht und Schatten Akt II

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    Tales
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Mo Apr 27, 2015 7:11 pm

    Azeral blieb stehen, als die kleine Lia seinen Namen rief. Er drehte sich zunächst jedoch nicht um und hörte nur zu, was das Mädchen zu sagen hatte. Cian beobachtete Lia ebenfalls und sah dann zu Azeral, als sie fertig war, der ihr nun den Kopf halb zuwandte, da sie ihn ja umarmte. Kyalr war ebenfalls dort und fragte sich, was nun geschehen würde. Azeral löste die Arme der kleinen und drehte sich dann ganz zu ihr. Er blcikte von oben auf sie herab und seine Brauen waren leicht zusammengezogen.
    „Und wer denkst du, bist du, dass du entscheiden kannst, was gut und was böse ist?“ Kylar biss sich auf die Unterlippe. „Ich werde dich schützen, Lia. Und meine Differenzen mit Zel… Nun, ich fürchte, dass unser Verhältnis nicht sehr gut ist und es niemals sein wird.“ Er kniete sich nun hinab. Scheinbar um ihr noch mehr zu erklären: „Ja… ich habe ihm sehr weh getan. Und auch deinem Vater habe ich in meinem Zorn sehr wehgetan. Aber… Solange es dein Vater nicht von mir verlangt, werde ich niemandem hier etwas tun.“
    Luca sah ihn durchdringend an. Sprach er die Wahrheit? Und letztlich hatte doch auch Zel zuerst angegriffen. Cian nahm wieder Lias Hand und schließlich trat Kylar einen Schritt nach vorne. Er sagte leise: „Azeral… Lass uns… Ich will… uhm…“
    Azeral erhob sich und sah seinen Bruder an, dann wandte er sich von Lia und Cian ab und ging zusammen mit ihm in den Palast.

    Tales sah seine Liebste an und schüttelte dann langsam den Kopf, als sie ihn fragte, was es war, warum Lia angeblich sterben sollte. Er sagte leise: „Ich weiß es nicht.“ Tales strich ihr sanft das Haar aus dem Gesicht und sah sie nun wieder an. Die ganze Zeit hatte er aus dem Fenster gesehen und Dana konnte ihm seinen Zorn ansehen. Er würde sich noch mal mit Zel unterhalten. Wie konnte er es wagen, seinen Sohn anzugreifen?
    Er schloss die Augen und seufzte. Nun… er hatte vermutlich von allen hier denn besten Grund, Azeral zu mistrauen. Er seufzte leise. Er hatte ebenfalls beobachtet, dass er mit Lia gesprochen hatte.
    „Dana? Ich werde nicht aufgeben… aber… Ich weiß nicht, wie fiel ich noch aushalten kann…“ Er legte seine Hand nun auf ihren Bauch und sagte: „Drei Kinder habe ich gezeugt, ein viertes ist auf dem Weg… Ich sorge mich um alle diese Lebewesen wie verückt und weiß überhaupt nicht mehr wohin mit meinen Sorgen… Ich habe ständig Angst dass nicht nur Dämonen was aushecken, sondern das der Himmel selbst eingreift. Manchmal… habe ich das Gefühl zu zerbrechen und dann bist du da und schenkst mir dein Licht. Ich danke dir… Dana…“ Er ließ die Stirn auf ihre Stirn sinken und küsste sie dann liebevoll und innig. Anschließend streichelte er sie vorsichtig und sagte noch leiser als eben noch: „Ich hoffe so sehr… dass …“ Seine Stimme brach. Er wünschte sich so sehr, dass sein viertes Kind „normal“ wäre.
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    Dana

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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Di Apr 28, 2015 1:13 am

    Lia sa ein wenig erschrocken zu Azeral hoch. Er schien wütend zu sein, sah aber denn noch unglaublich hübsch aus. Das war schon beängstigend.
    "Ich beurteile nur, was ich gehört habe ..."
    erklärte sie dann. Azeral kniete sich zu ihr herab und erklärte weiter. Lia hörte aufmerksam zu. Sie nickte auf seine Worte. Dann spürte sie die Hand Cians. Sofort ging es ihr besser. Sie ließ ihre Hand in seine sinken und sah ihren Brüdern nach. Azeral war sonderbar, aber vielleicht war das alles für ihn auch einfach nur schwer.

    Dana genoß die Streicheleinheiten ihres Liebsten. Wie sehr sie ihn liebte. Sie konnte es nicht in Worte fassen. Das höchste Glück war, als Lia geboren wurde und nun war ein zweites Kind unterwegs. Sie selbst lauschte Tales Worten, lächelte ihn an und streichelte nun über sein Gesicht. Sein Kuss war so liebevoll und innig, wie immer, aber doch meinte sie jedes mal, etwas mehr Liebe darin zu spüren. Als er sich löste, hielt sie ihn bei sich, sah ihm in die Augen und lächelte.
    "Du hast so vieles ertragen mein Engel. Mehr als sonst irgendwer. So lange konnte ich nicht bei dir sein, um dich zu unterstützen, doch nun bin ich bei dir und kann die Last mit dir gemeinsam tragen. Bitte ... versuch nicht immer alles allein in Ordnung zu bringen. Ich werde dir helfen ... so gut ich kann. Und unser Kind ... Ich glaube nicht, das wir uns sorgen müssen. Was mir eher sorgen bereitet ist die Frage ... wird es noch eine Welt erleben, wie sie war, als du mich geholt hast. Du hast die Welt so verändert ... damit sie so ist, wie ich sie mir für uns gewünscht habe ... für alle. Wir werden sie beschützen und ich werde immer da sein, um dir Kraft zu geben."
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    Tales
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Di Apr 28, 2015 1:30 am

    Azeral und Kylar kamen in dem Palast an und Azeral sah sauer aus. Kylar hielt ihn mit einem Mal am Handgelenk fest und Azeral blieb, wie angewurzelt stehen. „Azeral…“, begann Kylar und angesprochener senkte den Blick. Schließlich sagte er leise: „Wo ist dein Zimmer?“ Kylar wusste es nicht genau, aber er glaubte Azeral zu verstehen. Er glaubte zu wissen, was in ihm vorging. „Azeral… Sie brauchen Zeit.“
    Kyalr lief um seinen Bruder herum und beugte sich leicht nach vorne und drehte den Kopf ein wenig nach oben, um Azeral ansehen zu können. Der sah wirklich irgendwie verletzt aus und ein bisschen verloren. „Wenn die Zeit gekommen ist,… werden sie dir vergeben.“
    „Aber nie vergessen…“
    „Willst du das denn? Das dein bisheriges Leben einfach vergessen wird? Wäre es dann noch dein Leben? Wäre es dann nicht plötzlich bedeutungslos?“
    Azeral wandte sich erneut ab und sagte leise: „Das ist es, Kylar… Genau das ist es. Bedeutungslos. Ich habe selbst denen, die mich stets liebten nur Unglück und Zorn gebracht. Wie kann ich darauf hoffen, dass man mir vergibt, wo ich es selbst nicht kann. Ich…“ Er wurde unterbrochen, als Kylar ihn von hinten einfach in die Arme schloss. Er legte seine Wange auf den Rücken seines Bruders und sagte: „Mir hast du nichts getan. MIR hast du einen Teil deiner Macht geschenkt.“ Azeral hatte die Augen weit geöffnet und sah so überrascht aus, dass er einem leidtun konnte. Außerdem spürte er, wie ihm die Hitze ins Gesicht stieg.

    Tales legte sich zu seiner Frau und seufzte leise. Er hätte zu gerne einfach geschlafen. Er war auch wirklich erschöpft, nachdem Lex ihm eröffnet hatte, was zu tun sei. Immer wieder spürte er, wie sich Tränen empor kämpfen wollten und immer wieder sagte er sich, dass Lex ihn am Arsch lecken konnte, aber… Er wusste besser als jeder andere, was es bedeutete sich gegen den Himmel aufzulehnen und noch viel schlimmer, was es bedeuten konnte, wenn Lia… außer Kontrolle geriet. Er war am Ende und wollte so gerne einfach nur friedlich leben. Er liebte seine Tochter so abgöttisch, dass es wehtat, aber es gab eine Person die er um ein vielfaches mehr liebte… Dana. Sollte Lia die Welt vernichten wollen, er würde sie aufhalten, auch wenn er sich und seiner Frau dabei sehr weh tun würde…
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    Dana

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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Di Apr 28, 2015 2:46 am

    Dana nahm ihren Mann in die Arme, hielt ihn, streichelte in und küsste ihn zärtlich. Sie wusste immer, wenn es ihm schlecht ging. Das er nicht mehr konnte, war durchaus nur all zu verständlich. Wie stolz sie auf ihn war, das er so lange durch gehalten hatte, konnte er nicht ahnen. Es würde nicht leicht werden und Dana wusste, Tales würde seiner Tochter niemals etwas an tun, wenn es keinen triftigen Grund dafür gab.
    "Ist schon gut. Lass es einfach mal raus mein Engel ... Wir sind allein und niemand wird es verurteilen."
    Diese Traurigkeit, diese Wut ... all das musste er doch mal ausspülen. Wer sollte ihn denn hier schon weinen sehen?

    Xera kam eben um die Ecke. Sie hatte das Gespräch der Brüder durchaus vernommen und lehnte nun an einer der Wände.
    "Du kannst die Vergangenheit nicht ändern, egal was du tust. Das einzige, was du ändern kannst, sind deine Pläne für die Zukunft. Ich kann dir sagen, wer dir schon längst verziehen hat, auch wenn du es nicht glaubst. Die selbe Person hat deine Vergangenheit schon längst vergessen, denn sie ist nicht nachtragend. Dana ... Weißt du von der Vergangenheit deines Vaters? Weißt du was er vor 1000 Jahren getan hat? Selbst wenn nicht ... Sie hat ihm selbst den Mord an zehntausend Männern verziehen und nie wieder darüber geredet. Du bist nun ihr Sohn und sie wird immer für dich da sein Azazel. Wärst du zu Zeiten deines Vaters geboren, hätten wir zusammen gekämpft .. gegen den Orden. Du magst viel angestellt haben, aber mit deinem Vater kannst du dich nicht messen. Er sollte schließlich nicht umsonst da runter."
    Was sie meinte, war die Hölle.
    "Hör also auf dir Gedanken darüber zu machen, wer dir vergeben hat und vergessen wird, was du getan hast und lebe. zeig ihnen, das du nicht mehr der bist, als der du starbst, sondern ein neuer besserer Azazel, der nun wieder gut macht, was er im vorherigen Leben verbockt hat."
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    Tales
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Di Apr 28, 2015 3:13 am

    Dass eine Fremde ihm so was sagte war befremdlich. Azazel jedenfalls hatte sich erschrocken von Kylar befreit, als er bemerkt hatte, dass sie nicht allein waren. Kylar lächelte ein bisschen und sagte dann auf Xeras Worte: „Sie hat vollkommen Recht. Vergeben heißt nicht vergessen und wenn du dir selbst vergeben hast, wird alles gut sein, denn die anderen werden es dann schon längst getan haben.“ Azeral wollte das viele Mitgefühl gar nicht haben. Er sah finster zu beiden herüber und schließlich drehte er sich fast hochnäsig weg und sagte im Gehen. „Das ist echt nicht auszuhalten, mit euch.“
    Kylar kicherte und sah zu Xera, die er lieb anlächelte, dann ging auch er seines Weges.

    Tales hingegen lag bei Dana und auf ihre Worte hin, dass ihn niemand verurteilen würde… Spürte er regelrecht, wie alles hoch kam. Seine Augen wurden nass und er weinte still. Es schien als würde er schlafen, doch unaufhörlich drangen Tränen aus seinen geschlossenen Augen hervor. Seine Brauen waren zusammengezogen und er wagte nicht auszusprechen, was er dachte: Was… wenn sie es wirklich tun würde? Was, wenn Lex Recht hatte? Was, wenn er sie wirklich töten müsste? Er war so traurig, dass er glaubte, er müsse vor Kummer sterben.

    „Lex!“ Suzaku stand mit verschränkten Armen vor ihm. „Ist das dein Ernst?“ Er wies auf die Kugel, in die er blickte. Er hatte gesehen, was Lex Tales angetan hatte und schien wenig erfreut.
    „Suzaku…“
    „Also ich finde wirklich, dass es langsam reicht! Wie oft wollt ihr ihn denn noch quälen?! KEIN Verbrechen, kann SO schlimm sein, dass man eine einzelne Person SO leiden lassen muss!“ Lex seufzte. Na klar. Suzaku hatte vollkommen Recht, aber er konnte nicht ändern, was war.
    „Prophezeiung hin oder her. Ihn vor eine solche Wahl zu stellen, ist grausam!“
    „Wenn ich es ihm nicht gesagt hätte, hätte er in seinem Zorn vermutlich etwas vollkommen Bescheuertes gemacht und die Welt SELBST ausgelöscht.“ Suzaku schüttelte den Kopf. Lex sah ihn an. „Wenn er sich erneut gegen uns wendet, Suzaku… Müssen Konsequenzen folgen.“
    „Ich werde dich nicht bei diesem Wahnsinn unterstützen!“
    „Aber du wirst deinen Befehlen folgen…“ Suzaku sah ihn zornig an und spannte die Flügel auf. „Ihr seid die wahren Dämonen…“

    Der nächste Tag begann friedvoll. Alle aßen gemeinsam und es schien fast, als sei nie etwas vorgefallen. König und Königin saßen gegenüber von Dana und Tales und die anderen reihten sich neben ihnen aneinander. Sie waren eine große Familie geworden und es war gut so. Es war wirklich schön und Tales hatte alle Gedanken zur Seite geschoben. Luca saß neben Dana und Azeral, sowie Kylar neben ihm. Kylar hatte darauf bestanden, dass Azeral neben seinem Vater sitzen sollte. Schließlich war er auch der Erstgeborene.
    Die Kinder saßen alle brav am Tisch und es wurde wenig erzählt. Die Ereignisse der letzten Tage, waren ziemlich… durcheinander gewesen, aber letztlich ging es doch allen gut, nicht wahr? Es war eine komische Atmosphäre.
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    Dana

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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Di Apr 28, 2015 6:21 am

    Xera versprühte sicher nicht gerade Mitgefühl, aber sie hatte das ja auch noch nie groß gekonnt. Sie war schon immer eher eine kalt wirkende Frau gewesen, aber ihre Kinder, die hatte sie immer liebevoll behandelt. Sie und Cale. Nun eben die Personen, die ihr nahe standen. Selbst Tales wusste das. Nun die Jungs gingen und somit war auch sie fertig mit ihrer Ansprache und konnte ihres Weges ziehen.

    Dana streichelte Tales unaufhörlich. Sie ließ ihn weinen, egal ob er schlief oder nicht. Seine Tränen waren lange Überflüssig und sie wünschte sich, das leid, welches er erfahren musste, würde endlich ein Ende haben. Sie selbst litt zwar eben so, doch musste sie das Leid nicht so lang ertragen, wie er, auch wenn sie so lange in der Hölle gewesen war. Seine Sünden müssten damit schon lange bezahlt sein, denn was sie da durch gemacht hatte ... hätte jedem anderen bereits den Verstand geraubt und vernichtet. Tales verdiente es, endlich in Frieden zu leben, eben so wie ihre Tochter es verdiente, irgendwann einmal eine friedliche Zukunft zu haben. Alle verdienten das.

    Dana hatte sich schnell erholt und so saßen sie nun am Frühstückstisch. Tales schien es besser zu gehen und auch Azazel saß mit am Tisch. Dana freute sich, alle beisammen zu wissen. Von dem gestrigen Vorfall, hatte sie nichts mit bekommen. Sie hatte die ganze zeit nur zu Tales gesehen, um den sie sich so sehr sorgte. Es war sehr ruhig am Tisch. Sie konnten nicht so tun, als sei nichts passiert, aber sie konnten auch nicht so weiter leben, denn Lia würde wissen, das etwas nicht stimmte und sie würde sich gewiss nicht einsperren lassen.
    "Ich hätte da eine Bitte,"
    begann Dana schließlich.
    "Ich weiß, wir alle achten darauf, das den Kindern nichts geschieht, aber ... ich möchte nicht, das sie unbeaufsichtigt bleiben. Wenn es euch nichts aus macht, hätte ich gern, das wir uns abwechseln, bei ihnen zu bleiben. Die Situation ... hat sich verschärft. Das tut mir besonders für unsere Lieblinge leid, aber es lässt sich nicht ändern."
    Dana jeden einmal kurz an, ehe ihr Blick bei Luca blieb. Zel würde ihr sicher erzählt haben, was geschehen war und sie würde auch verstehen, das Danas Sorge zwar natürlich in erster Linie Lia galt, sie aber die anderen Kinder mit einbezog, weil diese in Lias Nähe eben so Gefahr laufen könnten, ihnen passiert etwas.
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    Tales
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Di Apr 28, 2015 7:49 am

    Eigentlich waren sie doch schon jetzt fast immer unter Aufsicht gewesen. Tales sah Dana nur sehr kurz von der Seite an, ehe er den Blick wieder senkte und auf seinen Teller sah. Er ließ sein Brötchen sinken und schließlich stand er auf und sagte: „Bin gleich wieder da.“ Er ging hinaus und alle Blikce folgten erst ihm und dann richteten sie sich auf Dana. Zel hatte es Luca erzählt und die hatte es Kyla erzählt, welche es dann Geralt erzählt hatte. Und doch schwiegen alle, denn die Kinder wussten natürlich nichts davon. Liam seufzte nur und sagte dann in seiner kindlichen Naivität: „Was ist denn mit DEM los?“ Luca gab ihm einen Klaps auf den Hinterkopf und Zel schüttelte Leicht den Kopf.
    „Sprich nicht so über den Mann, dem du verdankst überhaupt hier zu sein!“ Liam sah griegrämig aus und Zel blickte Luca kurz an, ehe er zu Azeral sah, der sich dabei versteift hatte. Ja richtig… Zel wäre damals beinahe an diesem verdammten Fluch gestorben und Tales hatte ihnen geholfen, den Fluch zu brechen.
    Kylar erhob sich schließlich und ging hinaus zu seinem Vater, während Geralt sagte: „Ich bin auch dafür. Kinder? Ihr bleibt ab jetzt nicht mehr ohne Aufsicht. Wer sich davon stiehlt, wird von Aira bewacht. Die Kinder sahen schockiert aus. Aira war selten bei den anderen hier und wenn sie sich um die Kinder kümmern musste, weil niemand sonst zeit hatte, dann tat sie es mit stählerner Hand und ließ keine Dummheiten durchgehen.

    „Vater?“
    „Geh wieder rein.“
    „Nein. Du… ich meine, ich kann mir vorstellen, wie du dich fühlst, aber…“
    „Ach, kannst du das?“ Er legte sein Gesicht in seine Hand und schloss die Augen. „Tut mir leid.“, sagte er gleich hinterher. Kylar kam zu ihm und schloss ihn in die Arme. Tales weinte nicht, aber er sagte: „Ich wünschte… dies alles wäre endlich vorbei.“
    „Wir lassen nicht zu, dass ihr etwas geschieht, hörst du?“
    „Mhm…“ Er glaubte nicht daran. Er ahnte schlimmes. Er ahnte furchtbar Schlimmes und er befürchtete, dass er großen Anteil daran haben werde. Kylar wollte eben rein gehen, als er von Tales an der Hand gepackt wurde. Er drehte sich zurück und sah Tales in die Augen, die irgendwie so… verletzt und traurig aussahen. „Ich… weiß es Kylar… Ich befürchte wirklich…“
    „Schhh… Es wird alles gut.“ Tales glaubte diesen Satz schon längst nicht mehr. Kraftlos ließ er Kylar los und drehte sich von ihm weg. „Nun geh schon…“
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    Dana

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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Di Apr 28, 2015 9:06 am

    Natürlich ... Alle, bis auf die Kinder, wussten was los isst. Lia sah ihrem Vater betroffen nach. Was hatte er denn nur? Kylar war ihm nach gegangen. Sie stand auf und folgte den Beiden. Dana vertraute Tales. Er würde ihr nichts an tun. Allein deshalb ließ sie Lia gehen. Dana sah zu Cian. Der Junge war zwar noch nicht erwachsen, aber die beiden Kinder ... sie schienen schon zu wissen, das sie zusammen gehörten. Dana hatte das Gefühl, in und Lia dürfe man niemals trennen. Es schien fast so zu sein, als wäre nur Cian in der Lage, sie zu beruhigen, wenn dieses Dunkle Besitz von ihr ergriff.

    Lia sah, wie Kylar den Raum verließ und ging nun selber hinein.
    "Papa? Warum bist du so traurig? Hab e ich etwas schlimmes gemacht, an das ich mich nicht erinnern kann?"
    Sie ging zu ihm, legte ihre zarten Arme um ihn und wollte ihn einfach nur trösten.
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    Tales
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Di Apr 28, 2015 9:31 am

    Tales liebte seine Tochter so sehr… Er konnte es kaum in Worte fassen, doch die Vorstellung darüber, was passierte, wenn er sich erneut gegen den Himmel stellen würde… war viel schlimmer, als es Lias Tod je sein könnte. Er war so in Gedanken, dass er erst gar nicht bemerkte, wie Lia kam. Es würde Dana das Herz zerreißen, wenn er ihr etwas antun würde, aber… Sein herz blutete schon nur bei der Vorstellung. Er schlug beide Hände vors Gesicht und ohne es zu wissen, wurde er von Lex beobachtet. Dass Lia das alles mit ansehen musste, wusste er erst, als sie ihn ansprach. Er erschrak fürchterlich und wischte die Tränen zur Seite.
    „Lia… ich…“ Seine Stimme war belegt. Er sah seine Tochter mit diesen wundervollen roten Augen an und legte ihr seine Hände auf die Schultern. Er versuchte sich zusammenzureißen. Er wollte gern etwas sagen, aber er konnte nicht. Tales blickte in den Himmel und fragte: „Lia? Magst du... Lex? Du weißt schon... den Engel, der uns manchmal hilft.“
    Lia sah ihren Vater forschend an. "Eigentlich schon. Er ist doch gut oder?"
    "Ja... ja, das ist er. Er... ist ein Freund deiner Mutter." Er holte angestrengt Luft und drückte sie dicht an sich, wobei er ihren Kopf gegen seinen Bauch drückte. "Möchtest du auch mal ein Engel werden?"
    Er konnte es nicht tun. Er konnte es einfach nicht tun… Er starrte auf die Tür, durch die sie gekommen sein musste und drückte ihren kleinen Körper dicht an sich. Er konnte es doch nicht wirklich tun, oder? Tränen liefen seine Wangen hinab und sammelten sich an seinem Kinn. Er zog mit der einen Hand eine Klinge aus seinem Ärmel. So ein unbedeutendes Stückchen Stahl und er… würde… Er würde… Seine Hand zitterte.
    "Irgendwann ... aber erst möchte ich mit Cian ein schönes Leben leben. Wie du und Mama ... nur mit weniger sorgen. ich möchte so sein wie ihr und will die Menschen beschützen und meine Familie. Und ich möchte dir helfen, dass du auch ein Engel werden darfst."
    Nichts in dieser Welt barg Schönheit… Tales selbst hatte dies am eigenen Leib zu lange erfahren. Er sah auf die Klinge und ließ die Tür nun aus den Augen, noch immer jedoch stand er ihr zugewandt. Lia spürte, wie die Träne auf ihrem Scheitel landete und Tales hob die zitternde Klinge an, um zuzustoßen, wobei er nicht um Vergebung bat, sondern sagte: „Ich liebe dich, Lia…“
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    Dana

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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Di Apr 28, 2015 9:40 am

    Dana ante ja nicht, in welcher Gefahr sich ihre Tochter befand, bis sie diesen furchtbaren Schmerz Tales wieder spürte und Kyla aufspringen sah.
    "Lia ... Er wird .."
    Doch Dana war schon aufgesprungen. Sie rannte einfach los. Kylar kam ihr gerade entgegen. Dana lief ihm in die Arme.
    "Wo ist er?"
    fragte sie panisch.
    "Lia ist bei ihm!"
    Auch Kyla war ihr hinterher gelaufen. Sie kam eben an, als Dana in Kylar gelaufen war.

    "Ich liebe dich auch Papa."
    Das Mädchen drückte ihren Vater so sehr, als wäre es das letzte Mal. Sie wollte nicht das er traurig war und sie spürte, wie seine Tränen auf ihren Rücken fielen.
    "Vielleicht wäre es ja besser, wenn ich nicht mehr da wäre und ein Engel ... dann würde ich euch nicht mehr weh tun wenn das Dunkle wieder hervor kommt, aber dann wäre Mama so traurig und vielleicht würde der Fluch auf mein Geschwisterchen über gehen. Deshalb, weil ich das nicht will ... muss ich bleiben."
    Manchmal sprach sie wirklich, als wäre sie schon viel länger auf der Welt, als gerade mal 12 Jahre.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Di Apr 28, 2015 9:51 am

    Kylar sah Dana vollkommen verstört an. Was hatten denn alle? Er konnte nicht fassen was nun wieder los war. Dana Kyla und nun auch Azeral und Zel, kamen angerannt. „Ehh… er… uhm…“ Er zeigte mit dem Finger in die Richtung und hauchte: „Terrasse…“
    Azeral blieb kurz stehen und dann sagte er: „Er wird es nicht tun…“ Doch er war sich nicht sicher genug, um die nötige Bestimmtheit in seine Worte zu legen und Kylar verlor den Boden unter den Füßen und hielt sich an der Wand fest. „Er… ich… Aufhalten…“, stammelte er nur und war zu nichts zu gebrauchen. Azeral, Dana, Kyla und Zel rannten zur Terrasse.

    Lex Augen waren extrem geweitet und er stand über der Kugel, als sei es das wichtigste Ereignis seit Jahren. Er hatte den Atem angehalten und seine Nerven, waren zum Zerreißen gespannt.

    Tales Hand zitterte noch immer, als hätte er diese seltsame Krankheit bei der man nicht mehr aufhören konnte zu zittern. Er hörte ihre Worte und er wusste in diesem Augenblick, dass es die letzten Worte waren, die er jemals von ihr hören würde. Sie waren kostbar und schließlich hauchte er mit erstickter Stimme: „Es ist nicht… deine Schuld… Lia.“
    Er konnte es nicht. Er konnte das nicht tun… Die Klinge sank kraftlos nieder, ohne ihre tödliche Spitze in Lias Rücken und Herz zu bohren. Seine Hand landete auf ihrem Rücken ganz sanft und fast liebevoll. Auf keinen Fall wollte er Vergebung und auf keinen Fall wollte er Verständnis. Er wollte am liebsten sterben, doch nicht mal das durfte er. Die Klinge fuhr zielstrebig nach oben in die Luft und seine Hand zitterte nicht. Die Klinge war fest umfasst und alles in ihm schrie auf, als sie sich für ihn, für Lex und für die ankommenden Erwachsenen, die eben die Tür förmlich eintraten, fast in Zeitlupe senkte.
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    Dana

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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Di Apr 28, 2015 10:29 am

    Dana versuchte so schnell zu laufen, wie es eben ging. Sie wurde von den Jungs und von Kyla fast überholt und trotz dem sie das Kind in ihrem Leib trug, sorgte sie sich mehr um ihre lebende Tochter, als um alles andere. An der Tür angekommen, schlug sie dagegen und riss sie schließlich auf.
    "TALES NEIN!!!"
    schrie Dana auf, als sie das Messer herunter sinken sah, Sie sah seine Tränen, sah wie sehr es ihn schmerzte, aber was sie auch sah war, das er seine Tochter eben töten wollte. Kyla handelte schneller, als alle anderen es je könnten. Ein Zauber schoss nach vorn, der das Messer einfach aus Tales Hand schleuderte und diese dabei verletzte. Ihr war es egal, ob er dabei etwas ab bekam oder nicht, aber wenigstens hatte sie Lia dabei gerettet. Dana sank auf die Knie. So verletzt, hatte sie Tales vermutlich noch nie angesehen. Sie war kreidebleich und Tränen liefen ihr über das Gesicht, während Lia sich an ihn presste und gar nicht von ihm weg wollte, bis sie ihre Mutter weinen sah. Sofort riss sie sich von ihrem Vater los und stürmte Dana in die Arme, die sie auch gleich fest drückte und sie nicht mehr los lassen wollte. Dana erinnerte sich an Tales bitte, Lia nicht mehr mit ihm allein zu lassen. Er hatte bereits gesagt, er wolle ihr leben nehmen. Warum hatte er nicht gesagt. Zumindest erinnerte sie sich nicht.
    "Mama .. es ist doch alles gut."
    Das Kind hatte ja keine Ahnung, wie gefährlich es war, wenn sie bei ihrem Vater war.
    "Ja mein Schatz ... Bitte geh mit Tante Kyla. Ich möchte nicht, das du Papa noch einmal allein aufsuchst, hörst du? Dein Vater liebt dich, aber manchmal tun wir Dinge, die wir eigentlich nicht wollen. Bleib bei Tante Kyla und hör auf sie."
    Lia nickte. Sie stand auf und ging mit Kyla zusammen hinaus.
    "Was hat Mama denn? Warum darf ich Papa nicht mehr allein sehen?"
    wollte sie natürlich wissen. Kyla sah sie an und lächelte.
    "Weil deine Mama und auch dein Papa so große Angst um dich haben. Dein Papa ist ein starker Mann, aber auch er muss manchmal Dinge tun, die er nicht tun will. Das alles wirst du später noch verstehen."
    "Er wollte mir weh tun nicht? Er hat mich gefragt, ob ich ein Engel sein möchte. Warum sagt mir niemand die Wahrheit?"
    Lia war betrübt. Ihr Vater hatte ihr weh tun wollen, aber warum? Warum sagte ihr niemand, was los war. War sie denn schuld daran? War es, weil sie so schlimme Dinge getan hatte? Lia stiegen Tränen in die Augen. Schließlich rannte sie los, einfach so und wollte einfach nur allein sein.
    "LIA! LIA KOMM ZURÜCK!"
    rief Kyla und noch ehe sie einen Bannzauber sprechen konnte, war das Kind fort gelaufen, in das Versteck, welches sie und Cian gefunden hinter einem alten Wandteppich hatten.

    Dana saß noch immer auf dem Boden. Der Schmerz in ihren Augen war nicht zu beschrieben. Sie sah Tales an und stellte eben jene Frage erneut.
    "Warum Tales? Warum soll Lia sterben? Und warum ... bist du der Vollstrecker dieses Urteils? Wenn du mir jetzt nicht die Wahrheit sagst ... wie soll ich dir dann noch vertrauen?"
    Sie wollte ihm vertrauen, tat es eigentlich auch. Sie hatte doch wissen müssen, das es keine leeren Worte waren, das man ihn mit Lia nicht allein lassen sollte. Das würde sie von nun an beherzigen.

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    Tales
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Di Apr 28, 2015 6:29 pm

    Dana überholte die anderen zwar, aber die Reaktion, von Zel und Kyla verhinderten das eigentliche Unglück. Tales hatte es, selbst wenn er gewollt hätte, nicht mehr aufhalten können… Nun vielleicht doch, aber so war es auch ok. Das Messer flog ihm aus der Hand und sein Handgelenk brach, während Zel seinen gesamten Körper förmlich lähmte. Es war schmerzhaft und Tales knirschte mit den Zähnen, vor Anstrengung, um nicht zu schreien. Erst als Lia mit Kyla hinausging, ließ Zel von Tales ab und sah ihn nicht nur schockiert, sondern auch bestürzt an.
    Cian wäre gern mitgegangen, aber seine Mutter hatte es verboten und da er ein liebes Kind war, hörte er auf das, was seine Mutter sagte. Er rutschte unruhig hin und her und wartete. Mit dem Blick zur Tür gewandt.
    Azeral beobachtete das alles still und wendete sich zum Gehen, nachdem er seinem Vater einen letzten Blick zugeworfen hatte. Er schlenderte aber nicht zurück zur Tafel, sondern zu Kylar, den er erst hoch hob und dann in sein Zimmer brachte, wo er ihn mit einem Schlafzauber belegte, anschließend kniete er sich auf den Boden, schloss die Augen und schien zu meditieren… Oder er tat etwas anderes.

    Tales Knie gaben jedenfalls in dem Moment nach, wo Zel den Zauber aufhob und er krachte auf selbige hinab. Er hielt sich das Handgelenk und hatte den Blick auf den Boden gesenkt. Er hätte Lia beinahe umgebracht… Was war er nur für ein Monster. Keine Tränen kamen mehr nach. Kälte hielt sein Herz umklammert und er hatte das Gefühl, dass es lustlos geworden war. Er schloss die Augen und hörte Danas Frage drang an seine Ohren. Er konnte nicht sprechen, weil ihm der Hals förmlich zugeschnürt war. Zel stand schockiert im Eingang herum. Auch dieses Mal, wollte er Tales lieber nicht alleine mit Dana lassen. Er fuhr regelrecht zusammen, als Tales sich nun erhob. Er holte drei Mal tief Luft und ging quälend langsam zu der Klinge, die in der Wand steckte, ohne auf Danas Frage zu antworten. Anschließend steckte er sie weg und ließ den Kopf erneut hängen. Er drehte sich nicht um, als er mit gebrochener Stimme sagte: „Wenn sie schon sterben muss, dann wenigstens durch meine Hand…“ Er breitete die Schwingen und hob ab. Keine weiteren Antworten. Es brach ihm das Herz, Dana so zurückzulassen, aber er konnte nicht mit ihr reden.

    Azeral hingegen öffnete nun die Augen und lächelte. Er erhob sich und trat aus Kylars Zimmer in den Gang. Er lief einige Schritte und schließlich kam er zu einem Wandteppich. Er schob ihn zur Seite und betrat den geheimen Durchgang. Er trug ebenfalls eine Klinge bei sich.
    „Lia… Hör auf zu weinen.“, sagte er ganz sanft und mit einem wirklich schönen Lächeln. „Du willst doch stark sein, nicht wahr? Du willst alle beschützen, auch deinen Papa? Oder willst du lieber ein Kind sein, was vor allem davon rennt?“ Er hockte sich nun vor sie und sagte: „Der Engel Lex, verlangte von deinem Vater, dich zu töten, weil du in nicht allzu ferner Zukunft die Welt vernichten wirst.“ Seine Stimme klang geschmeidig und begehrenswert und das, obwohl er ihr Bruder war. „Ich verrate dir noch was. Unser Vater hat uns allen aufgetragen, dich zu beschützen, deshalb bist du auch noch am Leben.“ Er sah sie mit seinem durchdringenden Blick an. „Er will dich selbst töten, weil er der Meinung ist, dass er diesen Schmerz selbst tragen muss, aber… da ich sein Sohn bin und du seine Tochter… Du weißt, wie sehr wir ihn lieben, nicht? Ich will ihn auch schützen. Genau wie du.“ Er kam ein Stück näher und flüsterte: „Deshalb habe ich mich auch getötet.“
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Di Apr 28, 2015 9:20 pm

    Dana  sah Tales an. Sie verstand noch immer nicht, warum er das getan hatte. Wenn sie sterben sollte, dann durch seine Hand? Das war vollkommen bescheuert. Sie sah ihm nach, wie er einfach verschwand. Das war doch wirklich ... sie würde ihn doch eh zur Rede stellen.
    "Tales ... unser Kind ... warum sagst du mir nicht endlich ... warum?"
    flüsterte sie ihm nach. Wie sehr sie nun erst recht litt, konnte er sich nicht aus malen. Er wollte ihre Tochter töten ... weil es niemand anderer tun sollte? Weil .. ja weil was? Sie hatte keine Erklärung für das ganze. Langsam stand sie auf.
    "Danke Zel ... ich weiß nicht, was ich ohne euch getan hätte. Er ... muss sich beruhigen ... Ohne einen triftigen Grund ... hätte er das nicht versucht. Wir sollten zurück gehen und nach Lia sehen."

    Kyla lief aufgeregt hinter Liaher, doch sie war verschwunden. Vielleicht wusste eines der Kinder, wo sie war. Lilly war ihre beste  Freundin und Cian ... an ihm hing Lia mehr, als an sonst irgendwem. Sie stürmte in den Saal zurück.
    "Lia ist  weg gelaufen. Ich kann sie nicht finden. Weiß einer von euch, wo sie sich versteckt haben könnte?"


    Lia saß da, in ihrer Ecke und weinte. Sie hatte keine Ahnung, was hier geschehen war und warum sie sich alle so komisch verhielten. Nach einer Weile kam Azeral herein. Lia sah auf und wischte sich die Tränen weg. Er war so hübsch und seine Stimme lullte sie ein. Er war es, der ihr endlich sagte, was hier los war. Sie sah ihn an.
    "Ich bin stark und ich liebe meine Eltern. Aber warum sollte ich die Welt vernichten?"
    Sofort dachte sie an die Vorfälle, an die sie sich nicht erinnern konnte.
    "Ich ... verstehe ... also kann ich alle nur dadurch schützen ... das ich den Tod finde."
    Sie hörte ihm weiter zu und er erklärte ihr, das er ja auch für seinen Vater gestorben war. Wenn er das konnte ... würde sie das doch erst recht können. Sie sah kurz zur Decke und fragte sich, warum Lex etwas so schlimmes verlangte. Sie sah zu  Azeral.
    "Dann muss ich das selber tun. Ich will nicht, das sie alle so leiden müssen. Aber dann will ich es allein tun. keiner soll dabei sein."
    Nein das sollte wirklich keiner sehen. Cian würde sie später hier finden. So war es sicher das Beste. Azeral nickte, stand auf, wobei er das Messer überreichte und verließ, nachdem er vorsichtig geguckt hatte, ob ihn auch niemand sah, den Raum. Lia sah das Messer. Sie starrte die scharfe Klinge an. Es würde bestimmt weh tun ... aber wie schlimm konnte ein kleiner Schnitt über dem Handgelenk schon sein? Wenn sie es an beiden Seiten täte ... Sie hatte immer gut aufgepasst und wusste, wo die wichtigsten Adern im Körper waren. Schließlich hatte sie auch oft zu gesehen, wenn Dana jemanden geheilt hatte. Wenn sie es so machte ... würde sie Cian  zwar finden, aber sie wäre dann schon tot und ausgeblutet. Sie würde bestimmt einfach nur einschlafen.
    "Mama .. Papa ... Cian ... ihr alle .. es tut mir leid ... aber ich will euch alle nicht in Gefahr bringen. Ich liebe euch."
    Damit war der erste Schitt getan. Das Blut pumpte wie das Herz schlug und Lia ließ das Messer fallen. Es tat im ersten Moment weh, doch dann wurde ihr schlecht. Sie wollte das Messer greifen und  am anderen Arm ansetzen.Zitternd hielt sie es fest.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Di Apr 28, 2015 9:52 pm

    Azeral lauschte den Worten des Mädchens. Wie naiv sie war und doch bewunderte er sie für einen kleinen Moment…  oder nein, es war keine echte Bewunderung, aber er war überrascht, wie tapfer das Mädchen war. Nun… sie hatten den gleichen Vater und in ihren Adern floss sein Blut. Eigentlich sollte er wirklich nicht überrascht sein, dass Lia, genauso zielstrebig, mutig und dickköpfig war, wie ihrer beider Vater. Azeral betrachtete Lia noch einen Moment. Eigentlich schade… Aus ihr hätte ganz sicher eine großartige Person werden können. Azeral erhob sich langsam und überreichte ihr die Klinge, die er unter seinem gewandt getragen hatte. „So ist es am besten…“ Er legte ihr seine Hand auf die Schulter und fügte dann im Gehen an. „Du kannst deine Eltern und alle die du liebst vom Himmel aus beschützen.“
    Er schlüpfte hinter dem Vorhang zurück in Kylars Zimmer, den er nun aus dem Zauber holte. Dennoch wachte er nicht auf. Zu erschöpft war er von dem Schock, während Azeral ihn nur stumm beobachtete. Als er Lias Schulter berührt hatte, hatte er einen Zauber gesprochen, der ihre körperliche Verfassung direkt an ihn übermittelte. Sobald sie tot sein würde, würde er es wissen und den anderen sagen.

    Während dessen war kyla zurück zu den anderen gerannt und hatte panisch verkündet, dass Lia weggelaufen war. Cian horchte auf und schwieg. Die anderen beiden Kinder wussten ncihts von ihrem geheimen Platz und Luca sah Cian sofort an, dass er etwas wusste. Allerdings würde man bei ihm nicht mit schroffen Forderungen so weit kommen. Sie kannte ihren Sohn gut und sie wusste, wie sie an ihn heran kommen würde. Sie erhob sich also und ging zu Kyla. Sie tuschelte erst mit ihr und sprach so leise, dass die Kinder nichts mitbekamen. Sie ließ jedoch immer wieder Wörter fallen wie: „Sterben“, „Lias Tod“ und „Beschützen“. Eigentlich ergab es für Kylas Ohren keinen Sinn, aber sicher würde sie verstehen, was Luca vor hatte. Es dauerte nicht lange und Cian sprang auf. Er rannte los und Luca eilte zusammen mit Kyla hinterher. Er bog um eine Ecke und schwupp war er verschwunden.
    „Was zum?!“, fragte Luca außer Atem. Sie hatte ja keine Ahnung, wie schnell Cian war.

    Selbiger betrat das Versteck von Lia und ihm und erschrak fürchterlich, als er das viele Blut sah. Er nahm ihr sofort das Messer aus der Hand, ohne darauf zu achten, ob er selbst in die Klinge griff. Doch er wandte es so geschickt aus ihrer Hand, dass er keinen Kratzer davon trug. Dann nahm er sie schnell auf seine Arme und sagte leise: „Verlass mich nicht… Lia…!“ Ihm drang eine einzelne Träne aus seinem Auge und er sagte noch leiser, aber energisch: „Bitte…!“

    Der Wandteppich wurde von ihm mittels purer Gedankenkraft förmlich pulverisiert und er trug Lia auf den Korridor, wo Luca und Kayla gerade herumsuchten. Er rief laut: „HIER HER!“
    Die beiden drehten sich um und Luca schlug die Hände vor den Mund. Sie eilte so schnell sie konnte zu Lia und Cian, wo sie direkt anfing Lia zu heilen. DAS wollte sie Dana nun wirklich nicht antun.
    „Wer hat das… getan?!“ Sie konnte nicht glauben, dass Lia sich selbst hatte töten wollen.

    Zel hielt Dana fest und stützte sie. Sie war vollkommen fertig und sie verstand nicht, was hier los war. Zel konnte kaum etwas anderes tun, als ihr einfach ein bisschen Halt zu geben. Tales war noch immer zu sehen, wie er davon flog und er fragte: „Soll ich ihm nach? Soll ich ihn zurückholen?“
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Di Apr 28, 2015 10:49 pm

    Natürlich verstand Kyla erst gar nicht, was Luca da bezweckte, doch dann verstand sie, nickte  ab und zu und ließ ein "Ja", oder ein "mhm" von sich hören. Schließlich ging der Plan auf und Cian rannte hinaus. Luca und Kyla folgten ihm.

    Lia sah  schon  kreidebleich aus und schien kurz vor dem zusammen brechen zu sein, als Cian herein kam. Ihr ganzer Körper zitterte bereits und das Messer, fiel Cian regelrecht in die Hand. Lia hatte keine Kraft mehr.
    "Ci - an ..." flüsterte sie, wobei ihr die Augen schon zufallen wollten. Sie spürte, wie sie hoch gehoben wurde, und hörte Cian  flehen, sie möge ihn nicht verlassen. Irgendwie kam ihr alles so dumpf vor.
    "HIER HER!" hörte sie Cian rufen und schon hörte sie schnelle Schritte. Es tat plötzlich nicht mehr weh, aber ihr war kalt. Lia fror. Sie war nur noch halb bei Bewusstsein und hing in  Cians Armen, als wäre sie  schon tot. Kraftlos, aber sie atmete und zitterte.
    Kyla und Luca hörten Cian rufen. Sofort rannten sie in die Richtung, aus der der Ruf kam. Kyla schlug eben so die Hände vor den Mund, als sie Lia so sah. Sie blutete am Handgelenk. Sie selbst würde sich doch die Schlagader nicht aufgeschnitten haben oder? Luca heilte die Wunde sofort.
    "Ich hole Dana,"
    erklärte Kyla und eilte los.

    Zel half Dana auf. Sie hielt sich an ihm fest und sah noch immer hinter Tales her. Seine Flügel .. er hatte sie zuletzt gespreizt, als er ihr sagte, das Lia sterben  sollte ... weil sie die Welt zerstören würde ... das hatte er ihr gesagt. Wie hatte es ihr entfallen können? Weil es so absurd klang ... das musste der Grund sein. Sie hatte es völlig verdrängt, aber seine Worte ergaben nun Sinn.
    "Ja Zel ... wenn du ihn zurück bringen könntest, wäre ich dir sehr dankbar. Sag ihm, das ich ihm nicht böse bin und verstehe, warum er es versucht hat. Sag ihm, das ich weiß, das er Lia so sehr liebt, das er den Gedanken nicht erträgt, sie durch jemand anderen sterben zu sehen. Ic warte auf ihn ... und ich brauche ihn."
    Sie wirkte plötzlich gar nicht mehr so weinerlich und schwach, sondern wieder wie die starke Frau, die sie eigentlich auch war. Sie würde nicht wieder zusammen brechen. ER  brauchte SIE und SIE würde ihm nun mit allem bei stehen, was sie hatte. Ein sonderbares Gefül suchte sie heim. Ein wirklich starkes scmerzhaftes und leidendes Gefühl. Sie hatte es vorher weg geschoben, nicht darüber nach gedacht, doch nun überwältigte sie es nahezu.
    "Lia,"
    hauchte sie und lief nun allein weiter in Richtung des Saals in dem sie immer gemeinsam aßen. Unterwegs wurde sie fast von Kyla umgelaufen, die scheinbar außer sich war.  
    "Dana ... Lia ... jemand hat sie verletzt, aber Luca hat sie geheilt!"  
    berichtete sie außer Atem. Dana lief sofort los, blieb noch mal stehen und wartete auf Kyla, die vor gehen musste. Kyla lief los und Dana folgte ihr. Sie kamen bei Luca und Cian, der Lia in den Armen hielt, an. Dana  verbot sich selbst zu weinen. Eine Wunde war nicht zu sehen, aber sie sah die Blutspur und Lia so zitternd und blass in Cians Armen liegen.
    "Wir müssen sie sofort hin legen und sie wärmen. Sie hat viel Blut verloren. Es muss immer einer bei ihr bleiben."
    Sie sah Cian bedeutsam an.
    "Danke Cian ... danke das du meine Tochter rechtzeitig gefunden hast."
    Es konnte nur er gewesen sein, denn schließlich hielt er sie auf den Armen als wäre sie sein liebstes  und woltle sie scheinbar auch nicht an jemand anderen übergeben.
    "Wie konnte das passieren? Sie war doch bei dir Kyla."
    Kyla sah Dana schuldbewusst an.
    "Sie wollte wissen, was los ist, warum ihr niemand etwas sagte und schließlich ist sie weg gelaufen, ehe ich etwas tun konnte. Es tut mir so leid Dana."
    Dana sah Kyla mit einem Ausdruck der Ratlosigkeit an.
    "Dich trifft keine Schuld Kyla. Ich hätte wissen müssen, das sie weg läuft. jemand muss sich um die Kinder kümmern. Zel ist Tales nach. Cian setzte sich bereits in Bewegung, als Dana noch stand und klärte, was zu tun war, doch eilte sie im sofort nach, als er weiter ging.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Di Apr 28, 2015 11:14 pm

    Tales flog nicht sehr schnell. Er hatte auch gar keine Lust überhaupt zu fliegen. Er wollte eigentlich gar nichts mehr wirklich. Zel konnte auf jeden Fall schnell aufholen und fing ihn förmlich in der Luft ein. „Was glaubst du was du hier tust?!“, fuhr er Tales an und veranlasste ihn, indem er ihm die Flügel zusammen drückte, zu landen. Tales sah Zel stumpf an und wusste nicht, was er nun antworten sollte. „Dana braucht dich bei ihr!“
    Jetzt schien Tales auch noch mehr als verwirrt. Er hob die Brauen an und fragte: „Sie braucht mich?“ Dann noch mal lauter: „Sie BRAUCHT mich?! Ich habe gerade fast ihr Kind getötet und sie musste es mit ansehen!“
    „Tales! Du Idiot! Selbst wenn du es geschafft hättest, sie weiß, wieso du es tun wolltest und was eigentlich los ist. Ist dir klar, was du ihr antust, wenn du nun wieder nur weg läufst?“
    „Spinnst du?“ Tales sah nun wirklich böse aus. „Du willst mir weismachen, dass sie mir DAS verzeiht?!“ Zel sah ihn nur von der Seite an und sagte: „Du befleckst ihre Reinheit, wenn du das nicht glaubst.“
    Tales war sprachlos.
    „Sie will, dass du zurückkommst. Sie will…“
    „Nein! Denkst du ich bringe den Mut noch einmal auf, zu tun, was ich eben tun wollte?!“
    „Dann lass es!“
    „Du hältst dich wohl für furchtbar schlau was? Wenn das so einfach wäre, hätte ich es wohl kaum erst in Erwägung gezogen, mein eigen Fleisch und Blut zu töten!!!“
    „Bei Azeral, hat es dir nicht so viel ausgemacht.“
    Das traf Tales nun doch wie ein Schlag ins Gesicht. Pfeilschnell sprang er nach vorne, packte Zels Kehle und drückte ihn auf den Boden. Er funkelte ihn so böse an, dass Zel für einen winzigen Augenblick fürchtete, es würde mit ihm zu Ende gehen.
    „Du und deine verfluchte Blutlinie… DU und deine Vorfahren, haben all dies erst ausgelöst! DU hast keine Berechtigung dazu über MICH zu urteilen!“
    „Ich urteile… nicht…“, krächzte Zel. „Ich sage nur… was Dana… möchte…“
    „Geh zurück und lass mich in Frieden, ehe ich mich dazu entschließe, dir wirklich weh zu tun Zel…“

    Luca betrachtete das kleine Mädchen vor sich und hörte Dana und Kyla zurückkommen. Die Wunde war geschlossen und Cian trug das Mädchen schon vor sich her zu ihrem Zimmer. Luca konnte gar nicht so schnell gucken, wie das geschah und lief hinterher. „Warte doch!“ Cian legte Lia aufs Bett und Luca lächelte liebevoll. „Cian… Ich kann ihr doch noch mehr helfen. Gleich geht es besser Lia.“ Sie ließ weitere Kraft in Lia hineinfließen und sorgte dafür, dass sich ihre Lebenskraft regenerierte. Das Blut, was verloren war erneuerte sich langsam. Cian betrachtete das alles und beobachtete das Geschehen. Er war sehr besorgt und hielt Lias kalte Hand, die nach und nach wieder warm wurde.

    Kylar wachte unter dessen auch wieder auf und blickte in das Gesicht seines Bruders. Der blickte auf ihn herab. Sein ernster Blick war… gruselig. „Az…eral…“
    „Du bist wach?“ Blöde Frage, war ja wohl deutlich zu sehen. Er hatte durchaus bemerkt, dass Lia dem Tod ein Schnippchen geschlagen hatte. Dann war es so. Mehr als reden würde er nicht. Er sagte schließlich nur zu Kylar: „Es geht ihr gut.“ Kylar schien nachzudenken, ehe ihm wieder einfiel wieso er hier lag. Er lächelte leicht und sagte: „Dem Himmel sein Dank…“
    „Ich fürchte, gerade DER hat sehr wenig damit zu tun.“ Kylar sah seinen Bruder überrascht an und dann lächelte er. Azeral erhob sich von der Bettkante und wollte eben gehen, als er von Kylar am Handgelenk gefasst wurde. „Bitte… bleib… noch einen… Augenblick.“ Etwas überrascht sah Azeral zunächst aus, dann weichten seine Züge etwas auf und schließlich sah er fast ein bisschen verärgert aus, aber er setzte sich wieder. „Wenn’s sein muss!“ Kylar jedoch war glücklich.

    Tales und Zel hatten noch einige Zeit diskutiert und Tales hatte schließlich versichert, dass er zurückkäme, wenn er bereit war. Jetzt brauchte er einfach ein bisschen Ruhe. Widerwillig hatte Zel schließlich zugestimmt und gemeint, dass er es ausrichten würde.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Mi Apr 29, 2015 12:33 am

    Dana saß sofort bei Lia am Bett, während Luca ihr noch mehr Kraft und Blut zurück verschaffte. Lia öffnete schließlich die Augen und sah sie alle an. Warum waren sie alle hier? Sie schienen erleichtert und Lia spürte, sie war noch lebendig.
    "Lia ... Wie geht es dir? Wer hat dir das angetan?"
    wollte Dana wissen. Lia sah sie direkt an.
    "Das ... ich war das selber. Ich muss euch dich beschützen."
    Sie hatte Cians Worte nicht vergessen und sah ihn nun sowohl Schuldbewusst, als auch lächelnd an.
    "Dummerchen. Ich hätte dich nicht verlassen, sondern wäre als Engel zurück gekommen ... um dich zu beschützen."
    Dana hörte Lias Worte und war für einen Moment wirklich überrascht.
    "Aber Liebes ... wer hat dir denn so etwas erzählt? Wer sich selbst das leben nimmt ... der muss in die Hölle gehen, denn das Leben selbst ist kostbar."
    Lia sah ihre Mutter an.
    Papa hat mich gefragt, ob ich mal ein Engel sein möchte. Und Azeral hat mir gesagt, das er auch für Papa gestorben ist. Er hat gesagt, das Lex Papa gesagt hat, das Papa mich töten muss, weil ich die ganze Welt zerstören werde. Wenn ich aber tot gewesen wäre ... dann hätte ich euch vom Himmel aus beschützen können und euch allen würde nicht passieren. Er hat mir das Messer gegeben und ist gegangen. Ich will niemanden traurig machen ... aber ich will auch nicht die Welt zerstören. Lieber bringe ich mich selbst um ... als das Papa das tun muss."
    Dana sah ihre Tochter an, als habe sie ihr gerade einen Bären aufgebunden, doch dann nahm sie ire Tochter einfach in die Arme und drückte sie an sich.
    "Wir werden einen anderen Weg finden Lia. Es kann nicht der einzige Weg sein. versuch so etwas dummes bitte nicht noch einmal. Versprich es mir."
    Lia drückte ihee Mutter.
    "Ich verspreche es Mama. Aber sei Azeral nicht böse. Ich glaube er wollte nicht, das Papa mich tötet und sich deshalb schlecht fühlt."
    Schlecht war wohl untertrieben.
    "Nein ... das bin ich nicht Lia. Keine Angst."
    Lia löste sich von ihrer Mutter und nahm Cians Hand.
    "Es tut mir leid ... ich wollte niemandem Angst machen oder ... traurig. Ich hab euch alle so lieb. Aber wie soll ich verhindern, das ich die Welt zerstöre?"
    Dana sah sie wieder liebevoll an.
    "Wir werden einen Weg finden."
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Mi Apr 29, 2015 1:18 am

    Zel flog über das Land, ohne zurückzublicken. War es schlau ihn allein zu lassen? War er vielleicht… Was war er für ein Freund, Tales in seinem Kummer auch noch Vorwürfe zu machen? Er sah nun doch zurück und sah Tales immer noch am Boden stehen. Auf der anderen Seite… Töten konnte er sich nicht und was anderes konnte er aufgrund seiner Magielosigkeit auch nicht tun… oder? Zel flog weiter. Außerdem war er der letzte, den Tales jetzt wohl sehen wollte.
    In der Villa angekommen, ging er durch den Palast und suchte nach den Leuten. Eher nach Dana. Schließlich fand er sie auch in Lias Zimmer. Wo Cian wie angewurzelt neben ihr saß und Dana auch am Bett kniete, während Kyla das ganze scheinbar zu überwachen schien. Luca war auch dort und nahm ihn völlig überraschend in die Arme.
    „Ich hatte Angst, ihr würdet euch streiten.“ Zel nahm sie auch in die Arme und sagte ruhig. „Schon gut. Es ist keinem von uns beiden was geschehen. Das stimmte nicht ganz, er hatte nämlich Blutergüsse am Hals, von denen er nichts wusste. Cian sah nur kurz auf und senkte den Blick dann wieder. Er hatte mitbekommen, dass Tales Lia fast getötet hätte und es machte sehr wütend. Auch Azeral machte ihn wütend und es machte ihn wütend, dass Dana es ihm verzieh… Oh ja. Besonder DAS machte ihn WIRKLICH zornig!
    „Er kommt wieder, wenn er bereit ist…“, verkündete er Dana und Cian sprang auf. Noch niemals hatte irgendwer Cian so unbeherrscht gesehen! Er sagte voller emotion: „Er soll bleiben, w der Pfeffer wächst!“ Damit ging er einfach aus dem Raum, wobei er sowohl Luca, als auch Zel zur Seite schuppte, als sie ihn aufhalten wollten. Zel war schier Fassungslos und setzte ihm nach. Sie konnten ihn auf dem Flur zetern hören: „Lass mich los!“
    „Schön hier geblieben, junger Mann!“
    „Er wollte sie töten!!!“
    „Cian… Manche Dinge passieren aus…“
    „NEIN!!! Las mich los! Ich werde einen Weg finden… Das schwöre ich! Ich finde einen weg seine unsterbliche existenz zu beenden, sollte er sie noch einmal anfassen!!“ Sie konnten die schallende Ohrfeige Zels hören, die er Cian gab, dem nun die Tränen kamen. Fassungslos sah er seinen Vater an. „Beschäftige dich lieber damit, Lia beizustehen, als anderen den Tod zu wünschen!“, blaffte er ihn an und Luca stand in der Tür, das alles beobachtend. Ihr Sohn tat ihr so leid, aber sie würde Zel nicht unterbrechen.
    Cian sah Zel mit großen Augen an und sank langsam auf die Knie, wo er bitterlich anfing zu weinen. Zel kniete sich ebenfalls hinab und legte ihm die Hand auf die Schulter. Cian war noch ein Kind, was konnte er schon tun? Er wusste das selbst. Aber ER konnte es weder Tales noch Azeral verzeihen.
    „Wie soll ich denn… vergessen… was sie… getan haben?“, schluchzte er.
    „Cian… Du sollst gar nichts vergessen. Aber es gibt einen unterschied, zwischen vergessen und verzeihen. Azeral war ein sehr böser Mann und auch Tales war wirklich kein Unschuldslamm. IHM konnte Dana verzeihen, obwohl er schreckliche Dinge getan hat. Es ist keine Schwäche, eine böse Tat zu verzeihen. Auch aus der schändlichsten und scheußlichsten Tat, kann gutes entstehen.“
    „Willst du sagen, dass Lia sterben soll?!“
    „Aber nein… So ein Quatsch. Was ich sagen will ist viel fundamentaler. Ich weiß nicht, ob du es verstehst Cian, aber ein sehr weiser und gerechter Mann sagte mir einst: „Hasse die Sünde, doch liebe den Sünder.“
    Lucas Augen weiteten sich leicht. Dieser Satz… Hatte sie ihn nicht schon Mal gehört? Cian verstand es nicht wirklich, tat aber so, als wisse, was gemeint war. Er fragte: „Wer war das?“
    „Mein Vater… Bevor ich ihn verriet… Bevor ich ihn mit meinen eigenen Händen tötete. Ich habe es damals auch nicht verstanden, aber dies war seine Art mir zu sagen, was echte Vergebung bedeutet.“
    Luca hatte die Hand vor den Mund geschlagen. Sie hatte es nicht gewusst. Bis jetzt, hatte sie Zel mit seiner Familie in Ruhe gelassen. Auch jetzt würde sie keine Fragen stellen. Sie war total verdattert.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Mi Apr 29, 2015 1:56 am

    Zel war zurück, jedoch ohne Tales. Das war .. nicht überraschend. Zel erklärte, das Tales zurück käme, wenn er so weit war. Dana nickte. Cian jedoch, wurde wütend und stampfte hinaus.
    "Cian!"
    rief Lia ihm nach, doch er war schon draußen. Er war so wütend, das er selbst seine Eltern weg gestoßen hatte. Sie hörte den Streit da draußen und stand auf. Sie hörte die Ohrfeige. Dana wollte Lia fest halten, doch Lia sah ihre Mutter mit einem so bittenden Blick an, das Dana nicht anders konnte, als sie los zu lassen. Lia lief hinaus. Sie hörte, was Zel zu Cian sagte und schließlich lief sie zu Cian. Sie kniete sich hinter ihn, nahm ihn in die Arme und flüsterte:
    "Cian lieber Cian mein. Sei nicht böse auf die Anderen ... sondern auf mich, weil ich die Dummheit begangen habe ... ohne nach einer anderen Lösung zu suchen. Du bist doch mein Held ... und du hat mich gerettet ... schon wieder."
    Hauchzart küsste sie ihn auf die Wange. Es war erschreckend, wie Lia zwischen kindlich und erwachsen wechseln konnte. Das musste sie wohl von ihrer Mutter haben, die nun in der Tür stand und ihr zusah, wie sie mit Cian sprach. Kyla behielt sie alle weiterhin im Auge.
    "Wir dürfen Lia nicht mehr allein lassen,"
    flüsterte sie Luca und Dana zu, die Beide nickten. Dana war Cian nicht böse, denn er konnte das noch nicht verstehen.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Mi Apr 29, 2015 2:27 am

    Cian hatte noch immer Tränen des Zorns in den Augen. Er war auch böse auf sie und nicht nur auf Tales und Azeral. Er war auch auf dana böse und eigentlich regte ihn das alles auf!
    "Ich bin auf euch alle böse!", sagte er ungehalten. "Ja, auch auf dich Lia!" Zel betrachtete seinen Sohn. Er war sich nicht sicher, was in Cian vor ging.
    "Das ist doch bescheiert! Nur weil irgendwann irgendwas passieren soll, muss jemand steben!?" Er erhob sich ungeachtet dessen, ob Lia sich nun an ihm fest hielt oder nicht. Er sprach weiter: "Ich werde das nicht zulassen!" Luca bekam fwuchte Augen. Sie war so stolz auf ihren Sohn.
    Zel erhob sich und umarmte seinen Sohn. "Cian. Dein Herz ist so stark und groß. Ich bin stolz auf dich." Cian hatte eigentlich geglaubt, jetzt die nächste Ohrfeige zu bekommen, aber... Er war stolz?!
    "Du wirst alles schaffen, was du dir vornimmst."
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am Mi Apr 29, 2015 2:50 am

    Lia hörte, wie böse er auf sie war und das er auch auf alle andere böse war. Er stand auf und Lia ließ ihn los. Der Drang, wieder fort zu laufen, wurde dieses mal unterdrückt.
    "Aber ... niemand will, das ich sterbe. Glaubst du ... glaubst du wirklich, mein Papa hätte das gewollt? Du weißt doch gar nicht, was dahinter steckte. Papa liebt mich ... das hat er mir gesagt und ich würde ihm deshalb niemals böse sein. Lex hat ihm gesagt, das er es tun muss."
    Nun sah sie auf zu ihrer Mama und schlug die Hand vor den Mund. Sie hatte das nicht sagen wollen, aber nun war es heraus. Dana sah ihre Tochter an, ging zu ihr und nahm sie in die Arme.
    "Aber auch Lex ist nicht allwissend. Nicht einmal der Vater und die Mutter sind es. Sie können sich eben so irren, wie wir selbst. Lex ist ein Engel und hat seine Befehle, eben so wie ein Soldat Lucas. Verstehst du das?"
    Lia nickte. Sie wollte zu Cian und in seinen Armen gehalten werden, aber er war so böse auf sie.
    "Ich sollte böse auf ihn sein, genau wie auf deinen Vater ... aber das kann ich nicht, weil ich weiß, wie schwer es deinem Vater gefallen ist, es überhaupt auch nur zu versuchen. ich weiß wie verzweifelt er war, als er diese Nachricht erhalten hat. Er ist ohnehin schon so kurz vor dem zerbrechen. Es hätte ihm alles geraubt, was er noch Besitz, hätte er dich wirklich getötet. Er wollte wohl nur sicher gehen, das falls es doch jemand anderer schafft, du nicht leiden musst. Azeral ... seine Beweggründe kenne ich nicht, aber du könntest recht haben."
    Einen anderen Gedanken, ließ sie ja gar nicht zu. Lia stand auf und sah zu Cian.
    "Dein Papa hat recht. Ich würde mein leben ohne dich nicht mehr haben. Du bist und bleibst mein Held und das du mich gerettet hast, zeigt mir nur, das meine Zeit noch nicht gekommen ist. ich hab es Mama schon versprochen und ich verspreche es dir auch noch einmal. Ich werde so was nie wieder machen. Bitte sei nicht mehr böse. Ich hab dich doch so lieb Cian."
    Sie stand da, wie ein Mädchen eben da steht, wenn es weiß, das es etwas dummes angestellt hat und sich entschuldigt. Den Kopf gesenkt, die Hände vor dem Schoß zusammengelegt und eine Miene, die einen Stein hätte erweichen können.
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am So Mai 03, 2015 9:35 pm

    Cian sah zu Lia und sagte verdrießlich: „Ich habe doch gar nicht behauptet, dass es jemand WILL. Ich sagte nur, dass es bescheuert ist, dass überhaupt jemand MUSS!“ Cians Blick wurde nun finster wie die Hölle und er sagte ungehalten: „Und wenn man jemanden liebt, tötet man ihn verdammt noch mal nicht!“ Er stieß sich von seinem Vater von sich und ballte seine Fäuste. Er lauschte Lias Worten und schließlich sagte er ihr, wobei er auf ihre getätigte Aussage zurückkam: „Dass ich dich retten MUSSTE zeigt nicht, dass ich dein Held bin, sondern viel mehr, dass es dir scheinbar überhaupt nichts bedeutet!“ Was er damit meinte, ließ er offen, die Erwachsenen sahen sich ratlos an und Cian kamen plötzlich die Tränen. Hatte sie ihn jemals SO traurig gesehen?
    „Ich hab dir mein Herz geöffnet, Lia. Ich wollte, dass du die einzige bist! Was ist aus dem Versprechen geworden?!“ Er deutete auf das Amulett um ihren Hals. Er hatte den Schlüssel in Form des Kreuzes um seinen Hals im Inneren war eingraviert Für immer zusammen
    Er war total enttäuscht und fühlte sich irgendwie verraten und jetzt ertrug er es nicht. Er rannte einfach weg. „Cian!“ Zel sah ihm nach auch Luca, schien nicht zu begreifen und schließlich ging sie ihm hinterher, während Zel tief einatmete und die Luft langsam ausließ. „Besser, du lässt ihn allein.“, sagte er zu Lia und kniete sich zu ihr herab. „Es ist in Ordnung. Du weißt vielleicht besser, als wir alle, wie feinfühlig Cian ist. Er wird zu dir kommen, wenn er reden möchte.“

    Tales stand immer noch sinnlos in der Pampa herum und überlegte sich, wie es dazu hatte können. Er wusste nicht, was er denken sollte und es war alles irgendwie viel zu schwer. Würde er nun zurück kommen… Würde er es erneut versuchen können? Würde es Lex tun? Würde er Suzaku schicken? Tales war zu Tode betrübt und sagte leise zu sich selbst und allen, die es hören wollten: „Ich werde euch nicht erneut verraten, aber… ich kann das nicht, tun.“ Er sank langsam zu Boden. „Ich kann einfach nicht.“ Ein Licht erschien vor ihm und er vermutete Lex. Er hatte keinen Antrieb, ihn anzugreifen und sah nur in sein Gesicht. Zu seiner Überraschung jedoch, war es der Engel Suzaku.
    „Suzaku?!“ Er sprang auf und sein einstiger erster Freund sah ihn mitleidig an. „Ich heiße nicht gut, was Lex verlangt“, begann er sogleich. „Ich will, dass du weißt, dass ich auf deiner Seite bin. Ich versuche gerade ihn umzustimmen und habe die Engel ausgeschickt, unsere Götter zu suchen, Tales. Dass ich hier bin, verstößt gegen alle Regeln, aber ich finde du solltest es wissen: Es ist noch nicht alles verloren! Gib nicht auf, mein erster und bester Freund!“
    Tales Augen waren groß und er konnte kaum glauben, was er da hörte. Er hatte keine Worte und Suzaku lächelte. „Ich muss gehen. Gib auf dich Acht!“
    Tales sah ihn einfach verschwinden und hatte kein einziges Wort hervorgebracht. Schließlich erhob er sich langsam, klopfte sich den Staub ab und straffte sich. Ganz gleich ob es nun stimmte oder nicht. Er schöpfte Hoffnung. Er schimpfte sich selbst einen Idioten und schüttelte leicht den Kopf. Er dachte an Dana. Sicher hatte er ihr furchtbar wehgetan. Ein Zornesschrei verließ seine Lungen und es tat unglaublich gut. Dann breitete er die dunklen Schwingen und flog zurück.
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    Dana

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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Dana am So Mai 03, 2015 10:10 pm

    Lia sah Cian wirklich traurig an. Er hatte sie nicht verstanden, aber dafür verstand sie ihn nur all zu gut. Sie fasste an ihr Amulett, hielt es in der Hand und glaubte es pulsieren zu spüren. Es tat weh Cian so zu sehen und was er ihr sagte, tat noch viel mehr weh. Dana sah Cian nach,d er so enttäuscht war und dem das alles so nahe ging. Was konnte sie nun tun? Cian verstand scheinbar nicht, warum Lia das überhaupt getan hatte. Er war so wütend, weil er sein kleines Herz an sie verloren hatte. Das er sie nun fast für immer verloren hatte, schien ihn so sehr verletzt zu haben ... Dana verstand ihn nur all zu gut. Es musste ihm nun gehen, wie es Tales ging, als sie ihm in die Hölle gefolgt war. Es war sicher nicht direkt zu vergleichen, aber denn noch ... der Schmerz war vermutlich riesig. Zel kam nun auch zu Lia und sprach mit ihr. Dana nickte zustimmend auf Zels Worte, während Lia noch immer hinter Cian her sah und Tränen in den Augen hatte.
    "Ich wollte ihn doch nur beschützen ... und euch alle ..."
    Nun kullerten die Tränen auch bei ihr. Sie sah ihren Onkel kurz an, nickte und ging zurück in ihr Zimmer. Kyla stand noch da und betrachtete sie. Lia tat ihr leid, aber auch sie hatte eine Tochter und einen Mann, der sicher wissen wollte, was nun los war. Dana kam ebenfalls herein. Sie sorgte sich so sehr um ihre Tochter.
    "Dana ... ich muss zu Lilly und Geralt. Kommt ihr nun allein hier klar?"
    wollte Kyla nun wissen. Dana nickte. Zel würde nun sicher auch zu Liam gehen wollen. Es war in Ordnung. Lia legte sich auf das Bett und weinte. Sie war müde von dem erlebten und traurig wegen Cian. Ihr Vater fehlt ihr, aber wenigstens war ihre Mutter da, die sich nun zu ihr legte und sie umarmte. Lia spürte die sanfte Berührung ihrer Mutter an der Wange und ließ sich von ihr trösten, bis sie eingeschlafen war.

    Lilly saß unruhig im Saal. Was war mit Lia passiert und warum waren nun alle raus gegangen, bis auf Papa und Liam? Hoffentlich war ihrer Freundin nichts geschehen. Schließlich war in der letzten Zeit vieles geschehen, was alle in Angst und Schrecken versetzt hatte. Lilly wusste, das man ihnen nichts erzählte, um ihnen eine halbwegs normale Kindheit zu gewähren. Oft hörte sie ihre Eltern am Abend noch darüber sprechen, wenn sie glaubten, Lilly schlief schon. Es war viel, was sie zu verarbeiten hatte, aber sie erzählte keinem davon, sondern behielt es für sich, um wenigstens den Anderen ihren Frieden zu gönnen. Lilly war schüchtern, aber nicht feige und sie würde, genau wie ihre Eltern, alles für ihre Freunde tun, um sie zu beschützen udn das bedeutete nun für sie, sie würde noch mehr lernen als bisher und sich die größte Mühe geben, eine eben so gute Magierin zu werden, wie ihre Mutter.
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    Tales
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    Re: Licht und Schatten Akt II

    Beitrag  Tales am Mo Jul 13, 2015 8:14 am

    Tales schlug mit seinen mächtigen schwarzen Schwingen und steuerte auf die Festung zu. Er flog schnell und mit kräftigen Schwüngen. Suzaku hatte ihm neuen Mut gemacht. Der Zorn in seiner Brust war abgeflacht. Neu gestärkt und entschlossener denn je, wollte er zu seiner Familie zurückkehren. Er wusste noch nicht, dass Lia sich hatte umbringen wollen und er wusste auch nicht, dass es Azeral war, der ihr diesen Floh ins Ohr gesetzt hatte.
    Er würde sich den Menschen, die ihm so viel bedeuteten stellen und er würde sich seiner Tochter stellen, die er um ein Haar getötet hätte, doch er würde es als der tun, der er sein wollte. Nämlich als unbeugsamer Streiter des Lichts, auch wenn er aus den Schatten geboren wurde, so kämpfte er für das Licht und wenn Lia irgendwann einmal ausrasten würde… Dann würde er sein Versprechen halten. Keinen Moment eher. Aber er würde das noch einmal mit seiner Familie besprechen.
    Er flog übers Land und sah unten Cian aus der Burg laufen. Er war ganz allein. Was sollte das denn?! Er wusste doch von allen Kindern am besten, dass sie nicht alleine bleiben durften. Tales setzte in den Sturzflug an, nicht ahnen könnend, was ihn dort erwarten würde.
    Er fing Cian einfach aus dem Lauf und sagte: „Was machst du hier ganz allein?“ Er konnte nicht ahnen, welch einen Hass der Junge gerade in der Brust trug. „Lass mich los…“, sagte er leise und Tales sah ihn fragend an. Dann leuchtete die Hand Cians rötlich auf und Feuer schoss Tales entgegen. Überrascht war er, aber unversehrt. „Cian! Hör auf!“ Erneut schoss ihm das Feuer entgegen und regelrechte Feuersäulen glühten durch den Himmel.
    „Du elender Bastard!!! Wieso?! Wieso Lia!? Lass mich runter, du Verbrecher! Wieso deine eigene Tochter!!! Ich hasse dich!!!“
    „Cian! Hör auf damit! Du wirst noch jemanden verletzen!“
    „Ich will dich verdammt noch mal töten!“ Tales sah ihm in die Augen. Er würde hier mit Engelszungen nicht weiter kommen. „Du bist wie dein Vater… verblendet. Du kannst mich nicht töten. Du kannst mich nicht mal verletzen…“ Cian schrie ihm irgendwas Unverständliches entgegen und seine Augen verdunkelten sich. Seine goldene Iris leuchtete wie Flüssiges Gold und seine Pupillen verengten sich zu schlitzen. Dann schoss Tales Weißes Drachenfeuer ins Gesicht und er ließ kurz locker, fing den Jungen aber gleich wieder. „HÖR AUF!!!“ Ein Kirchturm hatte bei der Aktion Feuer gefangen und Tales hielt in der Luft. Er wollte ja gerne helfen, aber er konnte kein Wasser herbeizaubern. Cian zappelte wie wild in seinen Armen und irgendwann schlug ihm Tales ins Genick, wobei der Junge das Bewusstsein verlor. Tales flog hinab zum Brunnen und trug Eimer um Eimer hinauf in die lodernde Spitze, wobei er mit dem anderen Arm immer Cian fest hielt. Die Menschen halfen ihm, indem sie die Eimer füllten und schließlich war der Brand beseitigt. Tales schwitzte Ordentlich, aber er hatte es geschafft. Gut so.
    Er flog zur Burg und landete auf dem Vorplatz. Er faltete die Flügel und trug Cian ins Gebäude, wo er ihn gleich zu einer vollkommen aufgelösten Luca brachte sie sah ihn entsetzt an und fragte rund heraus: „Was hast du ihm angetan?!“
    „Ihm…. ange…tan?“ Oh nun… eben hatte er noch seine eigene Tochter töten wollen. Ja, das erklärte es. „Gar nichts… Es geht… ihm gut.“
    „Das sehe ich!“ Sie entriss ihm ihren Sohn und Tales sah auf den Boden. Sie küsste die Stirn des Jungen und Tales zog es vor, ihr erst mal aus dem Weg zu gehen. Er ging hinauf und blieb vor der Tür stehen. Konnte er da jetzt wirklich rein gehen? Er wusste es nicht so genau. Er war unschlüssig und tastete seinen Körper nach Waffen ab, die er entfernte. Auch eigentlich dumm. Stand doch sein Schwert in diesem Raum. Tales schüttelte leicht den Kopf und legte die Hand auf die Klinke. Er holte tief Luft und drückte sie hinab. Lia lag mit Dana auf dem Bett. Beide schliefen und Tales kam sich so albern vor, hier zu sein. Er ging durch das Zimmer und öffnete das Fenster. Der Mond stand schon am Himmel und Tales sah hinauf. Die Flügel trug er noch immer sichtbar und der Vorhang des Fensters wehte fast verheißungsvoll in das Zimmer.

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    Re: Licht und Schatten Akt II

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